Mit lee­ren Augen kam ich heim

Schwei­ge­marsch und Trä­nen,
Herbst­re­gen, der in mein Gesicht schlug.
Zer­zau­ste Haa­re unter grau­em Him­mel -
Kal­ter Wind, der an ihnen zerr­te.
Ste­ten Schrit­tes durch brau­ne Fel­der
Zog es mich fort von den Men­schen,
Die mich umstan­den, auf mich zeig­ten.

Dei­ne Hand konn­te hei­len,
Dein Mund konn­te hei­li­gen.
Dei­ne Augen waren kein Trost.

Heim­kehr vom Marsch.
Ker­zen­licht und hel­ler Wein.
Mit mei­ner Lie­be ging ich fort,
Mit lee­ren Augen kam ich heim.
Und du warst nicht an die­sem Ort.

[© Rush / V. Wag­ner]

Old Fri­ends (D. Schweit­zer)

Ein­bruch der Nacht im Klo­ster Pan­to­kra­to­ros, Berg Athos

We dead lea­ve no foot­prints in the snow,
and when we sum­mon you to the door,
you say it’s the wind, or rust­ling ivy,
or a dry branch scra­ping a win­dow pane.

We wait voice­l­ess in the dark,
in our hun­ger and our rage,
for you to wan­der out that door,
or lean out the win­dow into the night.

For we are your ine­ra­di­ca­ble past
and your ine­s­ca­pa­ble future.

[Dar­rell Schweit­zer]

Thou canst not hear the songs of my dark­ness

“When it is day with thee, my fri­end, it is night with me; yet even then I speak of the noon­ti­de that dances upon the hills and of the pur­ple shadow that ste­als its way across the val­ley; for thou canst not hear the songs of my dark­ness nor see my wings bea­ting against the stars—and I fain would not have thee hear or see. I would be with night alo­ne.”

[Kha­lil Gibran: Com­ple­te Works; Aus­zug aus: The Mad­man]

Sta­ring eyes

“The only con­stant was his eyes. Sta­ring into them, I saw not­hing. No emo­ti­on. No huma­ni­ty. In every pho­to­graph, the eyes (…) were dark blanks that reve­a­led not­hing. A say­ing I’d heard long ago came to mind: When you sta­re into the abyss, the abyss also sta­res into you.

[R. Sager: Home Befo­re Dark]

(Fiel mir erst nach­träg­lich ein: klei­ner Ver­weis zum Gedicht Ich faß­te dei­ne Hand.)

Sonn­tag­abend, ver­klin­gend

Orange, Nacht
Nacht in Oran­ge

Sonn­tag­abend
ver­klin­gend.
Auf einem Park­deck über der Stadt
in der Lee­re dunk­len Gei­stes.
Wind streicht durchs Haar, zärt­lich,
unter Later­nen, die für nie­man­den leuch­ten.

In schwar­ze Wol­ken rei­chen
fein­glied­ri­ge, freund­li­che Anten­nen,
selig emp­fan­gend,
und Fern­se­her glü­hen hin­ter
prü­den Gar­di­nen
klei­ner, gel­ber Fen­ster.
Men­schen, dort ver­sun­ken,
ein­ge­pfercht.
Der Besuch wird nicht kom­men,
die Erlö­sung ist noch nicht bezahlt. Sonn­tag­abend, ver­klin­gend wei­ter­le­sen

Wil­son: The Girl in the Video (Novel­le)

Spoi­ler!

Daß nicht jede Emp­feh­lung eines Book­tu­bers auch Garan­tie für gute Unter­hal­tung bie­tet, habe ich an die­ser Novel­le von Micha­el David Wil­son gemerkt. Zumal selbst Novel­le schon über­trie­ben ist, bei 74 Sei­ten in der Kind­le-Ver­si­on; Lese­zeit: knapp über einer Stun­de. Ist doch eher eine XL-Kurz­ge­schich­te. Wil­son: The Girl in the Video (Novel­le) wei­ter­le­sen

Tol­hurst – Goth. A Histo­ry (Buch)

Spät in der ver­gan­ge­nen Nacht erreich­te mich die Abbu­chungs­mit­tei­lung über 14€ und der Hin­weis von Ama­zon, das Kind­le-Buch sei nun ver­füg­bar; ich hat­te es vor­be­stellt.

Die­ses Werk, das eine Geschich­te der Gothic-Bewe­gung schrei­ben will, ist nun das drit­te in die­sem Jahr – neben Uns­worth und Robb’s The Art of Dark­ness – The Histo­ry of Goth.

Schon die “Author’s Note” gleich nach dem Vor­wort nimmt mich als Leser in den Bann:

Befo­re Goth the­re was anar­chy and the mystery of anar­chy begat Goth. (…) From The Doors (of per­cep­ti­on) to The Cure and fur­ther I’m sear­ching for the essence that has always reso­na­ted with dark see­kers. Some iden­ti­fy als Goths, others do not; but we are all the same tri­be. The­se are my peo­p­le.

Oder weni­ge Sei­ten spä­ter:

Punk came and kicked down the doors and stran­ge­ly let in the light so the black heart of some­thing like Goth could exist. (…) Goth is not real­ly a sub­cul­tu­re I’ve come to under­stand. It’s a way to under­stand the world.

Das, Frau Uns­worth, ist der Schreib­stil, der mich ‘grip­ped’, mich anfaßt, mich ein­tau­chen läßt. Aber ich kann ehr­li­cher­wei­se jetzt nicht viel mehr sagen, weil ich nun einen Arbeits­tag vor mir habe und das Buch bis 5% ange­le­sen habe. Mehr also spä­ter in einer Rezen­si­on.

Ulti­ma­te Hor­ror Rea­ding Gui­de

Die “Book­tu­ber” sind ein Phä­no­men auf You­tube: Men­schen, die über ihr Lieb­lings-Hob­by, Lesen, Fil­me dre­hen und dabei Bücher rezen­sie­ren und Best-of-Listen erstel­len.

Ein Kanal mit über 23000 Fol­lo­wern ist The­S­ha­de­so­fOran­ge der Kana­die­rin Rachel, wo auch Hor­ror The­ma (unter ande­ren) ist.
Sie hat nun ein Video mit dem Titel “The Ulti­ma­te Hor­ror Rea­ding Gui­de” online gestellt, in dem sie 30 Bücher in 15 Sub­gen­res vor­stellt. Das bedeu­tet: ein Klas­si­ker und ein eher neue­res oder unbe­kann­te­res, aber lesens­wer­tes Werk pro Sub­gen­re.

Rachel schafft es da, eine ziem­lich gute Über­sicht auf­zu­fä­chern. Über­zeugt hat mich die Aus­wahl der 15 Unter­ka­te­go­rien, die man zwar irgend­wie kennt, aber doch auch selbst nicht immer gut benen­nen kann. Sie spricht z.B. von “Kin­der-Hor­ror” und meint damit die Ver­wand­lung von (als unschul­dig / nied­lich ange­se­he­nen) Kin­dern in Mon­ster. Die­se Kate­go­rie “cree­py child­ren” fin­det sich mit den ande­ren Unter­ka­te­go­rien zur Über­sicht auch in der Video­be­schrei­bung.

The Troop ist übri­gens auch als Emp­feh­lung dabei.

Hier gehts zum Video…

McDo­well – Cold Moon over Baby­lon (Roman)

Die­se Kurz­be­spre­chung des Hor­ror­ro­mans ent­hält weni­ge Spoi­ler (wei­te­rer Hin­weis vor letz­tem Absatz).

Man kann McDo­wells Erzähl­stil so beschrei­ben: oft setzt er einen all­wis­sen­den Erzäh­ler ein, der dem Leser Din­ge beschreibt, die die Per­so­nen des Romans nicht wis­sen. Der Autor schreibt ganz klar kei­nen Kri­mi, denn der auf­merk­sa­me Leser weiß früh, wer für die drit­te tote Per­son ver­ant­wort­lich ist. Die Moti­ve des Täters, sei­ne Über­le­gun­gen, die Taten zu ver­tu­schen – alles wird spä­ter auf­ge­deckt. War­um ist das so? Weil McDo­well die­ser Klar­heit das para­nor­ma­le Ele­ment sei­nes Romans gegen­über­stellt, das er sehr gut in der Wei­se kaschiert, daß er Sin­nes­täu­schun­gen beschreibt, bei denen zunächst unklar ist, ob nur die kon­kre­te Per­son sie erlebt, oder ob sie als eigen­stän­di­ge Phä­no­me­ne wahr­zu­neh­men sind.  McDo­well – Cold Moon over Baby­lon (Roman) wei­ter­le­sen

Cau­tio­na­ry Tale (D. Schweit­zer)

„Jack Sprat would eat no fat.
His wife would eat no lean.
Mrs. Sprat died in her late thir­ties
of a com­bi­na­ti­on of dia­be­tes,
high blood pres­su­re, and heart fail­ure.

Her hus­band out­lived her by almost four deca­des.
He never remar­ried.“

{Cau­tio­na­ry Tale by Dar­rell Schweit­zer}

 

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