War­um ruft der ESC?

Lord of the Lost waren näm­li­ches, lost, beim letz­ten ESC und – Wort­spiel – letz­ter Platz. War­um man als Act aus dem Bereich der Schwar­zen Sze­ne, so ver­ste­he ich die Band, die ich selbst nicht höre, zwin­gend sei­ne Musik via ESC einem Main­stream-Publi­kum oktroy­ie­ren will, erschließt sich mir nicht. Zu unter­stel­len, Mas­sen­wir­kung, Mas­sen­be­liebt­heit, Mas­sen­ein­kom­men sei­en das allei­ni­ge Ziel, greift wohl zu kurz. Ja, es steht dem Künst­ler frei, sich so zu ver­mark­ten, will er will. Glaub­wür­dig­keit ist doch irgend­wie ein hoh­ler Begriff, oder? Phöser Spruch. Ja, ich hän­ge da mög­li­cher­wei­se einem alten Bild von Schwar­zer Sze­ne nach. Für mich war sie immer Gegen­kul­tur. Nichts habe ich so gehaßt, wie die graue Welt mei­ner Eltern, nichts so wie den bun­ten Main­stream, Luft­num­mern und gleich­ge­schal­te­tes Vaku­um im Kopf und einen ‘euro­päi­schen Lie­der­wett­be­werb’. “Flieg nicht so hoch, mein klei­ner Freund” – Opa sag­te immer, dat Nikoh­le hat wie­der gesun­gen. Tole­ranz ist, wenn man trotz­dem lacht.

Zwei­ter Anlauf nun für Nor­we­gen, Nor­way! Nor­vè­ge! Goth­mi­ni­ster gehen in die natio­na­le Vor­auswahl mit dem Song ‘We come ali­ve’. Hier das Video dazu, sehr schön gemacht. Ok, auch der Song als sol­cher gefällt mir gut, spe­zi­ell die Lyrics. Wären die mal in knacki­gen Gothic Rock ver­packt und nicht die­sen schwar­zen Main­stream-Sound, der jähr­lich von den Festi­val-Büh­nen schreit, dann – Top-Song.

Aber gut, Rush will kein Spiel­ver­der­ber sein. Alles Gute, Herr Mini­ster, beim Vor­ha­ben, die nor­di­schen, dann euro­päi­schen Her­zen auf cree­py zu polen. I mean it. Rush out.

Nach­trag 15.2.24: Der Herr Mini­ster hat es nicht geschafft, die Folk-Rock-Band Gåte ver­tritt Nor­we­gen.

Witt: Der Fels in der Bran­dung – Kurz­ein­druck

Ange­sichts der aktu­ell­sten Witt­schen Koope­ra­tio­nen – “Elek­tro­se­xu­ell” mit Harms und “Ich hab dich nie ver­ges­sen” mit Nino de Ange­lo – habe ich mir mal das Album vom Sep­tem­ber 23 ange­hört, das wohl um die­se Lie­der und drei wei­te­re ergänzt im Febru­ar 24 in einer Spe­cial Edi­ti­on erschei­nen soll.

“Elek­tro­se­xu­ell” ist im Grun­de gar nicht schlecht, weil es auf recht all­ge­mei­ner Ebe­ne gesell­schafts­kri­ti­sche State­ments bringt: Wahr­heit ist digi­tal, wir sind fern­ge­steu­ert, ‘irgend­wer’ gibt uns täg­lich unse­re Dro­gen, wir hän­gen am Tropf… Das bleibt aber alles wenig kon­kret, plät­schert pop­pig vor sich hin. Witt: Der Fels in der Bran­dung – Kurz­ein­druck wei­ter­le­sen

Heim­fin­den

Heim­fin­den
im Dun­kel dei­ner Augen.
Mit einem Lächeln neu ein­ge­setzt
ins ewi­ge Spiel,
und dei­ne Nähe bannt
die Küh­le des Nacht­win­des,
der Schnee brin­gen könn­te?

Auf neu­en Wegen durch alte Gas­sen,
wenn die ande­re Welt noch fern ist.
Über dem Abgrund, gehal­ten,
im Flut­licht, das uns in ein
gigan­ti­sches Thea­ter ver­setzt,
in dem wir eng umschlun­gen,
den Auf­tritt der Gebor­gen­heit erwar­ten,
die uns initi­ie­ren wird. Heim­fin­den wei­ter­le­sen

Sonic Sedu­cer blickt auf 2023 zurück

Das Print­ma­ga­zin Sonic Sedu­cer schaut in ver­schie­de­nen Bei­trä­gen auf das Jahr 2023 zurück:

Festi­val Fans / Live Fotos / Alben des Monats / Titel Bands

Neben­bei: ich nut­ze die Sei­te v.a. zum Über­blick über Tour­da­ten der Künst­ler.

Der Exor­zist: Bekennt­nis via Years of Ter­ror

Das “Online-Maga­zin zum phan­ta­sti­schen Film”, Years of Ter­ror, wo ich sehr ger­ne ab und an rein­schaue, hat den neu­en Exor­cist-Film, den ersten einer geplan­ten Tri­lo­gie rezen­siert. Lesens­wer­ter Arti­kel mit den Stich­wor­ten “ver­schenk­te Chan­cen” und “see­len­lo­ser Exor­zis­mus”.

Neben­bei: der Arti­kel erwähnt nicht die TV-Serie Exor­cist, deren erste Staf­fel mir sehr gut gefal­len hat. Ich hat­te hier im Blog auf die neu­en Fil­me hin­ge­wie­sen und danach noch kurz über erste kri­ti­sche Reak­tio­nen berich­tet.

Base­ment

“He real­ly lik­ed the base­ment. It was like being in ano­ther world, while kno­wing that the other world was still the­re out­side, abo­ve you, if you nee­ded it. But down here it was quiet, and no one came and said anything, did anything to you. Not­hing you had to do.”

John Ajvi­de Lind­q­vist, ‘Let the Right One in’

Kir­li­an Came­ra, Kult­tem­pel, 29.12.2023

Das Jahr beschlos­sen wir im Kult­tem­pel in Ober­hau­sen, wo Kir­li­an Came­ra im Rah­men ihrer “Black Pyramid”-Tour gastier­ten.

Als Vor­band über­zeug­ten mit sehr pri­vat wir­ken­der Show A Spell Insi­de (Wiki­pe­dia). Sän­ger Micha­el Roe­der war dem Publi­kum zuge­wandt, sprach es an – das gehört für mich zu einem schö­nen Auf­tritt dazu. Nichts has­se ich mehr als Bands, die ohne irgend­was zu sagen ihre Lie­der run­ter­schrum­meln (run­ter­ta­steln?). Natür­lich war ‘Frei Sein’, eines mei­ner Lieb­lings­lie­der, auf der Set­list. Sehr gut gefiel mir der neue Song ‘Cele­bra­te the Past’. Lie­der in Eng­lisch und Deutsch wech­sel­ten sich ab.  Roe­der bedank­te sich bei der Per­son, die den Gig als Vor­band für heu­te arran­giert hat­te (Name ist mir ent­fal­len – Klaus?); das war wohl der­je­ni­ge, mit dem die erste Ver­öf­fent­li­chung der Band auf­ge­nom­men wor­den war, soweit ich ver­stand, das Lied ‘Boun­da­ry’.

Da Roe­der auch Sän­ger von Behind the Sce­nes ist (Wiki­pe­dia), die ich 1999 auf dem Zil­lo-Festi­val gese­hen habe, wur­de ein Song die­ser Band gespielt. Roe­der sag­te, es gebe oft die Fra­ge nach neu­em Mate­ri­al (ich bezog das auf BTS, nicht ASI), aber da sei nichts geplant; es blei­be aktu­ell bei Live-Auf­trit­ten.
Bei der Dis­co im Anschluß an die Kon­zer­te war Roe­der auf der Tanz­flä­che unter­wegs.

Noch zwei Bil­der zu A Spell Insi­de: Kir­li­an Came­ra, Kult­tem­pel, 29.12.2023 wei­ter­le­sen

Die­ses Blog in 2024

Der Titel die­ses Bei­tra­ges war eigent­lich “Rush into 2024”. Es ging dar­um, was ich sze­ne­mä­ßig und für das Blog für das kom­men­de Jahr pla­ne.

Letzt­lich muß ich mir aber ein­ge­ste­hen, daß das Blog mit gerin­gen Zugriffs­zah­len vor sich hin­düm­pelt, so daß jeder Bei­trag, jede Bild­aus­wahl und ‑bear­bei­tung immer die Fra­ge auf­wirft: wozu? Und: was könn­te ich sonst in die­ser Zeit machen?

Goog­le wird von mir mit jedem neu­en Bei­trag “von Hand gefüt­tert”. Die Sei­ten im Index sind von 70 auf 47 geschrumpft, wei­te­re über 1600 Seiten/Keywords igno­riert Goog­le trotz mehr­fa­chen Ansto­ßens einer “Über­prü­fung”. Ein Punkt ist hier mög­li­cher­wei­se die gerin­ge Ver­netzt­heit des Blogs – ich bin selbst kaum in Foren unter­wegs, wo in jeder Signa­tur der Link zu fin­den wäre, kom­men­tie­re kaum in ande­ren Blogs. Klar, man fin­det mein Blog über die Goog­le-Suche mit ca. 50 Ergeb­nis­sen und (bes­ser) über Bing (ca. 700), aber man muß schon sehr kon­kret suchen. Die­ses Blog in 2024 wei­ter­le­sen

Jack Ketchum: The Girl next door (Roman)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

 

Schaut man hier und da auf You­tube ein biß­chen nach „cree­piest book“ oder „most distur­bing reads“, dann wer­den die­ses Buch und der Roman „Let‘s go play at the Adams‘“ oft in einem Zug genannt.

Das letz­te­re Werk von Mend­al John­son hat aber doch eine ande­re Aus­rich­tung, denn in ihm geht die beschrie­be­ne Gewalt tat­säch­lich von Kindern/Jugendlichen aus. Ich habe den Roman, der teil­wei­se nach Ver­öf­fent­li­chung 1974 kaum oder nur für hor­ren­de Sum­men zu bekom­men war, letz­tes Jahr gele­sen: har­te Kost. Jack Ketchum: The Girl next door (Roman) wei­ter­le­sen

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