„I believe what I believe to make life less terrifying. That’s all beliefs are; stories we tell ourselves to stop being afraid. Beliefs have very little to do with the truth.“
[A.J. Walker, The End of the World Running Club]
Wir wissen nun, daß die Neuauflage des klassischen Exorzist-Films im Frühjahr 2027 in die Kinos kommen soll. Ich habe in zwei Beiträgen das Thema schon kurz angerissen: Johansson soll es reißen und Wie weiter mit dem Exorzisten?
In Kürze rekapituliert: David Gordon Green sollte eine Trilogie drehen, wovon er nur The Exorcist: Believer umgesetzt hat, der im Grunde ein Flop war und von mir auch negativ rezensiert wurde. Blumhouse und Green haben sich dann getrennt; nun soll Mike Flanagan aus den zwei “offenen” Filmprojekten offenbar die eine “richtige” Neufassung des Exorzisten drehen.
Ich hatte mich schon über Flanagan ausgelassen, der mich mit Midnight Mass eher schockiert hat, s. Wie kraß geht Kirchenhaß? Vor diesem Oeuvre halte ich Flanagan nicht für den Ideal-Regisseur für den Exorzisten.
Warten wir ab – ist ja noch ein Jahr hin.
Mit ihrem Erstlingswerk “Talk to me” haben die Philippou-Brüder einen großen Erfolg errungen: ein wirklicher guter Horrorfilm, der mir sehr gefallen hat.
Mit “Bring her back” gehen sie in die nächste Runde und haben für mich die Meßlatte nochmal nach oben geschoben. Im Netz schrieb jemand sinngemäß: den Film schauen heißt, ihn ertragen müssen.
Ja, das ist einer der verstörenden Horrorfilme wie z.B. auch Speak no Evil oder Funny Games. [Minimale Spoiler im folgendenText]
Ich sage mal so: es werden zwei ‘Welten’ dargestellt. Da sind die grausamen Videoaufnahmen, die von Einblendung zu Einblendung deutlicher offenbaren, um was es der Pflegemutter Laura wohl gehen könnte. Bring her back (Film) weiterlesen
Richard Mathesons Roman aus dem Jahre 1971 über ein Spukhaus in den Vereinigten Staaten ist ein Klassiker der Horrorliteratur. Laut Titel der Kindle-Ausgabe soll Stephen King gesagt haben: “Hell House is the scariest haunted house novel ever written.”
Schauen wir mal. Ich muß ein bißchen spoilern, lasse aber Details und das Ende aus. Hell House (Matheson) weiterlesen
Ich hatte mich auf den Neustart des Schwarzgesagt-Podcasts Anfang 2026 gefreut und war dann zunächst positiv überrascht vom Thema: ‘dunkle’ Reiseziele. Während ich noch mitnotierte, was im näheren Ausland besuchenswert ist, stockte ich beim Thema Pripyat (Geisterstadt nahe des explodierten Reaktors in Tschernobyl) und dann bei einem meiner Schwerpunkt-Themen hier im Blog, dem Aokigahara-Wald in Japan.
Während zu Anfang kurz bereits der Begriff ‘Dark Tourism’ gefallen war, was ich neutral aufnahm, wurde dieser in der Folge zu einer Negativ-Chiffre mit Betroffenheits-Allüren ummantelt. Bei Pripyat ging es vor allem um das Leid der evakuierten Menschen, was zu Spekulationen darüber führte, ob man dort fotografieren dürfe – mit besonderer Betonung der ‘Selfies’. Dürfte man dort denn ein Selfie machen? Diese Ausführungen sind so —- (hier standen verschiedene Formulierungen, die mir alle zu offensiv erschienen) – sagen wir, in Betroffenheit schwelgend. Dark Tourism oder: Die Fahrlehrer-Gesellschaft weiterlesen
Man kann sagen: Vampire altern nicht, aber sie verändern ihr Gesicht – zumindest auf der Kino-Leinwand. Seit Murnaus Nosferatu ist die Gestalt des (Film-) Vampirs zu einem Abbild menschlicher Ängste und vielleicht auch Sehnsüchte geworden. Mal war er die personifizierte Pest, mal der elegante Verführer, mal der eher melancholische Outsider.
In meiner Liste, einer Minimal-Auswahl aus den über 500 Filmen, in denen Dracula laut Guinness-Buch der Rekorde (2015) vorkommt, will ich die Werke hervorheben, die mir als die Meilensteine erscheinen. Der Vampir im Film – vom expressionistischen Schatten zur modernen Düsternis heute. Unsterblich gut: die besten Vampirfilme weiterlesen
„Ghost Story“, erschienen 1979, ist einer der bekanntesten Horrorromane, aber auch ein ziemlicher Brocken von Umfang und Inhalt her. Wer rein vom Titel her meint, es handele sich um eine klassische Geistergeschichte, liegt falsch.
(Ich spoilere den Hintergrund ein wenig, nicht die Identität des Bösen und die Auflösung des Romans.) Ghost Story (P. Straub) weiterlesen
Trigger-Warnung! Der Text behandelt auch das Thema Suizid / Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Der Film des japanischen Regisseurs Tomoyuki Takimoto (geb. 1966) aus dem Jahre 2004, “Ki no umi” (Meer aus Bäumen / Sea of Trees), ist ein Spielfilm, der die Geschichten von mehreren Personen mit dem Aokigahara verwebt. Der zweistündige Film ist sehr komplex und gerade in der japanischen Version mit suboptimalen englischen Untertiteln zum Teil schwer zu verstehen. Es geht – um das zuerst zusammenzufassen – darum, wie Menschen im Umfeld des Fuji und Aokigahara leben, und wie ihre Schicksale zum Teil tragisch ineinandergreifen. Aokigahara (11) – Ki no umi / Meer aus Bäumen (Film) weiterlesen
Wer zuvor bereits den von mir mit ***** (!) bewerteten Film Exorzist: Der Anfang gesehen hat, wird sich wundern: Wieso wiederholt dieser 2005, also ein Jahr später erschienene Film die Thematik des anderen? Ist das so eine geheime ‘Battle of the Exorcists’?
Tatsächlich gab es da Streß: Morgan Creek, die Produktiosfirma, hatte den von Taxi Driver bekannten Regisseur Paul Schrader engagiert, den Stoff zu drehen. Doch man fand den Film dann zu abgehoben intellektuell, zu unblutig für das anvisierte Publikum. Der fertige Film wurde auf Eis gelegt (sehr verständlich, finde ich.)
Dann erhielt Renny Harlin den Auftrag, der mit “The Beginning” den von mir so gut bewerteten Film kreierte, der – nun ja – bei Kritikern und Publikum eher durchfiel – übrigens auch beim Autor des Romans: William Blatty war ’not amused’ über den Harlin-Film, während er den hier besprochenen lt. Wikipedia “ansehnlich, stilvoll und elegant” fand. *hust*.
Dominion: Exorcist – Der Anfang des Bösen (Film) weiterlesen