M‘era Luna 2023 – wir kommen (DOCH)!

Das Leben wird nicht länger, wenn man untätig rumsitzt. Nach der langen Castrum-Nigra-Nacht sagte meine Frau am Nachmittag: „Schau mal, die Fields haben beim M‘era-Luna abgesagt, dafür kommen Mono Inc.“ Auch sonst ist für meine Frau „mehr dabei“ als für mich, aber mich reizt vor allem das M‘era-Luna-Ambiente, das Campen, das Flanieren auf der Startbahn usw.
Ja, 2019 bin ich mit gemischten Gefühlen vom ML wieder abgereist. Viel Kommerz, viel „Fun“ (Geisterbahn – hach, wie lustig…), und ein „Mittelalterdorf“ wird irgendwann für jedes Festival verpflichtend… 🙄

Doch seit ich 1998 erstmalig beim Zillo-Festival auf diesem Gelände in Hildesheim stand, ist da etwas von mir zurückgeblieben, das ich gerne durch erneute Anreise aufsuche.

Karten sind unterwegs, der Rush wird mitten unter Euch sein. 😁

Nachtrag: Bericht Freitag, Samstag, Sonntag

Castrum Nigra 2023

Castrum Nigra, Ehrenburg, 2023Wir sind am frühen Morgen von der 9. Castrum Nigra auf der Ehrenburg bei Brodenbach an der Mosel zurückgekehrt. Fazit: Wundervoller, sehr stimmiger Abend in großartiger Kulisse. Und bei 30°C am Spätnachmittag wurde es, wie 2019, eine recht warme Nacht.

Die Veranstalter bieten insgesamt 5 Dance Floors, der Höhe nach geordnet: Oben im Palas NDH, darunter Electro in der Schatzkammer, der „neonschwarze“ Main Floor auf das Bastion mit tollem Blick zum angestrahlten Bergfried, ganz unten der Rittersaal mit „The Dark Side of Gothic“ sowie im Innenhof der Burg die Mittelaltermusik.

Verschiedene Künstler präsentierten sich, wozu ich nur eigene Eindrücke wiedergebe von dem, was ich sah – das Programm findet man auf der Webseite. „Castrum Nigra 2023“ weiterlesen

Amphi 23 – noch 3 Wochen

Amphi Festival, 2023, Running Order, Preview [Nachtrag siehe unten – viele Überschneidungen!]

Das Amphi-Festival steht vor der Tür. Gestern habe ich mir die Band-Liste für beide Tage ausgedruckt und war erstaunt, wie hochkarätig diese in diesem Jahr ist. Das wird ein spannendes und sehr volles Wochenende.

Sehr voll wohl auch deswegen, weil gerade einige der unbekannteren Acts auf der dritten Bühne auf dem Rheinschiff spielen werden, wo man mit Shuttle-Bus hinfahren muß. Mir hat diese Aufteilung des Festivals noch nie zugesagt. Vermutlich stand am Anfang die Überlegung: was man in Leipzig kann, das geht auch in Kölle. Mal ein bißchen Schwarz über die Stadt bringen. Allerdings muß man heute auch in Sachen Klimaschutz / Klimaaktivismus fragen, ob es noch zeitgemäß ist, pausenlos Busse vom rechten ans linke Rheinufer fahren zu lassen, weil man sich eine Bühne auf einem Schiff “gönnt”. Wie gesagt, mich persönlich nervt das – und im Zweifelsfall lasse ich diese Bands für mich ausfallen, weil ich keinen Bock auf die Fahrt habe. „Amphi 23 – noch 3 Wochen“ weiterlesen

Persönliche Musikgeschichte, Teil 4

2000er – Family Life

2001 wurde unser erster Sohn geboren – wir gingen in den family mode. Musik und “Schwarze Szene” traten in den Hintergrund, auch weil wir als Familie in einem religiösen Bereich sehr engagiert waren (und ich ganz viel skandinavische Musik, viel Folk hörte).
(Die vorhergehenden Teile dieser Artikel-Serie: 1, 2, 3)

M’era Luna 2000

2002, 2004 und 2005 war ich dennoch wieder auf dem M’era Luna, wobei ganz klar das 2002er Konzert von VNV Nation herausragt. Die Live-Version von Legion fand sich später dann auch auf der “Honour 2003″ MCD. Hervorzuheben aus allen drei Events auf dem Hildesheim-Drispenstedter Flughafen sind für mich:
HIM (ja, doch, irgendwie schon), Soft Cell, Suicide Commando, The 69 Eyes, Schandmaul, L’Âme Immortelle (mit dem ergreifenden “Bitterkeit”), Funker Vogt, Oomph!, Lacrimosa (geniales Konzert), Covenant, The Mission, Umbra et Imago (besser aber beim WGT in der Agra-Halle), Rotersand, The Sisters of Mercy, Deine Lakaien, Diary of Dreams, Faun, Zeraphine, Mesh, The Crüxshadows – so viele schöne Erinnerungen. Tage im Zelt, Dosenfutter auf dem Spiritus-Kocher, Heimfahrt mit schlammbedecktem Auto. „Persönliche Musikgeschichte, Teil 4“ weiterlesen

Persönliche Musikgeschichte, Teil 3

Zillo Open Air 1998

Zillo Festival 1998 u. 99

Wieder einmal wurde die “schwarze Musik” für mich zu einer Art “Befreiungsschlag”, denn die im 2. Teil (1. Teil hier) erwähnte Beziehung mit S. endete glücklicherweise 1997 – und im darauffolgenden Sommer 1998 stand ich auf dem Hildesheimer Flugplatz beim Zillo Open Air. Als Secret Discovery mit “Hello Goodbye” (“Hello, I’m gonna leave you, I want to say goodbye to you”) das Festival eröffneten und mir die Bässe durch den Bauch dröhnten, wußte ich wieder, wo ich “hingehörte”. (Das klingt so lakonisch hingeschrieben, aber wenn ich daran zurückdenke, kommen die Emotionen wieder hoch, ich bekomme Gänsehaut, als sei es gestern gewesen. Es ist meine Musik, über die Jahrzehnte, immer wieder der Soundtrack meines Lebens, besonders in schwereren Zeiten (?).) „Persönliche Musikgeschichte, Teil 3“ weiterlesen

Was geht noch?

Im Nachgang zum Artikel von gestern über das Altern der (und in der) Schwarzen Szene fiel mir abends ein: schau doch mal, welche Webseiten heute noch existieren, die du “früher” schon kanntest. Stirbt die Szene aus?

Was heißt “früher”? Meine erste “schwarze Seite” hatte ich 2007, popelige HTML-Seite. Schauen wir doch mal in die gezippte Sicherung rein, prüfen wir, welche Links zu “Szeneseiten” man noch aufrufen kann. Die Spannung steigt:  „Was geht noch?“ weiterlesen

Das Altern der Schwarzen Szene

Ich habe die Berichterstattung übers WGT 2023 komplett ausgelassen, auch weil das Pfingstwochenende für mich anderweitig verplant und ausgefüllt war (neben der schon geschriebenen Tatsache, daß mich das Treffen nicht so interessiert). Klar, man sieht in den Vorschaubildern diverser News Streams die immer gleichen Fotos von den “krassesten Kostümen”, aber das nervt mich schon lange.

Einen eher launischen Artikel von Luca Glenzer findet man bei “nd”, wovon ich doch den letzten Absatz zitieren möchte: „Das Altern der Schwarzen Szene“ weiterlesen

World Goth Day?

Immer wenn World-irgendwas Day ist, meine ich, die Grundidee sei schon verraten worden. Oder – in die andere Richtung: Wer/was einen Memorial Day braucht, ist auf dem absteigenden Ast. Ich brauche diese ganzen Gedenktage nicht, mußte mich aber heute morgen belehren lassen, daß ich gestern den World Goth Day verpaßte habe. Mea culpa… Mein Tag gestern war ein World Rush Day – schlecht gepennt, fünf Stunden intensiv gearbeitet, anderthalb Stunden Fitneß-Studio, nochmal Arbeit, dann zu einem VHS-Kurs. Danach noch meinem Sohn beim Holzspalten im Garten geholfen, mit meiner Frau gestritten, müde ins Bett gefallen.

Aber, dank des Blogs Watson wurde ich heute an all das Verpaßte erinnert. Fasten your seatbelts für eine fast-forward-Reise durch Goth und alles, was man üblicherweise damit assoziiert – “send pix”.
Hier findet sich der dort unter “Leben\Spass” eingestellte Beitrag. Leben und Spaß wären eine philosophische Betrachtung wert. 😳 Rush out.

Tabus der Mehrheitsgesellschaft

“Sex & Tod, schwarz & weiß – diese vordergründigen Widersprüche sind stilprägend für die Gothics. ‘Schönheit’ schließt für die Gothics das Häßliche mit ein, bedingt es geradezu. Kein Leben ohne Tod, kein Licht ohne Dunkelheit, keine Freude ohne Trauer. Um ‘Glück’ zu definieren, muß ich auch ‘Unglück’ erfahren haben. Gothic zu sein bedeutet für die meisten nicht, ständig unter Depressionen zu leiden, sondern die schwarzen Seiten des Lebens auch zuzulassen. … Die geradezu magische Anziehungskraft, die extreme Themen, Gefühle und Lebensstile (Tod, Sadomasochismus, Körperschmuck wie Piercing usw.) auf die Gothics ausüben, nährt sich aus den Tabus und Verdrängungen der Mehrheitsgesellschaft.”
[Klaus Farin, ‘Die Gothics, Berlin, Bad Tölz 2001’]

VNV Nation Electric Sun Tour 2023

Ronan Harris hatte auf dem Amphi 2022 angekündigt, 2023 solle wieder ein etwas “dunkleres Album” rauskommen. Jetzt ist es da, heißt “Electric Sun” und ist Stand 5.5.23 auf Platz 5 (!) der deutschen Album-Charts. Wow – und herzlichen Glückwunsch, Ronan!

Schon beim ersten Hören war ich fasziniert, wie vorher nur bei Praise the Fallen, Empires und Automatic. Ein Hörerlebnis wie aus einem Guß. Klar, da wird  VNV Nation nicht neu erfunden, aber es ist doch more of the good stuff. Kurzentschlossen fuhren meine Frau und ich zum Konzert im E-Werk in Köln am 5.5.23.
Von der Vorband, den Traitrs, habe ich einen Titel in meiner “Rush-Playlist”. Zu viel Geschrummel und der Versuch, wie Robert Smith zu klingen (ist auch Chrissy vom Mitternachtsreigen aufgefallen). Unterhaltsam, ja, kann man hören, ja, aber mehr – für mich – nicht. „VNV Nation Electric Sun Tour 2023“ weiterlesen

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