Amphi Festival 2022

– also eigentlich ja 2020, zumindest bin ich mit den 20er-Karten hingefahren, C19 sei Dank – nicht. Zweimal ist dieses Event ausgefallen, jetzt, im Juli 2022, war es möglich ohne Hygiene-Maßnahmen und -Vorschriften. Herrlich, diese Freiheit hat man, so meine ich, gespürt. Wenige Besucher trugen (auch draußen) Maske, aber auch das ist eine Freiheit, die man hat.

Wie in den Vorjahren waren wir, d.h. meine Frau und ich, am Freitag angereist. Auto auf dem Messegelände geparkt, ab ins Hotel, Check-In, dann zum Essen. Abends Bummel am Rheinufer, diesmal leider nicht so ungestört, da gleichzeitig eine Laufveranstaltung stattfand. Es reichte noch für ein Kölsch am „Büdsche“, dann hieß es: wir schließen. Nun gut.

Mono Inc.

Am Samstag waren wir so gegen 11 Uhr am Tanzbrunnen. Widerwillig schaute ich mir Stahlmann an – das ist nicht mein Ding, dann im Theater Empathy Test (sehr stimmiges Konzert). Ab Solar Fake war die Main Stage mein Bereich: Mesh (zu routiniert), Mono Inc. (selbstsicher, Spaß am Auftritt), VNV Nation (s.u.)

Kurz zum Sonntag, dann zu allgemeinen Eindrücken: Heldmaschine (immerhin mit Auf allen Vieren in meiner Playlist), dann Aeon Sable im Theater. Die Band habe ich 2017 auf der Bühne im Schiff kennengelernt.
Samsas Traum, Diary of Dreams (ehrlich, überzeugend, Urgestein) eher aus der Ferne gesehen, dann zu London after Midnight allein ins Theater, während meine Frau und zwei Freunde draußen Eisbrecher schauten. S. Brennan kurz angebunden, aber eine stimmige Show.

London after Midnight

Die TOP-Gigs für mich: Mesh, Mono Inc., London after Midnight.

Es war heiß – Samstag ca. 26°, Sonntag 32°C. Gute Idee der Orga: Amphi-Trinkbeutel 0,5L zu verteilen. Damit konnte man sich an Wasserstellen kostenloses Wasser holen.

Apropos „kostenlos“: Ja, die Festival-Preise entsprechen nun dem, was man von Volksfesten u.ä. evtl. schon kennt: 0,4L Bier 5€, Currywurst/Pommes/Majo 7,50€. Das ist auf dem Amphi eher ein Problem als z.B. beim M’era Luna, wo man sich ein paar Bierdosen oder Suppendosen für zwischendurch ins Zelt legen kann. Im Tanzbrunnen ist man mangels Geschäften in der Umgebung auf die Versorgung vor Ort angewiesen. Wir haben es nicht genau nachgehalten, aber das waren locker pro Tag 100€.
Nebenbei, die Nudeln (vegetarisch) vom Asia Diner waren gut, aber die hektische Verkaufspraxis war mir echt zuwider.

Empathy Test

Insgesamt war alles ziemlich perfekt organisiert – Riesen-Lob an die Toiletten-Verantwortlichen: da war alles sauber (bei 12500 Besuchern). Nicht so schön die Einlaßkontrolle bei der „Met-Insel“: wer da mal schnell eine Pommes holen ging, wurde nicht wieder reingelassen und mußte anstehen. Die Security ruhig, irgendwo zwischen angenehm und desinteressiert.
Die „friedliche Szene“ wieder wie immer: ich habe nicht mitbekommen, daß es irgendwo Streß gegeben hat.

Mesh

Bandauswahl: Immer wieder der Kritikpunkt bei den großen Festivals: wiederholt werden die gleichen Acts engagiert. Klar, die haben die entsprechenden Verkaufszahlen, das sind Publikumsmagneten, die garantieren den Ticket-Verkauf. Ist verständlich, und ja, manche Bands kann ich mir jedes Jahr anschauen.
Für mich ist heutzutage definitiv zu viel „Krach und Kreischen“ dabei (sozusagen eine neue Form der K&K Monarchie 😉 ). Symptomatisch: kaum eine (Gitarren-)Band hat noch die Synthies auf der Bühne stehen. Das ist doch albern, wenn da ganze elektronische Klangteppiche zu hören sind, während auf der Bühne nur auf Gitarren geschrummelt wird. Gut, das ist natürlich eine ganz persönliche Sache: mir liegen Eisbrecher, Stahlmann, Heldmaschine nicht. Aber gerne stehe ich dann doch hinten und höre mal rein, klar.

Aeon Sable

In der aktuellen Ausgabe (90) von GOTHIC geht es um das Älterwerden in der Szene mit vielen Interviewpartnern – auch aus Anlaß des Abschieds von Mastermind Sprissler. Johannes Berthold (Illuminate) sagt: „(…) intime Konzerterlebnisse mit interessanten und auch unbekannteren Bands wurden gegen drei, vier Mega-Events und Festivals im Jahr mit stets gleichbleibendem Line-Up getauscht.“

Das sehe ich nicht ganz so: Ich durfte Henric de la Cour oder auch Kite auf einem großen Festival, aber auf den kleinen Bühnen kennenlernen. Daher mein Tip: Wer mit dem Main-Stage-Programm nicht so zurechtkommt, einfach mal den Shuttle Bus zur Orbit Stage nehmen, die notorisch wegen niedrigem Wasserstand auf der anderen Rheinseite (auf einem Schiff) ist. Auch gut: früh da sein und die ersten Bands hören. Mir hat Johnny Deathshadow gut gefallen.

Insgesamt: Wer zum Amphi kommt, der weiß, was er bekommt. Der Camping-Part fehlt mir, definitiv.

Noch eine persönliche Beobachtung: unter allen Besuchern habe ich konkret nur bei einem ein Armband in den Farben der Ukraine gesehen. Ansonsten war ich froh, das sage ich ehrlich, daß das Thema Krieg mal zwei Tage Pause hatte. Man muß sich ja auch mal entziehen können (und vielleicht bleibt die Szene der ihr nachgesagten unpolitischen Haltung treu).

VNV Nation

Ja, VNV Nation… Ich bin da hin- und hergerissen in der Beurteilung. Meiner Frau hat der Auftritt nicht gefallen, weil Ronan kaum noch einen Song mal komplett singt – immer Faxenmachen, Reden, Aus-der-Puste-Kommen zwischendurch. Ja, das fällt mir auch auf. Es ist immer mehr zu einem Personenkult um Ronan gekommen, andererseits spricht die Qualität seiner Musik für sich und die Performances von Nova oder Legion sind genial. Immerhin kündigte er für 2023 ein neues Album an, das wieder „dunkler“ sein soll. Bin sehr gespannt…

Und 2023? Wird der Rush denn auch da sein? Klar – Deine Lakaien spielen, L’Âme Immortelle, Zeraphine… Early-Bird-Karten kaufen – check. 🙂

Yours truly + C.

 

Offizielles  After Movie.

[Hinweis: Alle Fotos privat mit iPhone 13 aufgenommen. Wer etwas zu beanstanden hat: bitte persönlich mit mir Kontakt aufnehmen – das läßt sich klären.]

Rush out.

 

 

Amphi Tickets 2020/22

5 Gedanken zu „Amphi Festival 2022“

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