Not mine

“And here are trees and I know their gnar­led sur­face, water and I feel its taste. The­se scents of grass and stars at night, cer­tain evenings when the heart rela­xes – how shall I nega­te this world who­se power and strength I feel? Yet all the know­ledge on earth will give me not­hing to assu­re me that this world is mine.”

Albert Camus: The Myth of Sisy­phus

Vor­zei­ti­ger-Ein­laß-Upgrade

Ja, ich höre Mono Inc. gern. Seit dem ersten Live-Erleb­nis 2010 mag ich die Band, auch wenn alles kom­mer­zi­el­ler, rou­ti­nier­ter, (aal­glat­ter) gewor­den ist. Nun steht die regu­lä­re Tour an, wobei sich das “nun” auf Herbst 2025 bezieht. Hier fiel mir auf, daß Mono Inc. auf der eige­nen Web­sei­te “Vor­zei­ti­ger-Ein­laß-Upgrades” für 30€ ver­kauft. *hust* Aha. Ich darf dafür dann 30 Minu­ten frü­her rein *freu* (nicht), um mir den “besten Platz” zu sichern. Und so ein dol­les Bänd­chen krie­ge ich auch. Und noch den sagen­haf­ten 5€-Gutschein für den Shop, womit sich das Upgrade auf 25€ redu­ziert, wenn man spä­ter im Shop was kauft – und somit mehr Geld aus­gibt. Das nennt man Mar­ke­ting, und es fühlt sich auch 2024 noch als “Ver­rat an den Sze­ne-Idea­len” an. Jep, bin da Old-School – und nein, ich muß nicht vom Musik­ma­chen leben.

Mir geht das echt auf den Sack, wie aus allem Geld gemacht wird.
Mir geht es aber vor allem auf den Sack, wenn man glaubt, ich wür­de für “Besten-Platz-sichern” Geld aus­ge­ben. Was haben die für eine Vor­stel­lung von mir / ihren Fans? Dep­pen, die für Gim­micks ble­chen? Gibt es da even­tu­ell so eine Art Berech­nung, ab wel­chem Bekanntsheitsgrad/Jahreseinkommen eine Band auch die Lizenz zum Geld­ma­chen aus Schei­ße erhält? Könn­te mich gera­de auf­re­gen.

Daher Kar­ten über Even­tim gekauft inkl. der Kar­ten­ver­si­che­rung. Wer weiß schon, ob ich im Okto­ber 2025 noch “vor­zei­ti­gen Ein­laß” brau­che oder schon in küh­ler Erde ruhe und mich nicht mehr auf­re­gen muß. See you im E‑Werk.

Der Exor­zis­mus von Anna Eck­lund (Film)

Den von A. Jones gedreh­ten Film (2016) mit dem Ori­gi­nal-Titel “The Exor­cism of Anna Eck­lund” habe ich via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.

Basie­rend auf dem ech­ten Fall der Emma Schmidt (Pseud­onym: Anna Eck­lund) aus Wis­con­sin (1928), wozu ich bei The Ritu­al etwas mehr geschrie­ben habe, ist dies lei­der nur ein B‑Movie mit schlep­pen­dem Tem­po und einer grot­ti­gen deut­schen Syn­chro­ni­sa­ti­on. Es ist auch ein Film, bei dem stän­dig Ker­zen unbe­auf­sich­tigt bren­nen: Men­schen schla­fen bei bren­nen­den Ker­zen, die Beses­se­ne wird in ihrem Zim­mer allein­ge­las­sen mit einer bren­nen­den Ker­ze… Da soll Atmo­sphä­re erzeugt wer­den, wo der Film es sonst nicht schafft.

Anna Eck­lund ist augen­schein­lich beses­sen; ihr Mann Jakob sucht Hil­fe beim Pater Theo Rei­sin­ger (im Ori­gi­nal: Rie­sin­ger), der sich wie­der­um an den Vati­kan wen­det, von wo Pater Richard geschickt wird, der jedoch aktu­ell unter gro­ßen Glau­bens­zwei­feln lei­det. Man beach­te die Nähe zum Erfolgs­film „The Exor­cist“, bei dem auch der jün­ge­re Prie­ster zwei­felt. (Man könn­te in die­sem wie­der­keh­ren­den Motiv eine Art Dar­stel­lung des gei­sti­gen Wachs­tums eines Prie­sters an Glau­bens­zwei­feln und dem Sieg über die­se sehen.)

Wir erfah­ren, daß Anna 25 ist, aber mit 14 erst­mals Sym­pto­me zeig­te und bereits frü­her exor­ziert wur­de. Ihre beste Freun­din erzählt, Anna kön­ne per Hand­auf­le­gen hei­len. Die jun­ge Frau wird zur Pfle­ge in ein Klo­ster gebracht.

Der Dämon in Anna spricht in der „Wir“-Form, spricht in Latein, obwohl Anna die­se Spra­che nicht beherrscht. Er sagt z.B., “Satan ist unter uns”. Richard wird auf der Basis sei­ner Zwei­fel vom Dämon her­aus­ge­for­dert. Bald zei­gen sich Kratz­ma­le auf Annas Arm und im Gesicht, in ihren Ober­schen­kel wird “Save your Ser­vant” geritzt, sie ißt kein geseg­ne­tes Essen und greift die sie pfle­gen­den Schwe­stern krat­zend und bei­ßend an. Ner­vig ist hier im Film, daß jede Bewe­gung Annas mit Knack­ge­räu­schen unter­legt ist. Unglaub­wür­dig ist die Dar­stel­lung der Non­nen, die fra­gen, wel­che Spra­che Anna spricht (Latein als Kir­chen­spra­che!), und die beim Exor­zis­mus das Kreuz­zei­chen nicht machen und nicht mit­be­ten.

Auf­grund der genann­ten Sym­pto­me (und wei­te­rer: Käl­te im Raum, Ver­än­de­rung des phy­si­schen Aus­se­hens von Anna) erteilt ein Erz­bi­schof die Zustim­mung zum Exor­zis­mus. Richard zwei­felt wei­ter, doch Theo moti­viert ihn. Viel­leicht eine der besten Sze­nen ist das inni­ge Gebet Richards kurz vor Beginn des Exor­zis­mus.  Wäh­rend des Ritu­als schreit Anna vul­gä­re Aus­drücke, ver­sucht spe­zi­ell Richard in einem sexu­el­len Sinn. Das auf ihre Stirn geleg­te Kreuz hin­ter­läßt eine Art Ver­bren­nung auf der Haut. Dra­ma­tisch ist die End­pha­se dar­ge­stellt: das gan­ze Zim­mer wackelt, Anna sprengt ihre Fes­seln, wirft Richard zu Boden, doch plötz­lich wird sie wie eine Sta­tue an die Wand tele­por­tiert und mit dem Auf­leuch­ten von hel­lem Licht wird klar, daß der Dämon Anna ver­las­sen hat.

Inter­es­sant ist ein Gespräch zwi­schen Theo und Richard. Letz­te­rer erklärt die “Ome­ga Point Theo­ry“ von Pierre Teil­hard de Char­din, einem fran­zö­si­schen Jesui­ten, auf­ge­grif­fen 1994 vom Phy­si­ker Frank Tipler. Ome­ga ist dabei der End­punkt der Evo­lu­ti­on in Anleh­nung an den Aus­spruch Jesu, er sei das Alpha und Ome­ga. Motor der Ent­wick­lung sei dabei die Lie­be; Teil­hard nennt Jesus auch „das Ome­ga“. Richard ver­mu­tet, daß Men­schen mit beson­de­rer Gabe (s. Annas Heil­kraft) am ehe­sten vom Bösen ange­grif­fen wer­den.

Das recht platt insze­nier­te Fina­le beginnt wie­der mit einer unglaub­wür­di­gen Sze­ne: die Obe­rin des Klo­sters berich­tet Theo davon, daß bei­de jun­gen Non­nen, die beim Exor­zis­mus anwe­send waren, auf­fäl­lig krank sei­en. Aber Theo kommt nicht auf das Nahe­lie­gen­de, das jeder Gen­re-erfah­re­ne Zuschau­er sieht: der Dämon ist in bei­de gefah­ren…

So kommt, was kom­men muß: die Non­nen grei­fen die ande­ren an. Richard erklärt Anna, sie sei das Lamm, die Ret­te­rin, qua­si das Ome­ga, das nun vom Bösen ange­grif­fen wer­de. Anna weint Blut, dann heilt sie durch Hand­auf­le­gen den zwi­schen­zeit­lich auch beses­se­nen Theo. Es fol­gen gro­tes­ke Kampf­sze­nen, Anna heilt alle, Erd­be­ben, Licht… Richard: „Es ist voll­bracht.“

Ja, das dach­te ich auch “erlöst” am Ende des Films, den ich sicher kein zwei­tes Mal schau­en wer­de. Dabei ist der zwei­te Film zum The­ma Emma Schmidt, The Ritu­al, nur mini­mal bes­ser.

Venus im Pelz (Sacher-Masoch)

Nach dem Bei­trag zur Lust an der Unter­wer­fung über­kam mich die Lust am Lesen, an der ‘Regres­si­on’ auf eine Lek­tü­re von vor über 30 Jah­ren, die ‘man’ kennt, die ich aber nicht mehr so rich­tig im Kopf hat­te. Oft habe ich nach dem Lesen die Zeit über­dau­ern­de Bil­der im Kopf, Sze­nen, Vor­stel­lun­gen von Land­schaf­ten und Gebäu­den – das fehl­te hier. Also noch­mal gele­sen.

Vor­ab: wenn Du die Venus im Pelz nicht kennst: das wird nicht der span­nend­ste, auf­re­gend­ste Roman sein, den du in dei­nem Leben lesen wirst. Ich möch­te mal behaup­ten, der Roman bezieht sei­nen Bekannt­heits­grad eben daher, daß man den Maso­chis­mus nach dem Leo­pold benannt hat. Ist m.E. kein lite­ra­ri­sches Mei­ster­werk. Here we go…
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Schwar­ze Pod­casts

Ich höre ger­ne und regel­mä­ßig Pod­casts, bin aber sehr wäh­le­risch, was For­mat / Län­ge / Prä­sen­ta­ti­on angeht. Bei Pod­casts zum The­ma hat­te ich bis vor eini­ger Zeit kei­nen Erfolg bei der Suche. Natür­lich gibt es etli­che Pod­casts, wenn man nur mal “gothic” ein­gibt, aber die dudeln oft ein­fach US-zen­trier­te Musik.
Vor län­ge­rer Zeit habe ich mal ein paar Fol­gen von Com­mu­ni­on after Dark gehört. Was mir grund­sätz­lich nicht gefällt, sind Pod­casts, die die Play­list der Episode/Folge nicht ange­ben. Ich möch­te ein­fach wis­sen, was das für ein genia­les Lied ist, das gera­de läuft. Da ist übri­gens der Mit­ter­nachts­rei­gen – lei­der nicht mehr als Pod­cast ver­füg­bar – vor­bild­lich.

Es nervt dann auch, wenn zwei, drei Lie­der hin­ter­ein­an­der gespielt wer­den, ich neben­bei ande­re Din­ge erle­di­ge und dann nicht weiß, wel­ches Lied wel­ches ist. Genau­so erging es mir mit dem Pod­cast Gothic Rock. Letzt­lich bin ich dann zu “Schwar­zen Radi­os”, ins­be­son­de­re Schwar­ze Wel­le, zurück­ge­gan­gen, aber da fehlt mir dann der Con­tent jen­seits der Musik.
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When the music’s over

“When the music’s over
Turn out the lights. (…)

Can­cel my sub­scrip­ti­on to the resur­rec­tionSend my cre­den­ti­als to the hou­se of detenti­onI got some fri­ends insi­deThe face in the mir­ror won’t stopThe girl in the win­dow won’t dropA feast of fri­ends, ali­ve she criedWai­tin’ for meOut­side
Befo­re I sinkInto the big sleepI want to hearI want to hearThe scream of the but­ter­fly”
© The Doors / When the music’s over

Speak No Evil / Fun­ny Games (Fil­me)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

 

“Die Gewalt lebt davon, dass sie von den Anstän­di­gen nicht für mög­lich gehal­ten wird.”
Jean-Paul Sart­re

Als ich vor gut einem hal­ben Jahr “Fun­ny Games” (FG) sah, habe ich den Film hier nicht vor­ge­stellt. Ich weiß nicht genau, wie­so, aber viel­leicht woll­te ich ihn aus dem Gedächt­nis ver­drän­gen, die­ses Bei­spiel für ein “feel bad movie”, wie man es nennt. Denn letzt­lich geht es nur um plötz­lich über “nor­ma­le Men­schen” her­ein­bre­chen­de, töd­li­che Gewalt. Das alles fin­det in der Form sei­ne fil­mi­sche Dar­stel­lung, daß die Gewalt kei­nen Sinn zu haben scheint – außer man bemüht sich mit der Suche nach den sadi­sti­schen Moti­ven der Täter. Das War­um scheint kei­ne Ant­wort zu ken­nen, doch in “Speak No Evil” (SNE) wird das ganz lako­nisch beant­wor­tet, wenn der Täter dem Opfer sagt: “Becau­se you let me.” Speak No Evil / Fun­ny Games (Fil­me) wei­ter­le­sen

Kostüm­fest in Leip­zig

Die BILD-Zei­tung schrieb in einer ersten Ver­si­on eines Berichts: “Es ist DAS Mega-Event für Kostüm-Fans, Gotik-Fans und  Par­ty-Begei­ster­te.”
Offen­bar hat man dann kor­ri­giert, so daß es jetzt um 19:04 Uhr heißt: “Es ist DAS Mega-Event für Gothic-Fans und Kostüm-Freaks!”

Aber egal – irgend­wie gut, daß ich nicht da bin… 🙄

Zwi­schen­stand

Lie­ber Abon­nent, ja, hey du, du bist gemeint, du ein­zi­ger unter tau­sen­den poten­ti­el­len Abon­nen­ten, der mir von Feed­ly als ‘Sub­scri­ber’ des Blogs ange­zeigt wird.
Schön, daß du da bist. Da bin ich nicht mehr allein… Zwi­schen­stand wei­ter­le­sen

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