Heimfinden

Heimfinden
im Dunkel deiner Augen.
Mit einem Lächeln neu eingesetzt
ins ewige Spiel,
und deine Nähe bannt
die Kühle des Nachtwindes,
der Schnee bringen könnte?

Auf neuen Wegen durch alte Gassen,
wenn die andere Welt noch fern ist.
Über dem Abgrund, gehalten,
im Flutlicht, das uns in ein
gigantisches Theater versetzt,
in dem wir eng umschlungen,
den Auftritt der Geborgenheit erwarten,
die uns initiieren wird. „Heimfinden“ weiterlesen

Basement

„He really liked the basement. It was like being in another world, while knowing that the other world was still there outside, above you, if you needed it. But down here it was quiet, and no one came and said anything, did anything to you. Nothing you had to do.“

John Ajvide Lindqvist, ‚Let the Right One in‘

Jack Ketchum: The Girl next door (Roman)

Schaut man hier und da auf Youtube ein bißchen nach „creepiest book“ oder „most disturbing reads“, dann werden dieses Buch und der Roman „Let‘s go play at the Adams‘“ oft in einem Zug genannt.

Das letztere Werk von Mendal Johnson hat aber doch eine andere Ausrichtung, denn in ihm geht die beschriebene Gewalt tatsächlich von Kindern/Jugendlichen aus. Ich habe den Roman, der teilweise nach Veröffentlichung 1974 kaum oder nur für horrende Summen zu bekommen war, letztes Jahr gelesen: harte Kost. „Jack Ketchum: The Girl next door (Roman)“ weiterlesen

Die Heilige Nacht

Regen fällt auf Straßen dunkelster Nacht.

Freudlose fahlgelbe Fenster stieren,

rote Wangen hinter einer Gardine, verzerrt durch Nässe.

Kinderlachen – Lachen des Windes im Dachstuhl,

Engelsmusik erreicht kein totes Radio, totgewünscht.

Abgeschottet, ohne Ohren, Augen,

eingeschlossen mit der Trauer, der tieferen Trauer

in der reinen, hellen Zeit.

„Oh, du Fröhliche, oh, …“

[© Rush / V. Wagner]

J.F. Gonzalez: Survivor (Roman)

Der Inhalt wird z.T. gespoilert!

Ich wollte hier längst schon Ketchums ‚The Girl next Door‘ vorgestellt haben, dabei kurz einen Schwenker zu Johnsons ‚Let’s go play at the Adams“ gemacht haben, aber irgendwie liegt das (gelesene) Buch von Ketchum wie Blei im Regal. Mein Thema ist eigentlich Horror in seinen paranormalen Ausprägungen, aber irgendwie schaue ich doch immer wieder über die Grenze zu Büchern, die Abgründe des ‚Menschseins‘ zeigen. Das ist ganz klar auch bei ‚Survivor‘ der Fall, einem Werk, in dem es um sogenannte Snuff-Filme geht. Das sind Filmaufzeichnungen von Grausamkeiten und Folter bis hin zum (scheinbaren?) Tod des Opfers. Ich war mir bislang sicher, daß es tatsächlich Snuff-Filme gibt, aber die Wikipedia meint, das sei eine ‚moderne Sage‚. Diese Frage ist auch Thema der Ermittler in der Ende der 1990er spielenden Geschichte.  (Mein erster Kontakt mit dem Begriff des Snuff-Films war in Bret Easton Ellis‘ „Less than Zero“ (1985).) „J.F. Gonzalez: Survivor (Roman)“ weiterlesen

Betet mit mir

Betet mit mir
die Nacht wird kalt
schmerzen wird der Leib
singen wird die Seele

Betet mit mir
daß Sie kommt
deren Hand heiligen kann
mit Feuer und Zärtlichkeit

Betet mit mir
das Banner muß aufrecht bleiben
das Klagelied verstummen
Säuseln sollen Ketten
Streicheln sollen Fesseln

Betet mit mir
um Erlösung durch Ihre Hand
um Ruin und Bitterkeit
Ergebung und mattes Glänzen
vor Ihren Füßen

[© Rush / V. Wagner]

 

{Nach „Laken so weiß“ hier noch einmal der Blick auf die nächtliche Welt vom Boden aus. Für einen Gläubigen ist das ‚Betet mit mir‘ blasphemisch, für das Ich im Text ist es aufrichtiges Gebet zu einem Gott, der sehr genau weiß – aus eigener Erfahrung -, was Schmerz ist. Der im übrigen auch weiß, was Erlösung ist, aber hier, nun ja, ist es eben blasphemischer (erdiger?) gemeint. 😂}

Im Nebel (H. Hesse)

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

[Hermann Hesse]

Rekulak – Hidden Pictures (Roman)

Wenn ich auf Amazon nach Büchern suche, schaue ich mir gern die Bestenliste an, in der das Werk gelistet ist. Das ist zwar zum Teil grotesk, wenn z.B. ‚Nackt-Yoga‘ auf den ersten Plätzen einer Kategorie christlicher Literatur ist, aber gelegentlich finde ich spannende Bücher, so wie jetzt: nach wie vor (Mitte November 23) auf Platz 1 englischsprachiger Horrorliteratur ist ‚Hidden Pictures‚ von Jason Rekulak, eine Haunted-House-Geschichte mit unerwarteten Wandlungen. „Rekulak – Hidden Pictures (Roman)“ weiterlesen

Umhüllender Hauch

Buff, Morf, Amphi Festival, Fuck Corona

Umhüllender Hauch
aus Träumen steigend
verströmt Helle im kleinen Raum.
Wo – wichtige Grenzen der Integrität,
dahinter Veränderung.

Hier läuft die Zeit zurück,
gefühlvoll, draußen
überfühlt.
Ich kenne die Welt da draußen,
ich weiß um sie. „Umhüllender Hauch“ weiterlesen