Jüdi­scher Fried­hof Mainz

Jüdi­sche Fried­hö­fe in Deutsch­land sind oft aus Schutz­grün­den nicht öffent­lich zugäng­lich. Für den Main­zer Fried­hof “Am Juden­sand” ändert sich dies nun nach der Ein­wei­hung des neu­en Besu­cher­zen­trums Sali-Levi-Haus am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de. Wäh­rend Juden aus aller Welt die­sen Fried­hof besucht haben und ihn lt. SWR-Bericht (län­ge­rer Arti­kel bei Mainz.de) als Pil­ger­stät­te sehen, haben ihn vie­le Main­zer noch nicht erlebt.

Das ändert sich nun, da der Fried­hof an vier Tagen der Woche im Rah­men einer “behut­sa­men Öff­nung” ohne Vor­anmel­dung besuch­bar sein wird. Aber auch dann gilt: nur die offi­zi­el­len Wege dür­fen began­gen wer­den; ein Abwei­chen von die­sen, wie auch Berüh­ren der Grab­stei­ne, ist ver­bo­ten. Dabei wei­ter beach­ten: Män­ner müs­sen beim Besuch zwin­gend eine Kopf­be­deckung tra­gen; das muß kei­ne klas­si­sche Kip­pa sein.

Soweit ich her­aus­fin­den konn­te, ist der Fried­hof Mitt­woch, Don­ners­tag, Frei­tag und Sonn­tag von 9–18, ab Okto­ber von 10–17 Uhr geöff­net.

Somit besteht für nach wie vor Fried­hofs-affi­ne Goths die Mög­lich­keit, die beson­de­re Atmo­sphä­re (und Geschich­te -> Besu­cher­zen­trum) zu erle­ben.

Kei­ne Glücks­ge­füh­le bei Alpha­ville

VOR­AB: Der Arti­kel wur­de geschrie­ben, als die Sache noch in einer Dyna­mik war. Bit­te den Nach­trag unten beach­ten…

Es geht also doch, wenn man (der Ver­an­stal­ter) will. Laut BILD-Bericht hat das Glücks­ge­füh­le-Festi­val die 80er-Iko­nen Alpha­ville aus­ge­la­den, weil die Band nicht bereit war, vor­ab zu ver­si­chern, sie wer­de kei­ne poli­ti­schen State­ments auf der Büh­ne abge­ben. Hin­ter­grund war eine Äuße­rung des Master-Minds Mari­an Gold vor eini­ger Zeit auf der Büh­ne gegen die AfD und rechts­ra­di­ka­le Ten­den­zen.

Ver­an­stal­ter Mar­kus Kram­pe und Lukas Podol­ski, die hin­ter dem Glücks­ge­füh­le-Festi­val ste­hen, wer­den mit “Unse­re Büh­ne ist kei­ne Platt­form für poli­ti­sche Äuße­run­gen” vom SWR zitiert.

Ich fin­de das grund­sätz­lich gut. Aller­dings mer­ke ich, daß wir uns hier eben doch in einem ande­ren gesell­schaft­li­chen Bereich befin­den: das mit “good vibes only” bewor­be­ne Festi­val ver­kauft in einem Gesamt­pa­ket mit Fahr­ge­schäf­ten usw. ein Hap­pe­ning, das Glück pur ver­spricht.
Ich kann nur ver­mu­ten, daß die Festi­val-Gäste main­strea­mig-unpo­li­tisch-unschwarz sind.

Das ist nicht ver­gleich­bar mit der Schwar­zen Sze­ne, die schon immer fest links ver­or­tet war. Ich will das auch nicht ver­glei­chen, denn mir geht es, wie schon öfter geschrie­ben, vor allem um die “Ver­kün­di­gun­gen” von der Büh­ne her­ab, also Ansa­gen mit einem hier­ar­chi­schen Gefäl­le, die Büh­ne als Kan­zel, von der her­ab die “Wahr­heit” gespro­chen wird. Ich mag kei­ne poli­ti­sche Beein­flus­sung – egal von wel­cher Sei­te -, wenn ich auf einem Festi­val oder Kon­zert bin. Ger­ne kann man, kann auch die Schwar­ze Sze­ne, in den öffent­li­chen Foren poli­tisch dis­ku­tie­ren, aber Polit-Agi­ta­ti­on törnt mich ab.

Ich den­ke nicht, daß aus die­sem Ein­zel­fall ein Prä­ze­denz­fall wird: da gibt es bei den Ver­an­stal­tern der Schwar­zen Sze­ne kei­ner­lei Dis­po­si­ti­on. Aber ich habe das The­ma kurz auf­ge­grif­fen, um zu zei­gen, daß es eben doch geht, wenn man sich als Ver­an­stal­ter mutig pla­ziert.

Nach­trag:

Lt. Tages­schau hat der Ver­an­stal­ter “Feh­ler” ein­ge­räumt; ggf. spie­len Alpha­ville nun doch. Nein, tun sie nicht: Herr Gold sagt u.a. auf Insta: nö, wir spie­len nicht, bäh, bäh…

Man muß dar­auf schau­en, was gesagt wird: Cam­pi­no von den Toten Hosen wird damit zitiert, man fin­de es frag­wür­dig, jemand aus­zu­la­den, der gegen die AfD ist usw. Wenn ich das lese, den­ke ich, da ist nicht nur tote Hose, auch oben­rum wird’s ruhig, weil… das Eine hat mit dem Ande­ren jar nüscht zu tun. Was da statt­fin­det ist eine Poli­ti­sie­rung der Kunst, die gera­de bei Events der Schwar­zen Sze­ne noch pro­ble­ma­ti­scher wäre. Alpha­ville soll­ten gera­de nicht aus­ge­la­den wer­den, weil sie gegen die AfD sind, son­dern weil sie ihre Stel­lung, ihren Auf­tritt dazu nut­zen, Polit-Pro­pa­gan­da zu ver­tei­len.

Man darf für oder gegen alles sein, aber wenn der Ver­an­stal­ter aus­drück­lich auf SEI­NEM Event kei­ne Poli­tik wünscht, dann hat er m.E. so eine Art Haus­recht. Natür­lich darf man sich ‘auf­leh­nen’, darf Kon­ven­tio­nen bre­chen, wie sei­ner­zeit die Doors, die trotz Ver­bot in der Ed Sul­li­van Show “hig­her” san­gen, um damit ver­lo­ge­ne gesell­schaft­li­che Atti­tü­den, die das Fern­se­hen so über­nimmt, vor­zu­füh­ren.

So, jetzt ist auch gut; ist kein Poli­tik-Blog hier.

Schwarze-Szene.net @ Face­book

Es gibt nun neben dem Insta­gram-Account auch eine Face­book-Sei­te zu die­sem Blog. War­um? Weil mir in letz­ter Zeit auf­ge­fal­len ist, daß mir Insta zu wenig Dis­kus­sio­nen bie­tet. Gera­de liegt die Castrum-Nigra-Par­ty hin­ter uns – aktu­ell auf Insta Kom­men­ta­re im ein­stel­li­gen Bereich zum “Danke”-Post der Orga, auf FB ca. 60 Bei­trä­ge. Das heißt, um etwas mehr “auf dem Lau­fen­den” zu sein (boah, das ist so eine aus­ster­ben­de For­mu­lie­rung), schaue ich nun auch bei FB vor­bei.

Gedan­ken nach dem Urlaub

Ich war län­ger weg und auch durch die medi­ter­ra­ne Umge­bung nicht so ganz “auf Schwarz gepolt”, d.h. ich habe weder hier etwas geschrie­ben, noch auf dem Insta­gram-Account, dafür dann mei­nen Zweit-Account ein wenig gefüt­tert.

Mit­be­kom­men habe ich den – in die­sem Jahr sehr inten­si­ven? – Pres­se­tru­bel um das WGT – und natür­lich die durch­weg posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen der Leu­te, denen ich auf Insta­gram fol­ge. Es scheint für vie­le eine per­sön­li­che Hoch­zeit gewe­sen zu sein. Vie­les ist aber wohl auch dem Mot­to “Alle Jah­re wie­der” ent­sprun­gen, so die beleh­ren­den Arti­kel, wie man sich als Zuschau­er beim WGT kor­rekt ver­hal­ten sol­le usw. Es ist eben auch ein Medi­en-Event, ein pop­kul­tu­rel­les Spek­ta­kel, das aus­ge­schlach­tet wird.
Schön, wenn vie­le Teil­neh­mer doch ihren Platz, ihre Nische gefun­den haben. „Gedan­ken nach dem Urlaub“ wei­ter­le­sen

Maria Mag­da­le­na (Film)

Wer war Maria Mag­da­le­na?

Wür­de ich mich auf das bezie­hen, was mir in mei­ner katho­li­schen Erzieh­ung so ver­mit­telt wur­de, dann wäre sie auch heu­te noch für mich die typi­sche “Sün­de­rin”, die Prostituier­te. Die­se Sicht­wei­se hat eine lan­ge Tra­di­ti­on, sie geht auf das Ende des 6. Jahr­hun­derts und Papst Gre­gor den Gro­ßen zurück. Nie ist mir frü­her auf­ge­fal­len, daß Maria Mag­da­le­na (fort­an MM) der erste Mensch war, der lt. drei­en der vier kano­ni­schen Evan­ge­li­en den auf­er­stan­de­nen Je­sus gese­hen hat. Sie ist, wie der Unter­ti­tel des Bu­ches von C. Bour­ge­ault (The Mea­ning of Mary Mag­da­le­ne) lau­tet, „the woman at the heart of Chri­stia­ni­ty“. „Maria Mag­da­le­na (Film)“ wei­ter­le­sen

Das Ende des Blogs…

… ist nicht nur auf meins gemünzt, son­dern auf die “Blogo­sphä­re” als sol­che. Ich glau­be, das Blog als Mit­tei­lungs­ka­nal hat so lang­sam aus­ge­dient – es ist ‘Media’, aber zu wenig ‘Social’. Es fehlt an der Ver­net­zung, und es wird m.E. immer weni­ger gele­sen, so daß Men­schen mit lan­gen Tex­ten über­for­dert, von ihnen gelang­weilt sind. Es wächst eine Gene­ra­ti­on her­an, die bereits mit einem “lan­gen Text” wie einer Spei­se­kar­te Pro­ble­me hat <gdrvvf> (auch das ist schon alt). „Das Ende des Blogs…“ wei­ter­le­sen

Dark Tou­rism oder: Die Fahr­leh­rer-Gesell­schaft

Ich hat­te mich auf den Neu­start des Schwarz­ge­sagt-Pod­casts Anfang 2026 gefreut und war dann zunächst posi­tiv über­rascht vom The­ma: ‘dunk­le’ Rei­se­zie­le. Wäh­rend ich noch mit­no­tier­te, was im nähe­ren Aus­land besu­chens­wert ist, stock­te ich beim The­ma Pri­pyat (Gei­ster­stadt nahe des explo­dier­ten Reak­tors in Tscher­no­byl) und dann bei einem mei­ner Schwer­punkt-The­men hier im Blog, dem Aoki­ga­ha­ra-Wald in Japan.

Wäh­rend zu Anfang kurz bereits der Begriff ‘Dark Tou­rism’ gefal­len war, was ich neu­tral auf­nahm, wur­de die­ser in der Fol­ge zu einer Nega­tiv-Chif­fre mit Betrof­fen­heits-Allü­ren umman­telt. Bei Pri­pyat ging es vor allem um das Leid der eva­ku­ier­ten Men­schen, was zu Spe­ku­la­tio­nen dar­über führ­te, ob man dort foto­gra­fie­ren dür­fe – mit beson­de­rer Beto­nung der ‘Sel­fies’. Dürf­te man dort denn ein Sel­fie machen? Die­se Aus­füh­run­gen sind so —- (hier stan­den ver­schie­de­ne For­mu­lie­run­gen, die mir alle zu offen­siv erschie­nen) – sagen wir, in Betrof­fen­heit schwel­gend.  „Dark Tou­rism oder: Die Fahr­­leh­­rer-Gesel­l­­schaft“ wei­ter­le­sen

Aoki­ga­ha­ra (11) – Ki no umi / Meer aus Bäu­men (Film)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt auch das The­ma Sui­zid / Selbst­tö­tung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Der Film des japa­ni­schen Regis­seurs Tomoy­u­ki Taki­mo­to (geb. 1966) aus dem Jah­re 2004, “Ki no umi” (Meer aus Bäu­men / Sea of Trees), ist ein Spiel­film, der die Geschich­ten von meh­re­ren Per­so­nen mit dem Aoki­ga­ha­ra ver­webt. Der zwei­stün­di­ge Film ist sehr kom­plex und gera­de in der japa­ni­schen Ver­si­on mit sub­op­ti­ma­len eng­li­schen Unter­ti­teln zum Teil schwer zu ver­ste­hen. Es geht – um das zuerst zusam­men­zu­fas­sen – dar­um, wie Men­schen im Umfeld des Fuji und Aoki­ga­ha­ra leben, und wie ihre Schick­sa­le zum Teil tra­gisch inein­an­der­grei­fen. „Aoki­ga­ha­ra (11) – Ki no umi / Meer aus Bäu­men (Film)“ wei­ter­le­sen

Aoki­ga­ha­ra (10) – Neue Bücher oder KI-Ergüs­se?

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt auch das The­ma Sui­zid / Selbst­tö­tung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten. 

Ab und an suche ich nach neu­er Lite­ra­tur zum japa­ni­schen Wald Aoki­ga­ha­ra. So viel Neu­es gibt die Regi­on nicht her, denn es ist im Grun­de alles beschrie­ben wor­den – man könn­te noch auf aktu­el­le Ent­wick­lun­gen ein­ge­hen, so wie ich es z.T. auf der Neu­ig­kei­ten-Sei­ten tue. „Aoki­ga­ha­ra (10) – Neue Bücher oder KI-Ergüs­­se?“ wei­ter­le­sen

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