7 Kommentare zu „Nacht­le­ben in Koblenz“

  1. Hi! Du schreibst tat­säch­lich etwas vom (New) Dreams in den 80ern. Du hast nicht zufäl­lig noch irgend­et­was aus der Zeit? Bil­der, Fly­er, Ein­tritts­kar­ten?
    Ich suche näm­lich nach Bele­gen zu der Zeit 1986–1989.

    Dan­ke, lie­be Grü­ße,
    Joa­chim.

    1. Hi Joa­chim, lei­der habe ich da gar nichts… Habe mit einem Freund gespro­chen: er meint, sich erin­nern zu kön­nen, daß es da so Ver­zehr­kar­ten zum “Abknip­sen” gab. Die gab es auf jeden Fall im Extra Dry. Es ist wit­zig, wie man sol­che Details ein­fach nicht mehr in der Erin­ne­rung hat… Grü­ße, Rush

  2. Hi Rush,

    mei­ne Gedan­ken dazu: “Rück­zug ins Pri­va­te”. Klei­ne Loca­ti­ons und Festi­vals wer­den immer weni­ger, man kon­zen­triert sich auf’s Pri­va­te und eini­ge Mega-Events, sie­he auch:
    https://www.ndr.de/kultur/musik/mehr-als-60-kleine-festivals-in-sh-sind-vielleicht-zu-viele,festivals-110.html

    War­um? Die Gesell­schaft frag­men­tiert, jeder macht nur noch sein eige­nes Ding, es blie­ben nur noch die Gro­ße­vents, schlecht für klei­ne­re Sachen und nicht so super-bekann­te Künst­ler.

    1. Hi Micha­el,
      das ist ein span­nen­des The­ma… Ich lese im von dir ver­link­ten Bei­trag, Coro­na habe das Frei­zeit­ver­hal­ten nach­hal­tig ver­än­dert. Ich weiß nicht, ob ich dem zustim­me. Ich sehe das eher so, daß unter­schied­li­che “Gene­ra­tio­nen” anders fei­ern: ich erle­be “mei­ne” Gen-Zs eher häus­lich – das ist so ein stück­weit der Rück­zug ins Pri­va­te. Mit denen ist kei­ne breit auf­ge­stell­te Club- oder Festi­val-Land­schaft zu unter­hal­ten. Ande­rer­seits set­zen die Ver­an­stal­ter auf die Boo­mer bzw. Gen‑X, als ver­meint­lich zah­lungs­kräf­ti­ge Kun­den, die Glam­ping und VIP-Logen usw. auch tat­säch­lich bezah­len.
      Dann ist es aber so, daß klei­ne Festi­vals – ich ken­ne v.a. das Stel­la Nomi­ne – sich eta­blie­ren kön­nen, wenn das Gesamt­pa­ket stimmt. Wobei auch dort Streß bzgl. des Lärms The­ma ist – ein Arti­kel in der Tor­gau­er Zei­tung unk­te, nach In Flam­men und SN 26 kön­ne näch­stes Jahr gar Schluß sein…
      Letzt­lich pas­siert nun auf grö­ße­rer Ebe­ne das, was in allen klei­nen Orten hier bei uns im Umkreis zu sehen ist: in mei­nem Hei­mat­ort gab es mal um die 25 Gast­stät­ten – und alle Wir­te haben ihr Geld ver­dient.
      Davon sind heu­te 2 geblie­ben, davon 1 nur, weil sich ein paar Leu­te zusam­men­ge­tan haben, um die Knei­pe nicht ster­ben zu las­sen.
      Wenn ich mei­nem 92jährigen Vater davon erzäh­le, fragt der immer: “Ja, was machen die Leu­te denn jetzt?” – Und ich ver­wei­se auf TV und Strea­ming­dien­ste, auf Social Media, das Inter­net all­ge­mein.
      Ich habe mal den Begriff der “Ama­zo­ni­sie­rung” der Sze­ne / der Men­schen gebraucht: Man kann alles bestel­len, muß nicht das Haus ver­las­sen. Selbst aus­ge­wähl­te Kon­zer­te des M’era Luna wer­den direkt gestreamt, so daß ein Freund von mir mit kal­tem Bier auf dem Bal­kon sit­zen und zuschau­en kann.
      Und an dem Punkt müß­te man eigent­lich wei­ter gehen und über das The­ma Erfah­run­gen spre­chen, also was macht eine “ech­te Erfah­rung”, ein ech­tes Erleb­nis, aus? Muß ich vor Ort sein, oder kann ich das Kon­zert im Stream schau­en? Für den Phi­lo­so­phen Epi­kur wäre das ziem­lich egal gewe­sen, denn die Besei­ti­gung von “Unlust” konn­te durch jedes Mit­tel gesche­hen: bei Hun­ger rei­chen Brot und Was­ser, es muß kein Luxus-Mahl sein. Für mei­nen Freund reicht der Stream, er muß nicht vor der Büh­ne ste­hen.
      Ver­mut­lich wird sich die Sze­ne noch wei­ter mas­siv ändern.
      Und so, wie Clubs nun breit gefä­cher­te Ange­bo­te für jedes Kli­en­tel anbie­ten, sehe ich gera­de beim M’era Luna so eine Gene­ra­li­sie­rung, weg von der kon­kre­ten Schwar­zen Sze­ne. Ich habe ja letz­tes Jahr geschrie­ben, das ist für mich ein “Festi­val der Alter­na­ti­ve Music”, aber kei­ne “schwar­ze Ver­an­stal­tung”.
      Schau­en wir ein­fach mal, was der Som­mer so zu bie­ten hat. 🙂
      Vie­le Grü­ße
      Rush

  3. Hi Rush,

    “Live-Stream” vom M’era Luna mit ’nem Bier in der Hand habe ich mir auch schon gegönnt. Arte lei­stet da ja auch gute Arbeit. Lei­der kann ich auch die­ses Jahr aus beruf­li­chen Grün­den wie­der nicht dabei sein, geht es wie­der näch­stes Jahr.

    Gruß
    Micha­el

    1. Ich auch, vor Jah­ren.
      Es ist im Grun­de eine Fra­ge nach dem Ver­ständ­nis von Rea­li­tät: ich habe oben von “Erfah­rung” gespro­chen. Ich erin­ne­re mich dar­an, wie ich in den 90ern das erste Mal via Tel­net auf einem japa­ni­schen Ser­ver ein­ge­loggt war. Ich dach­te: wow, du bist in Japan! Das war für mich eine beson­de­re “Ver­si­on” oder Wahr­neh­mung von Rea­li­tät: ich sit­ze in Düs­sel­dorf und “bin” via Com­pu­ter in Japan.
      Und ich mei­ne, daß die­se Form von Erfah­run­gen zuneh­men wird, also daß es Men­schen aus­rei­chen wird, wenn sie vir­tu­ell an etwas teil­neh­men.
      Das ist so das, was die­se 80er-Jah­re Accounts auf Insta immer schön raus­stel­len: DAMALS [tm] waren wir noch dreckig mit zer­ris­se­nen Kla­mot­ten und im Regen drau­ßen und es gab kein Han­dy usw.
      Das ist so eine Form von – mir fällt jetzt kein guter Begriff ein… so ein mit allen Sin­nen spür­ba­res Leben vs. dem audio-visu­el­len Kon­sum übers Inter­net. Es ist eine Reduk­ti­on des Erle­bens auf das, was ein Bild­schirm zeigt.
      Ich bin wirk­lich gespannt, wo das hin­führt…

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