Das Altern der Schwar­zen Sze­ne

Ich habe die Bericht­erstat­tung übers WGT 2023 kom­plett aus­ge­las­sen, auch weil das Pfingst­wo­chen­en­de für mich ander­wei­tig ver­plant und aus­ge­füllt war (neben der schon geschrie­be­nen Tat­sa­che, daß mich das Tref­fen nicht so inter­es­siert). Klar, man sieht in den Vor­schau­bil­dern diver­ser News Streams die immer glei­chen Fotos von den “kras­se­sten Kostü­men”, aber das nervt mich schon lan­ge.

Einen eher lau­ni­schen Arti­kel von Luca Glen­zer fin­det man bei “nd”, wovon ich doch den letz­ten Absatz zitie­ren möch­te: Das Altern der Schwar­zen Sze­ne wei­ter­le­sen

World Goth Day?

Immer wenn World-irgend­was Day ist, mei­ne ich, die Grund­idee sei schon ver­ra­ten wor­den. Oder – in die ande­re Rich­tung: Wer/was einen Memo­ri­al Day braucht, ist auf dem abstei­gen­den Ast. Ich brau­che die­se gan­zen Gedenk­ta­ge nicht, muß­te mich aber heu­te mor­gen beleh­ren las­sen, daß ich gestern den World Goth Day ver­paß­te habe. Mea cul­pa… Mein Tag gestern war ein World Rush Day – schlecht gepennt, fünf Stun­den inten­siv gear­bei­tet, andert­halb Stun­den Fit­neß-Stu­dio, noch­mal Arbeit, dann zu einem VHS-Kurs. Danach noch mei­nem Sohn beim Holz­spal­ten im Gar­ten gehol­fen, mit mei­ner Frau gestrit­ten, müde ins Bett gefal­len.

Aber, dank des Blogs Wat­son wur­de ich heu­te an all das Ver­paß­te erin­nert. Fasten your seat­belts für eine fast-for­ward-Rei­se durch Goth und alles, was man übli­cher­wei­se damit asso­zi­iert – “send pix”.
Hier fin­det sich der dort unter “Leben\Spass” ein­ge­stell­te Bei­trag. Leben und Spaß wären eine phi­lo­so­phi­sche Betrach­tung wert. 😳 Rush out.

Tabus der Mehr­heits­ge­sell­schaft

“Sex & Tod, schwarz & weiß – die­se vor­der­grün­di­gen Wider­sprü­che sind stil­prä­gend für die Gothics. ‘Schön­heit’ schließt für die Gothics das Häß­li­che mit ein, bedingt es gera­de­zu. Kein Leben ohne Tod, kein Licht ohne Dun­kel­heit, kei­ne Freu­de ohne Trau­er. Um ‘Glück’ zu defi­nie­ren, muß ich auch ‘Unglück’ erfah­ren haben. Gothic zu sein bedeu­tet für die mei­sten nicht, stän­dig unter Depres­sio­nen zu lei­den, son­dern die schwar­zen Sei­ten des Lebens auch zuzu­las­sen. … Die gera­de­zu magi­sche Anzie­hungs­kraft, die extre­me The­men, Gefüh­le und Lebens­sti­le (Tod, Sado­ma­so­chis­mus, Kör­per­schmuck wie Pier­cing usw.) auf die Gothics aus­üben, nährt sich aus den Tabus und Ver­drän­gun­gen der Mehr­heits­ge­sell­schaft.”
[Klaus Farin, ‘Die Gothics, Ber­lin, Bad Tölz 2001’]

VNV Nati­on Elec­tric Sun Tour 2023

Ronan Har­ris hat­te auf dem Amphi 2022 ange­kün­digt, 2023 sol­le wie­der ein etwas “dunk­le­res Album” raus­kom­men. Jetzt ist es da, heißt “Elec­tric Sun” und ist Stand 5.5.23 auf Platz 5 (!) der deut­schen Album-Charts. Wow – und herz­li­chen Glück­wunsch, Ronan!

Schon beim ersten Hören war ich fas­zi­niert, wie vor­her nur bei Prai­se the Fal­len, Empires und Auto­ma­tic. Ein Hör­erleb­nis wie aus einem Guß. Klar, da wird  VNV Nati­on nicht neu erfun­den, aber es ist doch more of the good stuff. Kurz­ent­schlos­sen fuh­ren mei­ne Frau und ich zum Kon­zert im E‑Werk in Köln am 5.5.23.
Von der Vor­band, den Trai­trs, habe ich einen Titel in mei­ner “Rush-Play­list”. Zu viel Geschrum­mel und der Ver­such, wie Robert Smith zu klin­gen (ist auch Chris­sy vom Mit­ter­nachts­rei­gen auf­ge­fal­len). Unter­halt­sam, ja, kann man hören, ja, aber mehr – für mich – nicht. VNV Nati­on Elec­tric Sun Tour 2023 wei­ter­le­sen

Castrum Nigra 2023 (und Ein­drücke von 2019)

An der Mosel bei Bro­den­bach (die Recht­schreib­kor­rek­tur bie­tet hier “Hoden­bruch” an…😁) steht die Ehren­burg, die schon eini­ge Male der “Gothic-Par­ty” Castrum Nigra eine Kulis­se bot (FB-Sei­te – dort auch ein­mi­nü­ti­ger Trai­ler). Nach der Coro­na-Zeit und der wegen Neu­eröff­nung der Druck­luft­kam­mer nicht umge­setz­ten Par­ty im Juli 22 geht es jetzt am 7.7.23 wei­ter; der Vor­ver­kauf (20€) läuft bis 24.6.23.
Hier gibt es bei You­tube den offi­zi­el­len Trai­ler…

Mein Bericht für 2023 ist nun online.

Die Auf­tei­lung der Tanz­flä­chen auf dem Burg­ge­län­de sieht so aus: Castrum Nigra 2023 (und Ein­drücke von 2019) wei­ter­le­sen

Noch immer hier?

War­um stei­ge ich Ü50 in so ein Blog ein? Kei­ne (vor­ge­fer­tig­te) Ant­wort, aber Gedan­ken­fut­ter fand ich im Vor­wort zum drit­ten Gothic-Band von Peter Matz­ke und Tobi­as See­li­ger (Ber­lin, Schwarz­kopf & Schwarz­kopf, 2006). Da heißt es:

“Die Gothic-Sze­ne ist zu einer post­ado­les­zen­ten Bewe­gung gewor­den (…) Das Behar­rungs­ver­mö­gen des durch­schnitt­li­chen ‘Gruf­ties’ in ’sei­ner’ Sze­ne ist län­ger, vie­le kom­men irgend­wann in ihren Sinn­su­cher­jah­ren hin­ein – und blei­ben (viel­leicht, weil sie fest­ge­stellt haben, dass die Sinn­su­cher­jah­re nie auf­hö­ren…) (…) Gothic ist kei­ne tem­po­rä­re musi­ka­li­sche Wel­le, kei­ne schnel­le Mode – (…) Das Gothic-Move­ment hat auf­ge­hört, eine Jugend­be­we­gung zu sein.”
Noch immer hier? wei­ter­le­sen

Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 1

“When the act of reflec­tion takes place in the mind, when we look at our­sel­ves in the light of thought, we dis­co­ver that our life is embo­so­med in beau­ty. Behind us, as we go, all things assu­me plea­sing forms, as clouds do far off. Not only things fami­li­ar and sta­le, but even the tra­gic and ter­ri­ble are come­ly as they take their place in the pic­tures of memo­ry”.

       [Spi­ri­tu­al Laws (Aus­zug), R.W. Emer­son]

Hier schrei­be ich in meh­re­ren Tei­len über mei­ne Musik­be­gei­ste­rung, über Bands, Kon­zer­te, Festi­vals, aber eher mit dem brei­ten Strich als dem Blick aufs Detail. Ich ver­zich­te auf Links zu den Bands – das kann man bei Bedarf schnell selbst auf­ru­fen.

Ich bin ein Kind des “Sum­mer of Love” (1967), wenn auch im kal­ten Febru­ar davor gebo­ren (in die schwar­ze Käl­te hin­ein <har­har> 😉). Musik war in mei­ner Kind­heit eher die Radio­mu­sik im Hin­ter­grund und die Blas­mu­sik bei Dorf­fe­sten, das heißt, mei­ne Eltern pfleg­ten kei­nen spe­zi­el­len Musik­stil und hör­ten nicht (mehr) bewußt Schall­plat­ten. Mei­ne Mut­ter zeig­te mir immer wie­der mal ihre schon recht umfang­rei­che Schall­plat­ten­samm­lung (Schla­ger-only), aber die ver­staub­te vor sich hin. Da war etwas ver­lo­ren­ge­gan­gen, komisch…

“Musik” beginnt als beson­ders her­vor­tre­ten­des Ele­ment für mich als Kind ca. 1978, also mit 11. Erste Lie­der, die mir von damals in Erin­ne­rung geblie­ben sind: Video kil­led the Radio Star (Bruce Wool­ley), By the Rivers of Baby­lon (Boney M.), Tra­ge­dy (Bee Gees), vie­les von Abba. (Ja, OK, auch Das Lied von Manu­el von Pony. 🙄 )

Ich wünsch­te mir zu Weih­nach­ten einen Radio­re­cor­der und begann, mei­ne Lieb­lings­lie­der aus den Radio­sen­dun­gen her­aus auf Kas­set­ten auf­zu­neh­men. Hier galt aber auch für mich bereits das, was ich durch die Jahr­zehn­te immer wie­der erlebt habe: Wer nur auf das regu­lä­re Radio­pro­gramm Zugriff hat, der wird vie­le musi­ka­li­sche Sti­le nie ent­decken, weil sie kei­ne “air time” haben. Im Radio, das ich hör­te, lief kein Punk, kein Post-Punk…
(Ich habe durch Zufall ein altes Foto gefun­den, wo man den Radio­re­cor­der samt mei­nem ersten oran­ge-schwar­zen Kopf­hö­rer sehen kann, s. rechts.)

Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 1 wei­ter­le­sen

Not­hing in Room 237 – und hier ;-)

“The­re ain’t not­hin’ in Room 237. But you ain’t got no busi­ness goin’ in the­re any­way. So stay out. You under­stand? Stay out.”  [St. King, The Shi­ning]

 

Ein neu­es Blog… so vie­le schwar­ze Sei­ten sind zwi­schen­zeit­lich off­line. Ich kann, will und wer­de sie nicht erset­zen, son­dern ein­fach nur Per­sön­li­ches schil­dern – von der ersten “schwar­zen” LP 1985 (First and Last and Always, Sisters) bis zum Amphi-Festi­val 2022 – und dann mal schau­en.

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