Unser drittes Stella … Unproblematische Anfahrt vom Rhein an die Elbe. Wie im letzten Jahr haben wir am Vortag einen Stellplatz ca. eine halbe Stunde südlich von Torgau genutzt, sind dann am Donnerstagmorgen um kurz nach 9 Richtung Entenfang gefahren. Autoschlange auf der Zufahrt bis zur Bundesstraße; wir paßten gerade mit dem Van noch dahinter.
Warten, dann Auffahrt auf den späteren Tagesparkplatz, der jetzt für lange Schlangen zum Zwischenparken der Anreisenden genutzt wurde. Hier staute es sich, und wir standen deutlich über eine Stunde. Das hatte v.a. damit zu tun, daß nach der schnell und effizient arbeitenden Bändchenausgabe jedes Auto auf Glasflaschen gecheckt wurde. Das war das Nadelöhr, das für das Warten gesorgt hat. Aus dem Auto neben uns wurde ein Kasten Flens konfisziert… Sagen wir so: diese Kontrolle frißt Zeit und ist halbherzig – ich würde sie weglassen und auf die Eigenverantwortung der Besucher setzen. Andere Lösung: nach 2‑lane Bändchenausgabe eine 4‑lane Kontrolle.
Diesmal ein Stellplatz eher nahe an der Ausfahrt und etwas weiter weg von der Bühne, aber trotzdem gut; keine so interessanten direkten Nachbarn. 😉
Der Veranstalter hatte ja wenige Tage vor dem Festival angekündigt, eine „Band vom Camp“ solle am Donnerstag eröffnen. photophor boten sich in den Kommentaren erneut an und bekamen einige Likes. Beim Soundcheck meinte ich kurz, das Opening aus „Lonely in a crowd“ zu hören und zog mir voller Vorfreude mein photophor-Shirt an; normalerweise bin ich nicht mehr so ein ‚Fanboy‘ *hust*.
Aber es kam – LEIDER – anders, der Herr Richter kündigte Ashmachine als Opener an, ein Elektro-Solo-Projekt mit oft gegrowlten Vocals. Konnte man sich gut anhören, aber bei mir war die Enttäuschung groß. Was sprach gegen photophor, die immerhin mit ihrem aktuellen Album Platz 1 der Alternative Album Charts in D erreicht haben? Das wäre ein Mehrwert fürs Festival gewesen!
Daher hier eingeflochten: ich habe die Ehre und Erlaubnis, darauf hinweisen zu können, daß es Anfang 2027 ein neues Album von photophor geben wird! Laut Asch wird es wieder musikalisch vielseitig, aber eventuell ein wenig ruhiger vom Gesamteindruck. Ich bin gespannt! Und: hört mal in no music for the masses rein.
Im Anschluß die erste reguläre Band, Oh Madonna, ein Electro-Duo mit eingängiger Musik mit oft melancholischem Unterton – gut hörbar.
Nebenbei Marco aus W. kennengelernt und uns länger unterhalten. Grüße!
Wir haben uns dann gegen Kontrast und für Essen entschieden, sind zum Auto zurück, haben etwas gegrillt, während wir anhand des jubelnden Publikums merkten, daß uns da wohl ein guter Auftritt entgeht. Aber: wir haben K. schon vor zwei Jahren beim Stella gesehen, und mir gefällt die 90er-Version von Einheitsschritt sowieso besser als die ‚modernisierte‘.
Für Black Nail Cabaret wieder vor die Bühne – ebenfalls zuletzt auf dem Stella live gesehen.
Emese Arvai-Illes kam mit einer Maske auf die Bühne, die mich an die Mesmer-Charaktere aus dem Spiel Guild Wars erinnerte. Es wurden mindestens zwei lange trancige Stücke gespielt, dann wieder Elektro (New Wave lt. Webseite) mit poppigem Verschnitt. Sehr schön. Die Sängerin lobte das Stella als „Old-School Festival“, auf dem man sehr gerne auftrete. Einer meiner besten Eindrücke vom Festival, auch wenn ich BNC sonst nicht höre.
Es folgten Reaper, bevor das Projekt Alles Schwarz die Bühne als Headliner betrat. D
as ist der m.W. erstmalig beim WGT 26 aufgetretene Zusammenschluß aus Oswald Henke (Goethes Erben), Luci van Org (Lucina Soteira), Tobias Siebert (Klez.e), Victor Hildebrand (Unfarben) und Mariska von Waldstetten, die einen dunklen Post-Punk, so würde ich das nennen, spielen, weniger Dark Wave, manchmal etwas folkig, der von den fünf Stimmen dieser Musiker*innen getragen wird. Man wechselte versierte die Instrumente, Henke spielte auf dem Xylophon, das war eine faszinierende, gehaltvolle Show. Da ich sonst keine Musik der Mitglieder von Alles Schwarz höre, kann ich zu den Titeln nur vermuten, daß es solche der jeweiligen Bands waren, die nun hier gemeinsam präsentiert wurden. Ein poetischer Auftritt, auch mit gesprochenen Überleitungen von Mariska von Waldstetten. Schade nur, daß so ein Projekt, bei dessen Auftritt man konzentriert zuhören muß(sollte), immer Zuschauer motiviert, sich laut miteinander zu unterhalten. Komisch, selbst beim Stella gibt es Leute, die dann einfach stören.
Der Organisator hatte für 22:15 und 22:45 zwei Überraschungen angekündigt. Während wir die Zweite nicht mehr mitbekamen, handelte es sich bei der Ersten um den Kurzfilm „Für Elise“, der über 17 Minuten eine tragische Geschichte erzählt. Da Corri-May fror und nicht mehr gut stehen konnte, schauten wird den Film leider nicht zu Ende. Filmemacher ist René Tröltzsch; hier ein Artikel der Giessener Zeitung.
Leider ist der Kurzfilm online nicht zu finden; ich hätte ihn gern in Ruhe ganz geschaut.
Es folgte eine ruhige Nacht. 🙂


