Schlagwort: Schwarze Szene
Zeit für schwarze Rente?
Ich möchte wieder einmal auf das Spontis-Blog hinweisen, wo es aktuell einen Artikel von ‘graveyardqueen’ mit dem Titel “Ich werde zu alt für diesen Scheiß!” gibt. Schmunzeln mußte ich, als ich den Text las, aber da war das Eingeständnis auch nicht weit, daß ich das, was g. beschreibt, sehr gut kenne.
Denn das ist ja genau das, was ich hier nicht beschreibe – Zweifel oder Müdigkeit, den Streß, den ich mit manchen Terminen als introvertierte Person habe. Also auch mal ein Geständnis: ich habe letztes Jahr zwei Konzerte bzw. ein Konzert und ein Mini-Festival ausfallen lassen, bin nicht hingefahren, beide Male Kulttempel. Zum Konzert hätte ich sowieso allein fahren müssen, es war eine stressige Zeit und ich hatte schlichtweg keinen Bock – auf Lacrimosa? Nein, auf Fertigmachen, 2‑Stunden-Fahrt, Rückfahrt in der Nacht usw. Sehr schade im Nachhinein, aber nicht zu ändern.
Wie war das doch mit dem Altwerden? Ich hatte hier in einem Beitrag geschrieben, wann ich mich zu alt für die Szene fühlen würde: das wäre, wenn ich zur Musik nicht mehr tanzen könnte. Ganz ehrlich: die halbe Nacht unterwegs sein und “unermüdlich” tanzen, das kriege ich aktuell nicht (mehr) hin.
Komisch, so frage ich mich, warum kommt dieser Sp.-Artikel gerade jetzt, wo ich den Webspace für mein Blog gekündigt habe? Ich glaube ja an solche Synchronizitäten. Ist es der ‘wake-up call’ oder die Bestätigung für Couch, Chips und YouTube? 😉
Bring her back (Film)
Mit ihrem Erstlingswerk “Talk to me” haben die Philippou-Brüder einen großen Erfolg errungen: ein wirklicher guter Horrorfilm, der mir sehr gefallen hat.
Mit “Bring her back” gehen sie in die nächste Runde und haben für mich die Meßlatte nochmal nach oben geschoben. Im Netz schrieb jemand sinngemäß: den Film schauen heißt, ihn ertragen müssen.
Ja, das ist einer der verstörenden Horrorfilme wie z.B. auch Speak no Evil oder Funny Games. [Minimale Spoiler im folgendenText]
Ich sage mal so: es werden zwei ‘Welten’ dargestellt. Da sind die grausamen Videoaufnahmen, die von Einblendung zu Einblendung deutlicher offenbaren, um was es der Pflegemutter Laura wohl gehen könnte. Bring her back (Film) weiterlesen
Musik kaufen, organisieren, hören
Ich möchte heute einmal über meinen “Musikkonsum” schreiben. Wie höre ich die Musik der ‘Schwarzen Szene’? Wie organisiere ich meine Musik? Dabei fange ich “ganz vorne” an:
In meiner Jugend in den 80ern habe ich natürlich Schallplatten gekauft. Titel daraus wurden per Tape Deck auf Cassetten kopiert – zum Selberhören oder Verschenken. Von “Lossless”-Qualität war da noch nicht die Rede. 😉 Musik kaufen, organisieren, hören weiterlesen
Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch)
Amalia Zeichnerin hat Interviews mit Personen geführt, die sich der Schwarzen Szene zugehörig fühlen. Die entstandenen Texte hat sie kostenfrei als EPUB und PDF veröffentlicht, hier herunterladbar.
Mein Eindruck von den Interviewpartnern: Zwar decken sie mit der Dauer ihrer Szenezugehörigkeit ein großes Spektrum ab – ein Monat (!) bis 80er-Jahre-Kontext, aber sie empfinden und urteilen doch auffallend ähnlich. Wieso? Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch) weiterlesen
Musikbasierte Subkultur
Ich möchte kurz auf eine Diskussion bei Reddit hinweisen: Why it’s good to be a music-based subculture. Der OP meint, eine Subkultur müsse etwas Gemeinsames zu tun haben, sonst könne sie nicht bestehen. Allein auf dem “vibe” der Gothness bestehend gebe es keine Subkultur. Bei Musik als Basis für die Definition der Subkultur habe man einen niedrigschwelligen und kostengünstigen Zugang.
Die Antworten weisen dann aber z.T. schon darauf hin, daß auch der “Style” einen großen Anteil an der Subkultur habe. Lest einfach mal rein, wenn es euch interessiert.
Auch interessant: Im Buch Stimmen aus der Schwarzen Szene sagt der/die Befragte “Anagastes”: “… vergeßt den Satz ‘Goth is a music-based subculture’. (…) Goth ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung zum Leben und spezielles Gefühl zur Ästhetk.”
Gothic – 3 Bücher
Ursprünglich wollte ich die drei folgenden Bücher jeweils einzeln vorstellen. Dann fiel mir auf, daß sie sich letztlich so ähneln, daß es eher Sinn macht, sie gemeinsam, aber in ihren Unterschieden vorzustellen.
Im Deutschen wie im Englischen gibt es Buchserien, die ein Thema möglichst knapp vorstellen wollen. Es gibt die Serie “in einer Stunde” oder auch die umfangreichere Beck-Wissen-Reihe. Im Englischen existiert “A Very Short Introduction” – und als Teil davon “The Gothic” von Nick Groom, ein Bändchen unter Din-A5-Größe, textfokussiert, wenige Bilder, immerhin Carl McCoy. 😉 Gothic – 3 Bücher weiterlesen
Alter Friedhof Neuwied
Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 galt “Cuius regio, eius religio” – wessen Gebiet, dessen Religion, das heißt, Landesherren konnten für ihre Untertanen bindend die Religion festlegen.
Mit dieser Sitte brach 1662 Graf Friedrich III. zu Wied, als er für die 1653 gegründete Planstadt Neuwied, im Gegensatz zu Altwied und seiner Burg direkt am Rhein liegend, die Religionsfreiheit einführte und damit für Zuzug verschiedenster Menschen und Religionsgemeinschaften (Brüdergemeine, Menonniten…) in die neue Stadt sorgte. Alter Friedhof Neuwied weiterlesen
Thema Exorzismus-Filme im Blog
Es ist ruhig geworden im Blog um dieses Thema, dem ich eine spezielle Seite gewidmet habe, die zu meinen eigenen Besprechungen dieser Filme führt. Das liegt sicher ein wenig an den platten Produkten der letzten Jahre, an dem Eindruck, das Genre habe sich totgelaufen.
Wie dem auch sei: die Seite soll im Winter um ein paar Einträge erweitert werden. In einem ersten Schritt habe ich nun alle bisherigen Beiträge kurz gesichtet und z.T. Schreib- und Formatierungsfehler behoben. Thema Exorzismus-Filme im Blog weiterlesen
Schwarzer Tanztee
Ich habe in Wo boom(er)t die Schwarze Szene? schon darüber geschrieben, daß sich für eine älterwerdende Szene durchaus auch Tages-Events – statt durchtanzter Nacht – anbieten. Dazu gibt es nun einen guten, lesenswerten Artikel bei Spontis, auf den ich hinweisen möchte: Soft Clubbing. Robert formuliert als zentrale Frage: “Kann die romantische Melancholie, die dunkle Ästhetik und die existenzielle Suche, die unsere Szene definiert, in ein achtsames, sonniges Nachmittagsevent übersetzt werden?”
Das ist in der Tat auch mein größter – nicht Kritikpunkt – eher Einwand zu solchen Events, denn ich bin jemand, der die Nacht mag, die Einsamkeit, die leeren Straßen usw. In meinen Gedichten wird die nächtliche Zeit manchmal als ‘Ohnewelt’ beschrieben, also ‘Welt’ als die Hektik und blendende Helligkeit des Tages, der die Ruhe der Nacht gegenübersteht. Aber ich glaube, je älter man wird, desto weniger schaut man ausschließlich romantisierend auf solche Umstände, man prüft eher, wie steif der Rücken ist, wie müde die Augen schon sind… :-))
Vorschlag: Solch einen Tanztee sollte man in einem (aufgegebenen) Kino durchführen, da ist es per definitionem DARK.