“And it came over him again. Not a thought formulated in words, but as a virulent feeling: I am alone. I am … completely alone.”
[J.A. Lindqvist, Let the Right One In]
Aktualisiert 7.2.24
Das Cold Hearted Festival (Facebook) fand m.W. erstmalig im Jahr 2022 statt, geht somit in diesem Jahr in die 3. ‘Auflage’. Gestartet war man im Alten Schlachthof in Dresden. In diesem Jahr wird es erstmalig eine parallele Veranstaltung im Matrix in Bochum geben.
Das Festival wird beschrieben als ‘International Cold Wave & Post Punk Convention’, was schon ziemlich edel klingt.
2022 waren in Dresden ‘am Start’: Lebanon Hanover, Ash Code, The KVB, Dark, Selofan, Rue Oberkampf, Buzz Kull, Bleib Modern, Bragolin, NNHMN, Bedless Bones – hier das Aftershow Movie.
2023 waren diese Künstler dabei: She Past Away, Vision Video, Forever Grey, Kontravoid, Minuit Machine, Syzygyx, Die Selektion, Agent Side Grinder, Geometric Vision, Ploho, Milliken Chamber – hier das Aftershow Movie.
Ja, und in 2024 werden Lebanon Hanover in Dresden als Headliner auftreten,- nein, hier gab es eine Änderung: Für Lebanon Hanover paßt der Termin nicht in ihren Tourablauf; sie erklärten, da gar nicht in D zu sein. Somit ersetzen KITE aus Schweden LH in Dresden.
In Bochum sind Linea Aspera Headliner. Für Bochum, wo ich auch anwesend sein werde, sind noch bestätigt: Twin Tribes, Rendez-Vous, Nürnberg und Rue Oberkampf. Leider scheint es nach jetzigem Stand (17.1., Festival-Homepage, 6.2., Monkeypress) so zu sein, daß mehr Bands in Dresden auftreten, somit das Programm dort evtl. etwas attraktiver sein dürfte. Insbesondere Kalte Nacht hätte ich gern in Bochum gesehen…
Tickets (für Bochum) gibt es für 50€ via Eventim.
Wie in der ursprünglichen Ankündigung erwähnt, sollte die “Fortsetzung” eine Trilogie sein. “Believer” startete im Oktober 2023, “Deceiver” sollte im April 2025 in die Kinos kommen. Das ist nun unklar, weil Regisseur David Gordon Green nach dem ersten Teil der Trilogie nicht mehr Regie führen wird. Das berichten Scary Movies wie auch Blickpunkt Film und andere Portale. Angeblich sei sein Terminkalender zu voll, um den Film rechtzeitig abdrehen zu können. Blumhouse sucht also einen neuen Regisseur, was grundsätzlich auch bedeuten könnte, daß jemand gefunden wird, der das Thema besser umsetzt. We’ll wait and see.
(Ich muß ja noch ‘Believer’ schauen, aber mir ist das Geld für Leihe/Kauf zu schade…)
Lord of the Lost waren nämliches, lost, beim letzten ESC und – Wortspiel – letzter Platz. Warum man als Act aus dem Bereich der Schwarzen Szene, so verstehe ich die Band, die ich selbst nicht höre, zwingend seine Musik via ESC einem Mainstream-Publikum oktroyieren will, erschließt sich mir nicht. Zu unterstellen, Massenwirkung, Massenbeliebtheit, Masseneinkommen seien das alleinige Ziel, greift wohl zu kurz. Ja, es steht dem Künstler frei, sich so zu vermarkten, will er will. Glaubwürdigkeit ist doch irgendwie ein hohler Begriff, oder? Phöser Spruch. Ja, ich hänge da möglicherweise einem alten Bild von Schwarzer Szene nach. Für mich war sie immer Gegenkultur. Nichts habe ich so gehaßt, wie die graue Welt meiner Eltern, nichts so wie den bunten Mainstream, Luftnummern und gleichgeschaltetes Vakuum im Kopf und einen ‘europäischen Liederwettbewerb’. “Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund” – Opa sagte immer, dat Nikohle hat wieder gesungen. Toleranz ist, wenn man trotzdem lacht.
Zweiter Anlauf nun für Norwegen, Norway! Norvège! Gothminister gehen in die nationale Vorauswahl mit dem Song ‘We come alive’. Hier das Video dazu, sehr schön gemacht. Ok, auch der Song als solcher gefällt mir gut, speziell die Lyrics. Wären die mal in knackigen Gothic Rock verpackt und nicht diesen schwarzen Mainstream-Sound, der jährlich von den Festival-Bühnen schreit, dann – Top-Song.
Aber gut, Rush will kein Spielverderber sein. Alles Gute, Herr Minister, beim Vorhaben, die nordischen, dann europäischen Herzen auf creepy zu polen. I mean it. Rush out.
Nachtrag 15.2.24: Der Herr Minister hat es nicht geschafft, die Folk-Rock-Band Gåte vertritt Norwegen.
Angesichts der aktuellsten Wittschen Kooperationen – “Elektrosexuell” mit Harms und “Ich hab dich nie vergessen” mit Nino de Angelo – habe ich mir mal das Album vom September 23 angehört, das wohl um diese Lieder und drei weitere ergänzt im Februar 24 in einer Special Edition erscheinen soll.
“Elektrosexuell” ist im Grunde gar nicht schlecht, weil es auf recht allgemeiner Ebene gesellschaftskritische Statements bringt: Wahrheit ist digital, wir sind ferngesteuert, ‘irgendwer’ gibt uns täglich unsere Drogen, wir hängen am Tropf… Das bleibt aber alles wenig konkret, plätschert poppig vor sich hin. Witt: Der Fels in der Brandung – Kurzeindruck weiterlesen
Heimfinden
im Dunkel deiner Augen.
Mit einem Lächeln neu eingesetzt
ins ewige Spiel,
und deine Nähe bannt
die Kühle des Nachtwindes,
der Schnee bringen könnte?
Auf neuen Wegen durch alte Gassen,
wenn die andere Welt noch fern ist.
Über dem Abgrund, gehalten,
im Flutlicht, das uns in ein
gigantisches Theater versetzt,
in dem wir eng umschlungen,
den Auftritt der Geborgenheit erwarten,
die uns initiieren wird. Heimfinden weiterlesen
Das Printmagazin Sonic Seducer schaut in verschiedenen Beiträgen auf das Jahr 2023 zurück:
Festival Fans / Live Fotos / Alben des Monats / Titel Bands
Nebenbei: ich nutze die Seite v.a. zum Überblick über Tourdaten der Künstler.
Das “Online-Magazin zum phantastischen Film”, Years of Terror, wo ich sehr gerne ab und an reinschaue, hat den neuen Exorcist-Film, den ersten einer geplanten Trilogie rezensiert. Lesenswerter Artikel mit den Stichworten “verschenkte Chancen” und “seelenloser Exorzismus”.
Nebenbei: der Artikel erwähnt nicht die TV-Serie Exorcist, deren erste Staffel mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte hier im Blog auf die neuen Filme hingewiesen und danach noch kurz über erste kritische Reaktionen berichtet.
“He really liked the basement. It was like being in another world, while knowing that the other world was still there outside, above you, if you needed it. But down here it was quiet, and no one came and said anything, did anything to you. Nothing you had to do.”
John Ajvide Lindqvist, ‘Let the Right One in’
Das Jahr beschlossen wir im Kulttempel in Oberhausen, wo Kirlian Camera im Rahmen ihrer “Black Pyramid”-Tour gastierten.
Als Vorband überzeugten mit sehr privat wirkender Show A Spell Inside (Wikipedia). Sänger Michael Roeder war dem Publikum zugewandt, sprach es an – das gehört für mich zu einem schönen Auftritt dazu. Nichts hasse ich mehr als Bands, die ohne irgendwas zu sagen ihre Lieder runterschrummeln (runtertasteln?). Natürlich war ‘Frei Sein’, eines meiner Lieblingslieder, auf der Setlist. Sehr gut gefiel mir der neue Song ‘Celebrate the Past’. Lieder in Englisch und Deutsch wechselten sich ab. Roeder bedankte sich bei der Person, die den Gig als Vorband für heute arrangiert hatte (Name ist mir entfallen – Klaus?); das war wohl derjenige, mit dem die erste Veröffentlichung der Band aufgenommen worden war, soweit ich verstand, das Lied ‘Boundary’.
Da Roeder auch Sänger von Behind the Scenes ist (Wikipedia), die ich 1999 auf dem Zillo-Festival gesehen habe, wurde ein Song dieser Band gespielt. Roeder sagte, es gebe oft die Frage nach neuem Material (ich bezog das auf BTS, nicht ASI), aber da sei nichts geplant; es bleibe aktuell bei Live-Auftritten.
Bei der Disco im Anschluß an die Konzerte war Roeder auf der Tanzfläche unterwegs.
Noch zwei Bilder zu A Spell Inside: Kirlian Camera, Kulttempel, 29.12.2023 weiterlesen