Mono Inc. (E‑Werk, 25.10.25)

Nach deut­lich stau­ige­rer Fahrt am Sams­tag­nach­mit­tag (als am Mon­tag Rich­tung Ober­hau­sen) kamen wir in Köln an. Die Carls­werk­stra­ße, wo man immer mal nach einer Lücke schau­en kann, wur­de von Goog­le in rot ange­zeigt, also ent­schie­den wir, direkt zum ID-Colo­gne-Park­haus zu fah­ren, wo mehr als genug Park­plät­ze für 10€ pro Abend zur Ver­fü­gung stan­den.

Alienare
Ali­enare

Der Andrang zum Ein­laß war gut 20 Minu­ten nach dem Öff­nen der Türen nicht mehr so groß, so daß wir schnell im E‑Werk waren. Dort ‘grüß­te’ uns das Ali­enare-Ban­ner von der Büh­ne. Nee, ne?! Zwei­te Vor­band, noch län­ger war­ten – und vor allem: war­um gera­de Ali­enare? Wir haben die Band beim dies­jäh­ri­gen E‑tropolis und Amphi-Sams­tag gese­hen. Was ich damals schrieb (“ganz gut gefal­len, ohne daß der Wunsch besteht, mehr von der Band ken­nen­ler­nen zu wol­len”), gilt heu­te unver­än­dert. Der ener­ge­ti­sche, quir­li­ge Sän­ger mach­te genau das, was er vor Gothic-Rock-Publi­kum tun muß­te: in die Offen­si­ve gehen. Mit viel Charme prä­sen­tier­te er die Band, den Aus­hilfs­drum­mer (von Hell Bou­le­vard), und ver­such­te, das Publi­kum “warm­zu­ma­chen”. Die Songs waren ein­gän­gi­ger Syn­th-Pop, wür­de ich sagen. Gera­de, nicht nur, beim Letz­ten – von der kom­men­den EP – lag der Sän­ger aber vom Ton her etwas dane­ben. Mehr kann ich dazu nicht schrei­ben – nicht “mei­ne Band”. Mono Inc. (E‑Werk, 25.10.25) wei­ter­le­sen

Twilight – Bis(s) zum bit­te­ren Ende – die Fil­me

Der Rush hat sich ein Tee­nie-Fran­chise ange­schaut und gibt sei­nen Kom­men­tar ab. Wer’s mag… liest hier wei­ter 😂

Ach so: IHR™ kennt ja alle Fil­me, daher spoi­le­re ich hem­mungs­los.
Hin­weis: Ich habe 4,5 von 5 Fil­men gese­hen; beim letz­ten war ich ein­fach schon “raus”.

Ich dach­te, daß Twilight doch so eher klas­si­sche Vam­pir-The­ma­tik ist (weder Roma­ne gele­sen, noch Fil­me bis­lang gese­hen), zwar in der Moder­ne, wie in Let the Right One In, aber, nun ja, ich war nicht dar­auf vor­be­rei­tet, daß das so eher Mär­chen­fil­me sind. Twilight – Bis(s) zum bit­te­ren Ende – die Fil­me wei­ter­le­sen

World of Black­craft

Ich habe von 2008 bis ca. 2017/18 World of War­craft gespielt – immer mal wie­der, oft mit lan­gen Pau­sen dazwi­schen. In die­sem Text möch­te ich mit zwin­kern­dem Auge auf Ent­wick­lun­gen in WoW schau­en – und die­se dann in Rela­ti­on zur Schwar­zen Sze­ne set­zen. Das wird mög­li­cher­wei­se holp­rig – schau­en wir mal: World of Black­craft wei­ter­le­sen

Dis­kus­si­on zur Ent­wick­lung der Gothic-Sze­ne

Ich möch­te euch kurz auf eine inter­es­san­te Dis­kus­si­on im Goth-Subred­dit hin­wei­sen, wo jemand fragt, ob man denn zufrie­den sei mit der Gothic-Sze­ne, so wie sie sich von Beginn an bis heu­te ent­wickelt habe.

Inter­es­sant fin­de ich fol­gen­de ange­spro­che­nen Punk­te: es gebe heu­te nicht mehr genug „diver­si­ty“ in der Musik. Man habe sich auf eine Art gleich­klin­gen­den Dark Wave ein­ge­pen­delt und sieht von Expe­ri­men­ten ab. Jemand schreibt: „I miss ‚crea­ti­vi­ty‘ or new­ness…“

Oder jemand schreibt den für mich sehr nach­voll­zieh­ba­ren Satz: „I don’t expect a digi­tal gene­ra­ti­on to enga­ge with any sub­cul­tu­re in the way we did when we were still using cas­set­te tapes and vcrs.“

Schaut ein­fach mal rein, wenn ihr Lust habt.

How to be a Goth (Wein­stock)

Tish Weinstock, How to be a GothIch hat­te Tish Wein­stocks Buch schon län­ger “auf dem Radar”, aber nun habe ich es mal (quer-)gelesen. Somit kur­ze Bespre­chung, damit ihr wißt, was euch erwar­tet.

Wein­stock schaut auf ihr Buch als eine Art Anlei­tung zum Goth-Sein, aus der Men­schen Kraft schöp­fen kön­nen, wenn der Druck von “cul­tu­ral con­for­mi­ty” zu stark wird. So star­tet sie mit ihrem eige­nen Wer­de­gang, an den sich eine kur­ze, aber doch prä­gnan­te “Geschich­te des Goth” anfügt, die sehr über­sicht­lich gestal­tet ein klas­si­sches “Goth name-drop­ping” ist. Gefällt mir gut. Sie faßt zusam­men, Goth sei “a sub­ter­ra­ne­an music and style sce­ne uni­fi­ed by an aes­the­tic of dark­ness.”  How to be a Goth (Wein­stock) wei­ter­le­sen

Nach­wuchs in der Gothic-Sze­ne? (MDR)

Der MDR behan­delt in einem Audio-Kurz-Fea­ture (ca. 3,5 Min.) die Fra­ge, wie es um den Nach­wuchs der Gothic-Sze­ne steht. Auf dem Cam­ping-Gelän­de beim WGT macht man die Fest­stel­lung: da sind Eltern und ihre (jun­gen) Kin­der, aber Jugend­li­che sieht man nicht. Die Inter­view-Schnip­sel mit Gothics schwan­ken zwi­schen Gal­gen­hu­mor und “Ist-halt-so” mit Hin­wei­sen auf das “Ster­ben der Club-Sze­ne” usw.
Der Wis­sen­schaft­ler Mar­kus Tau­schek weist kurz dar­auf hin, daß die Sze­ne in den 80ern eine “jugend­li­che Ver­ge­mein­schaf­tung” war, wohin­ge­gen es heu­te kei­nen Gothic-Jugend­trend gebe.
Alles nett und kurz, kann man sich anhö­ren, aber neu­es wird man nicht fin­den.

Bal­ler­mann in Schwarz

In einem für die Tages­schau schon recht beacht­li­chen Arti­kel wird der Fra­ge nach­ge­gan­gen, wie­viel Metal noch in Wacken steckt. 85000 Men­schen kom­men unter dem Label Wacken, das zu einer inter­na­tio­na­len “Festi­val-Mar­ke” gehört, zusam­men.

Und wenn ich dann  fol­gen­des Zitat lese…

““Bal­ler­mann in Schwarz” – so nen­nen kri­ti­sche Stim­men, auch aus den eige­nen Rei­hen, das Festi­val mitt­ler­wei­le: Zu viel Show, zu vie­le Kame­ras, zu vie­le Fans, die eher für Insta­gram als für die Musik kom­men. Tat­säch­lich gleicht Wacken heu­te einem Erleb­nis­park mit Metal-Yoga, Feu­er­shows und End­zeit-Dekor. Der einst spon­ta­ne Aus­nah­me­zu­stand ist zum durch­ge­tak­te­ten Erleb­nis­pro­dukt gewor­den.”

… dann mei­ne ich, das wer­de ich näch­ste Woche auf dem M’era Luna auch so erle­ben. Gut, etwas – äh – fami­liä­rer mit 25000 Leu­ten.

Span­nend die Aus­sa­ge des Kul­tur­wis­sen­schaft­lers im ver­link­ten Arti­kel: Metal sei kei­ne Sub­kul­tur mehr, son­dern “in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men”. Gleich fra­ge ich mich beim Schrei­ben: Wür­de ich das auch so sehen? Viel­leicht sehe ich es anders, wenn ich auf die Ent­wick­lung des M’era Luna schaue, wie es aus dem Zil­lo-Festi­val auf dem Flug­platz bei Hil­des­heim her­vor­ge­gan­gen ist, immer pro­fes­sio­nel­ler und grö­ßer wur­de. Ich mei­ne, so wie bei Wacken trifft sich beim ML nicht exklu­siv der “har­te, inne­re Kern” der Gothic-Sze­ne, son­dern jeder mit Affi­ni­tät zu irgend­ei­ner Schat­tie­rung von Schwarz kann sich wohl­füh­len. So ope­riert man auch in Wacken – Hei­no durf­te da schon sin­gen, aktu­ell sind z.B. BAP dabei. Nicht “Gothic” ist in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men, son­dern das Ange­bot wird so auf­ge­fä­chert, daß sich mög­lichst vie­le Men­schen ange­spro­chen füh­len. Exklu­si­vi­tät liegt auf vie­len Ebe­nen nicht mehr im Trend.

Oder, kras­ser gesagt: für den “har­ten Kern” sol­cher Sze­nen rei­chen auch Mini-Festi­vals mit 1000 Leu­ten. Wer’s grö­ßer auf­zieht, will ver­die­nen, braucht dann auch the­ma­ti­sche Streu­ung.

Für mich wird es die­ses Jahr span­nend, weil ich gleich vom M’era Luna in den Osten fah­ren wer­de, um dann das Stel­la Nomi­ne – The Blackest One erle­ben zu kön­nen. Das war letz­tes Jahr mein High­light – vor allem weil es so klein und authen­tisch war. Also zuerst: Bericht vom “Bal­ler­mann in Schwarz” (in Hil­des­heim), dann Kon­trast­pro­gramm mit – hof­fent­lich – Wohl­fühl­at­mo­sphä­re.

(Bei­de Berich­te wohl erst in der Woche ab 18.8.)

Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne?

Wochen­lang habe ich zwi­schen Mai und Juli über­legt, etwas dazu zu schrei­ben, war­um es hier im Blog so ruhig ist. Ich wuß­te nicht, wie ich anfan­gen soll­te. Dann habe ich Anfang Juli einen ellen­lan­gen Arti­kel geschrie­ben, der aber wie ein ‘rant’ rüber­kam und eher doch grot­tig war.

Dann ging für mich die “Festi­val-Sai­son” mit dem Sams­tags­be­such auf dem Amphi los. Und wie so oft, auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, lösen sich Zwei­fel an dem, was ich bin und tue, in (schwar­zem Rauch) Luft auf, wenn ich EUCH, die Andern in die­ser Sze­ne sehe und erle­be. Da mer­ke ich dann, wie sich mei­ne zurück­ge­zo­ge­ne Lebens­wei­se manch­mal auf mei­ne Psy­che aus­wirkt. Ich will also nun noch ein­mal mit mode­ra­te­ren Wor­ten schil­dern (Ok, eigent­li­chen Arti­kel nur umge­schrie­ben…), was mich der­zeit an der “Schwar­zen Sze­ne” zwei­feln läßt. Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne? wei­ter­le­sen

MDR und WGT

- ich bin da hin- und her­ge­ris­sen, wie man so schön sagt. Auf der einen Sei­te hat der Sen­der über die Jahr­zehn­te hin­weg die Bedeu­tung des WGT bemerkt und berich­tet  – wie aktu­ell auch schon vor­ab – über das Tref­fen. Man fin­det Arti­kel über “Kon­zer­te für 8oer Fans”, wo man mit Kin­dern am besten hin­geht usw., aber dann kam gestern so ein Arti­kel “Die schön­sten Gesich­ter der schwar­zen Sze­ne”, bei dem ich direkt wie­der zusam­men­zucke. Dann ist es wie­der­um so, daß man dem MDR da fast schon kei­nen Vor­wurf machen darf, denn als ‘System­me­di­um’ ist jeder Bericht über alter­na­ti­ve Gesell­schafts-Stra­ta ‘eigent­lich’ OK, wo ja selbst die Pho­to­jour­na­li­sten der Sze­ne­pres­se bei ihren Berich­ten von Festi­vals die am Schön­sten kostü­mier­ten Leu­te ablich­ten, wäh­rend ich fest davon über­zeugt bin, daß das Herz der Sze­ne nicht wei­ter ent­fernt schla­gen könn­te. Manch­mal den­ke ich: wie schön wäre so ein Tref­fen, wenn es 1/3 der Besu­cher hät­te und so gut wie kei­ne Auf­merk­sam­keit in den Medi­en. Ach ja, das hat­ten wir in den 90ern schon…

Drei Tage und ein Leben (Film)

Ich habe neu­lich über mei­ne Vor­stel­lung von den unpo­li­ti­schen Gemein­sam­kei­ten in der Schwar­zen Sze­ne geschrie­ben, die in den düste­ren Abgrün­den des Mensch­li­chen lie­gen, – und nun sehe ich mehr durch Zufall einen Film, der genau das aus­drückt.

Der Film „Trois jours et une vie“ von Nico­las Boukhrief, Regie You­rek Dury, ist einer über das “Davon­lau­fen vor Ver­ant­wor­tung”, das notier­te ich noch wäh­rend ich schau­te. Dann kor­ri­gier­te ich zum “per­fek­ten Mord”, aber letzt­lich stand im Notiz­buch nur “Lebens­lü­gen”. Unbe­wußt pas­sen die drei Begrif­fe zur Drei­tei­lung des Films: er beginnt 1999 in einem klei­nen Städt­chen in den bel­gi­schen Arden­nen, dann wird 15 Jah­re wei­ter­ge­sprun­gen, dar­auf­hin noch ein­mal drei Jah­re. Erst dann ist die Lebens­lü­ge per­fekt.
Der Text spoi­lert den Film. Drei Tage und ein Leben (Film) wei­ter­le­sen

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