The Cru­ci­fi­xi­on (Film)

“The Cru­ci­fi­xi­on” wur­de 2017 von Xavier Gens gedreht. Ich habe den Film auf Ama­zon Prime gese­hen und ver­ge­be die Note ****.
(Wiki­pe­dia)

Zwei Geschich­ten wer­den im Film par­al­lel erzählt. Da ist zum einen die New Yor­ker Repor­te­rin Nico­le, eine Athe­istin und Kir­chen­kri­ti­ke­rin, deren Mut­ter eine gläu­bi­ge Chri­stin war. Als die­se infol­ge ihrer Krebs­er­kran­kung kurz vor dem Tod stand, bat sie Nico­le, einen Weg in den Glau­ben zu fin­den, damit bei­de ‚im Him­mel‘ spä­ter ver­eint sein wür­den. Nico­le lehn­te dies ab, und die Mut­ter starb mit die­ser ableh­nen­den Bot­schaft.

Dann ist da die jun­ge Non­ne Ade­li­na in Rumä­ni­en, selbst in einem Wai­sen­haus auf­ge­wach­sen, die in Deutsch­land als Kin­der­mäd­chen zwei eben­falls aus einem Wai­sen­haus adop­tier­te Kin­der einer Fami­lie betreu­te und mit einem Deut­schen eine wenig erfüll­te sexu­el­le Bezie­hung hat­te. Kurz nach ihrer Rück­kehr brach­te sich der älte­re Prie­ster Gabri­el vor ihren Augen um, indem er sich vom Kirch­turm des Non­nen­klo­sters stürz­te.

Repor­te­rin Nico­le kommt nach Rumä­ni­en, als Ade­li­na bereits tot ist: gestor­ben an den Fol­gen eines ver­such­ten Exor­zis­mus durch den Prie­ster Dimit­ru, der wegen über­durch­schnitt­lich vie­ler Exor­zis­men auf Betrei­ben sei­nes zustän­di­gen Bischofs durch die Behör­den fest­ge­nom­men wor­den war. Doch trotz Abbruch des Exor­zis­mus war Ade­li­na nicht zu ret­ten. Der Bischof gibt Nico­le, genau­so wie die zuvor behan­deln­de Psych­ia­te­rin, an, Ade­li­na habe an Schi­zo­phre­nie gelit­ten. (Also die klas­si­sche Kon­tro­ver­se: Ist es eine Beses­sen­heit im reli­giö­sen Sinn oder eine psych­ia­tri­sche Erkran­kung?)

Die Hand­lungs­strän­ge nähern sich über den gut­aus­se­hen­den jun­gen Prie­ster Anton an, den Nico­le im Ort nahe des Non­nen­klo­sters trifft. Er glaubt an Beses­sen­heit und Exor­zis­men, äußert das aber zunächst nicht offen, wäh­rend Nico­le etli­che Per­so­nen befragt und die Situa­ti­on bis zum Tod Ade­li­nas rekon­stru­iert.

Der Dämon Aga­res [Ade­li­na spricht ihn wie „Aka­risch“ aus; er wird tat­säch­lich in eso­te­ri­schen „Gri­moi­res“ als Dämon beschrie­ben – auf einem Kro­ko­dil rei­tend, einen Habicht auf der Hand] war in einen älte­ren (ver­mut­lich) Rom (von Roma) gefah­ren, der einen taub­stum­men, aber sehr gläu­bi­gen Sohn hat. Die­ser rief Pater Gabri­el zwecks Exor­zis­mus, der aber nicht gelang: der Dämon fuhr in Gabri­el, so daß die­ser sich offen­bar aus Ver­zweif­lung (das bleibt im Film offen) vom Turm stürz­te. In den Ster­be­mo­men­ten am Boden fuhr der Dämon in sein neu­es „Gefäß“, eben Ade­li­na. Nico­le nähert sich nun durch ihre Unter­su­chun­gen dem Dämon; es pas­sie­ren aller­lei schrä­ge Din­ge: Lich­ter gehen aus, Flie­gen ster­ben im Wein­glas, Spin­nen krab­beln hier und da, das Auto bleibt mit­ten in der Nacht lie­gen. Nico­le sieht dämo­ni­sche Frat­zen.

Anton erklärt ihr, beim Exor­zis­mus gebe es vier Stu­fen. Die erste hei­ße „Anwe­sen­heit“: der Dämon beherr­sche den Kör­per, er wird als Dämon erkannt. Dann folgt „Bruch­punkt“, eine durch Cha­os, Hal­lu­zi­na­tio­nen und Gestank gekenn­zeich­ne­te Pha­se. In der drit­ten Stu­fe, „Kon­flikt“, bekämpft der Exor­zist den Dämon, um dann bei der „Aus­trei­bung“ über die­sen zu sie­gen. Anton liegt mit sei­ner Ver­mu­tung, daß die Aus­trei­bung nicht erfolgt ist, rich­tig: der Dämon war in der Umge­bung der toten Non­ne aktiv und such­te sich ein neu­es Opfer: Nico­le. Der Dämon befällt Nico­le auf dem Hof des alten Rom, nach­dem sie erkannt hat­te, wie die Abfol­ge der Beses­sen­heit war.

Die Sze­nen sind sehr über­zeu­gend gefilmt: der Dämon hebt den Kör­per Nico­les unter die Raum­decke, wirft sie durch den Raum. Eine Spe­zia­li­tät von ihm ist: er läßt es wäh­rend des Exor­zis­mus reg­nen, das sei eine „Ver­spot­tung des Weih­was­sers“. Anton eilt her­bei und führt den Exor­zis­mus durch – zunächst nach Buch, doch dann sagt er dem Dämon, des­sen Name er ja kennt, er brau­che das Ritua­le Roma­num nicht, nur den Glau­ben Nico­les. Er fleht Nico­le an, bei Jesus Zuflucht zu suchen, nur so kön­ne sie den Dämon besie­gen.

Anton ist über­zeugt davon, daß Gott Nico­le nach Rumä­ni­en geführt habe, damit sie an ihn glau­ben ler­ne. Nico­le erfährt gegen Ende des Films, daß ihre Mut­ter am glei­chen Tag gestor­ben ist, an dem sich Pater Gabri­el umge­bracht hat.

Letzt­lich ist der Film eine schö­ne Geschich­te über das The­ma, wie man über die Erfah­rung des Bösen zur Lie­be Got­tes gelan­gen kann. Ganz ohne Zwang ist das aber auch nicht pas­siert, was so ein biß­chen die Dro­hung à la “Wenn du nicht glaubst, lei­dest du in der Höl­le” wie­der auf­nimmt bzw. als ‘rich­tig’ hin­stellt. Ande­rer­seits unter­streicht der Film, daß eine Beses­sen­heit auch nur durch Glau­be bekämpft wer­den kann.

Der Kame­ra­mann hat ein gutes Gespür dafür, Land­schaf­ten und Archi­tek­tur in Sze­ne zu set­zen. Der Film hat lang­sa­me Kame­ra­schwenks und ist ins­ge­samt ruhig auf­ge­baut, was ihm gut­tut. Ich mag die­sen Film sehr gern, weil mich Nico­les Geschich­te ein wenig an mei­ne eige­ne erin­nert. Es ist eine Geschich­te des Glau­ben-Ler­nens, die ich mit der Note 2 bewer­te.

DAH­MER: Mon­ster (TV-Serie)

frreepik.com - 18+Bit­te beach­ten: Im Sin­ne des Jugend­schut­zes wei­se ich dar­auf hin, daß hier sen­si­ble Inhal­te eines Medi­ums (Film, Serie, Buch) bespro­chen wer­den. Der Text soll­te ab Voll­jäh­rig­keit gele­sen wer­den.

 

10. und letz­te Fol­ge der Net­flix-Serie – Jef­frey Dah­mer erhält im Gefäng­nis Besuch von sei­nem Vater. Nach einem Gespräch über dies und das sowie Dah­mers Wunsch, sich tau­fen zu las­sen, fragt er sei­nen Vater sinn­ge­mäß: Wirst du mir je für das, was ich tat, ver­ge­ben kön­nen? Lan­ge Nah-Ein­stel­lung auf das Gesicht des Vaters, bis das „Ja, ich wer­de dir ver­ge­ben“ kommt.

Ich bin selbst Vater zwei­er Söh­ne. Oft habe ich mich in die­sen Vater Dah­mer hin­ein­ver­setzt, weil es für einen Vater – für Eltern – das Schlimm­ste ist, wenn das eige­ne Kind zum Mas­sen­mör­der und Kan­ni­ba­len wird. 17 Men­schen ermor­de­te Dah­mer, zer­stückel­te sie, aß zum Teil ihr Fleisch, alles in dem Wunsch, sie „kon­trol­lie­ren“ und „bei sich behal­ten“ zu kön­nen. Kann man – als Vater – die­sem Mann – Sohn – ver­ge­ben?

Es war aus­ge­rech­net mein jün­ge­rer Sohn, der mich auf die Serie bei Net­flix auf­merk­sam mach­te. Er schaue da etwas über einen Mas­sen­mör­der, das sehr gut nach­voll­zieh­bar gefilmt sei. Man bekom­me einen guten Ein­blick in die Gefühls­welt die­ses Man­nes. DAH­MER: Mon­ster (TV-Serie) wei­ter­le­sen

Run Rab­bit Run (Net­flix)

Wenn ich an mei­ne Kind­heit zurück­den­ke, gibt es hor­ror­tech­nisch eini­ge Fil­me, die mich ziem­lich geschockt haben. Allen vor­an Hti­tch­cocks “Die Vögel”. Weil ich selbst Vögel beob­ach­te­te, war das Ver­hal­ten der Vögel im Film um so ver­stö­ren­der.
Dann “Pick­nick am Valen­tins­tag”, der ein­zi­ge Film, der mir wirk­lich Alp­träu­me ein­ge­ge­ben hat.

Jetzt ist da “Run Rab­bit Run” aus Austra­li­en, der sich in ver­stö­ren­der Inten­si­tät in mei­ne Rea­li­tät als Mitt-50er gräbt. Schei­ße, ist der gut!
Mut­ter und Toch­ter, Tren­nung vom Vater. Ein wei­ßer Hase, das Hasen­mo­tiv, die ver­schwun­de­ne Schwe­ster der Mut­ter. Nun ist sie – irgend­wie – wie­der da. Das düste­re Geheim­nis – 18 Minu­ten vor dem Fil­men­de erfah­ren wir es.

Wer Net­flix hat: anse­hen! Für mich einer der besten Hor­ror­fil­me, den ich seit lan­gem auf Net­flix gese­hen habe. Arbeit des Kame­ra­teams – erste Sah­ne! Sound­track so pas­send, daß ich ihn immer wie­der bewußt an ver­schie­de­nen Stel­len des Films wahr­neh­me.

Und Erin­ne­rung (kei­ne Wer­bung): Net­flix hat jetzt auch eine Abo-Ver­si­on mit Wer­bung. 5€/Monat und – ist sie Ali­ce?

“Du bist ein Mon­ster!”

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