Andrea Haugen, geboren 1969 in Deutschland als Andrea Meyer, war die Künstlerin, die u.a. als „Hagalaz‘ Runedance“ bekannt wurde. Sie, die die Mythologie der Wikinger mit ihrer Musik erkundete, wurde sinnigerweise Opfer des mit Pfeil und Bogen begangenen Terrorangriffs in der Stadt Kongsberg, Norwegen, am 13.10.2021.
Andrea Haugen fehlt nun schon fünf Jahre in der Musikszene. 5. Todestag Andrea Haugen weiterlesen
Kategorie: Allgemein
Living alongside the Dead

„Families usually buried their ancestors under the floor of the house, so growing up in Babylon meant living alongside the dead every day.
Add to that the personal and family gods, the visits of healers and exorcists, the offerings parents carried to the neighborhood temple, and the great public festivals. For a child who could not yet read a word, the festivals were the main window onto mythology.“
[LBV Magazine, Babylon had no Religion class…]
Das Grab der Mutter im Garten
Ich habe zur Novellierung des Bestattungsrechts in Rheinland-Pfalz letztes Jahr einen Artikel geschrieben. Der SWR geht in einem aktuellen Beitrag darauf ein, was sich verändert hat – und das ist erstmal nicht viel. So habe es „erst 42 genehmigte Flussbestattungen in Rhein, Mosel, Saar oder Lahn gegeben. Das entspreche nur einem Tausendstel der Sterbefälle.“
(Hier spielt möglicherweise aber auch rein, daß Flußbestattungen wegen des Niedrigwassers im Sommer ausgesetzt worden waren.)
Andererseits scheint es eine höhere Nachfrage nach Aufbewahrung oder Beisetzung der Asche „zuhause“ zu geben – das mache 2% der Sterbefälle aus; Aufmacher des Artikels ist eine Frau, die ihre Mutter im Garten beerdigt hat. Das Grab der Mutter im Garten weiterlesen
Don’t visit my grave
Jüdischer Friedhof Mainz
Jüdische Friedhöfe in Deutschland sind oft aus Schutzgründen nicht öffentlich zugänglich. Für den Mainzer Friedhof „Am Judensand“ ändert sich dies nun nach der Einweihung des neuen Besucherzentrums Sali-Levi-Haus am vergangenen Wochenende. Während Juden aus aller Welt diesen Friedhof besucht haben und ihn lt. SWR-Bericht (längerer Artikel bei Mainz.de) als Pilgerstätte sehen, haben ihn viele Mainzer noch nicht erlebt.
Das ändert sich nun, da der Friedhof an vier Tagen der Woche im Rahmen einer „behutsamen Öffnung“ ohne Voranmeldung besuchbar sein wird. Aber auch dann gilt: nur die offiziellen Wege dürfen begangen werden; ein Abweichen von diesen, wie auch Berühren der Grabsteine, ist verboten. Dabei weiter beachten: Männer müssen beim Besuch zwingend eine Kopfbedeckung tragen; das muß keine klassische Kippa sein.
Soweit ich herausfinden konnte, ist der Friedhof Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 9-18, ab Oktober von 10-17 Uhr geöffnet.
Somit besteht für nach wie vor Friedhofs-affine Goths die Möglichkeit, die besondere Atmosphäre (und Geschichte -> Besucherzentrum) zu erleben.
Keine Glücksgefühle bei Alphaville
VORAB: Der Artikel wurde geschrieben, als die Sache noch in einer Dynamik war. Bitte den Nachtrag unten beachten…
Es geht also doch, wenn man (der Veranstalter) will. Laut BILD-Bericht hat das Glücksgefühle-Festival die 80er-Ikonen Alphaville ausgeladen, weil die Band nicht bereit war, vorab zu versichern, sie werde keine politischen Statements auf der Bühne abgeben. Hintergrund war eine Äußerung des Master-Minds Marian Gold vor einiger Zeit auf der Bühne gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen.
Veranstalter Markus Krampe und Lukas Podolski, die hinter dem Glücksgefühle-Festival stehen, werden mit „Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen“ vom SWR zitiert.
Ich finde das grundsätzlich gut. Allerdings merke ich, daß wir uns hier eben doch in einem anderen gesellschaftlichen Bereich befinden: das mit „good vibes only“ beworbene Festival verkauft in einem Gesamtpaket mit Fahrgeschäften usw. ein Happening, das Glück pur verspricht.
Ich kann nur vermuten, daß die Festival-Gäste mainstreamig-unpolitisch-unschwarz sind.
Das ist nicht vergleichbar mit der Schwarzen Szene, die schon immer fest links verortet war. Ich will das auch nicht vergleichen, denn mir geht es, wie schon öfter geschrieben, vor allem um die „Verkündigungen“ von der Bühne herab, also Ansagen mit einem hierarchischen Gefälle, die Bühne als Kanzel, von der herab die „Wahrheit“ gesprochen wird. Ich mag keine politische Beeinflussung – egal von welcher Seite -, wenn ich auf einem Festival oder Konzert bin. Gerne kann man, kann auch die Schwarze Szene, in den öffentlichen Foren politisch diskutieren, aber Polit-Agitation törnt mich ab.
Ich denke nicht, daß aus diesem Einzelfall ein Präzedenzfall wird: da gibt es bei den Veranstaltern der Schwarzen Szene keinerlei Disposition. Aber ich habe das Thema kurz aufgegriffen, um zu zeigen, daß es eben doch geht, wenn man sich als Veranstalter mutig plaziert.
Nachtrag:
Lt. Tagesschau hat der Veranstalter „Fehler“ eingeräumt; ggf. spielen Alphaville nun doch. Nein, tun sie nicht: Herr Gold sagt u.a. auf Insta: nö, wir spielen nicht, bäh, bäh…
Man muß darauf schauen, was gesagt wird: Campino von den Toten Hosen wird damit zitiert, man finde es fragwürdig, jemand auszuladen, der gegen die AfD ist usw. Wenn ich das lese, denke ich, da ist nicht nur tote Hose, auch obenrum wird’s ruhig, weil… das Eine hat mit dem Anderen jar nüscht zu tun. Was da stattfindet ist eine Politisierung der Kunst, die gerade bei Events der Schwarzen Szene noch problematischer wäre. Alphaville sollten gerade nicht ausgeladen werden, weil sie gegen die AfD sind, sondern weil sie ihre Stellung, ihren Auftritt dazu nutzen, Polit-Propaganda zu verteilen.
Man darf für oder gegen alles sein, aber wenn der Veranstalter ausdrücklich auf SEINEM Event keine Politik wünscht, dann hat er m.E. so eine Art Hausrecht. Natürlich darf man sich ‚auflehnen‘, darf Konventionen brechen, wie seinerzeit die Doors, die trotz Verbot in der Ed Sullivan Show „higher“ sangen, um damit verlogene gesellschaftliche Attitüden, die das Fernsehen so übernimmt, vorzuführen.
So, jetzt ist auch gut; ist kein Politik-Blog hier.
Schwarze-Szene.net @ Facebook
Es gibt nun neben dem Instagram-Account auch eine Facebook-Seite zu diesem Blog. Warum? Weil mir in letzter Zeit aufgefallen ist, daß mir Insta zu wenig Diskussionen bietet. Gerade liegt die Castrum-Nigra-Party hinter uns – aktuell auf Insta Kommentare im einstelligen Bereich zum „Danke“-Post der Orga, auf FB ca. 60 Beiträge. Das heißt, um etwas mehr „auf dem Laufenden“ zu sein (boah, das ist so eine aussterbende Formulierung), schaue ich nun auch bei FB vorbei.
Gedanken nach dem Urlaub
Ich war länger weg und auch durch die mediterrane Umgebung nicht so ganz „auf Schwarz gepolt“, d.h. ich habe weder hier etwas geschrieben, noch auf dem Instagram-Account, dafür dann meinen Zweit-Account ein wenig gefüttert.
Mitbekommen habe ich den – in diesem Jahr sehr intensiven? – Pressetrubel um das WGT – und natürlich die durchweg positiven Rückmeldungen der Leute, denen ich auf Instagram folge. Es scheint für viele eine persönliche Hochzeit gewesen zu sein. Vieles ist aber wohl auch dem Motto „Alle Jahre wieder“ entsprungen, so die belehrenden Artikel, wie man sich als Zuschauer beim WGT korrekt verhalten solle usw. Es ist eben auch ein Medien-Event, ein popkulturelles Spektakel, das ausgeschlachtet wird.
Schön, wenn viele Teilnehmer doch ihren Platz, ihre Nische gefunden haben. Gedanken nach dem Urlaub weiterlesen
Maria Magdalena (Film)
Wer war Maria Magdalena?
Würde ich mich auf das beziehen, was mir in meiner katholischen Erziehung so vermittelt wurde, dann wäre sie auch heute noch für mich die typische „Sünderin“, die Prostituierte. Diese Sichtweise hat eine lange Tradition, sie geht auf das Ende des 6. Jahrhunderts und Papst Gregor den Großen zurück. Nie ist mir früher aufgefallen, daß Maria Magdalena (fortan MM) der erste Mensch war, der lt. dreien der vier kanonischen Evangelien den auferstandenen Jesus gesehen hat. Sie ist, wie der Untertitel des Buches von C. Bourgeault (The Meaning of Mary Magdalene) lautet, „the woman at the heart of Christianity“. Maria Magdalena (Film) weiterlesen
Das Ende des Blogs…
… ist nicht nur auf meins gemünzt, sondern auf die „Blogosphäre“ als solche. Ich glaube, das Blog als Mitteilungskanal hat so langsam ausgedient – es ist ‚Media‘, aber zu wenig ‚Social‘. Es fehlt an der Vernetzung, und es wird m.E. immer weniger gelesen, so daß Menschen mit langen Texten überfordert, von ihnen gelangweilt sind. Es wächst eine Generation heran, die bereits mit einem „langen Text“ wie einer Speisekarte Probleme hat <gdrvvf> (auch das ist schon alt). Das Ende des Blogs… weiterlesen

