Bones and All (Film)

In letz­ter Zeit, da ich mich wie­der inten­si­ver mit dem The­ma Gothic / Schwar­ze Sze­ne, mit Hor­ror und Sus­pen­se beschäf­ti­ge, mer­ke ich, daß mich ein­zel­ne Fil­me wie­der emo­tio­nal durch­rüt­teln, so wie es sei­ner­zeit z.B. bei The Crow war. Ich habe hier bereits über Run Rab­bit Run geschrie­ben, auch über Infi­ni­ty Pool. Aus ver­schie­de­nen per­sön­li­chen Grün­den ist da irgend­wie eine Art neue “Auf­nah­me­fä­hig­keit” bei mir, viel­leicht auch ein ‘Sich-berüh­ren-las­sen’.

Gera­de die Schluß­sze­ne von Bones and All (BaA) erin­ner­te mich an Car­los Sau­ras “Depri­sa, depri­sa” (Los, Tem­po!), an den stil­len anony­men Tod in den Hoch­häu­sern der Madri­der Vor­stadt, an die allei­ni­ge Über­le­ben­de – wie hier im Film Maren. Selbst das schwül­sti­ge Lied Me Quedo Con­ti­go von Los Chun­gui­tos aus der Schluß­sze­ne hät­te hier in BaA gepaßt…
Von den Emo­tio­nen, die der Film aus­lö­ste, fühl­te ich mich auch an “Lost Souls” von Pop­py Z. Bri­te erin­nert – die­ses Gefühl süß­li­cher Grau­sam­keit, Ero­tik, Blut, die stän­di­ge Nähe des Todes. Bones and All (Film) wei­ter­le­sen

Ulti­ma­te Hor­ror Rea­ding Gui­de

Die “Book­tu­ber” sind ein Phä­no­men auf You­tube: Men­schen, die über ihr Lieb­lings-Hob­by, Lesen, Fil­me dre­hen und dabei Bücher rezen­sie­ren und Best-of-Listen erstel­len.

Ein Kanal mit über 23000 Fol­lo­wern ist The­S­ha­de­so­fOran­ge der Kana­die­rin Rachel, wo auch Hor­ror The­ma (unter ande­ren) ist.
Sie hat nun ein Video mit dem Titel “The Ulti­ma­te Hor­ror Rea­ding Gui­de” online gestellt, in dem sie 30 Bücher in 15 Sub­gen­res vor­stellt. Das bedeu­tet: ein Klas­si­ker und ein eher neue­res oder unbe­kann­te­res, aber lesens­wer­tes Werk pro Sub­gen­re.

Rachel schafft es da, eine ziem­lich gute Über­sicht auf­zu­fä­chern. Über­zeugt hat mich die Aus­wahl der 15 Unter­ka­te­go­rien, die man zwar irgend­wie kennt, aber doch auch selbst nicht immer gut benen­nen kann. Sie spricht z.B. von “Kin­der-Hor­ror” und meint damit die Ver­wand­lung von (als unschul­dig / nied­lich ange­se­he­nen) Kin­dern in Mon­ster. Die­se Kate­go­rie “cree­py child­ren” fin­det sich mit den ande­ren Unter­ka­te­go­rien zur Über­sicht auch in der Video­be­schrei­bung.

The Troop ist übri­gens auch als Emp­feh­lung dabei.

Hier gehts zum Video…

McDo­well – Cold Moon over Baby­lon (Roman)

Die­se Kurz­be­spre­chung des Hor­ror­ro­mans ent­hält weni­ge Spoi­ler (wei­te­rer Hin­weis vor letz­tem Absatz).

Man kann McDo­wells Erzähl­stil so beschrei­ben: oft setzt er einen all­wis­sen­den Erzäh­ler ein, der dem Leser Din­ge beschreibt, die die Per­so­nen des Romans nicht wis­sen. Der Autor schreibt ganz klar kei­nen Kri­mi, denn der auf­merk­sa­me Leser weiß früh, wer für die drit­te tote Per­son ver­ant­wort­lich ist. Die Moti­ve des Täters, sei­ne Über­le­gun­gen, die Taten zu ver­tu­schen – alles wird spä­ter auf­ge­deckt. War­um ist das so? Weil McDo­well die­ser Klar­heit das para­nor­ma­le Ele­ment sei­nes Romans gegen­über­stellt, das er sehr gut in der Wei­se kaschiert, daß er Sin­nes­täu­schun­gen beschreibt, bei denen zunächst unklar ist, ob nur die kon­kre­te Per­son sie erlebt, oder ob sie als eigen­stän­di­ge Phä­no­me­ne wahr­zu­neh­men sind.  McDo­well – Cold Moon over Baby­lon (Roman) wei­ter­le­sen

Cau­tio­na­ry Tale (D. Schweit­zer)

„Jack Sprat would eat no fat.
His wife would eat no lean.
Mrs. Sprat died in her late thir­ties
of a com­bi­na­ti­on of dia­be­tes,
high blood pres­su­re, and heart fail­ure.

Her hus­band out­lived her by almost four deca­des.
He never remar­ried.“

{Cau­tio­na­ry Tale by Dar­rell Schweit­zer}

 

Ich wan­der­te heu­te

Ich wan­der­te heu­te
durch über­schie­ßen­de Rei­fe,
die, am Boden lie­gend,
das Getier der Fäul­nis anzog.

Som­mer­en­de.
Über Wege,
von üppi­gem Grün über­wu­chert,
zieht es in den Mut­ter­schoß der Natur.
Ruhe suchend;
in der Zeit, die über­quillt.
Ern­te­ge­ruch in der Luft.

Die rei­fe Frucht ver­dorrt,
fällt zur Erde, wird ver­ge­hen.
Ver­schwen­dung, sagen wir,
wäh­nen Über­fluß sinn­los.
Ord­nung wird
aus Unter­gang ent­ste­hen.

[© Rush / V. Wag­ner]

L’­me Immor­tel­le – Unge­leb­te Leben

Ja, so ein Titel, der mich trig­gert. Wenn ich zurück­schaue in mei­nem Leben, dann gab es so vie­le Wei­chen, die nur in eine Rich­tung gestellt wur­den. Da waren ande­re Rich­tun­gen, ande­re Wege, ande­re Zie­le, von denen ich nie erfah­ren wer­de, weil im ent­schei­den­den Moment mei­ne Wei­che anders gestellt wur­de. Natür­lich habe ich damit etli­che ‘unge­leb­te Leben’ – ein fas­zi­nie­ren­der Gedan­ke, ein what-if…

L’­me Immor­tel­le haben mir zuletzt beim M’era Luna (wie­der ein­mal) sehr gut gefal­len. Nun lese ich bei ‘Dark News’, daß sie mit neu­em Album auf Tour kom­men. Und ja, auch der Kult­tem­pel in Ober­hau­sen ist bei den Ter­mi­nen dabei. Vor­bands sind Burn (Gothic Rock) und Alpha Point (Elec­t­ro).

Somit wird der Rush am 2.2.24 im Kult­tem­pel sein und in sehr inti­mer Atmo­sphä­re “Bit­ter­keit” erle­ben dür­fen.

Nach­trag: hier der Bericht zum Kon­zert am 2.2.24 im Kult­tem­pel.

The Crow – Reboot 2024

Einer mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­fil­me – The Crow – bekommt lt. Caschys Blog einen “Reboot”, d.h. er wird/wurde neu ver­filmt. Bei der Wiki­pe­dia ist die Sei­te schon als “The Crow (2024)” online.

Mein erster Gedan­ke: kann nicht gut­ge­hen. Ich habe ein spe­zi­el­les Ver­hält­nis zu The Crow, den ich drei Jah­re nach Release 1997 zum ersten Mal gese­hen habe. Damals war eine Bezie­hung zu Ende gegan­gen, die mich mit einer Mischung aus Erleich­te­rung (“end­lich vor­bei”) und Sehn­sucht (“wo fin­de ich end­lich die pas­sen­de Part­ne­rin?”) zurück­ge­las­sen hat­te. Und auf die­sem Set­ting setz­te The Crow mit der tra­gi­schen Geschich­te um Eric und Shel­ly auf. (Unsterb­li­che) Lie­be und Rache ver­mi­schen sich in der Per­son des von den Toten zurück­ge­kehr­ten Eric, der die Gang-Mit­glie­der eins nach dem ande­ren aus­schal­tet – bis er wie­der im Tod mit Shel­ly ver­eint ist.
Ich hat­te damals so eine Art “emo­tio­nal over­flow” beim Schau­en – der Film hat mich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen getrig­gert.

Gespannt bin ich auf den Trai­ler, der ver­mut­lich schon das Set­ting, die Kame­ra­füh­rung usw. erken­nen läßt. Bin gespannt, wer­de mich über­ra­schen las­sen, aber um an die iko­ni­sche Ver­fil­mung von 1994 ran­zu­kom­men, bedarf es schon Fein­ge­fühl.

Schweit­zer: I miss the night sky

I miss the night sky.
In the city,
you can’t see much:
only the moon
and the very brigh­test stars;
the glo­rious Mil­ky Way remains
unsu­spec­ted, uni­ma­gi­ned
by most who live out their lives
within the city’s gla­re.

I miss the night sky.
In the gra­ve,
the stars of the death­lands,
are few and faint and stran­ge,
the last fading embers
of fires alre­a­dy extin­gu­is­hed,
and we who rise up out of the gra­ve
are too preoc­cu­p­ied with our pain
to pau­se and look at the night sky.

[Dar­rell Schweit­zer]

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner