Ging durch gefro­re­nen Wald

Wald, mit dir wie­der ein­mal zur Zwie­sprach allein
und wie ein Baum inmit­ten der Brü­der zu sein.
(Josef Wein­he­ber)

Ging durch gefro­re­nen Wald.
Der Boden wies mei­ne Schrit­te ab.
Füße zer­tra­ten Äste
und die­ser Lärm ver­scheuch­te
den Traum von Natur,
den ich vor­sichts­hal­ber mit­ge­nom­men hat­te. Ging durch gefro­re­nen Wald wei­ter­le­sen

This bleak, rus­ty machi­ne we call life.

“The­re is a word in Japa­ne­se, yugen, that has no Eng­lish equi­va­lent. In Japa­ne­se, it is the awa­re­ness that the uni­ver­se trans­mits a pro­found and myste­rious beau­ty that can only be under­s­tood by the man or woman enga­ged in the com­pa­ra­ble beau­ty of human suf­fe­ring. (…) This bleak, rus­ty machi­ne we call life. This unex­pec­ted beau­ty.”

[R. Mal­fi, Come with me]

Mal­fi – Come with me (Roman)

Das Netz redet über Ronald Mal­fi (Web­site). Ich las irgend­wo, er wer­de als der “moder­ne Alger­non Black­wood” bezeich­net (ich lie­be Black­wood) und als “old school hor­ror wri­ter”. Gefällt mir. Für die Book­tu­be­rin Anda Kent ist er aktu­ell der Lieb­lings­au­tor. Bald wird sie sein neue­stes Werk, Small Town Hor­ror, in einem Video vor­stel­len. Zwi­schen­zeit­lich hat sie alle bis­her gele­se­nen Mal­fi-Roma­ne “geran­ked” – mit die­sem hier an der Spit­ze.

Ich habe mir Come with me im letz­ten Jahr gekauft, aber letzt­lich hier (noch) nicht rezen­siert, weil das Buch vor allem Kri­mi ist und ich übli­cher­wei­se kei­ne Kri­mis lese, weil mich das Gen­re so gar nicht reizt. Trotz­dem hier nun eine kur­ze Bespre­chung des Buches, das ich – against all odds – doch sehr gemocht habe. (Im wei­te­ren spoi­le­re ich das Grund­ge­rüst der Geschich­te, aber nicht das kon­kre­te Ende.)  Mal­fi – Come with me (Roman) wei­ter­le­sen

Tol­hurst – Goth: A Histo­ry (Buch)

Der Mit­be­grün­der und Drum­mer von The Cure, Lol Tol­hurst, hat 2023 eine ‘Geschich­te der Gothic-Bewe­gung’ – im Ori­gi­nal: Goth. A Histo­ry – vor­ge­legt. Das, obwohl er von sich im Nach­wort sagt, er sei kein Histo­ri­ker, er habe das Vor­ha­ben, eine ‘com­pre­hen­si­ve ency­clo­pe­dia’ zu schrei­ben, auf­ge­ge­ben.
Daher ist in mei­ner Wahr­neh­mung ein Groß­teil des Tex­tes eher im Plau­der­stil geschrie­ben, wo ich mir manch­mal doch mehr “ency­clo­pe­dia” gewünscht hät­te.

In die­sem Sin­ne zitiert er auch öfter Dr. Tra­cy Fahey, die er als “Goth histo­ri­an” bezeich­net, greift also auf deren Erkennt­nis­se und Ein­schät­zun­gen zurück. Tol­hurst – Goth: A Histo­ry (Buch) wei­ter­le­sen

es fun­kelt von dei­nem Ohr der Tod

es fun­kelt von dei­nem Ohr der Tod
du lächelst, ich wen­de mich ab – eine Fleisch­wun­de
rot, naß, pul­sie­rend
pochen­des Leben
neben all­tags­blas­ser Nar­be
Bekann­ter Schmerz
Re-loca­ti­on
Nebel­wald, Koh­len­mei­ler, Klau­stro­pho­bie
lang­sa­mes Ver­bren­nen, geschlos­se­ne Augen, Zit­tern -
Trans­for­ma­ti­on zu Höhe­rem und Lich­te­rem?
Ach, wozu?
im war­men Dun­kel dei­ner Nähe
im Abgrund dei­ner Schwär­ze
hin­auf­ge­zo­gen
im sanf­ten Blin­zeln dei­ner Zeit
es fun­kelt von dei­nem Ohr mein Leben

[© Rush / V. Wag­ner]

Not mine

“And here are trees and I know their gnar­led sur­face, water and I feel its taste. The­se scents of grass and stars at night, cer­tain evenings when the heart rela­xes – how shall I nega­te this world who­se power and strength I feel? Yet all the know­ledge on earth will give me not­hing to assu­re me that this world is mine.”

Albert Camus: The Myth of Sisy­phus

Venus im Pelz (Sacher-Masoch)

Nach dem Bei­trag zur Lust an der Unter­wer­fung über­kam mich die Lust am Lesen, an der ‘Regres­si­on’ auf eine Lek­tü­re von vor über 30 Jah­ren, die ‘man’ kennt, die ich aber nicht mehr so rich­tig im Kopf hat­te. Oft habe ich nach dem Lesen die Zeit über­dau­ern­de Bil­der im Kopf, Sze­nen, Vor­stel­lun­gen von Land­schaf­ten und Gebäu­den – das fehl­te hier. Also noch­mal gele­sen.

Vor­ab: wenn Du die Venus im Pelz nicht kennst: das wird nicht der span­nend­ste, auf­re­gend­ste Roman sein, den du in dei­nem Leben lesen wirst. Ich möch­te mal behaup­ten, der Roman bezieht sei­nen Bekannt­heits­grad eben daher, daß man den Maso­chis­mus nach dem Leo­pold benannt hat. Ist m.E. kein lite­ra­ri­sches Mei­ster­werk. Here we go…
Venus im Pelz (Sacher-Masoch) wei­ter­le­sen

Kein Kampf heu­te nacht…

Castrum Nigra 2019

Kein Kampf heu­te nacht,
kei­ne Schlacht,
es bleibt ruhig,
die Glocken schla­gen für Gläu­bi­ge,
Schie­nen füh­ren den blin­den Zug zum Ziel.
Ver­geb­li­ches Leben,
ohne Beses­sen­heit, ohne Eksta­se.
Lee­re Schrit­te, tau­melnd,
kein Geist gege­ben.
Ein Traum, der ver­fiel
in küh­ler Bläue und
las­zi­ver Lust in den Augen der Stadt. Kein Kampf heu­te nacht… wei­ter­le­sen

Wittkop – The Necro­phi­li­ac (Novel­le)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

 

Gabri­el­le Wittkop: The Necro­phi­li­ac (Über­set­zung aus dem Fran­zö­si­schen ins Eng­li­sche durch Don Bapst)

Der Text spoi­lert die Novel­le – na ja, viel gibt es da letzt­lich auch nicht nicht zu spoi­lern. 😉

Die­se 1972 erst­ma­lig auf Fran­zö­sisch erschie­ne­ne Novel­le ist sicher von der The­ma­tik her auch für mei­ne Lese­ge­wohn­hei­ten unge­wöhn­lich, so daß ich auf einer ganz per­sön­li­chen Ebe­ne begin­nen möch­te, die sozu­sa­gen die Basis für mei­ne Rezep­ti­on des Stof­fes ist. Wittkop – The Necro­phi­li­ac (Novel­le) wei­ter­le­sen

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