Der Exorzist (Film)

Der Exorzist” wurde 1973 von William Friedkin gedreht. Der Film basiert auf dem 1971er Roman gleichen Titels von William Peter Blatty, der auch das Drehbuch für den Film (und Exorzist 3 – basierend auf Blattys Nachfolgeroman ‘Legion’) schrieb. Ich habe den Film via iTunes gekauft (Director’s Cut, s.u.) und vergebe die Note 2.
(Wikipedia) Dieser Text spoilert den Film!

Der Film wird auch besprochen in Sven Großhans’ Buch “Das Schauspiel der Besessenheit – Exorzismus im Film” (Berlin (Logos), 2010).

Der Director’s Cut des Romanautors Blatty (!) aus dem Jahre 2001 trägt den Untertitel: „The version you’ve never seen“. Blatty wünschte ein eindeutiges Ende für den Film, während Friedkin das Ende für Sequels offener ließ.
Auf Youtube gibt es anläßlich des 25. Jubiläums des Films ein „Making of“ mit dem Titel The Fear of God und eine Doku aus dem Jahre 1974.

Der Film beginnt mit Aufnahmen im Irak, wo Pater Lankester Merrin ein kleines Amulett findet, das einer Statue des (Wind-)Dämons Pazuzu ähnelt.  [Der Youtuber Rob Ager hat diesen Irak-Vorspann in einem ausführlichen, sehenswerten Video erläutert.]
In den USA, Georgetown, lebt die geschiedene Schauspielerin Chris MacNeil mit zwei Töchtern. Der in der gleichen Stadt arbeitende Pater Damien Karras wird zunächst beobachtend vorgestellt; er ist ebenfalls Psychiater.
Im MacNeil-Haus geschehen seltsame Dinge, ein Scharren ist auf dem Dachboden zu hören, die jüngere Tochter, Regan, 12 Jahre alt, spielt mit einem Ouija-Brett, durch das ihr ein „Captain Howdy“ antwortet. Bald beginnt das Regans Bett nachts zu wackeln, und Regan macht die unheilvolle Vorhersage zu Burke Dennings, einem Freund der Mutter: „Du wirst sterben da oben!“.
Merrin und Karras treffen sich, letzterer gesteht dem älteren Pater, daß er seinen Glauben verloren habe. Karras geht durch eine schwere Phase: die altersschwache Mutter kommt in die Psychiatrie und stirbt offenbar dort. In seiner Kirche wird eine Marienstatue entweiht (wobei man nur vermuten kann, daß Regan das war. [Mehr dazu und andere vertiefende Erklärungen mit nochmaligem Verweis auf Rob Ager]).
Regan ist mittlerweile charakterlich stark verändert/besessen. Durch ihre Einwirkung stirbt Dennings tatsächlich, indem er eine steile Treppe hinunterfällt. Die Mutter läßt Regan im Krankenhaus untersuchen, es kann keine tragfähige Diagnose gestellt werden. Man probiert Hypnose, doch plötzlich spricht der Dämon aus dem Kind und greift den Hypnotiseur an. Nun schlägt einer der Ärzte im Krankenhaus den Exorzismus vor. Regans Zustand wird immer schlimmer, sie verletzt sich selbst mit einer Schere, schreit vulgäre Phrasen und verändert sich äußerlich stark. Die Mutter kontaktiert Karras, der den Exorzismus ablehnt, Regan aber besucht. Als der Teufel aus dem Mädchen spricht, zweifelt Karras weiter, weil er glaubt, sie halte sich für den Teufel, ähnlich wie sich jemand als Napoleon sehen kann. Für Karras sind die Symptome nicht eindeutig: der Dämon reagiert auf „Weihwasser“, das nur normales Leitungswasser ist, andererseits spricht Regan in Sprachen, die sie nicht beherrscht. Letztlich sieht man in narbenartiger Schrift auf Regans Bauch den Schriftzug: „Help me.“
Karras beantragt den Exorzismus, doch Merrin sagt, er werde ihn durchführen, Karras solle nur assistieren. Er weist den Jüngeren an, auf keinen Fall direkt mit dem Dämon zu reden. Karras meint, drei Persönlichkeiten hätten sich in Regan manifestiert, doch Merrin korrigiert ihn barsch: es sei nur eine (der Teufel? Pazuzu?). Regans Leidensgeschichte will Merrin nicht hören.
Der Exorzismus beginnt, Regan levitiert über dem Bett, die Priester rufen wiederholt: „Die Kraft Jesu Christi bezwingt dich…“ Der Dämon greift Karras an, indem er mit der Stimme dessen verstorbenen Mutter spricht. Merrin schickt den dadurch beeinträchtigten Priester aus dem Zimmer.  Als dieser später zurückkommt, findet er Merrin tot auf dem Bett; Regan sitzt dämonisch lächelnd daneben.
„Sehr deutlich wiederholt dieser Pater Merrin den zentralen Ritus des Christentums, das Opfer. Bevor er seinen Tod annimmt, lässt der Dämon Regan in der Haltung des Gekreuzigten über ihrem Bett schweben, und die Masturbation mit dem blutverschmierten Kreuz verweist nicht nur auf die ‚satanische‘ Umkehr der kirchlichen Riten und Symbole, sondern auch auf die unumkehrbare Verbindung von Religion, Gewalt und Lust in der Geschichte des christlichen Abendlandes.“
Neues aus der Hölle: Die Exorzismus-Welle, in: Seeßlen, Georg / Jung, Fernand: Horror: Grundlagen des populären Films]
Karras kämpft nun selbst mit dem Dämon, der auf ihn überspringt, woraufhin er wie Dennings aus dem Fenster springt und die Treppe hinabstürzt. Der Dämon hat Regan durch das (zweite) Selbstopfer von Karras verlassen.
Der Film endet damit, daß die Familie aus dem Haus auszieht. Die von Merrin fallengelassene Münze (der Anhänger aus dem Irak) bewahrt die Mutter auf, um sie an einen Pater Dyer weiterzureichen.
Dies ist der Klassiker der Exorzismus-Filme, aber für mich nicht der beste Film des Genres.

6 Gedanken zu „Der Exorzist (Film)“

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