Form­lo­se Nackt­schnecken

„Allein kön­nen die Men­schen kaum gehen und ste­hen, in Rudeln tre­ten sie auf, als wären sie nicht allei­ne schon eine zu star­ke Bela­stung für die Erd­ober­flä­che, denkt die Ein­zel­gän­ge­rin Eri­ka. Form­lo­se Nackt­schnecken ohne Halt und Rück­grat, ahnungs­los! Von kei­nem Zau­ber je ange­rührt und über­wäl­tigt, von kei­nem Zau­ber der Musik. Sie kle­ben anein­an­der mit ihren Fel­len, die kein Hauch auf­rührt.“

– E. Jeli­nek, Die Kla­vier­spie­le­rin

5. Todes­tag Andrea Hau­gen

Andrea Hau­gen, gebo­ren 1969 in Deutsch­land als Andrea Mey­er, war die Künst­le­rin, die u.a. als “Haga­laz’ Run­edance” bekannt wur­de. Sie, die die Mytho­lo­gie der Wikin­ger mit ihrer Musik erkun­de­te, wur­de sin­ni­ger­wei­se Opfer des mit Pfeil und Bogen began­ge­nen Ter­ror­an­griffs in der Stadt Kong­sberg, Nor­we­gen, am 13.10.2021.
Andrea Hau­gen fehlt nun schon fünf Jah­re in der Musik­sze­ne. „5. Todes­tag Andrea Hau­gen“ wei­ter­le­sen

The Last Exor­cism & The Next Chap­ter

Der letz­te Exor­zis­mus

Cot­ton Mar­cus (Patrick Fabi­an) stammt aus einer (frei­kirch­li­chen) Pre­di­ger-Fami­lie, wur­de vom Vater als „Kin­der-Pre­di­ger“ auf­ge­baut. Als er als Erwach­se­ner sei­nen Glau­ben ver­lor, stan­den Kar­rie­re (und Fami­li­en-Ein­kom­men) auf dem Spiel, also muß­te wei­ter­ge­macht wer­den wie bis­her – Show-Exor­zis­men, gute Mie­ne, böses Spiel. Mar­cus sagt im Bio­pic (man kann Found Foota­ge sagen), denn so ist der Film auf­ge­baut, der ihn kon­kret zu einem Exor­zis­mus beglei­tet, wer an Jesus glau­be, müs­se zwin­gend auch an Dämo­nen glau­ben, da Jesus ja selbst Exor­zist gewe­sen sei. Das läßt sich nicht abstrei­ten und bil­det eine inter­es­san­te Grund­la­ge für die­sen Film, der mei­ne Kri­te­ri­en für Exor­zis­mus-Fil­me nicht erfüllt, den ich aber häu­fi­ger als ande­re Exor­zis­mus-Fil­me gese­hen habe. „The Last Exor­cism & The Next Chap­ter“ wei­ter­le­sen

Living along­side the Dead

 

Mau­so­lée du Bar­bier, Tuni­sie

“Fami­lies usual­ly buried their ance­stors under the flo­or of the hou­se, so gro­wing up in Baby­lon meant living along­side the dead every day.

Add to that the per­so­nal and fami­ly gods, the visits of hea­lers and exor­cists, the offe­rings par­ents car­ri­ed to the neigh­bor­hood temp­le, and the gre­at public festi­vals. For a child who could not yet read a word, the festi­vals were the main win­dow onto mytho­lo­gy.”

[LBV Maga­zi­ne, Baby­lon had no Reli­gi­on class…]

Das Grab der Mut­ter im Gar­ten

Ich habe zur Novel­lie­rung des Bestat­tungs­rechts in Rhein­land-Pfalz letz­tes Jahr einen Arti­kel geschrie­ben. Der SWR geht in einem aktu­el­len Bei­trag dar­auf ein, was sich ver­än­dert hat – und das ist erst­mal nicht viel. So habe es “erst 42 geneh­mig­te Fluss­be­stat­tun­gen in Rhein, Mosel, Saar oder Lahn gege­ben. Das ent­spre­che nur einem Tau­send­stel der Ster­be­fäl­le.”
(Hier spielt mög­li­cher­wei­se aber auch rein, daß Fluß­be­stat­tun­gen wegen des Nied­rig­was­sers im Som­mer aus­ge­setzt wor­den waren.)

Ande­rer­seits scheint es eine höhe­re Nach­fra­ge nach Auf­be­wah­rung oder Bei­set­zung der Asche “zuhau­se” zu geben – das mache 2% der Ster­be­fäl­le aus; Auf­ma­cher des Arti­kels ist eine Frau, die ihre Mut­ter im Gar­ten beer­digt hat. „Das Grab der Mut­ter im Gar­ten“ wei­ter­le­sen

Post Mor­tem: In Skar­nes stirbt nie­mand (Serie)

Nach Mona­ten ohne Abo kom­me ich zu Net­flix zurück und prompt wird mir Post Mor­tem: Ingen dør i Skar­nes, so der Ori­gi­nal­ti­tel, emp­foh­len. Ich bin kein Komö­di­en-Fan, aber die Umset­zung des Stof­fes ist so viel­ge­stal­tig, daß das Schmun­zeln zwi­schen­durch doch OK ist. Die Serie hat schon ein mor­bi­des Flair, das ich sehr mag.

Vor­ab: sie umfaßt nur eine Staf­fel (2021), sechs Epi­so­den – und ist lei­der a) nicht abge­schlos­sen, und b) wohl auf­ge­ge­ben wor­den. Scha­de, aber damit teilt sie das Schick­sal z.B. von Kat­la (2021). Im wei­te­ren Text Spoi­ler zum Inhalt!

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Sava­ging the Dark (Roman)

Trig­ger-War­nung vor­ab: Es geht im Roman von Chri­sto­pher Con­lon um das The­ma Pädo­phi­lie (Leh­re­rin -> elf­jäh­ri­ger Schü­ler). Sofern dich das bela­sten könn­te, laß den Arti­kel bes­ser aus.

Doch wenn ich schrei­be, es geht um Pädo­phi­lie, dann ist das nur ein Teil der Geschich­te, denn die Fra­ge ist doch zen­tral, wor­aus sich die Nei­gung der Leh­re­rin Mona Straw nährt; es steht das The­ma Trau­ma­ta im Raum. „Sava­ging the Dark (Roman)“ wei­ter­le­sen

Jüdi­scher Fried­hof Mainz

Jüdi­sche Fried­hö­fe in Deutsch­land sind oft aus Schutz­grün­den nicht öffent­lich zugäng­lich. Für den Main­zer Fried­hof “Am Juden­sand” ändert sich dies nun nach der Ein­wei­hung des neu­en Besu­cher­zen­trums Sali-Levi-Haus am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de. Wäh­rend Juden aus aller Welt die­sen Fried­hof besucht haben und ihn lt. SWR-Bericht (län­ge­rer Arti­kel bei Mainz.de) als Pil­ger­stät­te sehen, haben ihn vie­le Main­zer noch nicht erlebt.

Das ändert sich nun, da der Fried­hof an vier Tagen der Woche im Rah­men einer “behut­sa­men Öff­nung” ohne Vor­anmel­dung besuch­bar sein wird. Aber auch dann gilt: nur die offi­zi­el­len Wege dür­fen began­gen wer­den; ein Abwei­chen von die­sen, wie auch Berüh­ren der Grab­stei­ne, ist ver­bo­ten. Dabei wei­ter beach­ten: Män­ner müs­sen beim Besuch zwin­gend eine Kopf­be­deckung tra­gen; das muß kei­ne klas­si­sche Kip­pa sein.

Soweit ich her­aus­fin­den konn­te, ist der Fried­hof Mitt­woch, Don­ners­tag, Frei­tag und Sonn­tag von 9–18, ab Okto­ber von 10–17 Uhr geöff­net.

Somit besteht für nach wie vor Fried­hofs-affi­ne Goths die Mög­lich­keit, die beson­de­re Atmo­sphä­re (und Geschich­te -> Besu­cher­zen­trum) zu erle­ben.

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