M’era Luna 2022 im Stream

Ein paar Eindrücke von der Terrasse… 😉

VNV Nation war(en) natürlich absolute Klasse mit dem “Classic Set”. Endlich mal wieder ein ruhiger Ronan, der nicht außer Puste kommt und zeigt, wieviel Atmosphäre er mit seiner Stimme erzeugen kann. Und wenn er dann so bewegt ist, ihm die Tränen kommen, dann habe ich auch Gänsehaut. BTW, wenn ich Illusion zur Gitarre singe, muß ich je nach Ausgangsstimmung auch mal mit einem Refrain aussetzen, weil mir die Stimme weggeht. Ist einfach eines dieser “Lieder meines Lebens”.

Nitzer Ebb – nicht “meine” Band, aber unglaublich toll, diese Urgesteine erleben zu dürfen. (Für mich auch Musik, die ich besser hören kann als z.B. Combichrist.)

Nach VNV mein Highlight: The Beauty of Gemina. Die MUSS ich mal in einem kleinen Club sehen, aber leider liegt die September-Tour in meiner Urlaubswoche… In meiner Playlist sind “Into Black”, “Last Night Home (Acoustic)” und “One Million Stars”.

The Mission – nö, zu oft gesehen und Wayne wird nicht besser.

Blutengel – hin- und hergerissen: schöne Melodien, aber doch hart an der Pop-Unerträglichkeitsgrenze. (Und schon habe ich “Morning after the War” ungewollt als Ohrwurm im Kopf.)

Lord of the Lost “Ensemble” – gehen in dieser Form in die Blutengel-Richtung. Da paßt es irgendwie, daß Harms das neue Album von Nino de Angelo produziert hat.

Schandmaul – hm, da bin ich auch sehr ambivalent. Etliche Mal live gesehen; es gibt viele Lieder, die ich mag. Die Stimme des Sängers ist unverwechselbar und trägt viel zum Erfolg der Band bei. Keine abgefahrene Show, sondern Konzentration aufs musikalische “Handwerk”. Was mir persönlich nicht gefällt, sind die politischen Statements von der Bühne herab (das sollte in einem anderen Rahmen diskutiert werden). Und – gefühlt – jedes Jahr die Werbung für Viva con Agua… Ich meine, die Leute von VcA laufen ja schon offensichtlich auf dem Festival-Gelände herum und bekommen auch von mir Pfand (wenn ich vor Ort bin <g>), aber da muß ich nicht von der Bühne herab belehrt werden.

Und natürlich kann man schon auf der ML-Seite die ersten Acts für 2023 sehen… (neben vielen Impressionen vom Wochenende)

 

a handful of bands we love

“None of us probably ever have more than a handful of bands we love, a larger group of twenty or so that we devote any real time to and with the majority we either ignore them or shake disapproving heads. Some we even come to loathe.”

[Mick Mercer, HEX Files: the goth bible, Kindle 2021]

Ich glaube, da ist was dran. Zwar kann man heute dank Streaming sofort in fast alles reinhören, man muß also keine physischen Tonträger kaufen, aber wer behält dennoch eine ganze diverse, in viele Richtungen ausgefranste Szene im Überblick? Dazu kommt so eine Scheuklappenberichterstattung bei den verbliebenen Printmedien (z.B. Sonic Seducer). Ich lese regelmäßig die News vom Sonic, aber das ist zum großen Teil mit massivem Fokus auf den beiden M: Metal und Mittelalter. (Ja, ein bißchen pauschal die Aussage, aber ganz ehrlich: den “krassen neuen Act” habe ich über diese News für mich noch nicht entdeckt.)

Also, was sind die Bands, die ich liebe? In no particular order: VNV Nation, Lacrimosa, Mesh, Fields of the Nephilim, Deine Lakaien, The Crüxshadows

Und die 20, für die ich mir Zeit nehme? Die Obigen + Mono Inc., Kite, Henric de la Cour, London after Midnight, Assemblage 23, Empathy Test, Blutengel, The 69 Eyes, L’Âme Immortelle, Whispers in the Shadow, The Beauty of Gemina

Was ich so ignoriere: Rammstein-Epigonen, dieses ganze “neue deutsche Härte” Ding, viel Gothic Metal und Crossover mit Black Metal, Harsh Electro, ASP, fast alle Mittelalter-inspirierten Bands (bis auf Einzeltitel (Eisblumen – Subway to Sally)) + “Pagan”, Industrial

Aber dann sind da noch die Bands, von denen ich oft aus irgendeiner Quelle nur ein Lied kenne, das sich in meiner Playlist befindet. Immer wieder nehme ich mir vor, mehr zu hören, tiefer in das Werk einzusteigen, aber oft bleibt es bei dem Wunsch (aus Zeitmangel? Mangel an Interesse?). Hierhin gehören neben vielen anderen: Les Fleurs du Mal, The House of Usher, Traitrs, Shy Guy at the Show, Paura Diamante, The Last Dance.

Ja, und dann sind da die Bands, die mir mal ganz wichtig waren, es aber heute nicht mehr sind: Rausch, The Cure, New Model Army, In Extremo, Illuminate, Funker Vogt, Covenant.

Das gibt vielleicht so einen kleinen Einblick auch in die künftige thematische Ausrichtung des Blogs. Andererseits merke ich beim Korrekturlesen, daß das doch alles sehr verkürzt ist und mich nicht wirklich abbildet. Jedes Bild ist eine Reduktion; ich bin mehr als diese Liste. 😉

Rush out.

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