Ich bespreche hier einen in Deutschland indizierten Film, den ich in einer um ca. 5 Minuten gekürzten, freigegebenen Ü18-Version gesehen habe. Zur Sicherheit weise ich darauf hin, daß die reine Besprechung eines indizierten Films presserechtlich keine Werbung für diesen darstellt. Die Filme und auch meinen Text bitte ab 18 schauen bzw. lesen; es werden keine konkreten Beschreibungen von Gewalt aus den Filmen hier einfließen. Martyrs – Vergleich beider Filmfassungen weiterlesen
Schlagwort: Rezension
Blackwell – The Sorrowstones (Roman)
Mit seinem Roman Stolen Tongues hat mich Felix Blackwell begeistert. “The Cold People” habe ich dreimal begonnen, aber abgebrochen; gleiches (einmal) gilt auch für “The Church beneath the Roots”. Nun bin ich über den neuen Roman “The Sorrowstones” gestolpert und hatte gleich wieder den Lesefluß wie beim ersten Titel – zumindest bis kurz vor dem Ende…
Aber: Sorrowstones ist für mich keine Gänsehaut-Lektüre; das Bedrohungsgefühl entsteht eher langsam, also bis Leser und der Protagonist Cole merken, daß die Lage ziemlich aussichtslos ist. Ich muß minimal spoilern… Blackwell – The Sorrowstones (Roman) weiterlesen
photophor – no music for the masses
Auf das Album “Der Wahn als Methode” von Anfang 2025 folgte nun ’no music for the masses’, im März 26 veröffentlicht. Auf photophor bin ich aufmerksam geworden, weil das Duo aus Kate und Asch mir letztes Jahr auf Instagram folgte. Kurz haben wir uns beim Stella Nomine getroffen und ein paar Worte gewechselt.
Transparenz: das Album ist kein kostenloses Rezensionsexemplar, es wurde von mir gekauft.
Das Album mit einer Laufzeit von ungefähr einer Dreiviertelstunde beinhaltet 11 Lieder. Der dynamische Einstieg mit “Der Jugend beraubt” erscheint wie eine Erinnerung an das erste Album mit Sprechgesang und Aschs dominanter Stimme. Unklar bleibt, wer seiner Jugend beraubt wurde, da die benutzten Verben (verkauft, gequält, mißbraucht…) vieldeutig sind und sich nicht ausschließlich auf ‘Jugend’ beziehen. Vielleicht ist es aber ‘die Jugend’ allgemein, die gemeint ist – die Jugend als Lebensabschnitt, dominiert von einer kalten Welt der Erwachsenen, von Erwachsenen auch als Tätern. photophor – no music for the masses weiterlesen
Maria Magdalena (Film)
Wer war Maria Magdalena?
Würde ich mich auf das beziehen, was mir in meiner katholischen Erziehung so vermittelt wurde, dann wäre sie auch heute noch für mich die typische “Sünderin”, die Prostituierte. Diese Sichtweise hat eine lange Tradition, sie geht auf das Ende des 6. Jahrhunderts und Papst Gregor den Großen zurück. Nie ist mir früher aufgefallen, daß Maria Magdalena (fortan MM) der erste Mensch war, der lt. dreien der vier kanonischen Evangelien den auferstandenen Jesus gesehen hat. Sie ist, wie der Untertitel des Buches von C. Bourgeault (The Meaning of Mary Magdalene) lautet, „the woman at the heart of Christianity“. Maria Magdalena (Film) weiterlesen
Hell House (Matheson)
Richard Mathesons Roman aus dem Jahre 1971 über ein Spukhaus in den Vereinigten Staaten ist ein Klassiker der Horrorliteratur. Laut Titel der Kindle-Ausgabe soll Stephen King gesagt haben: “Hell House is the scariest haunted house novel ever written.”
Schauen wir mal. Ich muß ein bißchen spoilern, lasse aber Details und das Ende aus. Hell House (Matheson) weiterlesen
Ghost Story (P. Straub)
„Ghost Story“, erschienen 1979, ist einer der bekanntesten Horrorromane, aber auch ein ziemlicher Brocken von Umfang und Inhalt her. Wer rein vom Titel her meint, es handele sich um eine klassische Geistergeschichte, liegt falsch.
(Ich spoilere den Hintergrund ein wenig, nicht die Identität des Bösen und die Auflösung des Romans.) Ghost Story (P. Straub) weiterlesen
Aokigahara (11) – Ki no umi / Meer aus Bäumen (Film)
Trigger-Warnung! Der Text behandelt auch das Thema Suizid / Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Der Film des japanischen Regisseurs Tomoyuki Takimoto (geb. 1966) aus dem Jahre 2004, “Ki no umi” (Meer aus Bäumen / Sea of Trees), ist ein Spielfilm, der die Geschichten von mehreren Personen mit dem Aokigahara verwebt. Der zweistündige Film ist sehr komplex und gerade in der japanischen Version mit suboptimalen englischen Untertiteln zum Teil schwer zu verstehen. Es geht – um das zuerst zusammenzufassen – darum, wie Menschen im Umfeld des Fuji und Aokigahara leben, und wie ihre Schicksale zum Teil tragisch ineinandergreifen. Aokigahara (11) – Ki no umi / Meer aus Bäumen (Film) weiterlesen
Dominion: Exorcist – Der Anfang des Bösen (Film)
Wer zuvor bereits den von mir mit ***** (!) bewerteten Film Exorzist: Der Anfang gesehen hat, wird sich wundern: Wieso wiederholt dieser 2005, also ein Jahr später erschienene Film die Thematik des anderen? Ist das so eine geheime ‘Battle of the Exorcists’?
Tatsächlich gab es da Streß: Morgan Creek, die Produktiosfirma, hatte den von Taxi Driver bekannten Regisseur Paul Schrader engagiert, den Stoff zu drehen. Doch man fand den Film dann zu abgehoben intellektuell, zu unblutig für das anvisierte Publikum. Der fertige Film wurde auf Eis gelegt (sehr verständlich, finde ich.)
Dann erhielt Renny Harlin den Auftrag, der mit “The Beginning” den von mir so gut bewerteten Film kreierte, der – nun ja – bei Kritikern und Publikum eher durchfiel – übrigens auch beim Autor des Romans: William Blatty war ’not amused’ über den Harlin-Film, während er den hier besprochenen lt. Wikipedia “ansehnlich, stilvoll und elegant” fand. *hust*.
Dominion: Exorcist – Der Anfang des Bösen (Film) weiterlesen
Aokigahara (10) – Neue Bücher oder KI-Ergüsse?
Trigger-Warnung! Der Text behandelt auch das Thema Suizid / Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Ab und an suche ich nach neuer Literatur zum japanischen Wald Aokigahara. So viel Neues gibt die Region nicht her, denn es ist im Grunde alles beschrieben worden – man könnte noch auf aktuelle Entwicklungen eingehen, so wie ich es z.T. auf der Neuigkeiten-Seiten tue. Aokigahara (10) – Neue Bücher oder KI-Ergüsse? weiterlesen
Dogtooth (Film)
Der griechische Spielfilm Dogtooth von 2009 findet sich immer wieder in Listen mit “verstörenden Filmen”. Ich wußte vor dem Schauen, daß es um Eltern geht, die ihre Kinder abgeschottet erziehen. Kurz der Hinweis auf die Bedeutung des Hundezahns: So werden umgangssprachlich und vermutlich auch in Griechenland die Eckzähne des Menschen genannt. Im Regelsystem der Familie darf man das Anwesen erst verlassen, wenn einer der Eckzähne ausgefallen ist. Man darf ebenso erst daran denken, einen Führerschein fürs Auto zu machen, wenn der zuvor ausgefallene Eckzahn nachwachse. Da wir vom Gebiß erwachsener Personen sprechen, treffen diese Regelungen im Grunde nicht zu und dienen dazu, das Eingesperrtsein zu zementieren. Im weiteren Spoiler zum Film… Dogtooth (Film) weiterlesen