Kein Erfolg für den Exorzisten…

Als der neue Exorzist-Film angekündigt wurde, habe ich mit Vorbehalten darüber kurz berichtet. Dann kamen die ersten, eher negativen Rückmeldungen diverser Filmportale. Nun hat Ewan vom von mir sehr geschätzten Portal WhatCulture.com, konkret dem Horror-Kanal auf YouTube, in einem sehenswerten Video begründet, „why The Exorcist: Believer failed“.

Rotten Tomatoes, der Lackmus-Test für Horrorfilme, listet 22% aus 241 Reviews für diesen Film. Damit ist er als Fail einzustufen (bei niedrigem Budget sieht es von den Einnahmen her besser aus). Ewan geht auf das gesamte, nun aus sechs Filmen bestehende ‚franchise‘ ein, woraus nur zwei Filme hervorragen: The Exorcist und Exorcist III. Bekanntermaßen galt bislang der Exorcist II als ‚one of the worst films ever made‘.

Ich empfehle auch den ‚Prequel‘, Exorcist: The Beginning (Besprechung hier folgt) und die erste Staffel der Exorcist-Serie von Amazon.

Bleibt also abzuwarten, was aus der geplanten Trilogie wird.

Die 15 besten Horrorfilme – für mich

Weil es so schön in den „Spooktober“ paßt, habe ich die für mich 15 besten (wichtigsten) Horrorfilme aufgelistet. Bei dem, was Horror ist, gehe ich mit den Ausführungen von „Old Guy“ (auf Youtube) konform: Horror ist nicht ‚alles, was Angst macht‘, sondern Horror muß zum einen ein übernatürliches Element enthalten, zum anderen das Gefühl von Hilflosigkeit angesichts unkontrollierbarer Mächte darstellen (ggf. ins Video schauen, er erklärt das umfassender). Damit sind – in meiner Liste – z.B. alle Alien-Filme raus (die ich im übrigen sehr mag), alle Thriller wie ‚Silence of the Lambs‘, Slasher-Filme oder reine post-apokalyptische Szenarien. Zombies hingegen würden passen, habe ich aber weggelassen, genauso wie alle Filme zum Thema Exorzismus. Nuff said…

Die Filme sind chronologisch sortiert. Die kurze Beschreibung spoilert den Inhalt mehr oder weniger. Die 15 besten Horrorfilme – für mich weiterlesen

Der Exorzist: Bekenntnis – erste Eindrücke (anderer)

Ich hatte auf den ab 12.10.23 im Kino zu sehenden Film in diesem Beitrag schon hingewiesen. Da ich kein Kinogänger bin, habe ich den Film noch nicht selbst gesehen. Was kann man nun zum Film im Netz finden?

W. Schmitt, der u.a. den YT-Kanal „Die Filmanalyse“ betreibt, nutzt den Filmstart, um auf den Originalfilm (!) hinzuweisen, da die Neuverfilmung „indiskutabel“ sei. Der Exorzist: Bekenntnis – erste Eindrücke (anderer) weiterlesen

The Devil Inside … nach einer wahren Begebenheit (Film)

Der Film wurde 2012 von William Brent Bell gedreht. Ich habe ihn via iTunes gesehen und bewerte ihn mit **.
(Wikipedia) – Der Text spoilert den Film!

Dieser Film – man kann auch Mockumentary sagen, da er nicht auf einer ‚wahren Begebenheit‘ beruht – im Found-Footage-Stil war zwar kommerziell erfolgreich, hat aber eher schlechte Kritiken erhalten, z.B. „almost universally called one of the worst horror films ever made“ (Quelle)

Der Film beginnt mit der Schilderung eines Verbrechens: Maria Rossi habe drei Personen getötet, konkret zwei Priester und eine Nonne, die wohl an ihr einen Exorzismus vornehmen wollten.

20 Jahre später berichtet Rossis Tochter Isabelle über den Hintergrund, ihre Familie, ihre Nachforschungen für ein Doku-Filmprojekt mit Michael. Sie erfährt, daß die Mutter von den USA in eine psychiatrische Klinik (des Vatikans?) in Rom verlegt worden ist. Isabelle besucht die Mutter dort, die, ohne davon Kenntnis haben zu können, die Tochter mir der Abtreibung vor Jahren konfrontiert. Die schauspielerische Leistung von Suzan Crowley als Maria gefällt mir gut.

Die Tochter besucht dann im Vatikan ein Exorzismus-Seminar und lernt zwei junge Priester kennen, Ben und David, die auf eigene Faust, ohne Genehmigung ‚von oben‘, Exorzismen durchführen. Sie begleitet die beiden zu einem Fall, was in sehr intensiven Bildern gefilmt ist. Danach will das Dreier-Team auch an Isabelles Mutter den Exorzismus durchführen; dieser ist nicht erfolgreich, Maria überträgt den innewohnenden Dämon auf Isabelle und David. David erscheint nun massiv verändert, will bei einer Taufe das Kind töten, erschießt sich später.

Auch Isabelle zeigt Zeichen einer Besessenheit, tötet eine Krankenschwester, wird von Michael und Ben aus dem Krankenhaus geholt. Sie überträgt die Besessenheit auf Michael. Die Autofahrt der drei endet in einem Unfall, bei dem Michael und Ben offenbar sterben. Von Isabelle ist nichts mehr zu sehen… Eine Info verweist zum ungelösten Fall auf die Website ‚therossifiles.com‘, die jedoch schon ein Jahr nach Erscheinen des Films offline war.

Während ich Found-Footage-Filme generell mag, fand ich diesen Film weitgehend oberflächlich bleibend und chaotisch. Die Besessenheitsszenen sind jedoch gut gefilmt.

Bones and All (Film)

In letzter Zeit, da ich mich wieder intensiver mit dem Thema Gothic / Schwarze Szene, mit Horror und Suspense beschäftige, merke ich, daß mich einzelne Filme wieder emotional durchrütteln, so wie es seinerzeit z.B. bei The Crow war. Ich habe hier bereits über Run Rabbit Run geschrieben, auch über Infinity Pool. Aus verschiedenen persönlichen Gründen ist da irgendwie eine Art neue „Aufnahmefähigkeit“ bei mir, vielleicht auch ein ‚Sich-berühren-lassen‘.

Gerade die Schlußszene von Bones and All (BaA) erinnerte mich an Carlos Sauras „Deprisa, deprisa“ (Los, Tempo!), an den stillen anonymen Tod in den Hochhäusern der Madrider Vorstadt, an die alleinige Überlebende – wie hier im Film Maren. Selbst das schwülstige Lied Me Quedo Contigo von Los Chunguitos aus der Schlußszene hätte hier in BaA gepaßt…
Von den Emotionen, die der Film auslöste, fühlte ich mich auch an „Lost Souls“ von Poppy Z. Brite erinnert – dieses Gefühl süßlicher Grausamkeit, Erotik, Blut, die ständige Nähe des Todes. Bones and All (Film) weiterlesen

The Crow – Reboot 2024

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme – The Crow – bekommt lt. Caschys Blog einen „Reboot“, d.h. er wird/wurde neu verfilmt. Bei der Wikipedia ist die Seite schon als „The Crow (2024)“ online.

Mein erster Gedanke: kann nicht gutgehen. Ich habe ein spezielles Verhältnis zu The Crow, den ich drei Jahre nach Release 1997 zum ersten Mal gesehen habe. Damals war eine Beziehung zu Ende gegangen, die mich mit einer Mischung aus Erleichterung („endlich vorbei“) und Sehnsucht („wo finde ich endlich die passende Partnerin?“) zurückgelassen hatte. Und auf diesem Setting setzte The Crow mit der tragischen Geschichte um Eric und Shelly auf. (Unsterbliche) Liebe und Rache vermischen sich in der Person des von den Toten zurückgekehrten Eric, der die Gang-Mitglieder eins nach dem anderen ausschaltet – bis er wieder im Tod mit Shelly vereint ist.
Ich hatte damals so eine Art „emotional overflow“ beim Schauen – der Film hat mich auf verschiedenen Ebenen getriggert.

Gespannt bin ich auf den Trailer, der vermutlich schon das Setting, die Kameraführung usw. erkennen läßt. Bin gespannt, werde mich überraschen lassen, aber um an die ikonische Verfilmung von 1994 ranzukommen, bedarf es schon Feingefühl.

The Pope’s Exorcist (Film)

Der von Julius Avery gedrehte Film aus dem Jahr 2023 schildert einen fiktiven Exorzismus aus dem Leben von Don Gabriele Amorth (1925-2016).

Ich habe den Film via iTunes gesehen und vergebe ***. Der Text spoilert den Inhalt des Films.
(Wikipedia) The Pope’s Exorcist (Film) weiterlesen

Exorzist-Regisseur Friedkin ist tot

Regisseur William Friedkin ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Reaktionen der Film seinerzeit in den Kinos hervorgerufen hat. Bei der Europa-Premiere des Films in London verließen 10% der Zuschauer das Kino frühzeitig; 20 Personen mußten mit Riechsalz behandelt werden, schreibt S. Ahrens.
Auch interessant: Friedkin selbst hat keine Fortsetzung seines erfolgreichen Films gedreht, dafür aber 2017 eine Dokumentation über den bekanntesten Exorzisten des Vatikans, Gabriele Amorth. (Auf Amorth gehe ich später kurz ein, wenn ich eine Rezension zu The Pope’s Exorcist  schreibe.)
Friedkin sagte in dieser Doku wohl, wenn es Engel gebe, müsse es auch Teufel geben.

Ich habe den Film „Der Exorzist“ hier beschrieben und ihn mit der Schulnote 2 bewertet.

Exorcist (TV-Serie)

Eine Fortführung des ursprünglichen Films „Der Exorzist“ als Streaming-Serie bei Amazon.
Gefilmt nach einer Idee von Jeremy Slater, Regie führten verschiedene Personen (2016-17, Wikipedia). Die Serie ist ein Amazon-Original.
Ich vergebe für die erste Staffel *****, für die zweite **. Der Text spoilert die Serienfolgen!

Staffel 1

Die Serie wurde ab 2016 ausgestrahlt und im Mai 2018 nach nur zwei Staffeln eingestellt. Gleich zu Anfang wird der Bezug zum Film „Der Exorzist“ von 1973 hergestellt, indem die Original-Filmmusik gespielt wird und in einer Internetsuche der Bericht über zwei beim Exorzismus verstorbene Priester in Georgetown auftaucht. Aber der Rückbezug ist noch intensiver, denn vor der Ausstrahlung der Serie wurde bereits klar, daß die Mutter der Rance-Familie im Zentrum der Geschichte tatsächlich Regan MacNeil aus dem Originalfilm ist. Die Besessenheit geht also in der eigenen Familie der nun erwachsenen Regan (hier: Angela) weiter!

Die Handlung der ersten Staffel hat einen dreifachen Fokus:

  1. Die Familie Rance in Chicago. Diese besteht aus Angela, also Regan MacNeil, dem Vater Henry, der sich von einem Hirntrauma erholt und zu Beginn der Staffel eher dement wirkt, der älteren Tochter Katherine, die sich nach dem Tod einer Freundin in ihrem Zimmer verschanzt, sowie der jüngeren Tochter Casey, die immer frohgelaunt erscheint. Hinzu kommt später Chris MacNeil, die Mutter Angela-Regans.
  2. Die beiden Priester: Da ist Pater Tomás Ortega, der, wie in Filmen mit ähnlicher Thematik, jung, zunächst nicht an Dämonen glaubend, dafür am Glauben zweifelnd ist, hier insbesondere durch die Liebe zu einer jungen Mexikanerin. Dann lernen wird Marcus Keane kennen, einen erfahrenen, aber vom Vatikan kritisch beobachteten, hernach exkommunizierten Exorzisten, der einen Jungen in Mexico City nicht retten konnte (Dämon: The Baptist). Diesen Exorzismus durch Marcus sieht Tomás in seinen Träumen, bis ihm der angeschlagene Henry Rance hellsichtig („Gott sprach aus ihm“) auf den Ort hinweist, wo die Priester sich treffen können. Die Besetzung beider Rollen durch Alfonso Herrera und Ben Daniels hat mich sehr überzeugt.  Nach anfänglichen Schwierigkeiten beschließen die beiden, im Fall der Familie Rance zusammenzuarbeiten.
  3. Die Organisation „Friars of Ascension”, wozu auch die Tomás Ortega wohlgesonnene Dame Maria Walters gehört. Die Gruppe plant einen Papstbesuch in der Stadt (zwecks Ermordung desselben) und ist eine satanische Gesellschaft, die Dämonen im Ritual „Vocare Pulvere“ beschwört. Dazu ermorden Helfer 9 Menschen, nehmen deren Organe, verbrennen sie und sammeln die Asche. Im gezeigten Beschwörungsritual fährt der Dämon in den Polizeichef, der bei Familie Rance zur Befragung war.

Angela Rance AKA Regan MacNeil spürt früh und vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung, daß ein Dämon in der Familie ist. Entgegen der Annahme ist er jedoch nicht in der älteren Tochter Katherine, sondern in Casey. Gespräche des Dämons mit der jungen Frau werden so visualisiert, daß ihr ein „Salesman“ (offenbar eine Erscheinungsform des Dämons Pazuzu aus dem ersten Exorzist-Film) erscheint. Der Dämon verleiht Casey übermenschliche Kräfte: enttäuscht von der eigenen Leistung kann Casey einer Sport-Konkurrentin telekinetisch einen Knochenbruch zufügen.  Bei einem Angriff in einem Bus bricht Casey dem Angreifer den Kiefer, woraufhin sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert wird.

Keane überwindet sein Scheitern beim Exorzismus des Jungen mit Hilfe der Äbtissin (Mutter Bernadette) eines Nonnenklosters, die selbst Exorzismen mit Liebe und Geduld durchführt – die weibliche Gegenposition zu den Priestern.

Nach der Entlassung Caseys beginnen die beiden Priester den Exorzismus. Wieder (im Sinne ähnlicher Filme) ist es der jüngere Mann, der „schwächelt“ und vom anderen ausgeschlossen wird.

Es wird im weiteren Verlauf deutlich, daß der Dämon derjenige ist, der früher bereits in Angela (AKA Regan) war. Doch Marcus glaubt, daß die Dämonen untereinander kommunizieren, so kann „The Bapist“ in der 3. Episode aus Casey sprechen.

Angelas Mann hat ständig die Zahl 162 im Kopf und Tomás findet heraus, daß dies die Seite in Chris‘ Buch ist, auf der sie schreibt, der Dämon werde Regan immer suchen…

Der Salesman sagt: „Bring her to me“ und verweist damit auf Angela. Keane meint, dies sei ein Dämon mit einem „40-year-grudge“, er wolle über die Tochter Casey erneut an die Mutter (Angela-Regan) herankommen. Besessenheit sei wie ein Virus – so Keane. Je länger der Dämon in seinem „Wirt“ sei, desto enger verschmelzen beide bis zur ‚Integration‘; dann sei die Seele des Opfers zerstört und kein Exorzismus könne mehr helfen. Zudem würden Dämonen die „natürliche Ordnung“ stören, so daß man deren Anwesenheit z.B. an auffälligen Schwärmen von Vögeln oder anderen Tieren erkennen könne.

Keane findet etliche Besessene in der Gegend, d.h. nicht nur Casey ist Opfer. Diese flüchtet aus einem Krankenwagen, nachdem sie die Sanitäter getötet hat. Keane findet sie am Seeufer, bringt sie zum Nonnenkloster, in dem er bereits nach seiner Exkommunikation Aufnahme gefunden hatte. Dort führt er mit den Nonnen und ohne Tomás den Exorzismus weiter. Angela kommt hinzu und lädt den Dämon ein, in sie zu fahren, d.h. die Tochter zu verschonen – das passiert auch. Die besessene Angela nimmt dann an einer Sitzung der Friars zur Vorbereitung des Papstbesuches teil (hier offenbar von Pazuzu besessen, der sich in der letzten Folge im Kampf um Angela als Salesman zeigt).

Casey reflektiert die Besessenheit so, daß sie sagt: „Nichts an mir gehörte mehr mir selbst!“ Aus Angela hingegen spricht der Dämon so: „I’m not possessed. This is integration. She invited me in. This is permanent.”

Der Keane nicht wohlgesonnene, aber glaubenstreue Priester Bennett enttarnt das Attentat auf den Papst, wird – wie auch Keane – von den Friars gefangengenommen. Angela, d.h. der Dämon in ihr, tötet Chris MacNeil, quält dann ihre Familie, nachdem sie auch Mutter Bernadette mitsamt ihren Nonnen ermordet hat. Alles hängt nun an Tomás bzw. Keane. Ersterer kommt zur Familie Rance und wird von Angela / Pazuzu attackiert. In einer Art Traumvision erscheint ihm Keane, der ihn retten will. Tomás kann den Dämon in Angela besiegen. Keane verhindert das Papstattentat.

Der Dämon Pazuzu erklärt via Angela, die Welt sei von Gott für die Dämonen gemacht gewesen. Dann sei der Mensch gekommen, aber die Dämonen würden sich die Welt nun zurückholen.

Schönes Zitat von Keane am Ende: „‚Cause that’s the deal we make with the world every time we get out of bed in the morning. Hurt me all you want, but the bastards don’t get to win.”

Diese erste Staffel zeigt mir, wie gut Fortsetzungen umgesetzt werden können. Alles ist stimmig, die Rollen sind sehr gut besetzt, es macht großen Spaß, die Folgen zu sehen, auch wenn ich nicht per se der ‚Serientyp‘ bin. Da ich lieber moderne, d.h. mit modernen Mitteln gedrehte Filme sehe, kein Fan alter Titel bin, rückt die Serie bei mir mit Note 1 vor den Original-Film.

Staffel 2 – The Next Chapter

Die zweite Staffel beginnt mit zwei Handlungssträngen: Da sind Tomás und Marcus, die seit gut einem halben Jahr gemeinsam als „Freelancer-Exorzisten“ unterwegs sind, aktuell in Montana. Dann ist da der asiatisch-stämmige Andy Kim, der sich um Tochter Grace und fünf weitere Pflegekinder kümmert (auf Nachburn Island, Washington). Seine Frau Nicole ist durch Suizid verstorben.

Tomás und Marcus wollen die von einem Dämon besessene Cindy, Ehefrau des örtlichen Sheriffs, retten. Dieser glaubt nicht an die Besessenheit, entreißt seine Frau gewaltsam den Exorzisten und bringt sie in ein Krankenhaus, wo sie gleich zwei Personen tötet. War in Staffel 1 der Begriff „Integration“ zentral, die dauerhafte Einwohnung eines Dämons in eine Person, ist es hier der „innere Kampf“ (von mir so genannt) bei Tomás, der offenbar die Fähigkeit hat, in einer Art Traumreise den Dämon zu kontaktieren. Marcus weist auf die Gefahren hin und fordert den Kollegen zur herkömmlichen Vorgehensweise (Rituale Romanum) auf.

Andy wird von einer ebenfalls asiatisch-stämmigen Sozialarbeiterin besucht, die ihn als „Pflegevater“ kontrollieren soll, mit der er aber wohl früher schon mal liiert war. Um das Haus herum geschehen verschiedene „übernatürliche“ Dinge: ein Schwarm Krähen fliegt gegen das Haus, die Tiere sterben; ein christlicher Junge erlebt bei einem Farmer die Geburt eines mißgestalteten Lamms.

Als dritter Strang kommt der Vatikan hinzu, wo sich nun der Priester Bennett aufhält, der aufdecken will, daß „Integrierte“ auch die Kirche unterwandern. Es kommt der Kardinal Guillot (?) aus der 1. Staffel hinzu, der Teil der „Friars of Ascension“ ist. Man glaubt Bennett nicht. Hier geht es in Antwerpen weiter nach dem Tod Guillots durch eine Exorzistin, die Bennett mit einer alten, mächtigen, nun besessenen (Integration) Exorzistin bekanntmacht.

Die o.g. zwei Stränge fließen zusammen, als Tomás und Marcus nach Seattle kommen, um an einer Zwölfjährigen einen Exorzismus auszuführen, wobei sich herausstellt, daß die Mutter psychisch krank ist und das Mädchen unter Drogen setzt. So kommt die Kleine, Harper, auf die Insel in das Haus von Andy Kim – und bald merken die sie begleitenden Exorzisten, daß auf der Insel irgend etwas nicht stimmt. Andy steht bald im Fokus: Grace ist ein dämonisches, nicht wirklich existierendes Mädchen, seine tote Frau kommt wieder als Geist. Wieder sieht Tomás Szenen im Geist, in denen eine ganze Familie von einem Mann ermordet wird, der ‚Aeternum Vale‘ sagt.

Nebenbemerkung: Da auch diese Staffel fest im aktuellen Zeitgeist (und der damit verbundenen Filmförderung) verankert ist, gibt es neben Menschen verschiedenster Ethnien auch unterschiedliche sexuelle Präferenzen, bis hin dazu, daß Ex-Priester Marcus homosexuelle Züge in sich erkennt.

Das Geschehen kommt zu einem ersten Kulminationspunkt in Episode 7, in der es um den Exorzismus von Andy geht. Das ist alles so verworren inszeniert, daß ich mich kaum motivieren konnte, die Folge zu Ende zu schauen – und die Staffel komplett abgebrochen habe.

War die erste Staffel noch zu toppen? Mußte nicht jede Fortführung scheitern? Das kann sein. Man hätte m.E. die erste Staffel auch allein für sich stehen lassen können, als mit dieser grottigen, verfransten, unausgegorenen zweiten so eine Chance zu vertun. Mir war klar, eine dritte Staffel wird es nicht geben.

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