Drei Tage und ein Leben (Film)

Ich habe neu­lich über mei­ne Vor­stel­lung von den unpo­li­ti­schen Gemein­sam­kei­ten in der Schwar­zen Sze­ne geschrie­ben, die in den düste­ren Abgrün­den des Mensch­li­chen lie­gen, – und nun sehe ich mehr durch Zufall einen Film, der genau das aus­drückt.

Der Film „Trois jours et une vie“ von Nico­las Boukhrief, Regie You­rek Dury, ist einer über das “Davon­lau­fen vor Ver­ant­wor­tung”, das notier­te ich noch wäh­rend ich schau­te. Dann kor­ri­gier­te ich zum “per­fek­ten Mord”, aber letzt­lich stand im Notiz­buch nur “Lebens­lü­gen”. Unbe­wußt pas­sen die drei Begrif­fe zur Drei­tei­lung des Films: er beginnt 1999 in einem klei­nen Städt­chen in den bel­gi­schen Arden­nen, dann wird 15 Jah­re wei­ter­ge­sprun­gen, dar­auf­hin noch ein­mal drei Jah­re. Erst dann ist die Lebens­lü­ge per­fekt.
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The Ritu­al – neu­er Exor­zis­mus-Film

“The Ritu­al” ist ein bald in die Kinos kom­men­der Exor­zis­mus­film von David Midell mit Al Paci­no in der Haupt­rol­le (schon mit eige­ner Wiki­pe­dia-Sei­te). Der Trai­ler sieht ziem­lich gut aus…
Man soll­te den Film nicht mit dem gleich­na­mi­gen mit Antho­ny Hop­kins ver­wech­seln.

Nun habe ich dazu noch ein inter­es­san­tes Detail bei Tech­Krams gele­sen: Es soll eine wei­te­re Ver­fil­mung des Schick­sals von Emma Schmidt sein (1882−1941), zu der es unter dem Pseud­onym “Anna E©klund” ja bereits min­de­stens einen Film gibt: Der Exor­zis­mus der Anna Eck­lund aus dem Jahr 2016. Der ist aber nicht sooo gut gewor­den; ich habe ihn mit ** von fünf Ster­nen bewer­tet.

Die Wiki­pe­dia hat eini­ges an Infos zu Emma Schmidt, von der man sagt, ihrer sei der best-doku­men­tier­te Exor­zis­mus-Fall in den USA.

Hof­fen wir, daß Midell, von dem ich kei­ne vor­he­ri­gen Fil­me ken­ne, eine deut­lich bes­se­re Umset­zung des Stof­fes schafft.

The Exor­cism (Film)

The Exor­cism ist ein Hor­ror­film von Mark Alex­and­re Fort­in und Joshua John Mil­ler (auch Regie) mit Rus­sell Cro­we in der Haupt­rol­le. Er ist 2024 erschie­nen; und ich fin­de es auf­fäl­lig, daß die deut­sche Wiki­pe­dia-Sei­te dazu sehr knapp gehal­ten ist (Wiki­pe­diaENG). Auf­grund Cro­wes Mit­wir­ken muß sich der Film natür­lich mit “The Pope’s Exor­cist” (2023) mes­sen las­sen, den ich bereits mit *** als mit­tel­mä­ßig bewer­tet habe. Jetzt fällt lei­der ein wei­te­rer Stern weg: ** für die­sen unter­durch­schnitt­li­chen Film, den Cro­we nicht ret­ten kann.

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Imma­cu­la­te (Film)

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Imma­cu­la­te ist so etwas wie Juras­sic Park für Arme. Für die Absicht, irgend­wie so ein Gore-Fest abzu­dre­hen, muß eine abstru­se Hin­ter­grund­ge­schich­te her­hal­ten, die zudem noch wenig über­zeu­gend umge­setzt wur­de, weil, wie ich ver­mu­te, sich das Team hin­ter dem Film nicht wirk­lich mit der katho­li­schen Kir­che aus­kann­te. Imma­cu­la­te (Film) wei­ter­le­sen

Exor­zist 2 – Der Ket­zer (Film)

Den von John Boor­man 1977 nach dem Erfolg von The Exor­cist gedreh­te Nach­fol­ger (Ori­gi­nal: Exor­cist II – The Here­tic) habe ich via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.  (Wiki­pe­dia)

Ich moch­te Richard Bur­ton als Schau­spie­ler nie, daher bin ich schon ein wenig vor­ein­ge­nom­men, aber auch ein ande­rer Schau­spie­ler hät­te die­se lah­me, lang­at­mi­ge Fort­set­zung nicht ret­ten kön­nen. [„one of the worst major films of all time” (s. Wiki­pe­dia-Link oben)]
Der Text ist – mehr als bei mei­nen ande­ren Bespre­chun­gen – eine Zusam­men­fas­sung des Films; daher mas­si­ve Spoi­ler!

Wir ler­nen zu Beginn Pater Phil­ip Lamont ken­nen, der eine jun­ge, offen­bar beses­se­ne Frau ret­ten will, was jedoch nicht gelingt; die Frau ist wohl eine Hei­le­rin und ver­brennt in einem Feu­er. Spä­ter ist Lamont im Vati­kan (?) und trifft dort einen hoch­ran­gi­gen Kar­di­nal, der ihm die Auf­ga­be gibt, den Tod Pater Lan­ke­ster Merrins (-> Der Exor­zist) zu unter­su­chen. Die moder­ne Kir­che sehe Mer­rin als Ket­zer, der noch immer an Satan glau­be. Lamont reist nach New York.

Die nun vier Jah­re älte­re Regan lebt mit ihrem Kin­der­mäd­chen Sharon in einem Luxus-Appar­te­ment in New York. Sie besucht regel­mä­ßig eine The­ra­peu­tin. (Inter­es­sant ist, daß die The­ra­peu­tin mit Kin­dern arbei­tet, aber ihre eige­nen Kin­der ähn­lich sel­ten zu Gesicht bekommt wie Chris MacNeil ihre im ersten Film; in die­sem Film kommt Chris MacNeil gar nicht vor.)

Lamont stößt zum Team und gemein­sam wird ein Hyp­no­se­ge­rät aus­pro­biert, eine Art „Gedan­ken-Syn­chro­ni­sa­tor“. Lamont sagt im Gespräch mit der The­ra­peu­tin, das Böse sei ein spi­ri­tu­el­les Wesen, das heim­tückisch agie­re. Für mich ist die­ses Gerät eine der gro­ßen Schwach­stel­len des Films; es erin­nert an das „galak­ti­sche Bügel­eisen“ aus Raum­pa­trouil­le Ori­on, also an alle (aus heu­ti­ger Sicht) lächer­li­chen Sci­ence-Fic­tion-Umset­zun­gen von „Zukunfts­tech­nik“. Mit­tels der Visi­on, die das Gerät erlaubt, erkennt Lamont, daß der Dämon Pazu­zu noch immer über Regan herrscht bzw. sie angrei­fen will. Er hat Pater Mer­rin getö­tet. Es wird klar, daß auch Regan Heil­fä­hig­kei­ten hat, wie die ver­brann­te Frau vom Film­be­ginn und wie der Ein­ge­bo­re­nen-Jun­ge Koku­mo, um den Mer­rin sich in Afri­ka geküm­mert hat­te. Aus heu­ti­ger Sicht sind auch die­se Afri­ka-Sze­nen mit den stän­dig auf­ge­regt plap­pern­den Men­schen, den Heu­schrecken­schwär­men usw. ziem­lich „grot­tig“ (was m.E. auch für die Film­mu­sik gilt).

Lamont kehrt in das MacNeil-Haus in Washing­ton zurück, wo eine gro­ße Heu­schrecke unter der Decke fliegt, ohne daß er sie wahr­nimmt. Wir ler­nen, daß Pater Mer­rin den Namen Pazu­zu nicht kann­te, der Dämon aber auf ihn gewar­tet habe.  Beim näch­sten Syn­chro­ni­sa­tor-Expe­ri­ment bit­tet Regan Lamont, sie mit ihrem „Traum­na­men“ anzu­spre­chen, das ist der Name Pazu­zu. Lamont spricht ihn als „König der Gei­ster der Lüf­te“ an und wird zu einer Art Traum­rei­se, die an eine scha­ma­ni­sche Rei­se erin­nert, mit­ge­nom­men, einem schnel­len Flug über die afri­ka­ni­sche Land­schaft zu einer gro­ßen Lehm­stadt. Dort lebt der Jun­ge, des­sen sich Mer­rin ange­nom­men hat­te, noch immer. Die Kame­ra nähert sich und das Gesicht des nun erwach­se­nen Man­nes wan­delt sich zu einem Leo­par­den­kopf.

In einem Natur­kun­de­mu­se­um erkennt Regan in einem Bild von äthio­pi­schen Fel­sen­kir­chen den Ort aus dem Traum wie­der. Lamont reist nach Afri­ka, zunächst zu einer sol­chen Fel­sen­kir­che, wo er an einem sehr agi­tier­ten Got­tes­dienst mit Tanz teil­nimmt, sich als Sün­der bekennt und Hostie sowie Wein emp­fängt. Über ein Non­nen­klo­ster kommt er in Kon­takt mit einem Pilo­ten, der ihn zur Lehm­stadt „Jep­ti“ bringt. Dies scheint eine eher mus­li­misch domi­nier­te Stadt zu sein.

Lamont ist über­zeugt, der „Jun­ge“ von Mer­rin sei der­je­ni­ge, der das Böse „regie­ren“ kön­ne. (Ich müß­te die Fil­me noch­mal mit eng­li­schem Ori­gi­nal­ton schau­en, weil ver­mut­lich eini­ges durch die Über­set­zung ver­lo­ren­geht. „Regie­ren“ heißt hier m.E. bän­di­gen, beherr­schen.) Dem Kar­di­nal im Vati­kan gefällt die Rich­tung nicht, die Lamonts Nach­for­schun­gen ein­ge­schla­gen haben. Er ent­hebt ihn aus die­sem Amt, das heißt, Lamont fliegt auf eige­ne Gefahr nach Afri­ka.  Der Prie­ster fin­det mit tele­pa­thi­scher Hil­fe von Regan den „Leo­par­den­mann“, der einen Glau­bens­be­weis for­dert: Lamont muß bar­fuß über eine Flä­che mit Nägeln lau­fen. Das miß­lingt, war aber nur eine Illu­si­on, denn nach dem Sturz fin­det sich Lamont in einer For­schungs­sta­ti­on wie­der, wo Heu­schrecken erforscht wer­den. Der Wis­sen­schaft­ler, eben der „Jun­ge“ von Mer­rin, erklärt, daß die Flü­gel­be­rüh­run­gen unter­ein­an­der den Cha­rak­ter des Schwarms zu ‘zer­stö­re­risch‘ ändern. Er habe aber ein Weib­chen gezüch­tet, das ‘gut’ sei und den Schwarm bän­di­gen sol­le. Der For­scher sagt: „Das Böse gebärt Böses durch Berüh­rung.“

Wie­der in den USA, tref­fen sich Regan und Lamont in eine Art Stun­den­ho­tel zu einem wei­te­ren Expe­ri­ment mit der Hyp­no­se­ma­schi­ne. Lamont erkennt, daß „der Teu­fel“ den Dämon Pazu­zu gesandt habe, um heil­be­gab­te Men­schen zu töten. Der tote Mer­rin bit­tet Lamont, sei­nen Platz ein­zu­neh­men und wei­ter gegen Pazu­zu zu kämp­fen.

Lamont und Regan fah­ren im Zug nach Washing­ton, dort zum MacNeil-Haus; die Ärz­tin und Sharon fol­gen. Der Prie­ster wird von einem Heu­schrecken­schwarm ange­grif­fen, Pazu­zu ver­führt ihn in Form eines Suk­ku­bus mit dem attrak­ti­ven Aus­se­hen Regans. Lamonts Aggres­si­on wen­det sich gegen Regan, bis sie auf spa­nisch „War­um?“ fragt und er sei­nen Feh­ler erkennt (Bezug auf die jun­ge Frau vom Film­an­fang).

In völ­lig über­dra­ma­ti­sier­ten, lächer­li­chen Sze­nen bricht das hal­be Haus zusam­men, bis klar wird, daß Regan das ‘gute Weib­chen’ ist, das die Heu­schrecken­pla­ge ver­nich­ten kann. Lamont kämpft mit dem Dämon und reißt ihm das Herz her­aus (?).

Die Par­al­lel­ge­schich­te um die ster­ben­de Sharon ist völ­lig über­flüs­sig. Zum Schluß sagt Lamont, der Feind der mensch­li­chen Ras­se sei gebän­digt. Er und Regan gehen uner­kannt weg, wäh­rend die Ärz­tin vor dem Haus ste­hen­bleibt.

Was ist gut am Film? Das ist die sub­ti­le Dar­stel­lung der Glau­bens­zwei­fel und Ver­führ­bar­keit von Pater Lamont. Anson­sten wer­de ich den Film ver­mut­lich nicht mehr schau­en.

Rea­dy or Not (Film)

Rea­dy or Not, eine Hor­ror­ko­mö­die von 2019, aktu­ell bei Net­flix auf Platz 2 der “Fil­me der Woche”, ist ein unter­halt­sa­mer Film auf B‑Niveau, der aber doch eine “under­ly­ing mes­sa­ge” hat. Somit hier nicht all­zu­viel zur kon­kre­ten Hand­lung, son­dern zu dem, was ich raus­le­se. (Spoi­ler…)

Da ist die Welt der Rei­chen, des Adels, mit ihren eige­nen Geset­zen; eine abge­ho­be­ne, dem nor­ma­len Men­schen ent­ho­be­ne Welt. Und da sind die­se nor­ma­len Men­schen – gern auch mit per­sön­li­chem har­tem Wer­de­gang wie die Prot­ago­ni­stin im Film, die Braut Grace (ein spre­chen­der Name). Grace wird in die­se ihr frem­de Welt ein­hei­ra­ten – und lernt auf die har­te Art, daß es dar­in obsku­re Regeln gibt, die allen gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen wider­spre­chen. Was hier mit einem töd­li­chen / sata­ni­schen Ritu­al (und gut umge­setz­ten Gore-Sze­nen) dar­ge­stellt wird, ist eben die­se Anders­ar­tig­keit, Abar­tig­keit, Dege­ne­ra­ti­on jener Welt. Aber: und das ist schon der gan­ze Plot, Grace wird die­se anma­ßen­de, töd­li­che Welt zer­stö­ren – rein durch ihre Wil­lens­kraft und ihr Durch­hal­te­ver­mö­gen. Das Fina­le ist gro­tesk, aber von Auf­bau und Effek­ten her unglaub­lich befrie­di­gend.

Wer also auch gern anti­ka­pi­ta­li­sti­sche Visio­nen hegt, wer die (im Film kran­ke) Welt der Super­rei­chen ver­ach­tet, der fin­det hier unter­halt­sa­mes Abend-Fut­ter. Was lernt man aus dem Film? Mit den gezeig­ten Men­schen jen­seits Grace ist kein funk­tio­nie­ren­des Gemein­we­sen auf­zu­bau­en… R(A)sh out.

Aoki­ga­ha­ra (3) – The Sea of Trees (Film)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt das The­ma Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Ich bespre­che nun den Film The Sea of Trees; der Text spoi­lert den Film.
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13 Exor­cisms (Film)

Wäh­rend man in Hol­ly­wood noch nach der rich­ti­gen Exor­zis­mus-For­mel für Fil­me sucht oder groß ange­kün­dig­te Remakes flop­pen, wur­de in Spa­ni­en ein wirk­lich guter Exor­zis­mus-Film gedreht: 13 Exor­cisms – das Erst­lings­werk von Jaco­bo Mar­tí­nez.

Ich habe den Film via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit ****. Der Text spoi­lert den Film! (Infos @ Wiki­pe­dia) 13 Exor­cisms (Film) wei­ter­le­sen

Das Ritu­al – The Rite (Film)

“Das Ritu­al” ist ein Film des schwe­di­schen Regis­seurs Mika­el Håf­ström aus dem Jahr 2011, des­sen “Zim­mer 1408” (2007) mir auch sehr gut gefal­len hat. Ich habe The Rite via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit ****.
(Wiki­pe­dia) – Die­ser Text spoi­lert den Film!

Der Film basiert auf dem Buch “Die Schu­le der Exor­zi­sten: eine Repor­ta­ge” von Matt Baglio, das wohl zum Film unter dem Titel “The Rite. The Making of a Modern Day Exor­cist” neu erschie­nen ist. Ein grund­sätz­lich sehr emp­feh­lens­wer­tes Buch, wenn man tie­fer ein­stei­gen möch­te.

Vor­ab: so wie die­ser, in gro­ßen Tei­len in Ungarn gedreh­te Film muß ‘Kino’ für mich aus­se­hen: groß­ar­ti­ge Sets, lie­be­voll aus­staf­fiert, fan­ta­sti­sche Kame­ra­füh­rung, lang­sa­me Schnit­te. Aber vor allem – und im Kon­text des The­mas – sind die Beses­se­nen nicht als Zom­bies mas­kiert.
Aber: der Film lebt v.a. von der Per­son des Antho­ny Hop­kins und sei­ner Schau­spiel­fä­hig­kei­ten. Ohne Hop­kins wäre es für The Rite schwer gewor­den – und von der Note her viel­leicht eine 3. Das Ritu­al – The Rite (Film) wei­ter­le­sen

Beses­sen – Der Teu­fel in mir (Film)

Weder der Regis­seur, Greg A. Sager, noch der Film (eng­li­scher Titel: Devil Seed) haben einen Wiki­pe­dia-Ein­trag. Das mag nicht für den Film von 2012 spre­chen, den ich via Ama­zon Prime Video gese­hen habe und mit ** bewer­te. Der Text spoi­lert die Hand­lung.

Der Film beginnt mit ver­schwom­me­nen Sze­nen, in denen man einen geschei­ter­ten Exor­zis­mus zu erken­nen glaubt: Der Prie­ster hat die Frau offen­bar mit einer Art Rund­dolch durch­bohrt [Iain Rob Wright beschreibt einen soge­nann­ten Blut-Exor­zis­mus in sei­nem Buch ‘Sam’] und wird wegen Mor­des fest­ge­nom­men. Es ist vor­her­seh­bar, daß der Prie­ster eine wei­te­re Chan­ce im Film bekom­men wird… Vom Jahr 1972 die­ser Ein­blen­dun­gen geht es in die aktu­el­le Zeit.

Die Kom­mi­li­to­nin­nen Alex, Jess und Bree haben sich ein Haus gemie­tet. Alex, die Prot­ago­ni­stin, ist mit Bri­an zusam­men, aber die bei­den haben kei­nen Sex – statt­des­sen Bri­an mit Bree. Eine Wahr­sa­ge­rin sagt Alex, sie sehe ihre tote Mut­ter Mag­gie und es sei jemand bei ihr. Man sieht, wie Alex im Stuhl zurück­ge­wor­fen wird. Am näch­sten Mor­gen weiß sie nichts mehr. Ab hier gesche­hen diver­se – gen­re-typi­sche – Din­ge: Krat­zen ist in den Wän­den zu hören, Türen öff­nen sich von selbst, Gegen­stän­de wech­seln den Abla­ge­platz, Licht und Elek­tro­ge­rä­te schal­ten sich selb­stän­dig an und aus. Etwas Unbe­kann­tes malt Alex‘ Bücher für die Uni mit schwar­zen Sym­bo­len voll. Alex trifft ein Mäd­chen auf einem Spiel­platz, das ihr sagt: „Er kommt und holt dich.“  Schnell ver­mu­tet Alex eine Beses­sen­heit und sucht im Netz nach die­sen The­men. In den Näch­ten erscheint sie ihren Kom­mi­li­to­nin­nen in ihrer beses­se­nen Form: es spricht eine har­te, männ­li­che Stim­me aus ihr.

Alex ist offen­bar Jung­frau; Bri­an wirft ihr vor, kei­nen Sex mit ihm haben zu wol­len. Nach einem erneu­ten Besuch bei der Wahr­sa­ge­rin erfährt Alex, der Dämon habe sie aus­ge­sucht als das per­fek­te, ‘rei­ne’ Gefäß für sein Kind. Dies sei ein Kind, wie die Welt es in Jahr­tau­sen­den nicht gese­hen habe. Nur der Tod vor der Geburt kön­ne Alex erlö­sen. Der Dämon wird aggres­si­ver, zer­kratzt Alex‘ Haut und ‘ver­ge­wal­tigt’ sie.

Jess wen­det sich an einen Ver­trau­ens­pro­fes­sor, der sei­ner­seits sei­nen Vater kon­tak­tiert – den Prie­ster aus den Ein­gangs­sze­nen. Er erkennt den Dämon wie­der, an dem er damals geschei­tert ist. Im Show­down wird zunächst Rache an Bree geübt; Alex/Dämon tötet sie. Jes­si­ca wird vom Prie­ster geret­tet, der den Kampf gegen den Dämon in Alex-Gestalt im Haus auf­nimmt. Wie­der hat er den Dolch bei sich.  Er kämpft mit dem Dämon, rezi­tiert auf Latein, betet, wäh­rend der Dämon mit einer sehr sexua­li­sier­ten Spra­che pro­vo­ziert. Vom eige­nen Dolch ver­letzt, gelingt dem Prie­ster die Aus­trei­bung; Alex flieht auf die Stra­ße, wo der Dämon erneut in Form einer Strö­mung­s­ani­ma­ti­on durch den Mund in sie fährt. In dem Moment wird sie von einem Auto ange­fah­ren.

Der Fil­me endet mit einem Bera­tungs­ge­spräch für ein jun­ges Paar, das das unge­bo­re­ne Kind von Alex, die im Koma liegt, adop­tie­ren möch­te. Somit bleibt das Böse in der Welt… Die Anspie­lung auf Rosesmary’s Baby gelingt hier dezent.

Devil Seed ist ein typi­sches B‑Movie, bei dem schon in den ersten Sekun­den nack­te Brü­ste zu sehen sind (die Frau­en anson­sten aber auch beim Schla­fen BHs tra­gen). Das lang­sa­me Tem­po tut dem Film gut; die Jes­si­ca-Dar­stel­le­rin spielt über­zeu­gend. Das Abdrif­ten Alex‘ in die Beses­sen­heit ist eben­falls gut dar­ge­stellt, aber über ein „aus­rei­chend“ kommt der Film für mich nicht hin­aus.

Unklar bleibt, ob der Prie­ster an der erlit­te­nen Wun­de stirbt. Unklar bleibt auch, ob es ein Dämon ist oder letzt­lich der im Ori­gi­nal­ti­tel genann­te Teu­fel, der eher zum The­ma „Kind des Teu­fels“ pas­sen wür­de.

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