Gedanken nach dem Urlaub

Ich war länger weg und auch durch die mediterrane Umgebung nicht so ganz „auf Schwarz gepolt“, d.h. ich habe weder hier etwas geschrieben, noch auf dem Instagram-Account, dafür dann meinen Zweit-Account ein wenig gefüttert.

Mitbekommen habe ich den – in diesem Jahr sehr intensiven? – Pressetrubel um das WGT – und natürlich die durchweg positiven Rückmeldungen der Leute, denen ich auf Instagram folge. Es scheint für viele eine persönliche Hochzeit gewesen zu sein. Vieles ist aber wohl auch dem Motto „Alle Jahre wieder“ entsprungen, so die belehrenden Artikel, wie man sich als Zuschauer beim WGT korrekt verhalten solle usw. Es ist eben auch ein Medien-Event, ein popkulturelles Spektakel, das ausgeschlachtet wird.
Schön, wenn viele Teilnehmer doch ihren Platz, ihre Nische gefunden haben. Gedanken nach dem Urlaub weiterlesen

Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch)

Amalia Zeichnerin hat Interviews mit Personen geführt, die sich der Schwarzen Szene zugehörig fühlen. Die entstandenen Texte hat sie kostenfrei als EPUB und PDF veröffentlicht, hier herunterladbar.

Mein Eindruck von den Interviewpartnern: Zwar decken sie mit der Dauer ihrer Szenezugehörigkeit ein großes Spektrum ab – ein Monat (!) bis 80er-Jahre-Kontext, aber sie empfinden und urteilen doch auffallend ähnlich. Wieso? Stimmen aus der Schwarzen Szene (Buch) weiterlesen

Nachwuchs in der Gothic-Szene? (MDR)

Der MDR behandelt in einem Audio-Kurz-Feature (ca. 3,5 Min.) die Frage, wie es um den Nachwuchs der Gothic-Szene steht. Auf dem Camping-Gelände beim WGT macht man die Feststellung: da sind Eltern und ihre (jungen) Kinder, aber Jugendliche sieht man nicht. Die Interview-Schnipsel mit Gothics schwanken zwischen Galgenhumor und „Ist-halt-so“ mit Hinweisen auf das „Sterben der Club-Szene“ usw.
Der Wissenschaftler Markus Tauschek weist kurz darauf hin, daß die Szene in den 80ern eine „jugendliche Vergemeinschaftung“ war, wohingegen es heute keinen Gothic-Jugendtrend gebe.
Alles nett und kurz, kann man sich anhören, aber neues wird man nicht finden.

Wo boom(er)t die Schwarze Szene?

Wochenlang habe ich zwischen Mai und Juli überlegt, etwas dazu zu schreiben, warum es hier im Blog so ruhig ist. Ich wußte nicht, wie ich anfangen sollte. Dann habe ich Anfang Juli einen ellenlangen Artikel geschrieben, der aber wie ein ‚rant‘ rüberkam und eher doch grottig war.

Dann ging für mich die „Festival-Saison“ mit dem Samstagsbesuch auf dem Amphi los. Und wie so oft, auch in den vergangenen Jahren, lösen sich Zweifel an dem, was ich bin und tue, in (schwarzem Rauch) Luft auf, wenn ich EUCH, die Andern in dieser Szene sehe und erlebe. Da merke ich dann, wie sich meine zurückgezogene Lebensweise manchmal auf meine Psyche auswirkt. Ich will also nun noch einmal mit moderateren Worten schildern (Ok, eigentlichen Artikel nur umgeschrieben…), was mich derzeit an der „Schwarzen Szene“ zweifeln läßt. Wo boom(er)t die Schwarze Szene? weiterlesen

MDR und WGT

– ich bin da hin- und hergerissen, wie man so schön sagt. Auf der einen Seite hat der Sender über die Jahrzehnte hinweg die Bedeutung des WGT bemerkt und berichtet  – wie aktuell auch schon vorab – über das Treffen. Man findet Artikel über „Konzerte für 8oer Fans“, wo man mit Kindern am besten hingeht usw., aber dann kam gestern so ein Artikel „Die schönsten Gesichter der schwarzen Szene„, bei dem ich direkt wieder zusammenzucke. Dann ist es wiederum so, daß man dem MDR da fast schon keinen Vorwurf machen darf, denn als ‚Systemmedium‘ ist jeder Bericht über alternative Gesellschafts-Strata ‚eigentlich‘ OK, wo ja selbst die Photojournalisten der Szenepresse bei ihren Berichten von Festivals die am Schönsten kostümierten Leute ablichten, während ich fest davon überzeugt bin, daß das Herz der Szene nicht weiter entfernt schlagen könnte. Manchmal denke ich: wie schön wäre so ein Treffen, wenn es 1/3 der Besucher hätte und so gut wie keine Aufmerksamkeit in den Medien. Ach ja, das hatten wir in den 90ern schon…

Dieses Blog in 2024

Der Titel dieses Beitrages war eigentlich „Rush into 2024“. Es ging darum, was ich szenemäßig und für das Blog für das kommende Jahr plane.

Letztlich muß ich mir aber eingestehen, daß das Blog mit geringen Zugriffszahlen vor sich hindümpelt, so daß jeder Beitrag, jede Bildauswahl und -bearbeitung immer die Frage aufwirft: wozu? Und: was könnte ich sonst in dieser Zeit machen?

Google wird von mir mit jedem neuen Beitrag „von Hand gefüttert“. Die Seiten im Index sind von 70 auf 47 geschrumpft, weitere über 1600 Seiten/Keywords ignoriert Google trotz mehrfachen Anstoßens einer „Überprüfung“. Ein Punkt ist hier möglicherweise die geringe Vernetztheit des Blogs – ich bin selbst kaum in Foren unterwegs, wo in jeder Signatur der Link zu finden wäre, kommentiere kaum in anderen Blogs. Klar, man findet mein Blog über die Google-Suche mit ca. 50 Ergebnissen und (besser) über Bing (ca. 700), aber man muß schon sehr konkret suchen. Dieses Blog in 2024 weiterlesen

Keine jugendkulturelle Schwarze Szene mehr

Ich bin vor einiger Zeit schonmal auf das Altern der Szene eingegangen. Nun habe ich ein Interview gefunden, das Kulturanthropologe Markus Tauschek, Uni Freiburg, 2018 der Stuttgarter Zeitung gegeben hat: Die Gothics werden älter. Kann man bei Bedarf selbst lesen; ich hebe nur das für mich Wichtige heraus.

Der Wissenschaftler basiert seine Aussagen auf Besuchen bei den drei großen Events: WGT, Amphi, M’era Luna (wohl im Jahr 2017 oder wiederholt). Keine jugendkulturelle Schwarze Szene mehr weiterlesen

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