The Last Exor­cism & The Next Chap­ter

Der letz­te Exor­zis­mus

Cot­ton Mar­cus (Patrick Fabi­an) stammt aus einer (frei­kirch­li­chen) Pre­di­ger-Fami­lie, wur­de vom Vater als „Kin­der-Pre­di­ger“ auf­ge­baut. Als er als Erwach­se­ner sei­nen Glau­ben ver­lor, stan­den Kar­rie­re (und Fami­li­en-Ein­kom­men) auf dem Spiel, also muß­te wei­ter­ge­macht wer­den wie bis­her – Show-Exor­zis­men, gute Mie­ne, böses Spiel. Mar­cus sagt im Bio­pic (man kann Found Foota­ge sagen), denn so ist der Film auf­ge­baut, der ihn kon­kret zu einem Exor­zis­mus beglei­tet, wer an Jesus glau­be, müs­se zwin­gend auch an Dämo­nen glau­ben, da Jesus ja selbst Exor­zist gewe­sen sei. Das läßt sich nicht abstrei­ten und bil­det eine inter­es­san­te Grund­la­ge für die­sen Film, der mei­ne Kri­te­ri­en für Exor­zis­mus-Fil­me nicht erfüllt, den ich aber häu­fi­ger als ande­re Exor­zis­mus-Fil­me gese­hen habe. „The Last Exor­cism & The Next Chap­ter“ wei­ter­le­sen

Post Mor­tem: In Skar­nes stirbt nie­mand (Serie)

Nach Mona­ten ohne Abo kom­me ich zu Net­flix zurück und prompt wird mir Post Mor­tem: Ingen dør i Skar­nes, so der Ori­gi­nal­ti­tel, emp­foh­len. Ich bin kein Komö­di­en-Fan, aber die Umset­zung des Stof­fes ist so viel­ge­stal­tig, daß das Schmun­zeln zwi­schen­durch doch OK ist. Die Serie hat schon ein mor­bi­des Flair, das ich sehr mag.

Vor­ab: sie umfaßt nur eine Staf­fel (2021), sechs Epi­so­den – und ist lei­der a) nicht abge­schlos­sen, und b) wohl auf­ge­ge­ben wor­den. Scha­de, aber damit teilt sie das Schick­sal z.B. von Kat­la (2021). Im wei­te­ren Text Spoi­ler zum Inhalt!

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His Hou­se (Film)

Ich erhielt die­sen Film als Emp­feh­lung für ein paar – zu Unrecht – unbe­kann­te “Hor­ror­per­len” auf Net­flix. Doch der Hor­ror­an­teil scheint mir eher gering, wenn auch gut dar­ge­stellt. Viel­mehr geht es um Trau­ma­ta und – wie­der ein­mal – Lebens­lü­gen. Ich spoi­le­re wenig, nicht den “Haupt­fakt”, der den Film erklärt. „His Hou­se (Film)“ wei­ter­le­sen

Rea­dy or Not (Film)

Rea­dy or Not, eine Hor­ror­ko­mö­die von 2019, aktu­ell bei Net­flix auf Platz 2 der “Fil­me der Woche”, ist ein unter­halt­sa­mer Film auf B‑Niveau, der aber doch eine “under­ly­ing mes­sa­ge” hat. Somit hier nicht all­zu­viel zur kon­kre­ten Hand­lung, son­dern zu dem, was ich raus­le­se. (Spoi­ler…)

Da ist die Welt der Rei­chen, des Adels, mit ihren eige­nen Geset­zen; eine abge­ho­be­ne, dem nor­ma­len Men­schen ent­ho­be­ne Welt. Und da sind die­se nor­ma­len Men­schen – gern auch mit per­sön­li­chem har­tem Wer­de­gang wie die Prot­ago­ni­stin im Film, die Braut Grace (ein spre­chen­der Name). Grace wird in die­se ihr frem­de Welt ein­hei­ra­ten – und lernt auf die har­te Art, daß es dar­in obsku­re Regeln gibt, die allen gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen wider­spre­chen. Was hier mit einem töd­li­chen / sata­ni­schen Ritu­al (und gut umge­setz­ten Gore-Sze­nen) dar­ge­stellt wird, ist eben die­se Anders­ar­tig­keit, Abar­tig­keit, Dege­ne­ra­ti­on jener Welt. Aber: und das ist schon der gan­ze Plot, Grace wird die­se anma­ßen­de, töd­li­che Welt zer­stö­ren – rein durch ihre Wil­lens­kraft und ihr Durch­hal­te­ver­mö­gen. Das Fina­le ist gro­tesk, aber von Auf­bau und Effek­ten her unglaub­lich befrie­di­gend.

Wer also auch gern anti­ka­pi­ta­li­sti­sche Visio­nen hegt, wer die (im Film kran­ke) Welt der Super­rei­chen ver­ach­tet, der fin­det hier unter­halt­sa­mes Abend-Fut­ter. Was lernt man aus dem Film? Mit den gezeig­ten Men­schen jen­seits Grace ist kein funk­tio­nie­ren­des Gemein­we­sen auf­zu­bau­en… R(A)sh out.

Lea­ve this world behind

Hier ist es gera­de ruhig. Das hat ver­schie­de­ne Grün­de, u.a. ein gesund­heit­li­cher Aspekt, der Cor­ri-May und mich der­zeit beschäf­tigt und ein wenig aus dem Gleich­lauf bringt. Alles läuft gera­de nicht so rund, die Arbeit nervt extrem – und ich habe irgend­wie kei­ne Lust aufs Stel­la Nomi­ne Festi­val am näch­sten Wochen­en­de (u.a. wegen Woh­nen im Ort, statt Cam­pen, also mit lan­gem Anmarsch oder Fahrt in ver­mut­lich über­füll­ten Shut­tles).

Wie oft in sol­chen Pha­sen zieht es  mich in vir­tu­el­le Wel­ten – Com­pu­ter­spie­le. Das ist in den letz­ten andert­halb Jahr­zehn­ten deut­lich weni­ger gewor­den, so along the lines of “das fas­zi­niert mich nicht mehr”, “die kön­nen mich nicht mehr in ihre Rea­li­tät hin­ein­zie­hen”. „Lea­ve this world behind“ wei­ter­le­sen

Mid­night Mass (Serie) – wie kraß geht Kir­chen­haß?

Ich bin auf den Regis­seur Mike Fla­na­gan über die For­set­zung des Exor­cist-Fran­chises gekom­men: Fla­na­gan soll das Ruder von Green über­neh­men, des­sen Exor­cist: Belie­ver flopp­te. Län­ge­re Zeit hat­te ich schon Mid­night Mass auf der Watch­list auf Net­flix, und habe mir die Serie nun kon­kret vor dem Hin­ter­grund ange­se­hen, daß dar­in katho­li­sche Kir­che und Vam­pi­ris­mus the­ma­ti­siert wer­den, und daß Fla­na­gan den kom­men­den Exor­zi­sten-Film dre­hen soll. Wird das gut­ge­hen? Was als ein­fa­che Fra­ge gedacht war, ver­zerr­te sich zur Aus­sa­ge: “Bloß nicht Fla­na­gan!”

Ja, ich will zu Mid­night Mass fra­gen, wie kraß, wie bös­ar­tig Kir­chen­kri­tik sein kann oder darf. Den Inhalt der Serie set­ze ich als bekannt vor­aus, spoi­le­re also ab jetzt hem­mungs­los. 😉 „Mid­night Mass (Serie) – wie kraß geht Kir­chen­haß?“ wei­ter­le­sen

The Haun­ting of Bly Man­or (Serie)

Daß HBM – “Spuk in Bly Man­or” – eine Serie ist (Wiki­pe­dia, Net­flix 2020, Nach­fol­ge-Serie zu Haun­ting of Hill Hou­se), scha­det m.E. der Erzäh­lung. Ich habe mit Seri­en oft das Pro­blem, das Wolf­gang M. Schmitt in Die Film­ana­ly­se schil­dert: Seri­en sind auf­grund ihrer Län­ge Zer­streu­ung, Fami­li­en­er­satz, vor allem aber Zeit­ver­schwen­dung. Vir­tuo­si­tät, so Schmitt, ist die Beschrän­kung auf das Wesent­li­che. Im Ide­al­fall soll­te man als Zuschau­er die Hin­ter­grün­de in Minu­ten ver­ste­hen, wäh­rend man bei Seri­en oft erst nach vie­len Fol­gen einen Durch­blick hat – talk about Bly Man­or.

Doch zuerst das Posi­ti­ve: Mike Fla­na­gan hat die auf Kurz­ge­schich­ten von Hen­ry James basie­ren­de Serie gut, atmo­sphä­risch ver­filmt. Als Zuschau­er erle­ben wir den Haupt­teil der Geschich­te fokus­siert auf das ame­ri­ka­ni­sche Au-Pair-Mäd­chen Dani­elle, das 1987 als Kin­der­mäd­chen für die Kin­der Flo­ra und Miles in Bly Man­or enga­giert wird. Koch, Haus­häl­te­rin, Gärt­ne­rin und das Au-Pair bil­den die Kern­trup­pe im Her­ren­haus. (Der fol­gen­de Text spoi­lert das Seri­en­en­de!)
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Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten?

Geplant war eine an den Ori­gi­nal­film anschlie­ßen­de neue Tri­lo­gie unter Regie-Füh­rung von David Gor­don Green. Ich habe den ersten Teil (The Exor­cist: Belie­ver / Bekennt­nis) von 2023 bis heu­te nicht gese­hen (“aus Grün­den”) [nun doch, s. Rezen­si­on], aber er ist eher gefloppt und Green hat sich aus dem Fran­chise zurück­ge­zo­gen. „Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten?“ wei­ter­le­sen

Wed­nes­day (Net­flix)

Die glo­rio­se ‘Addams Fami­ly’ ist für mich immer unter dem Radar geflo­gen. Ja, da gab es die Schwarz-Weiß-Serie aus den 60ern, von der ich ein paar Sen­dun­gen in den 70ern gese­hen habe, ohne daß mich das begei­stert oder gefes­selt hät­te – viel­leicht war ich zu jung. Natür­lich konn­te ich so auch nichts über die spä­te­ren Kino­fil­me wis­sen. Aber Wiki­pe­dia hilft wei­ter… Da schau her: es begann schon in den 1930ern, als der Zeich­ner Charles Addams eine exzen­tri­sche Fami­lie mal­te und sie dem Ide­al der ame­ri­ka­ni­schen Klein­fa­mi­lie gegen­über­stell­te. Addams habe mor­bi­den Humor gehabt, weiß der Wiki­pe­dia-Schrei­ber­ling. Es folg­te die TV-Serie, die ab 1970 auch in Deutsch­land aus­ge­strahlt wur­de, s.o.
1991 wur­de mit dem Spiel­film ‘Addams Fami­ly’ von Bar­ry Son­nen­feld nach­ge­legt, 1993 und 1998 folg­ten zwei wei­te­re, danach Ani­ma­ti­ons­fil­me. „Wed­nes­day (Net­flix)“ wei­ter­le­sen

Reid: I’m thin­king of ending things (Roman)

Über die­ses Buch bin ich in einer Red­dit-Dis­kus­si­on gestol­pert, in der es um Bücher ging, bei denen man schon von Anfang an spürt, daß da irgend­was so gar nicht stimmt. Zuge­ge­ben: das ist hier – aus mei­ner Sicht – nicht der Fall, denn man beginnt doch erst­ma­lig am Ende der Auto­fahrt, die­se Din­ge wahr­zu­neh­men. ‘Wie­viel soll ich spoi­lern?’ – die­se Fra­ge war hier zen­tral. Ich habe mich für ‘mit­tel­gra­dig’ ent­schie­den und löse das grund­le­gen­de The­ma nicht auf.  Ich habe den Roman auf Deutsch gele­sen (‘The Ending’), da das eng­li­sche eBook gera­de wegen der Net­flix-Ver­fil­mung deut­lich teu­rer ist. „Reid: I’m thin­king of ending things (Roman)“ wei­ter­le­sen

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