Nacht­volk

Was bedeu­tet die Nacht für mich? Fas­zi­na­ti­on – seit ich ein klei­ner Jun­ge war. Beim Nach­den­ken fal­len mir ver­schie­de­ne Sze­nen aus mei­ner Kind­heit ein.

Da ist der Auf­bruch zur Fahrt in den Urlaub mor­gens um 4 Uhr. Ich ste­he als klei­ner Jun­ge im dunk­len Hof und schaue in den Him­mel, wo eine Unzahl von Ster­nen leuch­tet. Das hat­te ich so noch nie gese­hen. Ich kann mei­nen Blick kaum abwen­den und rufe zum Opa, der uns vom Fen­ster ver­ab­schie­det: “Opa, schau mal, die gan­zen Ster­ne!” Die Sze­ne ist wie ein­gra­viert in mei­ne See­len­land­schaft. Nacht­volk wei­ter­le­sen

Dun­can Ral­s­ton: Woom (Buch)

Woom wird als “extre­me hor­ror novel” ange­prie­sen. Zunächst ein­mal: von der Län­ge her eher Novel­le als Roman, aber trotz­dem ein Buch, das mich stark fas­zi­niert hat. Des­we­gen will ich – anders als sonst – hier kaum etwas spoi­lern.

Der Titel Woom ist Sprach­feh­ler und Wort­spiel in einem. Er ver­weist in der kon­kre­te­ren Bedeu­tung auf den Room 6 des Lonely Motels, wo sich die Hand­lung zwi­schen einem Mann namens Angel und einer Pro­sti­tu­ier­ten, Shy­la, abspielt. Dun­can Ral­s­ton: Woom (Buch) wei­ter­le­sen

Laken so weiß

Laken so weiß wie der kal­te Mond
Schnei­dend die Käl­te der Nacht
doch da der Mor­gen

Eine Stra­fe mag kom­men
Kein kla­re­res Leben
doch Befrie­di­gung

Der wei­ße Skla­ve emp­fängt Frie­den
Lebt im blau­en Rausch
der sin­nen­ge­ge­ben

Ohne Frei­heit doch
Da die Wahl der Waf­fen ent­fällt
für ihn

[© Rush / V. Wag­ner]

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Leip­zig in Schwarz (Buch)

Der Rush hat ein neu­es Buch bekom­men, auch weil sich da ggf. etwas für 2024 abzeich­net… 😁  (jaaa, ich hat­te geschrie­ben, daß ich das WGT nicht mag…) [Nach­trag: es zeich­net sich nichts ab – kein WGT in 24 für mich.]

Ein Her­aus­ge­ber­team aus Jen­ni­fer Hof­fert-Karas, Alex­an­der Nym, Johan­na Sän­ger und Anselm Har­tin­ger hat als Ver­öf­fent­li­chung des Stadt­ge­schicht­li­chen Muse­ums Leip­zig die zwei­te, auch mit dies­jäh­ri­gen Daten über­ar­bei­te­te Auf­la­ge vor­ge­legt. Ein extrem stil­vol­les, sehr, sehr schö­nes Buch, das ich im Spät­som­mer lesen und hier dann bespre­chen wer­de. (Als Biblio­ma­niac wer­de ich das Buch aber vor dem Lesen bestimmt noch drölf­zich­mal in die Hand neh­men.) 😂

Delany – Hogg (Kurz­re­zen­si­on)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

Samu­el R. Delany: Hogg

Spoi­lers!

Spä­te­stens seit der Ver­fil­mung von Roches “Feucht­ge­bie­te” waren Film und Roman­vor­la­ge in aller Mun­de. Man dis­ku­tier­te mehr oder weni­ger ange­ekelt über die beschrie­be­nen Prak­ti­ken. Ein Mann aus mei­nem Bekann­ten­kreis las den Roman in Etap­pen, weil er die Bil­der immer wie­der sacken las­sen muß­te. 😂
Er fand alles so eklig, daß er auch die Grund­satz­fra­ge stell­te: War­um “um alles in der Welt” muß man sol­che Din­ge zu Papier brin­gen?

Dage­gen ist Bukow­skis “Ich ging rüber und walk­te ihr die Tit­ten durch”, ein Zitat aus einem sei­ner Gedich­te, ziem­lich harm­los.

Die Wozu-Fra­ge kann man sich bei Hogg auch stel­len, das heißt: noch viel mehr, viel inten­si­ver. Gegen Hogg sind die Feucht­ge­bie­te ein sanf­tes Vor­spiel. Delany – Hogg (Kurz­re­zen­si­on) wei­ter­le­sen

Ohne­welt

Nacht.
Im flackern­den Licht der letz­ten Ker­ze.

Thessaloniki, Abend, Hafen, Lichter
Her­ein­bre­chen­de Nacht, Thes­sa­lo­ni­ki

Du bist fort.
In Unord­nung zer­streut.
Gedan­ken wie Ver­gan­gen­heit, ein Abend Aben­de.
In Erin­ne­rung eine ohn­mäch­ti­ge Geste.
Radio lebt – wie dein Duft im Kis­sen.
Auf­räu­men im Kopf, im Zim­mer -
besei­ti­gen vor dem Mor­gen,
der mit unheil­vol­lem Licht blen­det. Ohne­welt wei­ter­le­sen

Der Toten­grä­ber

“Einst, als ich eine mei­ner toten See­len begrub, trat der Toten­grä­ber zu mir hin und sag­te: ‘Von allen, die hier­her kom­men, um zu begra­ben, bist du der Ein­zi­ge, den ich mag.’

Ich sag­te: ‘Das freut mich außer­or­dent­lich, aber war­um magst du mich so?’

‘Weil die ande­ren’, sag­te er, ‘wei­nend hier­her kom­men und wei­nend wie­der gehen. Du bist der Ein­zi­ge, der lachend kommt und lachend geht.’ ”

[Der Toten­grä­ber, Kha­lil Gibran]

Bio­lo­gi­cal Needs

Bathroom, Lost Place“… as if Zach con­side­red sex a bio­lo­gi­cal need on the order of going to the bath­room: you did­n’t form an emo­tio­nal bond with every toi­let you took a crap in, and when you were done, you flus­hed and wal­ked away – fee­ling bet­ter, to be sure, but not real­ly thin­king about what you’d just done.”

Pop­py Z. Bri­te, Dra­wing Blood

Eis­blu­men – im Lied und im Gedicht

In den 90ern hör­te ich inten­si­ver Sub­way to Sal­ly, heu­te nicht mehr. Grün­de? Ich war damals in einer, sagen wir, Vor­rei­ter­rol­le in der heid­ni­schen Sze­ne in Deutsch­land aktiv. Das bin ich heu­te nicht mehr, und damit höre ich auch etli­che der Bands aus die­ser Zeit nicht mehr, da die The­men nicht mehr “mei­ne” sind.

Aber in mei­ner Play­list ist immer noch das Lied “Eis­blu­men”, das mir viel­leicht auch so gut gefällt, weil, ja weil… ich mal ein Gedicht geschrie­ben habe für eine Frau, mit der ich eine schwie­ri­ge Bezie­hung ein­ge­gan­gen war. Hier zunächst ein kur­zer Aus­zug aus dem Lied “Eis­blu­men” (© Sub­way to Sal­ly), dar­un­ter mein Gedicht: Eis­blu­men – im Lied und im Gedicht wei­ter­le­sen

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