13 Exor­cisms (Film)

Wäh­rend man in Hol­ly­wood noch nach der rich­ti­gen Exor­zis­mus-For­mel für Fil­me sucht oder groß ange­kün­dig­te Remakes flop­pen, wur­de in Spa­ni­en ein wirk­lich guter Exor­zis­mus-Film gedreht: 13 Exor­cisms – das Erst­lings­werk von Jaco­bo Mar­tí­nez.

Ich habe den Film via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit ****. Der Text spoi­lert den Film! (Infos @ Wiki­pe­dia) 13 Exor­cisms (Film) wei­ter­le­sen

The Last Rite: Don’t let him in (Film)

[Text spoi­lert, ist aber nicht schlimm. Doh!]

Wie­der ein­mal scheint der Grund dafür, daß es in der eng­li­schen und deut­schen Wiki­pe­dia kei­nen Ein­trag für den Film gibt, dar­in zu lie­gen, daß er – äh – nicht so gut ist. The Last Rite: Don’t let him in (Film) wei­ter­le­sen

Das Ritu­al – The Rite (Film)

“Das Ritu­al” ist ein Film des schwe­di­schen Regis­seurs Mika­el Håf­ström aus dem Jahr 2011, des­sen “Zim­mer 1408” (2007) mir auch sehr gut gefal­len hat. Ich habe The Rite via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit ****.
(Wiki­pe­dia) – Die­ser Text spoi­lert den Film!

Der Film basiert auf dem Buch “Die Schu­le der Exor­zi­sten: eine Repor­ta­ge” von Matt Baglio, das wohl zum Film unter dem Titel “The Rite. The Making of a Modern Day Exor­cist” neu erschie­nen ist. Ein grund­sätz­lich sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch, wenn man tie­fer ein­stei­gen möch­te.

Vor­ab: so wie die­ser, in gro­ßen Tei­len in Ungarn gedreh­te Film muß ‘Kino’ für mich aus­se­hen: groß­ar­ti­ge Sets, lie­be­voll aus­staf­fiert, fan­ta­sti­sche Kame­ra­füh­rung, lang­sa­me Schnit­te. Aber vor allem – und im Kon­text des The­mas – sind die Beses­se­nen nicht als Zom­bies mas­kiert.
Aber: der Film lebt v.a. von der Per­son des Antho­ny Hop­kins und sei­ner Schau­spiel­fä­hig­kei­ten. Ohne Hop­kins wäre es für The Rite schwer gewor­den – und von der Note her viel­leicht eine 3. Das Ritu­al – The Rite (Film) wei­ter­le­sen

Beses­sen – Der Teu­fel in mir (Film)

Weder der Regis­seur, Greg A. Sager, noch der Film (eng­li­scher Titel: Devil Seed) haben einen Wiki­pe­dia-Ein­trag. Das mag nicht für den Film von 2012 spre­chen, den ich via Ama­zon Prime Video gese­hen habe und mit ** bewer­te. Der Text spoi­lert die Hand­lung.

Der Film beginnt mit ver­schwom­me­nen Sze­nen, in denen man einen geschei­ter­ten Exor­zis­mus zu erken­nen glaubt: Der Prie­ster hat die Frau offen­bar mit einer Art Rund­dolch durch­bohrt [Iain Rob Wright beschreibt einen soge­nann­ten Blut-Exor­zis­mus in sei­nem Buch ‘Sam’] und wird wegen Mor­des fest­ge­nom­men. Es ist vor­her­seh­bar, daß der Prie­ster eine wei­te­re Chan­ce im Film bekom­men wird… Vom Jahr 1972 die­ser Ein­blen­dun­gen geht es in die aktu­el­le Zeit.

Die Kom­mi­li­to­nin­nen Alex, Jess und Bree haben sich ein Haus gemie­tet. Alex, die Prot­ago­ni­stin, ist mit Bri­an zusam­men, aber die bei­den haben kei­nen Sex – statt­des­sen Bri­an mit Bree. Eine Wahr­sa­ge­rin sagt Alex, sie sehe ihre tote Mut­ter Mag­gie und es sei jemand bei ihr. Man sieht, wie Alex im Stuhl zurück­ge­wor­fen wird. Am näch­sten Mor­gen weiß sie nichts mehr. Ab hier gesche­hen diver­se – gen­re-typi­sche – Din­ge: Krat­zen ist in den Wän­den zu hören, Türen öff­nen sich von selbst, Gegen­stän­de wech­seln den Abla­ge­platz, Licht und Elek­tro­ge­rä­te schal­ten sich selb­stän­dig an und aus. Etwas Unbe­kann­tes malt Alex‘ Bücher für die Uni mit schwar­zen Sym­bo­len voll. Alex trifft ein Mäd­chen auf einem Spiel­platz, das ihr sagt: „Er kommt und holt dich.“  Schnell ver­mu­tet Alex eine Beses­sen­heit und sucht im Netz nach die­sen The­men. In den Näch­ten erscheint sie ihren Kom­mi­li­to­nin­nen in ihrer beses­se­nen Form: es spricht eine har­te, männ­li­che Stim­me aus ihr.

Alex ist offen­bar Jung­frau; Bri­an wirft ihr vor, kei­nen Sex mit ihm haben zu wol­len. Nach einem erneu­ten Besuch bei der Wahr­sa­ge­rin erfährt Alex, der Dämon habe sie aus­ge­sucht als das per­fek­te, ‘rei­ne’ Gefäß für sein Kind. Dies sei ein Kind, wie die Welt es in Jahr­tau­sen­den nicht gese­hen habe. Nur der Tod vor der Geburt kön­ne Alex erlö­sen. Der Dämon wird aggres­si­ver, zer­kratzt Alex‘ Haut und ‘ver­ge­wal­tigt’ sie.

Jess wen­det sich an einen Ver­trau­ens­pro­fes­sor, der sei­ner­seits sei­nen Vater kon­tak­tiert – den Prie­ster aus den Ein­gangs­sze­nen. Er erkennt den Dämon wie­der, an dem er damals geschei­tert ist. Im Show­down wird zunächst Rache an Bree geübt; Alex/Dämon tötet sie. Jes­si­ca wird vom Prie­ster geret­tet, der den Kampf gegen den Dämon in Alex-Gestalt im Haus auf­nimmt. Wie­der hat er den Dolch bei sich.  Er kämpft mit dem Dämon, rezi­tiert auf Latein, betet, wäh­rend der Dämon mit einer sehr sexua­li­sier­ten Spra­che pro­vo­ziert. Vom eige­nen Dolch ver­letzt, gelingt dem Prie­ster die Aus­trei­bung; Alex flieht auf die Stra­ße, wo der Dämon erneut in Form einer Strö­mung­s­ani­ma­ti­on durch den Mund in sie fährt. In dem Moment wird sie von einem Auto ange­fah­ren.

Der Fil­me endet mit einem Bera­tungs­ge­spräch für ein jun­ges Paar, das das unge­bo­re­ne Kind von Alex, die im Koma liegt, adop­tie­ren möch­te. Somit bleibt das Böse in der Welt… Die Anspie­lung auf Rosesmary’s Baby gelingt hier dezent.

Devil Seed ist ein typi­sches B‑Movie, bei dem schon in den ersten Sekun­den nack­te Brü­ste zu sehen sind (die Frau­en anson­sten aber auch beim Schla­fen BHs tra­gen). Das lang­sa­me Tem­po tut dem Film gut; die Jes­si­ca-Dar­stel­le­rin spielt über­zeu­gend. Das Abdrif­ten Alex‘ in die Beses­sen­heit ist eben­falls gut dar­ge­stellt, aber über ein „aus­rei­chend“ kommt der Film für mich nicht hin­aus.

Unklar bleibt, ob der Prie­ster an der erlit­te­nen Wun­de stirbt. Unklar bleibt auch, ob es ein Dämon ist oder letzt­lich der im Ori­gi­nal­ti­tel genann­te Teu­fel, der eher zum The­ma „Kind des Teu­fels“ pas­sen wür­de.

The Exor­cism star­tet wohl mäßig

Mit guten Fil­men ist es ähn­lich wie mit Seri­en – der Trend geht zum Aus­wal­zen des Mate­ri­als. Macht man kei­ne Serie, dann muß es zumin­dest ein “Fran­chise” mit einer Debüt-Tri­lo­gie oder so sein. So auch mit The Pope’s Exor­cist mit Rus­sell Cro­we in der Haupt­rol­le. Ich fand den Film sola­la. Bald schon hieß es: das wird ein Fran­chise mit Cro­we in der Haupt­rol­le.

Umso über­rasch­ter war ich, als ich von The Exor­cism hör­te, der letz­te Woche in den USA in den Kinos gestar­tet ist und weit unter den finan­zi­el­len Erwar­tun­gen blieb. Und Cro­we spielt die Haupt­rol­le. Wie und wann der Film in Deutsch­land erscheint, ist lt. Blair­Witch noch unklar. Im dor­ti­gen Arti­kel spricht man davon, daß es Hor­ror­fil­me all­ge­mein der­zeit an den Kino­kas­sen schwer hät­ten. Ich wür­de da aber hin­zu­fü­gen wol­len: das The­ma Exor­zis­mus hat es schwer – die letz­ten High­lights lie­gen län­ger zurück: The Cru­ci­fi­xi­on (2017) und die erste Staf­fel von Exor­cist (2016), s. Liste.

Doch The Exor­cism ist nicht der zwei­te Film aus o.g. Fran­chise, das habe ich mir jetzt schon mal “erle­sen”. Die Fort­set­zung von The Pope’s Exor­cist dürf­te m.E. nicht weit vor 2026 erschei­nen, zumin­dest war sie im Früh­jahr 2023 in ear­ly deve­lo­p­ment.
Hof­fen wir mal, daß sich Cro­we sei­ne Rol­le als Exor­zist mit The Exor­cism nicht ver­brennt.

Der Trai­ler zu The Exor­cism fin­det sich z.B. hier bei YT.

Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten?

Geplant war eine an den Ori­gi­nal­film anschlie­ßen­de neue Tri­lo­gie unter Regie-Füh­rung von David Gor­don Green. Ich habe den ersten Teil (The Exor­cist: Belie­ver / Bekennt­nis) von 2023 bis heu­te nicht gese­hen (“aus Grün­den”) [nun doch, s. Rezen­si­on], aber er ist eher gefloppt und Green hat sich aus dem Fran­chise zurück­ge­zo­gen. Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten? wei­ter­le­sen

Der Exor­zis­mus von Anna Eck­lund (Film)

Den von A. Jones gedreh­ten Film (2016) mit dem Ori­gi­nal-Titel “The Exor­cism of Anna Eck­lund” habe ich via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.

Basie­rend auf dem ech­ten Fall der Emma Schmidt (Pseud­onym: Anna Eck­lund) aus Wis­con­sin (1928), wozu ich bei The Ritu­al etwas mehr geschrie­ben habe, ist dies lei­der nur ein B‑Movie mit schlep­pen­dem Tem­po und einer grot­ti­gen deut­schen Syn­chro­ni­sa­ti­on. Es ist auch ein Film, bei dem stän­dig Ker­zen unbe­auf­sich­tigt bren­nen: Men­schen schla­fen bei bren­nen­den Ker­zen, die Beses­se­ne wird in ihrem Zim­mer allein­ge­las­sen mit einer bren­nen­den Ker­ze… Da soll Atmo­sphä­re erzeugt wer­den, wo der Film es sonst nicht schafft.

Anna Eck­lund ist augen­schein­lich beses­sen; ihr Mann Jakob sucht Hil­fe beim Pater Theo Rei­sin­ger (im Ori­gi­nal: Rie­sin­ger), der sich wie­der­um an den Vati­kan wen­det, von wo Pater Richard geschickt wird, der jedoch aktu­ell unter gro­ßen Glau­bens­zwei­feln lei­det. Man beach­te die Nähe zum Erfolgs­film „The Exor­cist“, bei dem auch der jün­ge­re Prie­ster zwei­felt. (Man könn­te in die­sem wie­der­keh­ren­den Motiv eine Art Dar­stel­lung des gei­sti­gen Wachs­tums eines Prie­sters an Glau­bens­zwei­feln und dem Sieg über die­se sehen.)

Wir erfah­ren, daß Anna 25 ist, aber mit 14 erst­mals Sym­pto­me zeig­te und bereits frü­her exor­ziert wur­de. Ihre beste Freun­din erzählt, Anna kön­ne per Hand­auf­le­gen hei­len. Die jun­ge Frau wird zur Pfle­ge in ein Klo­ster gebracht.

Der Dämon in Anna spricht in der „Wir“-Form, spricht in Latein, obwohl Anna die­se Spra­che nicht beherrscht. Er sagt z.B., “Satan ist unter uns”. Richard wird auf der Basis sei­ner Zwei­fel vom Dämon her­aus­ge­for­dert. Bald zei­gen sich Kratz­ma­le auf Annas Arm und im Gesicht, in ihren Ober­schen­kel wird “Save your Ser­vant” geritzt, sie ißt kein geseg­ne­tes Essen und greift die sie pfle­gen­den Schwe­stern krat­zend und bei­ßend an. Ner­vig ist hier im Film, daß jede Bewe­gung Annas mit Knack­ge­räu­schen unter­legt ist. Unglaub­wür­dig ist die Dar­stel­lung der Non­nen, die fra­gen, wel­che Spra­che Anna spricht (Latein als Kir­chen­spra­che!), und die beim Exor­zis­mus das Kreuz­zei­chen nicht machen und nicht mit­be­ten.

Auf­grund der genann­ten Sym­pto­me (und wei­te­rer: Käl­te im Raum, Ver­än­de­rung des phy­si­schen Aus­se­hens von Anna) erteilt ein Erz­bi­schof die Zustim­mung zum Exor­zis­mus. Richard zwei­felt wei­ter, doch Theo moti­viert ihn. Viel­leicht eine der besten Sze­nen ist das inni­ge Gebet Richards kurz vor Beginn des Exor­zis­mus.  Wäh­rend des Ritu­als schreit Anna vul­gä­re Aus­drücke, ver­sucht spe­zi­ell Richard in einem sexu­el­len Sinn. Das auf ihre Stirn geleg­te Kreuz hin­ter­läßt eine Art Ver­bren­nung auf der Haut. Dra­ma­tisch ist die End­pha­se dar­ge­stellt: das gan­ze Zim­mer wackelt, Anna sprengt ihre Fes­seln, wirft Richard zu Boden, doch plötz­lich wird sie wie eine Sta­tue an die Wand tele­por­tiert und mit dem Auf­leuch­ten von hel­lem Licht wird klar, daß der Dämon Anna ver­las­sen hat.

Inter­es­sant ist ein Gespräch zwi­schen Theo und Richard. Letz­te­rer erklärt die “Ome­ga Point Theo­ry“ von Pierre Teil­hard de Char­din, einem fran­zö­si­schen Jesui­ten, auf­ge­grif­fen 1994 vom Phy­si­ker Frank Tipler. Ome­ga ist dabei der End­punkt der Evo­lu­ti­on in Anleh­nung an den Aus­spruch Jesu, er sei das Alpha und Ome­ga. Motor der Ent­wick­lung sei dabei die Lie­be; Teil­hard nennt Jesus auch „das Ome­ga“. Richard ver­mu­tet, daß Men­schen mit beson­de­rer Gabe (s. Annas Heil­kraft) am ehe­sten vom Bösen ange­grif­fen wer­den.

Das recht platt insze­nier­te Fina­le beginnt wie­der mit einer unglaub­wür­di­gen Sze­ne: die Obe­rin des Klo­sters berich­tet Theo davon, daß bei­de jun­gen Non­nen, die beim Exor­zis­mus anwe­send waren, auf­fäl­lig krank sei­en. Aber Theo kommt nicht auf das Nahe­lie­gen­de, das jeder Gen­re-erfah­re­ne Zuschau­er sieht: der Dämon ist in bei­de gefah­ren…

So kommt, was kom­men muß: die Non­nen grei­fen die ande­ren an. Richard erklärt Anna, sie sei das Lamm, die Ret­te­rin, qua­si das Ome­ga, das nun vom Bösen ange­grif­fen wer­de. Anna weint Blut, dann heilt sie durch Hand­auf­le­gen den zwi­schen­zeit­lich auch beses­se­nen Theo. Es fol­gen gro­tes­ke Kampf­sze­nen, Anna heilt alle, Erd­be­ben, Licht… Richard: „Es ist voll­bracht.“

Ja, das dach­te ich auch “erlöst” am Ende des Films, den ich sicher kein zwei­tes Mal schau­en wer­de. Dabei ist der zwei­te Film zum The­ma Emma Schmidt, The Ritu­al, nur mini­mal bes­ser.

The Exor­cism of God (Film)

Ich habe den 2021 von Ale­jan­dro Hidal­go gedreh­ten Film via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.
(Wiki­pe­dia) – Der Text spoi­lert den Film!

Nach der ersten hal­ben Stun­de Schau­en war klar: das wird einen Stern geben. Dann gab es aber doch Grün­de, v.a. im The­ma lie­gend, nicht in der Prä­sen­ta­ti­on, nach oben zu kor­ri­gie­ren – doch nur um einen Stern.  The Exor­cism of God (Film) wei­ter­le­sen

Der Exor­zis­mus von Emi­ly Rose (Film)

Der Exor­zis­mus von Emi­ly Rose” wur­de 2005 von S. Der­rick­son gedreht. Ich bewer­te den Film mit *****. Der Text spoi­lert den Film!
(Wiki­pe­dia)

Der Film wird auch bespro­chen in Sven Groß­hans’ Buch “Das Schau­spiel der Beses­sen­heit – Exor­zis­mus im Film” (Ber­lin (Logos), 2010).

Es han­delt sich um ein Gerichts­dra­ma zum Fall der in Fol­ge eines Exor­zis­mus ver­stor­be­nen E. Rose – ange­lehnt an den ech­ten Fall der Anne­lie­se Michel, wozu ich hier kurz ein paar Daten ange­ge­ben habe (s.a. den Film Requi­em).
Der Pfar­rer Moo­re wird wegen fahr­läs­si­ger Tötung in U‑Haft genom­men und ange­klagt, wor­auf­hin die Geschich­te mit­tels Rück­blen­den im Rah­men des Gerichts­pro­zes­ses erzählt wird.

Der Exor­zis­mus von Emi­ly Rose (Film) wei­ter­le­sen

Exor­zist – Der Anfang (Film)

Die­sen 2004 von R. Har­lin gedreh­ten “Pre­quel” zum Ori­gi­nal­film habe ich ursprüng­lich im Fern­se­hen gese­hen und bewer­te ihn mit *****, also dem Grun­de nach – für mich – bes­ser als das Ori­gi­nal. Der Text spoi­lert die Hand­lung des Films! (Wiki­pe­dia)

Der auf vie­len Ebe­nen inter­es­san­te Film spielt in Ost­afri­ka kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Lan­ca­ster Mer­rin, Ex-Prie­ster und Archäo­lo­ge, soll für einen Samm­ler nach einem Arte­fakt, einem „mythi­schen Dämon“ suchen, der sich ver­mut­lich in einer neu ent­deck­ten Kir­chen­rui­ne aus dem 5. Jahr­hun­dert befin­den soll.

Die Hand­lung spielt in einer klei­nen Busch­sta­ti­on, wo u.a. die jüdi­sche Ärz­tin Nowak und der ‘Wider­ling’ Jef­freys arbei­ten; Mer­rin wird vom jun­gen Prie­ster Fran­cis aus dem Vati­kan beglei­tet. Es ent­steht der Ein­druck, daß vor Ort und im nahen Dorf der Ein­hei­mi­schen selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren: eine Frau gebärt ein totes, mit Maden über­sä­tes Kind, Wind­stö­ße, Strom­aus­fäl­le, Hyä­nen­an­grif­fe häu­fen sich, Uhren blei­ben ste­hen. In besag­ter Kir­che fin­det sich eine gro­ße Luzi­fer-Dar­stel­lung; das mäch­ti­ge Kreuz wur­de abge­bro­chen und falsch her­um auf­ge­hängt. Mer­rin fin­det durch die ver­schieb­ba­re Altar­plat­te einen Zugang tie­fer in den Berg hin­ein, wo er eine Sta­tue des gesuch­ten Dämons ent­deckt und sofort von tau­sen­den Flie­gen umge­ben wird.

Der vor­he­ri­ge Gra­bungs­lei­ter ist ver­rückt gewor­den: auf sei­ner Zelt­wand steht in Ara­mä­isch „Der Gefal­le­ne wird auf­er­ste­hen in Strö­men aus Blut“, zudem hat er vie­le Bil­der gemalt, auf denen auch der Dämon zu sehen ist.

Vom Anstaltsprie­ster erhält Mer­rin eine Aus­ga­be des Ritua­le Roma­num. Er erklärt, der ehe­ma­li­ge Aus­gra­bungs­lei­ter sei vom Teu­fel „berührt“, aber nicht beses­sen gewe­sen. Doch wer ist dann ‘beses­sen’? Zunächst wird ver­mu­tet, der Dämon habe von dem Jun­gen Joseph Besitz ergrif­fen, um den her­um selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren. Als es zwi­schen bri­ti­schen Sol­da­ten und den Ein­ge­bo­re­nen zu Kämp­fen kommt, ver­stecken sich Pater Fran­cis und Joseph in der Kir­che, wo Fran­cis das Ritua­le Roma­num beginnt, um den ver­meint­li­chen Dämon aus­zu­trei­ben. Die Ärz­tin Nowak tötet Fran­cis in der Kir­che und hier wird klar, daß der Dämon in ihr ist, nicht in dem Kind. Auch war der ehe­ma­li­ge Gra­bungs­lei­ter der Ehe­mann Nowaks, daher die ‘Berüh­rung’ mit dem Dämon.

Mer­rin betet das Ritua­le Roma­num im Dia­log mit dem Jun­gen Joseph und schafft es in einem span­nen­den Show­down, den Dämon aus­zu­trei­ben, wonach Nowak aber trotz­dem aus einer Kopf­wun­de blu­tend ver­stirbt. Über die­ses Ritu­al fin­det Mer­rin zum Glau­ben zurück; im Abspann ist er wie­der als Prie­ster zu sehen.

Die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die im Vor­spann des Films zu sehen ist, fällt kurz in Merrins Hän­de, um dann wie­der vom Sand zuge­weht zu wer­den. Am Ende ist klar: bereits 50 Jah­re zuvor war der Dämon aus der ver­gra­be­nen Kir­che frei­ge­wor­den und hat­te das Dorf aus­ge­rot­tet, was vom Vati­kan als „Pest­aus­bruch“ dekla­riert wor­den war. Und 1400 Jah­re zuvor kämpf­ten an dem Ort zwei Armeen, die sich gegen­sei­tig abschlach­te­ten. Damals fand ein über­le­ben­der Prie­ster die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die nun wei­ter­hin im Sand auf einen, den näch­sten Fin­der war­tet.

Ein span­nen­der, atmo­sphä­ri­scher Film, bei dem lan­ge unklar ist, wie genau der Dämon wirkt.

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