Salz­burg

in memo­ri­am Georg Tra­kl
Salz­burg.

Ankom­men mit ertrun­ke­nen Träu­men, gede­mü­tigt.
Im Regen erscheint die Stadt
wie ein auf­ge­ris­se­nes Maul,
das uns hin­ein­zieht. Dich zuerst.

Erspü­re ich auf nas­sem Pfla­ster
zeit­los ver­sun­ke­ne, ein­sti­ge Schrit­te?
Sein Haus leuch­tet mir ein hel­ler Stern.
Hin­ter ver­schlos­se­ner Pfor­te
brü­tet Ein­sam­keit in welt­flüch­ti­gen Visio­nen.

Len­ke durch dunk­le Gas­sen mei­ne Schrit­te -
zuviel Leben, ver­hö­ker­te Pracht, ver­scher­bel­ter Glanz.
In düste­ren Cafés sit­zen Män­ner und Frau­en
an Tischen bei damp­fen­dem Kaf­fee.
Wort­lo­se Unter­hal­tung.
Doch flammt kein Fluch in ihrer Augen Begeh­ren.
Töte, wenn auf stil­len Plät­zen
die Zeit dei­nen Tanz ver­spot­tet.

[© Rush / V. Wag­ner] Salz­burg wei­ter­le­sen

Aoki­ga­ha­ra (6) – Sui­ci­de Forest (Roman)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt das The­ma Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Das fol­gen­de Buch ist ein Roman, der im japa­ni­schen Wald Aoki­ga­ha­ra jukai spielt. Die Bespre­chung spoi­lert den Text.

Aoki­ga­ha­ra (6) – Sui­ci­de Forest (Roman) wei­ter­le­sen

Novem­ber am Rhein (Gedicht)

… ein Gedicht von Inge­borg Wies­math-Bin­ge

Näch­te, die voll Nebel sind;
Tage, da der Regen rinnt;
Kin­der, die am Fen­ster sit­zen;
Autos, die durch Pfüt­zen sprit­zen…
Sturm fegt über lee­re Fel­der,
Blät­ter wir­beln durch die Wäl­der.

Son­ne wärmt den Schie­fer­stein,
Doch gele­sen ist der Wein,
Und es trock­nen schon die Reben.
Über­all ent­flieht das Leben.
Strom und Wol­ken ziehn vor­über…
Hol über, – Fähr­mann -,
Hol über!

Quel­le: Hei­mat­jahr­buch Neu­wied, 1972

Aoki­ga­ha­ra (4) – Aoki­ga­ha­ra, la forêt des esprits (Buch)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt das The­ma Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Ande­rer­seits ist das bespro­che­ne Buch (La forêt des esprits) ein sol­ches der Hoff­nung.
Aoki­ga­ha­ra (4) – Aoki­ga­ha­ra, la forêt des esprits (Buch) wei­ter­le­sen

Lize Spit – Und es schmilzt (Roman)

Wie begin­ne ich, über die­sen Roman zu schrei­ben? Schrei­be ich zuerst, wie er mir noch lan­ge nach dem Been­den im Magen lag? Wie ich Erklä­run­gen such­te und Par­al­le­len in mei­nen Erfah­run­gen fand? Oder gehe ich ganz neu­tral ran und erzäh­le in biß­chen über die­sen “distur­bing read”, den so vie­le Book­tu­ber vor­stel­len? Wie­viel spoi­le­re ich?

Ich fan­ge mal so an, daß ich auf Anhieb in Spits Schreib­stil ver­liebt war. Die­ser nüch­ter­ne, aber bis ins Detail beob­ach­ten­de und beschrei­ben­de Stil liegt mir. Ja, ich schaue ähn­lich (abge­klärt) auf die Welt.

Es geht doch nicht ohne Spoi­lern, wenn ich etwas über den Text sagen will. Das heißt: ab hier ggf. nicht mehr wei­ter­le­sen, wenn man sich das Lese­er­leb­nis nicht ver­der­ben will. Und noch etwas: es geht im Roman auch um Sui­zid – bit­te ggf. nicht lesen, wenn das für Dich pro­ble­ma­tisch ist.
Lize Spit – Und es schmilzt (Roman) wei­ter­le­sen

Mal­fi – Snow (Roman)

In der Rezen­si­on zu Come with me schrieb ich schon, der Roman sei zum Teil wie ein Road Movie, eine Film­gat­tung, die ich sehr mag. Über­ra­schen­der­wei­se beginnt auch Snow in die­ser Form, aber aus irgend­ei­nem Grund ist der Schreib­stil weni­ger flüs­sig als im ande­ren Buch. Spoi­ler!

Prot­ago­nist Todd bleibt mit drei Mit­rei­sen­den in einem klei­nen Ort zwi­schen Chi­ca­go und Des Moi­nes an Hei­lig­abend im Schnee­sturm stecken. Offen­bar kom­men “Wesen­hei­ten” mit dem Schnee in den Ort. Mal­fi – Snow (Roman) wei­ter­le­sen

Sat­zer: Wehr­bach (Erzäh­lung)

Auf die im Ein­buch-Ver­lag Leip­zig 2024 erschie­ne­ne Erzäh­lung Olaf Satzers – ein ca. Din-A6 gro­ßes Büch­lein mit 167 Sei­ten – bin ich über das Stich­wort BDSM gekom­men. Tat­säch­lich scheint der Klap­pen­text hier einen Schwer­punkt zu set­zen (“zu einem ersten Tref­fen” – von wie­vie­len?), der so im Buch gera­de nicht exi­stiert. Zen­tral­fi­gur Luis Wehr­bach ist Sproß eines Ham­bur­ger Fami­li­en­im­pe­ri­ums, wird als Con­noi­s­seur dar­ge­stellt und steht halt auf BDSM, v.a. Span­king. Er besucht einen ein­schlä­gi­gen Club, hat Affä­ren in die­se Rich­tung, aber die Geschich­te ist kei­ne BSDM-Erzäh­lung. Sat­zer: Wehr­bach (Erzäh­lung) wei­ter­le­sen

Ging durch gefro­re­nen Wald

Wald, mit dir wie­der ein­mal zur Zwie­sprach allein
und wie ein Baum inmit­ten der Brü­der zu sein.
(Josef Wein­he­ber)

Ging durch gefro­re­nen Wald.
Der Boden wies mei­ne Schrit­te ab.
Füße zer­tra­ten Äste
und die­ser Lärm ver­scheuch­te
den Traum von Natur,
den ich vor­sichts­hal­ber mit­ge­nom­men hat­te. Ging durch gefro­re­nen Wald wei­ter­le­sen

This bleak, rus­ty machi­ne we call life.

“The­re is a word in Japa­ne­se, yugen, that has no Eng­lish equi­va­lent. In Japa­ne­se, it is the awa­re­ness that the uni­ver­se trans­mits a pro­found and myste­rious beau­ty that can only be under­s­tood by the man or woman enga­ged in the com­pa­ra­ble beau­ty of human suf­fe­ring. (…) This bleak, rus­ty machi­ne we call life. This unex­pec­ted beau­ty.”

[R. Mal­fi, Come with me]

Mal­fi – Come with me (Roman)

Das Netz redet über Ronald Mal­fi (Web­site). Ich las irgend­wo, er wer­de als der “moder­ne Alger­non Black­wood” bezeich­net (ich lie­be Black­wood) und als “old school hor­ror wri­ter”. Gefällt mir. Für die Book­tu­be­rin Anda Kent ist er aktu­ell der Lieb­lings­au­tor. Bald wird sie sein neue­stes Werk, Small Town Hor­ror, in einem Video vor­stel­len. Zwi­schen­zeit­lich hat sie alle bis­her gele­se­nen Mal­fi-Roma­ne “geran­ked” – mit die­sem hier an der Spit­ze.

Ich habe mir Come with me im letz­ten Jahr gekauft, aber letzt­lich hier (noch) nicht rezen­siert, weil das Buch vor allem Kri­mi ist und ich übli­cher­wei­se kei­ne Kri­mis lese, weil mich das Gen­re so gar nicht reizt. Trotz­dem hier nun eine kur­ze Bespre­chung des Buches, das ich – against all odds – doch sehr gemocht habe. (Im wei­te­ren spoi­le­re ich das Grund­ge­rüst der Geschich­te, aber nicht das kon­kre­te Ende.)  Mal­fi – Come with me (Roman) wei­ter­le­sen

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