Bring her back (Film)

Mit ihrem Erstlingswerk „Talk to me“ haben die Philippou-Brüder einen großen Erfolg errungen: ein wirklicher guter Horrorfilm, der mir sehr gefallen hat.

Mit „Bring her back“ gehen sie in die nächste Runde und haben für mich die Meßlatte nochmal nach oben geschoben. Im Netz schrieb jemand sinngemäß: den Film schauen heißt, ihn ertragen müssen.

Ja, das ist einer der verstörenden Horrorfilme wie z.B. auch Speak no Evil oder Funny Games. [Minimale Spoiler im folgendenText]

Ich sage mal so: es werden zwei ‚Welten‘ dargestellt. Da sind die grausamen Videoaufnahmen, die von Einblendung zu Einblendung deutlicher offenbaren, um was es der Pflegemutter Laura wohl gehen könnte. Bring her back (Film) weiterlesen

Musik kaufen, organisieren, hören

Ich möchte heute einmal über meinen „Musikkonsum“ schreiben. Wie höre ich die Musik der ‚Schwarzen Szene‘? Wie organisiere ich meine Musik? Dabei fange ich „ganz vorne“ an:

In meiner Jugend in den 80ern habe ich natürlich Schallplatten gekauft. Titel daraus wurden per Tape Deck auf Cassetten kopiert – zum Selberhören oder Verschenken. Von „Lossless“-Qualität war da noch nicht die Rede. 😉 Musik kaufen, organisieren, hören weiterlesen

Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch)

Amalia Zeichnerin hat Interviews mit Personen geführt, die sich der Schwarzen Szene zugehörig fühlen. Die entstandenen Texte hat sie kostenfrei als EPUB und PDF veröffentlicht, hier herunterladbar.

Mein Eindruck von den Interviewpartnern: Zwar decken sie mit der Dauer ihrer Szenezugehörigkeit ein großes Spektrum ab – ein Monat (!) bis 80er-Jahre-Kontext, aber sie empfinden und urteilen doch auffallend ähnlich. Wieso? Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch) weiterlesen

Musikbasierte Subkultur

Ich möchte kurz auf eine Diskussion bei Reddit hinweisen: Why it’s good to be a music-based subculture. Der OP meint, eine Subkultur müsse etwas Gemeinsames zu tun haben, sonst könne sie nicht bestehen. Allein auf dem „vibe“ der Gothness bestehend gebe es keine Subkultur. Bei Musik als Basis für die Definition der Subkultur habe man einen niedrigschwelligen und kostengünstigen Zugang.

Die Antworten weisen dann aber z.T. schon darauf hin, daß auch der „Style“ einen großen Anteil an der Subkultur habe. Lest einfach mal rein, wenn es euch interessiert.

Auch interessant: Im Buch Stimmen aus der Schwarzen Szene sagt der/die Befragte „Anagastes“: „… vergeßt den Satz ‚Goth is a music-based subculture‘. (…) Goth ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung zum Leben und spezielles Gefühl zur Ästhetk.“

Gothic – 3 Bücher

Buchfoto - Groom - The GothicUrsprünglich wollte ich die drei folgenden Bücher jeweils einzeln vorstellen. Dann fiel mir auf, daß sie sich letztlich so ähneln, daß es eher Sinn macht, sie gemeinsam, aber in ihren Unterschieden vorzustellen.

Im Deutschen wie im Englischen gibt es Buchserien, die ein Thema möglichst knapp vorstellen wollen. Es gibt die Serie „in einer Stunde“ oder auch die umfangreichere Beck-Wissen-Reihe. Im Englischen existiert „A Very Short Introduction“ – und als Teil davon „The Gothic“ von Nick Groom, ein Bändchen unter Din-A5-Größe, textfokussiert, wenige Bilder, immerhin Carl McCoy. 😉 Gothic – 3 Bücher weiterlesen

Alter Friedhof Neuwied

Grabstatue Alter Friedhof NeuwiedNach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 galt „Cuius regio, eius religio“ – wessen Gebiet, dessen Religion, das heißt, Landesherren konnten für ihre Untertanen bindend die Religion festlegen. 

Mit dieser Sitte brach 1662 Graf Friedrich III. zu Wied, als er für die 1653 gegründete Planstadt Neuwied, im Gegensatz zu Altwied und seiner Burg direkt am Rhein liegend, die Religionsfreiheit einführte und damit für Zuzug verschiedenster Menschen und Religionsgemeinschaften (Brüdergemeine, Menonniten…) in die neue Stadt sorgte.  Alter Friedhof Neuwied weiterlesen

Thema Exorzismus-Filme im Blog

Es ist ruhig geworden im Blog um dieses Thema, dem ich eine spezielle Seite gewidmet habe, die zu meinen eigenen Besprechungen dieser Filme führt. Das liegt sicher ein wenig an den platten Produkten der letzten Jahre, an dem Eindruck, das Genre habe sich totgelaufen.

Wie dem auch sei: die Seite soll im Winter um ein paar Einträge erweitert werden. In einem ersten Schritt habe ich nun alle bisherigen Beiträge kurz gesichtet und z.T. Schreib- und Formatierungsfehler behoben.  Thema Exorzismus-Filme im Blog weiterlesen

Schwarzer Tanztee

Ich habe in Wo boom(er)t die Schwarze Szene? schon darüber geschrieben, daß sich für eine älterwerdende Szene durchaus auch Tages-Events – statt durchtanzter Nacht – anbieten. Dazu gibt es nun einen guten, lesenswerten Artikel bei Spontis, auf den ich hinweisen möchte: Soft Clubbing. Robert formuliert als zentrale Frage: „Kann die romantische Melancholie, die dunkle Ästhetik und die existenzielle Suche, die unsere Szene definiert, in ein achtsames, sonniges Nachmittagsevent übersetzt werden?“

Das ist in der Tat auch mein größter – nicht Kritikpunkt – eher Einwand zu solchen Events, denn ich bin jemand, der die Nacht mag, die Einsamkeit, die leeren Straßen usw. In meinen Gedichten wird die nächtliche Zeit manchmal als ‚Ohnewelt‘ beschrieben, also ‚Welt‘ als die Hektik und blendende Helligkeit des Tages, der die Ruhe der Nacht gegenübersteht. Aber ich glaube, je älter man wird, desto weniger schaut man ausschließlich romantisierend auf solche Umstände, man prüft eher, wie steif der Rücken ist, wie müde die Augen schon sind… :-))

Vorschlag: Solch einen Tanztee sollte man in einem (aufgegebenen) Kino durchführen, da ist es per definitionem DARK.

Das Leben, die Gesellschaft und ich

Dunkle Äste vor schwarzen Wolken und SonnenuntergangWer hier regelmäßig mitliest bzw. das Blog als Feed abonniert hat, wird merken, daß mal wieder Winterhalbjahr ist: die Beiträge bleiben aus. Ich habe ja schon darüber geschrieben, daß ich so ab dem Frühjahr in der Festival-Vorfreude (und damit produktiver) bin, aber wenn ich mir die verschiedenen Events in diesem Herbst anschaue, kann ich nicht sagen, daß da „zu wenig los“ war. Und ja, in der Wärme des Sommers fühle ich mich wohler als im Winter.

Doch der eigentliche Grund, warum es aktuell ruhig ist, das ist wieder so eine Phase in meinem Leben, in der ich sehr existentiell denke, so in der Kombination aus Älterwerden, Suche nach dem Sinn des Lebens – ja, und auch etwas Wehmut, wenn man sieht, wie die Felle davonschwimmen. Großen Anteil an diesem Konglomerat von Emotionen hat die aktuelle Politik, insbesondere das Herbeireden und -finanzieren des 3. Weltkriegs und das Verschleudern von Milliarden Euro für – irgendwas. Das Leben, die Gesellschaft und ich weiterlesen

Gothic-Szene und Only Fans

Ich möchte kurz auf eine interessante, wenn auch leider kurze Diskussion auf „gutefrage“ hinweisen. Der OP stellt die Frage in den Raum, ob die Gothic-Szene „zu extrem sexualisiert“ und somit „fetischisiert“ werde, wobei hier von OF auch explizit auf Instagram ausgedehnt wird. Der OP befürchtet, daß aus einer „philosophischen Subkultur“ (wo er/sie mich abholt) eine OF-Subkultur werde.

Es gibt aktuell eine längere Antwort von „Emmanuel“, der auf die Entwicklung der Szene hinweist, auf Social-Media-Algorithmen, die bestimmten Content („hot goth girl“) promoten, so daß ein Bereich der Szene, der zwar dazugehört, aber eben nur einer unter vielen war, nun recht dominant erscheint. Emmanuel dazu: „Das führt zur optischen Verzerrung: Wenn man die Szene nur durch Reels, „alt model“-Profile und OF-Teaser wahrnimmt, wirkt es so, als wäre Goth praktisch nur noch ein Marketing-Look für Erotik-Content.“

Die Lösung, die Emmanuel anbietet: die „Kernwerte“ der Szene pflegen – und das auch abseits der Online-Welt, wo es nicht um click-bait und Zugriffszahlen geht.

Spannend dann auch der Kommentar von „perforator“, der meint, ein Großteil der Szene kenne gute Nachwuchs-Bands (er nennt: Twin Tribes, Drab Majesty, Ductape) überhaupt nicht (inkl. Seitenhiebe auf Unheilig / Blutengel).

Lest mal rein, wenn es euch interessiert. Schaut auch mal auf die Seite Underground England, die Emmanuel verlinkt hat, – kannte ich nicht.

Meine Wahrnehmung zum Thema: Da ich nur Insta nutze: Nein, bei mir spielen die Algorithmen keine „hot goth girls“ in den Feed; das aber vermutlich deswegen, weil ich danach nicht suche. Sehr genau nehme ich wahr, wie sich der angebotene Inhalt verändert, wenn ich konkrete Dinge (wiederholt) suche. Auf der Basis der in den letzten Jahren besuchten Festivals kann ich keine für mich bewußt wahrnehmbare Sexualisierung der Szene sehen. Eher im Gegenteil: früher™ hat man öfter Frauen oben ohne im Rahmen eines Gothic Events gesehen, was m.E. nicht mehr so oft der Fall ist. Aber vielleicht sind das genau die Personen, die sich auf OF dafür bezahlen lassen… LOL <gdrvvf>

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