Ich habe heute mit einem Mann gesprochen, so ca. Mitte 50, mit dem ich beruflich zu tun habe. Wir kamen auf das Thema Konzerte und Festivals. Er sagte, er habe sich mit einem Freund und dessen Partnerin vor 1–2 Jahren Iron Maiden live angesehen. Das Publikum sei erwartungsgemäß “älteren Semesters” gewesen, habe da (auf der Tribüne) eher ruhig gesessen und die Show “konsumiert”, was die nicht im Hard-Rock- bzw. Metal-Bereich verortete Freundin des Freundes kommentierte mit: für so eine Band sei das aber ein “lahmarschiges Publikum”. „Lahmarschiges Publikum“ weiterlesen
Kategorie: Musik
Orkus – Sommer 26
Ich habe hier ja schon ein‑, zweimal geschrieben, daß ich von den übriggebliebenen Musikmagazinen (Sonic Seducer, Orkus) nicht wirklich begeistert bin. Im Frühjahr hatte ich eine Sonic-Seducer-Ausgabe, die mich ziemlich verärgert hat: Graue Schrift auf schwarzem Hintergrund bei wenig hochwertigem Papier – das ist schlichtweg nicht lesbar…
Jetzt habe ich die Sommerausgabe des Orkus – und muß sagen, ja, die gefällt mir ganz gut. Hochwertigeres Papier und weiße Schrift mit schöner Typographie. Nett finde ich, daß unter “Fakten” meist der lesbare Bandname steht, da ich mir keine Mühe damit mache, völlig überzogen-kreative Band-Logos zu entschlüsseln. Auch nett: die Acts werden nach drei einflußreichen Alben gefragt, also konkreten Alben, nicht Künstlern.
Das “Heft” ist im Grunde ein Taschenbuch mit seinen 240 Seiten. Das gibt mir viel Auswahl: etliche Seiten überblättere ich einfach, bei anderen lese ich intensiver. So hat mir gerade das Interview mit Brian Molko von Placebo sehr gut gefallen, v.a. seine philosophischen Gedanken, die mich dazu motiviert haben, mich wieder einmal mit Albert Camus zu befassen.
Was nehme ich an Bands aus diesem Heft für intensives Hören mit? The Calm Grey (!), IAMIMPERFECT und Beyond Obsession.
Versöhnlich stimmt mich dieses Heft, das einfach mit seinem riesigen Umfang “für jeden etwas” bietet, z.B. auch viele Foto-Impressionen vom WGT.
M’era Luna 2004 – Foto-Impressionen (1)
In den letzten Tagen habe ich in alten Bildern gestöbert und bin auf die leider nur wenigen Fotos vom 2004er M’era Luna gestoßen, der 5. Ausgabe des Festivals, das das Zillo-Festival in Hildesheim-Drispenstedt auf dem Flugplatz abgelöst hat. Also mal zwei Stunden investiert und zwei Beiträge draus erstellt, denn der Start des diesjährigen Festival-Sommers steht ja bevor…
Alle Setlists finden sich, soweit vorhanden, hier, das Line-Up ist hier. Die – aus meiner Sicht – wichtigsten Künstler waren: Anne Clark, ASP, Blutengel, Covenant, The Eternal Afflict, Funker Vogt, Icon of Coil, In Strict Confidence, L’Âme Immortelle, Lacrimosa, Pink Turns Blue, Umbra et Imago, Therion, Within Temptation, Wolfsheim.
Die Anreise, ein Bild des sich füllenden Zeltplatzes – das sieht immer wieder gleich aus, auch 20 Jahre später…
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5 Stunden gute Musik :-)
Ich möchte kurz an die “Begleit-Playlist” zum Blog “Schwarze-Szene.net” erinnern, zu finden auf Spotify. Infos gibt es auf dieser lokalen Seite. Aktuell sind fünf Titel hinzugekommen, so daß die 5‑Stunden-Marke geknackt wurde. Hört doch mal rein, wenn Ihr Lust und Zeit habt!
Mesh – live, Köln 10.4.26
Ich beginne den Konzertbericht etwas früher, nämlich mit der „Listening Party“ von Mesh am 22.3.26 auf Bandcamp, bei der das neue Album komplett gespielt wurde. Gemeinsam mit Menschen aus aller Welt hörte ich das neue Album – erstmalig neues Material nach dem Studioalbum “Looking Skyward” von 2016, das immerhin für Mesh einen Platz 12 in den deutschen Charts brachte.
“The Truth doesn’t matter” ist ein starkes Album, ein rundes Werk, denn das ist ja auch immer wichtig, daß eine Band “ihren Sound” trifft, den Fans mögen und wiedererkennen – und schon bei diesem ersten Hören kommentierten einige, das klinge gut nach ‘Mesh Retro’.
Klar ist aber auch: die Vorab-Auskopplungen “Exile”, “Hey Stranger” und “This World” sind die stärksten Songs, direkt gefolgt vom Titelsong oder auch “A Storm is coming”. Gefüllt wird das Album etwas durch drei kurze Instrumentalstücke, die möglicherweise für ‘Eingeweihte’ mehr Hintergrund haben. „Mesh – live, Köln 10.4.26“ weiterlesen
photophor – no music for the masses
Auf das Album “Der Wahn als Methode” von Anfang 2025 folgte nun ’no music for the masses’, im März 26 veröffentlicht. Auf photophor bin ich aufmerksam geworden, weil das Duo aus Kate und Asch mir letztes Jahr auf Instagram folgte. Kurz haben wir uns beim Stella Nomine getroffen und ein paar Worte gewechselt.
Transparenz: das Album ist kein kostenloses Rezensionsexemplar, es wurde von mir gekauft.
Das Album mit einer Laufzeit von ungefähr einer Dreiviertelstunde beinhaltet 11 Lieder. Der dynamische Einstieg mit “Der Jugend beraubt” erscheint wie eine Erinnerung an das erste Album mit Sprechgesang und Aschs dominanter Stimme. Unklar bleibt, wer seiner Jugend beraubt wurde, da die benutzten Verben (verkauft, gequält, mißbraucht…) vieldeutig sind und sich nicht ausschließlich auf ‘Jugend’ beziehen. Vielleicht ist es aber ‘die Jugend’ allgemein, die gemeint ist – die Jugend als Lebensabschnitt, dominiert von einer kalten Welt der Erwachsenen, von Erwachsenen auch als Tätern. „photophor – no music for the masses“ weiterlesen
The world we knew has changed
“The world we knew has changed
but we have to arrange.
The strongest rocks will crack
but there is no way back.
Nothing worth anymore
the things that we adore.
Our rules disappear -
feel the upcoming fear. (…)
They can’t destroy our past
our memories will last.
What we are living for
doesn’t matter anymore.
We stay nevertheless
don’t lose selfconciousness.”
[photophor, New Order]
Musik kaufen, organisieren, hören
Ich möchte heute einmal über meinen “Musikkonsum” schreiben. Wie höre ich die Musik der ‘Schwarzen Szene’? Wie organisiere ich meine Musik? Dabei fange ich “ganz vorne” an:
In meiner Jugend in den 80ern habe ich natürlich Schallplatten gekauft. Titel daraus wurden per Tape Deck auf Cassetten kopiert – zum Selberhören oder Verschenken. Von “Lossless”-Qualität war da noch nicht die Rede. 😉 „Musik kaufen, organisieren, hören“ weiterlesen
Musikbasierte Subkultur
Ich möchte kurz auf eine Diskussion bei Reddit hinweisen: Why it’s good to be a music-based subculture. Der OP meint, eine Subkultur müsse etwas Gemeinsames zu tun haben, sonst könne sie nicht bestehen. Allein auf dem “vibe” der Gothness bestehend gebe es keine Subkultur. Bei Musik als Basis für die Definition der Subkultur habe man einen niedrigschwelligen und kostengünstigen Zugang.
Die Antworten weisen dann aber z.T. schon darauf hin, daß auch der “Style” einen großen Anteil an der Subkultur habe. Lest einfach mal rein, wenn es euch interessiert.
Auch interessant: Im Buch Stimmen aus der Schwarzen Szene sagt der/die Befragte “Anagastes”: “… vergeßt den Satz ‘Goth is a music-based subculture’. (…) Goth ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung zum Leben und spezielles Gefühl zur Ästhetk.”
Erinnerung: SZn – Die Playlist
Kurz sei an die Playlist zum Blog erinnert, die tatsächlich von mir etwas ’stiefmütterlich’ behandelt wurde. Aktuell sind folgende 10 Titel hinzugekommen:
- Christian F. – Wege (Larissa Richter Piano Remix)
- The Crüxshadows – Go Away
- Iris – Take the Pain
- Mantus – Die Welt zerbricht
- Megaherz – Augenblick (Piano Version)
- Oberer Totpunkt – Allein mit mir
- Ordo M’era Luna – Dark Heart of the Moon
- Rue Oberkampf – Eternity
- Visage – Fade to Grey
- The Wounded – Your Roses will burn
Hier zur Playlist auf Spotify bzw. lokale Seite der Playlist mit Liste aller Titel.