Das Altern der Schwar­zen Sze­ne

Ich habe die Bericht­erstat­tung übers WGT 2023 kom­plett aus­ge­las­sen, auch weil das Pfingst­wo­chen­en­de für mich ander­wei­tig ver­plant und aus­ge­füllt war (neben der schon geschrie­be­nen Tat­sa­che, daß mich das Tref­fen nicht so inter­es­siert). Klar, man sieht in den Vor­schau­bil­dern diver­ser News Streams die immer glei­chen Fotos von den “kras­se­sten Kostü­men”, aber das nervt mich schon lan­ge.

Einen eher lau­ni­schen Arti­kel von Luca Glen­zer fin­det man bei “nd”, wovon ich doch den letz­ten Absatz zitie­ren möch­te: Das Altern der Schwar­zen Sze­ne wei­ter­le­sen

Wave Gotik Tref­fen 2000

Pfingst­bo­te 2000

Trotz mei­ner Begei­ste­rung für Sze­ne und Musik habe ich das WGT nur in zwei Jah­ren besucht: 1999 und 2000. War­um? Nun, das Kon­zept, ein “Tref­fen” oder Festi­val auf eine gan­ze Stadt aus­zu­brei­ten, hat mich noch nie begei­stert. Das ist mir zuviel Her­um­fah­re­rei mit S‑Bahn und Bus. Es hat auch so einen exhi­bi­tio­ni­sti­schen Bei­geschmack, die gan­ze Stadt “auf Schwarz” beglücken zu wol­len.

Damit will ich die – mitt­ler­wei­le erfolg­rei­che – Idee für so eine Ver­an­stal­tung nicht abwer­ten, son­dern per­sön­lich sagen: es ist nicht mein Ding.

Nach 2000 haben sich zudem mei­ne Lebens­um­stän­de ver­än­dert (Fami­lie, Kin­der), so daß es ein paar Jah­re nicht mehr mög­lich war, an einer mehr­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung teil­zu­neh­men. Heu­te, ja, da gin­ge es wie­der.

Wave Gotik Tref­fen 2000 wei­ter­le­sen

30 Jah­re Wave Gotik Tref­fen

Der MDR fährt im Vor­feld des 30. WGT sei­ne Bericht­erstat­tung hoch. Letz­te Woche gab es nett gemein­te Hin­wei­se für “Außen­ste­hen­de”, wie man am besten mit dem schwar­zen Volk umge­hen sol­le – kri­tisch kom­men­tiert von Spon­tis.

Jetzt folg­te ein Inter­view mit Iris Rack­witz und Blick zurück auf die 90er: “Wir woll­ten kei­ne kom­mer­zi­el­le, bun­te Par­ty­welt.”

Offi­zi­el­le WGT-Sei­te: www.wave-gotik-treffen.de

Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 2

Rock Goth Time

Nach der Punk Goth Time folgt im Sche­ma von Mick Mer­cer (s. Teil 1 die­ser Rei­he) die Rock Goth Time (Mitt-80er bis Mitt-90er [ich hät­te jetzt “Anfang der 90er” gesagt]). Gitar­ren­la­sti­ge Bands domi­nier­ten, wie die Sisters of Mer­cy, The Mis­si­on oder auch die Fields of the Nephi­lim.
(Ande­rer­seits war Syn­thie-Pop-Musik z.B. mit Alpha­ville im Main­stream ange­kom­men.) Mer­cer kri­ti­siert an die­ser Epo­che v.a. die Gleich­heit des Gitar­ren-Sounds. Da ist was dran: Selbst heu­te gibt es noch etli­che Grup­pen, die die­sen Sound imi­tie­ren, ohne daß es zu einer Wei­ter­ent­wick­lung kommt.

Ich kam, wie geschil­dert, qua­si direkt von der ersten Pha­se der “Lon­do­ner Bands” (wie Adam and the Ants, Stich­wort: New Roman­tics) zur ‘Rock Goth Zeit’ mit Sisters und Co. – auch heu­te noch höre ich wenig Musik aus der soge­nann­ten “Punk Goth time”, auch wenn es immer wie­der eine schö­ne “Sound-Expe­di­ti­on” ist, bewußt in die­sem Gen­re zu suchen und sich über­ra­schen zu las­sen.

Und … ich hat­te tat­säch­lich noch nie von einer Band mit dem Namen The Cure gehört.

Nun gut, wir kön­nen The Cure nicht aus­las­sen. 🤨 Ich lern­te also rela­tiv spät eine Band ken­nen, die so neu gar nicht mehr war. Obwohl Mer­cer meint, sie sei­en nie eine ech­te Gothic-Band gewe­sen (und selbst Robert Smith das mehr­fach bestä­tigt hat, s.z.B. hier), so waren sie doch für vie­le Men­schen der erste Berüh­rungs­punkt mit Gothic-Musik und ‑Life­style, z.B. für mei­ne dama­li­ge Freun­din S., die ihrer Mut­ter – ana­log zu mir und dem Album “Non Stop Ero­tic Caba­ret” bei mei­ner – erst­mal erklä­ren muß­te, war­um sie eine “Por­no­gra­phy” beti­tel­te Schall­plat­te kauf­te. (The­ma “erster Berüh­rungs­punkt”: heu­te sind (waren) das viel­leicht Unhei­lig, Blut­engel, Mono Inc.) Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 2 wei­ter­le­sen

Amphi Festi­val 2023 – Vor­freu­de

Das Amphi steht im Juli wie­der an. Schau­en wir doch mal auf die Acts, die man gewin­nen konn­te.

KITE ste­hen für mich zuoberst. Erst­ma­lig beim 17er Amphi erlebt, war ich sofort Feu­er und Flam­me für die bei­den Schwe­den. Etli­che Titel heu­te noch in mei­ner Play­list.

Dann natür­lich DEI­NE LAKAI­EN. 1996 erst­ma­lig gese­hen, Kon­zert in Köln mit mas­si­ven tech­ni­schen Pro­ble­men, zuletzt 2005 beim M’era Luna. Also wird es jetzt mal wie­der Zeit.

Glei­ches gilt für L’­ME IMMOR­TEL­LE. Bit­ter­keit ist eines mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­lie­der (den­ke an ein bestimm­tes M’era Luna, Tan­zen im Han­gar, uner­füll­te Lie­be).

OMD waren schon 2018 beim Amphi einer der Hits für mich. Es gab eine Pha­se in mei­nem Leben, da moch­te ich gar nichts mehr aus den 80ern hören, kein New Roman­tic, kei­ne NDW – ich woll­te nicht an die (auch schwie­ri­ge) Zeit erin­nert wer­den. Das hat sich geän­dert, so daß ich mich ziem­lich auf OMD 2023 freue.

Das wären die Bands, die ich sehen muß. Dann kom­men die ande­ren Acts, die ich mir ger­ne anschaue, wie: Covenant, Clan of Xym­ox, Diora­ma, Qntal, Soli­ta­ry Expe­ri­ments.
Wie war das mit Zera­phi­ne? Hat­ten die nicht abge­sagt? Die run­ning order listet sie aber noch. Nee, habe mich geirrt: Zero­man­cer kom­men nicht, dafür Das Ich.

Alles in allem ein rich­ti­ges Vor­freu­de-Pro­gramm. 🤗

Nach­trag: Hier nun die Berich­te für Sams­tag und Sonn­tag.

M’era Luna 2022 im Stream

Ein paar Ein­drücke von der Ter­ras­se… 😉

VNV Nati­on war(en) natür­lich abso­lu­te Klas­se mit dem “Clas­sic Set”. End­lich mal wie­der ein ruhi­ger Ronan, der nicht außer Puste kommt und zeigt, wie­viel Atmo­sphä­re er mit sei­ner Stim­me erzeu­gen kann. Und wenn er dann so bewegt ist, ihm die Trä­nen kom­men, dann habe ich auch Gän­se­haut. BTW, wenn ich Illu­si­on zur Gitar­re sin­ge, muß ich je nach Aus­gangs­stim­mung auch mal mit einem Refrain aus­set­zen, weil mir die Stim­me weg­geht. Ist ein­fach eines die­ser “Lie­der mei­nes Lebens”.

Nit­zer Ebb – nicht “mei­ne” Band, aber unglaub­lich toll, die­se Urge­stei­ne erle­ben zu dür­fen. (Für mich auch Musik, die ich bes­ser hören kann als z.B. Com­bi­christ.)

Nach VNV mein High­light: The Beau­ty of Gemi­na. Die MUSS ich mal in einem klei­nen Club sehen, aber lei­der liegt die Sep­tem­ber-Tour in mei­ner Urlaubs­wo­che… In mei­ner Play­list sind “Into Black”, “Last Night Home (Acou­stic)” und “One Mil­li­on Stars”. (Aber dann hat’s 2024 doch geklappt.)

The Mis­si­on – nö, zu oft gese­hen und Way­ne wird nicht bes­ser.

Blut­engel – hin- und her­ge­ris­sen: schö­ne Melo­dien, aber doch hart an der Pop-Uner­träg­lich­keits­gren­ze. (Und schon habe ich “Mor­ning after the War” unge­wollt als Ohr­wurm im Kopf.)

Lord of the Lost “Ensem­ble” – gehen in die­ser Form in die Blut­engel-Rich­tung. Da paßt es irgend­wie, daß Harms das neue Album von Nino de Ange­lo pro­du­ziert hat.

Schand­maul – hm, da bin ich auch sehr ambi­va­lent. Etli­che Mal live gese­hen; es gibt vie­le Lie­der, die ich mag. Die Stim­me des Sän­gers ist unver­wech­sel­bar und trägt viel zum Erfolg der Band bei. Kei­ne abge­fah­re­ne Show, son­dern Kon­zen­tra­ti­on aufs musi­ka­li­sche “Hand­werk”. Was mir per­sön­lich nicht gefällt, sind die poli­ti­schen State­ments von der Büh­ne her­ab (das soll­te in einem ande­ren Rah­men dis­ku­tiert wer­den). Und – gefühlt – jedes Jahr die Wer­bung für Viva con Agua… Ich mei­ne, die Leu­te von VcA lau­fen ja schon offen­sicht­lich auf dem Festi­val-Gelän­de her­um und bekom­men auch von mir Pfand (wenn ich vor Ort bin <g>), aber da muß ich nicht von der Büh­ne her­ab belehrt wer­den.

Und natür­lich kann man schon auf der ML-Sei­te die ersten Acts für 2023 sehen… (neben vie­len Impres­sio­nen vom Wochen­en­de)

 

Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 1

“When the act of reflec­tion takes place in the mind, when we look at our­sel­ves in the light of thought, we dis­co­ver that our life is embo­so­med in beau­ty. Behind us, as we go, all things assu­me plea­sing forms, as clouds do far off. Not only things fami­li­ar and sta­le, but even the tra­gic and ter­ri­ble are come­ly as they take their place in the pic­tures of memo­ry”.

       [Spi­ri­tu­al Laws (Aus­zug), R.W. Emer­son]

Hier schrei­be ich in meh­re­ren Tei­len über mei­ne Musik­be­gei­ste­rung, über Bands, Kon­zer­te, Festi­vals, aber eher mit dem brei­ten Strich als dem Blick aufs Detail. Ich ver­zich­te auf Links zu den Bands – das kann man bei Bedarf schnell selbst auf­ru­fen.

Ich bin ein Kind des “Sum­mer of Love” (1967), wenn auch im kal­ten Febru­ar davor gebo­ren (in die schwar­ze Käl­te hin­ein <har­har> 😉). Musik war in mei­ner Kind­heit eher die Radio­mu­sik im Hin­ter­grund und die Blas­mu­sik bei Dorf­fe­sten, das heißt, mei­ne Eltern pfleg­ten kei­nen spe­zi­el­len Musik­stil und hör­ten nicht (mehr) bewußt Schall­plat­ten. Mei­ne Mut­ter zeig­te mir immer wie­der mal ihre schon recht umfang­rei­che Schall­plat­ten­samm­lung (Schla­ger-only), aber die ver­staub­te vor sich hin. Da war etwas ver­lo­ren­ge­gan­gen, komisch…

“Musik” beginnt als beson­ders her­vor­tre­ten­des Ele­ment für mich als Kind ca. 1978, also mit 11. Erste Lie­der, die mir von damals in Erin­ne­rung geblie­ben sind: Video kil­led the Radio Star (Bruce Wool­ley), By the Rivers of Baby­lon (Boney M.), Tra­ge­dy (Bee Gees), vie­les von Abba. (Ja, OK, auch Das Lied von Manu­el von Pony. 🙄 )

Ich wünsch­te mir zu Weih­nach­ten einen Radio­re­cor­der und begann, mei­ne Lieb­lings­lie­der aus den Radio­sen­dun­gen her­aus auf Kas­set­ten auf­zu­neh­men. Hier galt aber auch für mich bereits das, was ich durch die Jahr­zehn­te immer wie­der erlebt habe: Wer nur auf das regu­lä­re Radio­pro­gramm Zugriff hat, der wird vie­le musi­ka­li­sche Sti­le nie ent­decken, weil sie kei­ne “air time” haben. Im Radio, das ich hör­te, lief kein Punk, kein Post-Punk…
(Ich habe durch Zufall ein altes Foto gefun­den, wo man den Radio­re­cor­der samt mei­nem ersten oran­ge-schwar­zen Kopf­hö­rer sehen kann, s. rechts.)

Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 1 wei­ter­le­sen

Amphi Festi­val 2022

- also eigent­lich ja 2020, zumin­dest bin ich mit den 20er-Kar­ten hin­ge­fah­ren, C19 sei Dank – nicht. Zwei­mal ist die­ses Event aus­ge­fal­len, jetzt, im Juli 2022, war es mög­lich ohne Hygie­ne-Maß­nah­men und ‑Vor­schrif­ten. Herr­lich, die­se Frei­heit hat man, so mei­ne ich, gespürt. Weni­ge Besu­cher tru­gen (auch drau­ßen) Mas­ke, aber auch das ist eine Frei­heit, die man hat.

Wie in den Vor­jah­ren waren wir, d.h. mei­ne Frau und ich, am Frei­tag ange­reist. Auto auf dem Mes­se­ge­län­de geparkt, ab ins Hotel, Check-In, dann zum Essen. Abends Bum­mel am Rhein­ufer, dies­mal lei­der nicht so unge­stört, da gleich­zei­tig eine Lauf­ver­an­stal­tung statt­fand. Es reich­te noch für ein Kölsch am “Büd­sche”, dann hieß es: wir schlie­ßen. Nun gut. Amphi Festi­val 2022 wei­ter­le­sen

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