„Courage does not always roar. Sometimes courage is the quiet voice at the end of the day saying, ‚I will try again tomorrow.'“
Mary Anne Radmacher
Längst ist kein Lichterglanz mehr wach;
Im Nebelmeer versunken
Sind Turm und Häuser, Dach für Dach. –
Nur wir allein ziehn sehnsuchtstrunken
Dem gold’nen Venussterne nach.
Der führt uns dunklen Wegen zu
In zärtlichem Begleiten. –
Das Herz blüht auf von Glück und Ruh …
Das Ziel, dahin wir selig schreiten,
Wir ahnen’s beide, ich und Du …
[Stefan Zweig]
Kinder lieben sehr den Schnee,
Spielen gern darin:
Erstgebornes Kindchen, geh
Auch zum Schnee dahin.
Spiele mit dem weißen Flaum,
Sieh, er ist so rein:
Wird nach wenig Tagen kaum
Schnee und Kind mehr sein.
(Adalbert Stifter)
Ankommen mit ertrunkenen Träumen, gedemütigt.
Im Regen erscheint die Stadt
wie ein aufgerissenes Maul,
das uns hineinzieht. Dich zuerst.
Erspüre ich auf nassem Pflaster
zeitlos versunkene, einstige Schritte?
Sein Haus leuchtet mir ein heller Stern.
Hinter verschlossener Pforte
brütet Einsamkeit in weltflüchtigen Visionen.
Lenke durch dunkle Gassen meine Schritte –
zuviel Leben, verhökerte Pracht, verscherbelter Glanz.
In düsteren Cafés sitzen Männer und Frauen
an Tischen bei dampfendem Kaffee.
Wortlose Unterhaltung.
Doch flammt kein Fluch in ihrer Augen Begehren.
Töte, wenn auf stillen Plätzen
die Zeit deinen Tanz verspottet.
[© Rush / V. Wagner] Salzburg weiterlesen
Trigger-Warnung! Der Text behandelt das Thema Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Das folgende Buch ist ein Roman, der im japanischen Wald Aokigahara jukai spielt. Die Besprechung spoilert den Text.
… ein Gedicht von Ingeborg Wiesmath-Binge
Nächte, die voll Nebel sind;
Tage, da der Regen rinnt;
Kinder, die am Fenster sitzen;
Autos, die durch Pfützen spritzen…
Sturm fegt über leere Felder,
Blätter wirbeln durch die Wälder.
Sonne wärmt den Schieferstein,
Doch gelesen ist der Wein,
Und es trocknen schon die Reben.
Überall entflieht das Leben.
Strom und Wolken ziehn vorüber…
Hol über, – Fährmann -,
Hol über!
Quelle: Heimatjahrbuch Neuwied, 1972
Trigger-Warnung! Der Text behandelt das Thema Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Problem ist: bitte nicht lesen!
Hier gibt es eine Vorbemerkung zu diesen Texten.
Andererseits ist das besprochene Buch (La forêt des esprits) ein solches der Hoffnung.
Aokigahara (4) – Aokigahara, la forêt des esprits (Buch) weiterlesen
Wie beginne ich, über diesen Roman zu schreiben? Schreibe ich zuerst, wie er mir noch lange nach dem Beenden im Magen lag? Wie ich Erklärungen suchte und Parallelen in meinen Erfahrungen fand? Oder gehe ich ganz neutral ran und erzähle in bißchen über diesen „disturbing read“, den so viele Booktuber vorstellen? Wieviel spoilere ich?
Ich fange mal so an, daß ich auf Anhieb in Spits Schreibstil verliebt war. Dieser nüchterne, aber bis ins Detail beobachtende und beschreibende Stil liegt mir. Ja, ich schaue ähnlich (abgeklärt) auf die Welt.
Es geht doch nicht ohne Spoilern, wenn ich etwas über den Text sagen will. Das heißt: ab hier ggf. nicht mehr weiterlesen, wenn man sich das Leseerlebnis nicht verderben will. Und noch etwas: es geht im Roman auch um Suizid – bitte ggf. nicht lesen, wenn das für Dich problematisch ist.
Lize Spit – Und es schmilzt (Roman) weiterlesen
In der Rezension zu Come with me schrieb ich schon, der Roman sei zum Teil wie ein Road Movie, eine Filmgattung, die ich sehr mag. Überraschenderweise beginnt auch Snow in dieser Form, aber aus irgendeinem Grund ist der Schreibstil weniger flüssig als im anderen Buch. Spoiler!
Protagonist Todd bleibt mit drei Mitreisenden in einem kleinen Ort zwischen Chicago und Des Moines an Heiligabend im Schneesturm stecken. Offenbar kommen „Wesenheiten“ mit dem Schnee in den Ort. Malfi – Snow (Roman) weiterlesen