Nach­wuchs in der Gothic-Sze­ne? (MDR)

Der MDR behan­delt in einem Audio-Kurz-Fea­ture (ca. 3,5 Min.) die Fra­ge, wie es um den Nach­wuchs der Gothic-Sze­ne steht. Auf dem Cam­ping-Gelän­de beim WGT macht man die Fest­stel­lung: da sind Eltern und ihre (jun­gen) Kin­der, aber Jugend­li­che sieht man nicht. Die Inter­view-Schnip­sel mit Gothics schwan­ken zwi­schen Gal­gen­hu­mor und “Ist-halt-so” mit Hin­wei­sen auf das “Ster­ben der Club-Sze­ne” usw.
Der Wis­sen­schaft­ler Mar­kus Tau­schek weist kurz dar­auf hin, daß die Sze­ne in den 80ern eine “jugend­li­che Ver­ge­mein­schaf­tung” war, wohin­ge­gen es heu­te kei­nen Gothic-Jugend­trend gebe.
Alles nett und kurz, kann man sich anhö­ren, aber neu­es wird man nicht fin­den.

Bal­ler­mann in Schwarz

In einem für die Tages­schau schon recht beacht­li­chen Arti­kel wird der Fra­ge nach­ge­gan­gen, wie­viel Metal noch in Wacken steckt. 85000 Men­schen kom­men unter dem Label Wacken, das zu einer inter­na­tio­na­len “Festi­val-Mar­ke” gehört, zusam­men.

Und wenn ich dann  fol­gen­des Zitat lese…

““Bal­ler­mann in Schwarz” – so nen­nen kri­ti­sche Stim­men, auch aus den eige­nen Rei­hen, das Festi­val mitt­ler­wei­le: Zu viel Show, zu vie­le Kame­ras, zu vie­le Fans, die eher für Insta­gram als für die Musik kom­men. Tat­säch­lich gleicht Wacken heu­te einem Erleb­nis­park mit Metal-Yoga, Feu­er­shows und End­zeit-Dekor. Der einst spon­ta­ne Aus­nah­me­zu­stand ist zum durch­ge­tak­te­ten Erleb­nis­pro­dukt gewor­den.”

… dann mei­ne ich, das wer­de ich näch­ste Woche auf dem M’era Luna auch so erle­ben. Gut, etwas – äh – fami­liä­rer mit 25000 Leu­ten.

Span­nend die Aus­sa­ge des Kul­tur­wis­sen­schaft­lers im ver­link­ten Arti­kel: Metal sei kei­ne Sub­kul­tur mehr, son­dern “in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men”. Gleich fra­ge ich mich beim Schrei­ben: Wür­de ich das auch so sehen? Viel­leicht sehe ich es anders, wenn ich auf die Ent­wick­lung des M’era Luna schaue, wie es aus dem Zil­lo-Festi­val auf dem Flug­platz bei Hil­des­heim her­vor­ge­gan­gen ist, immer pro­fes­sio­nel­ler und grö­ßer wur­de. Ich mei­ne, so wie bei Wacken trifft sich beim ML nicht exklu­siv der “har­te, inne­re Kern” der Gothic-Sze­ne, son­dern jeder mit Affi­ni­tät zu irgend­ei­ner Schat­tie­rung von Schwarz kann sich wohl­füh­len. So ope­riert man auch in Wacken – Hei­no durf­te da schon sin­gen, aktu­ell sind z.B. BAP dabei. Nicht “Gothic” ist in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men, son­dern das Ange­bot wird so auf­ge­fä­chert, daß sich mög­lichst vie­le Men­schen ange­spro­chen füh­len. Exklu­si­vi­tät liegt auf vie­len Ebe­nen nicht mehr im Trend.

Oder, kras­ser gesagt: für den “har­ten Kern” sol­cher Sze­nen rei­chen auch Mini-Festi­vals mit 1000 Leu­ten. Wer’s grö­ßer auf­zieht, will ver­die­nen, braucht dann auch the­ma­ti­sche Streu­ung.

Für mich wird es die­ses Jahr span­nend, weil ich gleich vom M’era Luna in den Osten fah­ren wer­de, um dann das Stel­la Nomi­ne – The Blackest One erle­ben zu kön­nen. Das war letz­tes Jahr mein High­light – vor allem weil es so klein und authen­tisch war. Also zuerst: Bericht vom “Bal­ler­mann in Schwarz” (in Hil­des­heim), dann Kon­trast­pro­gramm mit – hof­fent­lich – Wohl­fühl­at­mo­sphä­re.

(Bei­de Berich­te wohl erst in der Woche ab 18.8.)

Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne?

Wochen­lang habe ich zwi­schen Mai und Juli über­legt, etwas dazu zu schrei­ben, war­um es hier im Blog so ruhig ist. Ich wuß­te nicht, wie ich anfan­gen soll­te. Dann habe ich Anfang Juli einen ellen­lan­gen Arti­kel geschrie­ben, der aber wie ein ‘rant’ rüber­kam und eher doch grot­tig war.

Dann ging für mich die “Festi­val-Sai­son” mit dem Sams­tags­be­such auf dem Amphi los. Und wie so oft, auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, lösen sich Zwei­fel an dem, was ich bin und tue, in (schwar­zem Rauch) Luft auf, wenn ich EUCH, die Andern in die­ser Sze­ne sehe und erle­be. Da mer­ke ich dann, wie sich mei­ne zurück­ge­zo­ge­ne Lebens­wei­se manch­mal auf mei­ne Psy­che aus­wirkt. Ich will also nun noch ein­mal mit mode­ra­te­ren Wor­ten schil­dern (Ok, eigent­li­chen Arti­kel nur umge­schrie­ben…), was mich der­zeit an der “Schwar­zen Sze­ne” zwei­feln läßt. Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne? wei­ter­le­sen

MDR und WGT

- ich bin da hin- und her­ge­ris­sen, wie man so schön sagt. Auf der einen Sei­te hat der Sen­der über die Jahr­zehn­te hin­weg die Bedeu­tung des WGT bemerkt und berich­tet  – wie aktu­ell auch schon vor­ab – über das Tref­fen. Man fin­det Arti­kel über “Kon­zer­te für 8oer Fans”, wo man mit Kin­dern am besten hin­geht usw., aber dann kam gestern so ein Arti­kel “Die schön­sten Gesich­ter der schwar­zen Sze­ne”, bei dem ich direkt wie­der zusam­men­zucke. Dann ist es wie­der­um so, daß man dem MDR da fast schon kei­nen Vor­wurf machen darf, denn als ‘System­me­di­um’ ist jeder Bericht über alter­na­ti­ve Gesell­schafts-Stra­ta ‘eigent­lich’ OK, wo ja selbst die Pho­to­jour­na­li­sten der Sze­ne­pres­se bei ihren Berich­ten von Festi­vals die am Schön­sten kostü­mier­ten Leu­te ablich­ten, wäh­rend ich fest davon über­zeugt bin, daß das Herz der Sze­ne nicht wei­ter ent­fernt schla­gen könn­te. Manch­mal den­ke ich: wie schön wäre so ein Tref­fen, wenn es 1/3 der Besu­cher hät­te und so gut wie kei­ne Auf­merk­sam­keit in den Medi­en. Ach ja, das hat­ten wir in den 90ern schon…

Drei Tage und ein Leben (Film)

Ich habe neu­lich über mei­ne Vor­stel­lung von den unpo­li­ti­schen Gemein­sam­kei­ten in der Schwar­zen Sze­ne geschrie­ben, die in den düste­ren Abgrün­den des Mensch­li­chen lie­gen, – und nun sehe ich mehr durch Zufall einen Film, der genau das aus­drückt.

Der Film „Trois jours et une vie“ von Nico­las Boukhrief, Regie You­rek Dury, ist einer über das “Davon­lau­fen vor Ver­ant­wor­tung”, das notier­te ich noch wäh­rend ich schau­te. Dann kor­ri­gier­te ich zum “per­fek­ten Mord”, aber letzt­lich stand im Notiz­buch nur “Lebens­lü­gen”. Unbe­wußt pas­sen die drei Begrif­fe zur Drei­tei­lung des Films: er beginnt 1999 in einem klei­nen Städt­chen in den bel­gi­schen Arden­nen, dann wird 15 Jah­re wei­ter­ge­sprun­gen, dar­auf­hin noch ein­mal drei Jah­re. Erst dann ist die Lebens­lü­ge per­fekt.
Der Text spoi­lert den Film. Drei Tage und ein Leben (Film) wei­ter­le­sen

Der Gol­de­ne Hand­schuh (2019)

Gedan­ken beim/nach dem Schau­en des Films von Fatih Akin aus dem Jahr 2019 [Wiki­pe­dia], der die Pha­se im Leben des Seri­en­mör­ders Fritz Hon­ka von den Mor­den bis zur Fest­nah­me schil­dert.

“Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den. – Der Film selbst hat kei­ne Jugend­frei­ga­be.”
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Aoki­ga­ha­ra (8) – Call of the Sui­ci­de Forest (Comic)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt auch das The­ma Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Die bespro­che­ne Comic-Rei­he befaßt sich mit dem japa­ni­schen Wald Aoki­ga­ha­ra jukai, s. Ein­lei­tungs­sei­te. Aoki­ga­ha­ra (8) – Call of the Sui­ci­de Forest (Comic) wei­ter­le­sen

KI killt die Gothic-Sub­kul­tur?

Das Gothic Empire hat mit einem Arti­kel über das von KI erstell­te Lied “Lega­cy of Sor­row” die Fra­ge ange­ris­sen, ob die KI die “See­le der Gothic-Sub­kul­tur” zer­stö­re.

Dies ist das Lied, um das es geht: Lega­cy of Sor­row von “Cyber Bard” (You­tube-Link). In der Video-Beschrei­bung heißt es: Wit­ness the end of the world unfold in this AI-gene­ra­ted Gothic Metal music video. Cyber Bard brings you a haun­ting melo­dy and chil­ling visu­als that depict a dys­to­pian future rava­ged by human apa­thy and envi­ron­men­tal des­truc­tion. KI killt die Gothic-Sub­­­kul­tur? wei­ter­le­sen

Salz­burg

in memo­ri­am Georg Tra­kl
Salz­burg.

Ankom­men mit ertrun­ke­nen Träu­men, gede­mü­tigt.
Im Regen erscheint die Stadt
wie ein auf­ge­ris­se­nes Maul,
das uns hin­ein­zieht. Dich zuerst.

Erspü­re ich auf nas­sem Pfla­ster
zeit­los ver­sun­ke­ne, ein­sti­ge Schrit­te?
Sein Haus leuch­tet mir ein hel­ler Stern.
Hin­ter ver­schlos­se­ner Pfor­te
brü­tet Ein­sam­keit in welt­flüch­ti­gen Visio­nen.

Len­ke durch dunk­le Gas­sen mei­ne Schrit­te -
zuviel Leben, ver­hö­ker­te Pracht, ver­scher­bel­ter Glanz.
In düste­ren Cafés sit­zen Män­ner und Frau­en
an Tischen bei damp­fen­dem Kaf­fee.
Wort­lo­se Unter­hal­tung.
Doch flammt kein Fluch in ihrer Augen Begeh­ren.
Töte, wenn auf stil­len Plät­zen
die Zeit dei­nen Tanz ver­spot­tet.

[© Rush / V. Wag­ner] Salz­burg wei­ter­le­sen

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