Zeit für schwarze Rente?

Ich möchte wieder einmal auf das Spontis-Blog hinweisen, wo es aktuell einen Artikel von ‚graveyardqueen‘ mit dem Titel „Ich werde zu alt für diesen Scheiß!“ gibt. Schmunzeln mußte ich, als ich den Text las, aber da war das Eingeständnis auch nicht weit, daß ich das, was g. beschreibt, sehr gut kenne.

Denn das ist ja genau das, was ich hier nicht beschreibe – Zweifel oder Müdigkeit, den Streß, den ich mit manchen Terminen als introvertierte Person habe. Also auch mal ein Geständnis: ich habe letztes Jahr zwei Konzerte bzw. ein Konzert und ein Mini-Festival ausfallen lassen, bin nicht hingefahren, beide Male Kulttempel. Zum Konzert hätte ich sowieso allein fahren müssen, es war eine stressige Zeit und ich hatte schlichtweg keinen Bock – auf Lacrimosa? Nein, auf Fertigmachen, 2-Stunden-Fahrt, Rückfahrt in der Nacht usw. Sehr schade im Nachhinein, aber nicht zu ändern.

Wie war das doch mit dem Altwerden? Ich hatte hier in einem Beitrag geschrieben, wann ich mich zu alt für die Szene fühlen würde: das wäre, wenn ich zur Musik nicht mehr tanzen könnte. Ganz ehrlich: die halbe Nacht unterwegs sein und „unermüdlich“ tanzen, das kriege ich aktuell nicht (mehr) hin.

Komisch, so frage ich mich, warum kommt dieser Sp.-Artikel gerade jetzt, wo ich den Webspace für mein Blog gekündigt habe? Ich glaube ja an solche Synchronizitäten. Ist es der ‚wake-up call‘ oder die Bestätigung für Couch, Chips und YouTube? 😉

Zu alt für die Szene? Ein Kommentar

In einem Video ging Orphi Eulenforst der Frage nach, wann und ob man grundsätzlich zu alt für die Szene sein kann. Sie benennt dabei drei Faktoren, die sie diskutiert. Ich möchte das aus meiner Sicht kommentieren.

1. – der Mainstream, der bei zunehmenden Falten und grauen Haaren (der ’schwarzen‘ Person) fragt, ob man denn noch immer ‚Rebellion‘ gegen die Gesellschaft betreiben wolle. Ich sehe das hier etwas anders als Orphi, denn für mich ist die Szene eine Form von Rebellion gegen die Gebräuche einer Mehrheitsgesellschaft, die ja ihrerseits ständig im Wandel ist. Somit ist es ohne Frage, daß mich kein ‚Mainstreamler‘ von diesem Thema ‚Schwarze Szene‘ abbringen könnte – I just don’t care. Aber: für mich ist Szene eben nicht nur Konzerte und Festivals, sondern ein grundsätzliches Lebensgefühl, ein „Anders-Schauen“ auf die bunte Welt ‚da draußen‘. Und: ich trage zwar oft Schwarz, bin aber nicht grundsätzlich als ‚Szene-Mitglied‘ z.B. in beruflichen Terminen erkennbar. Ich mach mein Ding, der Mainstream seins – paßt. Nur: komm mir nicht ins Gehege, Freund!
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