visit
the places
i waited for you.
that’s
where
i died.
[noesis.erodence – gef. auf Instagram]
Nachtgedanken von Rush
Jüdische Friedhöfe in Deutschland sind oft aus Schutzgründen nicht öffentlich zugänglich. Für den Mainzer Friedhof “Am Judensand” ändert sich dies nun nach der Einweihung des neuen Besucherzentrums Sali-Levi-Haus am vergangenen Wochenende. Während Juden aus aller Welt diesen Friedhof besucht haben und ihn lt. SWR-Bericht (längerer Artikel bei Mainz.de) als Pilgerstätte sehen, haben ihn viele Mainzer noch nicht erlebt.
Das ändert sich nun, da der Friedhof an vier Tagen der Woche im Rahmen einer “behutsamen Öffnung” ohne Voranmeldung besuchbar sein wird. Aber auch dann gilt: nur die offiziellen Wege dürfen begangen werden; ein Abweichen von diesen, wie auch Berühren der Grabsteine, ist verboten. Dabei weiter beachten: Männer müssen beim Besuch zwingend eine Kopfbedeckung tragen; das muß keine klassische Kippa sein.
Soweit ich herausfinden konnte, ist der Friedhof Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 9–18, ab Oktober von 10–17 Uhr geöffnet.
Somit besteht für nach wie vor Friedhofs-affine Goths die Möglichkeit, die besondere Atmosphäre (und Geschichte -> Besucherzentrum) zu erleben.
VORAB: Der Artikel wurde geschrieben, als die Sache noch in einer Dynamik war. Bitte den Nachtrag unten beachten…
Es geht also doch, wenn man (der Veranstalter) will. Laut BILD-Bericht hat das Glücksgefühle-Festival die 80er-Ikonen Alphaville ausgeladen, weil die Band nicht bereit war, vorab zu versichern, sie werde keine politischen Statements auf der Bühne abgeben. Hintergrund war eine Äußerung des Master-Minds Marian Gold vor einiger Zeit auf der Bühne gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen.
Veranstalter Markus Krampe und Lukas Podolski, die hinter dem Glücksgefühle-Festival stehen, werden mit “Unsere Bühne ist keine Plattform für politische Äußerungen” vom SWR zitiert.
Ich finde das grundsätzlich gut. Allerdings merke ich, daß wir uns hier eben doch in einem anderen gesellschaftlichen Bereich befinden: das mit “good vibes only” beworbene Festival verkauft in einem Gesamtpaket mit Fahrgeschäften usw. ein Happening, das Glück pur verspricht.
Ich kann nur vermuten, daß die Festival-Gäste mainstreamig-unpolitisch-unschwarz sind.
Das ist nicht vergleichbar mit der Schwarzen Szene, die schon immer fest links verortet war. Ich will das auch nicht vergleichen, denn mir geht es, wie schon öfter geschrieben, vor allem um die “Verkündigungen” von der Bühne herab, also Ansagen mit einem hierarchischen Gefälle, die Bühne als Kanzel, von der herab die “Wahrheit” gesprochen wird. Ich mag keine politische Beeinflussung – egal von welcher Seite -, wenn ich auf einem Festival oder Konzert bin. Gerne kann man, kann auch die Schwarze Szene, in den öffentlichen Foren politisch diskutieren, aber Polit-Agitation törnt mich ab.
Ich denke nicht, daß aus diesem Einzelfall ein Präzedenzfall wird: da gibt es bei den Veranstaltern der Schwarzen Szene keinerlei Disposition. Aber ich habe das Thema kurz aufgegriffen, um zu zeigen, daß es eben doch geht, wenn man sich als Veranstalter mutig plaziert.
Nachtrag:
Lt. Tagesschau hat der Veranstalter “Fehler” eingeräumt; ggf. spielen Alphaville nun doch. Nein, tun sie nicht: Herr Gold sagt u.a. auf Insta: nö, wir spielen nicht, bäh, bäh…
Man muß darauf schauen, was gesagt wird: Campino von den Toten Hosen wird damit zitiert, man finde es fragwürdig, jemand auszuladen, der gegen die AfD ist usw. Wenn ich das lese, denke ich, da ist nicht nur tote Hose, auch obenrum wird’s ruhig, weil… das Eine hat mit dem Anderen jar nüscht zu tun. Was da stattfindet ist eine Politisierung der Kunst, die gerade bei Events der Schwarzen Szene noch problematischer wäre. Alphaville sollten gerade nicht ausgeladen werden, weil sie gegen die AfD sind, sondern weil sie ihre Stellung, ihren Auftritt dazu nutzen, Polit-Propaganda zu verteilen.
Man darf für oder gegen alles sein, aber wenn der Veranstalter ausdrücklich auf SEINEM Event keine Politik wünscht, dann hat er m.E. so eine Art Hausrecht. Natürlich darf man sich ‘auflehnen’, darf Konventionen brechen, wie seinerzeit die Doors, die trotz Verbot in der Ed Sullivan Show “higher” sangen, um damit verlogene gesellschaftliche Attitüden, die das Fernsehen so übernimmt, vorzuführen.
So, jetzt ist auch gut; ist kein Politik-Blog hier.
Es gibt nun neben dem Instagram-Account auch eine Facebook-Seite zu diesem Blog. Warum? Weil mir in letzter Zeit aufgefallen ist, daß mir Insta zu wenig Diskussionen bietet. Gerade liegt die Castrum-Nigra-Party hinter uns – aktuell auf Insta Kommentare im einstelligen Bereich zum “Danke”-Post der Orga, auf FB ca. 60 Beiträge. Das heißt, um etwas mehr “auf dem Laufenden” zu sein (boah, das ist so eine aussterbende Formulierung), schaue ich nun auch bei FB vorbei.
Ich war länger weg und auch durch die mediterrane Umgebung nicht so ganz “auf Schwarz gepolt”, d.h. ich habe weder hier etwas geschrieben, noch auf dem Instagram-Account, dafür dann meinen Zweit-Account ein wenig gefüttert.
Mitbekommen habe ich den – in diesem Jahr sehr intensiven? – Pressetrubel um das WGT – und natürlich die durchweg positiven Rückmeldungen der Leute, denen ich auf Instagram folge. Es scheint für viele eine persönliche Hochzeit gewesen zu sein. Vieles ist aber wohl auch dem Motto “Alle Jahre wieder” entsprungen, so die belehrenden Artikel, wie man sich als Zuschauer beim WGT korrekt verhalten solle usw. Es ist eben auch ein Medien-Event, ein popkulturelles Spektakel, das ausgeschlachtet wird.
Schön, wenn viele Teilnehmer doch ihren Platz, ihre Nische gefunden haben. „Gedanken nach dem Urlaub“ weiterlesen
Wer war Maria Magdalena?
Würde ich mich auf das beziehen, was mir in meiner katholischen Erziehung so vermittelt wurde, dann wäre sie auch heute noch für mich die typische “Sünderin”, die Prostituierte. Diese Sichtweise hat eine lange Tradition, sie geht auf das Ende des 6. Jahrhunderts und Papst Gregor den Großen zurück. Nie ist mir früher aufgefallen, daß Maria Magdalena (fortan MM) der erste Mensch war, der lt. dreien der vier kanonischen Evangelien den auferstandenen Jesus gesehen hat. Sie ist, wie der Untertitel des Buches von C. Bourgeault (The Meaning of Mary Magdalene) lautet, „the woman at the heart of Christianity“. „Maria Magdalena (Film)“ weiterlesen
… ist nicht nur auf meins gemünzt, sondern auf die “Blogosphäre” als solche. Ich glaube, das Blog als Mitteilungskanal hat so langsam ausgedient – es ist ‘Media’, aber zu wenig ‘Social’. Es fehlt an der Vernetzung, und es wird m.E. immer weniger gelesen, so daß Menschen mit langen Texten überfordert, von ihnen gelangweilt sind. Es wächst eine Generation heran, die bereits mit einem “langen Text” wie einer Speisekarte Probleme hat <gdrvvf> (auch das ist schon alt). „Das Ende des Blogs…“ weiterlesen
Ich hatte mich auf den Neustart des Schwarzgesagt-Podcasts Anfang 2026 gefreut und war dann zunächst positiv überrascht vom Thema: ‘dunkle’ Reiseziele. Während ich noch mitnotierte, was im näheren Ausland besuchenswert ist, stockte ich beim Thema Pripyat (Geisterstadt nahe des explodierten Reaktors in Tschernobyl) und dann bei einem meiner Schwerpunkt-Themen hier im Blog, dem Aokigahara-Wald in Japan.
Während zu Anfang kurz bereits der Begriff ‘Dark Tourism’ gefallen war, was ich neutral aufnahm, wurde dieser in der Folge zu einer Negativ-Chiffre mit Betroffenheits-Allüren ummantelt. Bei Pripyat ging es vor allem um das Leid der evakuierten Menschen, was zu Spekulationen darüber führte, ob man dort fotografieren dürfe – mit besonderer Betonung der ‘Selfies’. Dürfte man dort denn ein Selfie machen? Diese Ausführungen sind so —- (hier standen verschiedene Formulierungen, die mir alle zu offensiv erschienen) – sagen wir, in Betroffenheit schwelgend. „Dark Tourism oder: Die Fahrlehrer-Gesellschaft“ weiterlesen
Trigger-Warnung! Der Text behandelt auch das Thema Suizid / Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Der Film des japanischen Regisseurs Tomoyuki Takimoto (geb. 1966) aus dem Jahre 2004, “Ki no umi” (Meer aus Bäumen / Sea of Trees), ist ein Spielfilm, der die Geschichten von mehreren Personen mit dem Aokigahara verwebt. Der zweistündige Film ist sehr komplex und gerade in der japanischen Version mit suboptimalen englischen Untertiteln zum Teil schwer zu verstehen. Es geht – um das zuerst zusammenzufassen – darum, wie Menschen im Umfeld des Fuji und Aokigahara leben, und wie ihre Schicksale zum Teil tragisch ineinandergreifen. „Aokigahara (11) – Ki no umi / Meer aus Bäumen (Film)“ weiterlesen
Trigger-Warnung! Der Text behandelt auch das Thema Suizid / Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Ab und an suche ich nach neuer Literatur zum japanischen Wald Aokigahara. So viel Neues gibt die Region nicht her, denn es ist im Grunde alles beschrieben worden – man könnte noch auf aktuelle Entwicklungen eingehen, so wie ich es z.T. auf der Neuigkeiten-Seiten tue. „Aokigahara (10) – Neue Bücher oder KI-Ergüsse?“ weiterlesen