Who is that on the other side of you

“Who is the third who walks always bes­i­de you?
When I count, the­re are only you and I tog­e­ther
But when I look ahead up the white road
The­re is always ano­ther one wal­king bes­i­de you
Gli­ding wrapt in a brown man­t­le, hoo­ded
I do not know whe­ther a man or a woman
— But who is that on the other side of you?”

T.S. Eli­ot (The Waste Land)

Was bringt 2026?

Wie­der ein­mal ist ein Jahr zu Ende. Es gehört irgend­wie zu die­ser “dunk­len Zeit” dazu, mit Erwar­tung, mit Fra­gen auf das kom­men­de Jahr zu schau­en. Im frü­he­ren “Volks­glau­ben”, der z.T. auf ger­ma­ni­sche Gebräu­che zurück­ging, war das eine Zeit “zwi­schen den Jah­ren”, die Rauh­näch­te, in denen man auch Weis­sa­gung betrieb. Ich will etwas pro­sa­ischer auf 2026 blicken…

Fan­gen wir an mit dem, das nicht geht: Was bringt 2026? wei­ter­le­sen

Der Exor­zis­mus der Emma Evans (Film)

„Der Exor­zis­mus der Emma Evans“, im Ori­gi­nal „La pose­sión de Emma Evans“ (bw. in eng­lisch­spra­chi­gen Län­dern „Exor­cis­mus“), von 2010 ist wie­der einer der Fil­me ohne signi­fi­kan­te Wiki­pe­dia-Arti­kel. Das bedeu­tet in der Regel nichts Gutes. Regie führ­te Manu­el Car­bal­lo (der den geplan­ten Regis­seur Luis de la Madrid ersetz­te), geschrie­ben wur­de das Dreh­buch von David Muñoz. Der spa­ni­sche Film spielt in Eng­land. (Wiki­pe­dia EN)

Ich habe den Film via Apple TV gese­hen und ver­ge­be ***. Der Text spoi­lert wie immer den Inhalt des Films.

Der Regis­seur hat sich hier ver­mut­lich gedacht, schnell rein­ge­schnit­te­ne Rück­blicke pep­pen den anson­sten etwas drö­gen, zu lan­gen Film auf. So star­ten wir mit einer Selbst­ver­let­zungs­sze­ne Emmas, ohne daß im Ansatz klar ist, was da pas­siert. Die­se Art der oft schwarz­wei­ßen Rück­blicke zieht sich durch den gan­zen Film. Ja, kann man machen; nein, mir gefällt das nicht. Der Exor­zis­mus der Emma Evans (Film) wei­ter­le­sen

Jack­son – The Haun­ting of Hill Hou­se (Buch)

“Silence lay ste­adi­ly against the wood and stone of Hill Hou­se, and wha­te­ver wal­ked the­re, wal­ked alo­ne.”

Shir­ley Jack­sons „Haun­ting of Hill Hou­se“ ist einer der Klas­si­ker der Hor­ror­li­te­ra­tur, obwohl das Werk schon eini­ge Jah­re auf dem Buckel hat (1959). Das wie­der­um merkt man der Spra­che im eng­li­schen Ori­gi­nal an, die z.T. alter­tüm­lich wirkt und nicht immer flüs­sig zu lesen ist. Ande­rer­seits hat Jack­son ein fei­nes Gespür für den Ablauf und das Ver­fas­sen von Dia­lo­gen, so daß eben doch ein leben­di­ger Text ent­stan­den ist.

Wir erfah­ren zu Anfang, daß Dr. Mon­ta­gue unter­su­chen möch­te, wie sich ein als Spuk­haus ver­stan­de­nes Gebäu­de auf Gäste, die dort leben, aus­wirkt. Er lädt ver­schie­de­ne Per­so­nen für einen drei­mo­na­ti­gen Som­mer­auf­ent­halt ein, zwei Frau­en (Ele­a­n­or & Theodo­ra), die bereits frü­her mit para­nor­ma­len Phä­no­me­nen kon­fron­tiert waren, und Luke, einen Ver­tre­ter der Eigen­tü­mer­fa­mi­lie. Jack­son – The Haun­ting of Hill Hou­se (Buch) wei­ter­le­sen

Exor­cist (2026) – Johans­son soll es rei­ßen

Für fast eine hal­be Mil­li­ar­de Dol­lar hat­te sich Uni­ver­sal die Film­rech­te am Exor­cist Fran­chise gesi­chert, wobei der erste Film einer Tri­lo­gie, Greens “Exor­cist – Belie­ver”, flopp­te und der Regis­seur sich zurück­zog. Mike Fla­na­gan über­nahm, der mir nicht grund­sätz­lich für eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Fort­set­zung steht, wie hier beschrie­ben. Wenn er jetzt ankün­digt, eine “radi­kal neue Deu­tung” des Ori­gi­nal-Films umset­zen zu wol­len (Quel­le), muß ich schon die Augen­brau­en hoch­zie­hen. Eigent­lich hat er sich mit Mid­night Mass aus mei­nem Auf­merk­sam­keits­raum ver­ab­schie­det.

Jetzt wis­sen wir immer­hin, daß der Film von Scar­lett Johans­son “auf­ge­wer­tet” wer­den soll; das ging letz­te Woche durch die Pres­se. Die Wiki­pe­dia nennt sie die erfolg­reich­ste Schau­spie­le­rin der Welt nach Ein­spiel­ergeb­nis der Fil­me mit ihr in einer Haupt­rol­le. Hmm, Fakt ist: ich ken­ne so gut wie kei­nen Film mit ihr, was viel­leicht auch dar­an lie­gen mag, daß ich fast rei­ner “Spar­ten-Schau­er” bin: ich mag Fil­me im Rah­men mei­ner Inter­es­sen, schaue aber nicht oft über den Tel­ler­rand; zudem bin ich kein Kino-Gän­ger. Johans­son ken­ne ich von Bil­dern, kann aber ihre schau­spie­le­ri­schen Qua­li­tä­ten in kei­ner Wei­se beur­tei­len. Ihr Enga­ge­ment riecht ein wenig nach Fri­sie­ren des künf­ti­gen Ein­spiel­ergeb­nis­ses mit­tels bekann­tem, bewähr­tem Namen. War­ten wir es ab…

Alter Fried­hof Neu­wied

Grabstatue Alter Friedhof NeuwiedNach dem Augs­bur­ger Reli­gi­ons­frie­den von 1555 galt “Cui­us regio, eius reli­gio” – wes­sen Gebiet, des­sen Reli­gi­on, das heißt, Lan­des­her­ren konn­ten für ihre Unter­ta­nen bin­dend die Reli­gi­on fest­le­gen. 

Mit die­ser Sit­te brach 1662 Graf Fried­rich III. zu Wied, als er für die 1653 gegrün­de­te Plan­stadt Neu­wied, im Gegen­satz zu Alt­wied und sei­ner Burg direkt am Rhein lie­gend, die Reli­gi­ons­frei­heit ein­führ­te und damit für Zuzug ver­schie­den­ster Men­schen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten (Brü­der­ge­mei­ne, Menon­ni­ten…) in die neue Stadt sorg­te.  Alter Fried­hof Neu­wied wei­ter­le­sen

The­ma Exor­zis­mus-Fil­me im Blog

Es ist ruhig gewor­den im Blog um die­ses The­ma, dem ich eine spe­zi­el­le Sei­te gewid­met habe, die zu mei­nen eige­nen Bespre­chun­gen die­ser Fil­me führt. Das liegt sicher ein wenig an den plat­ten Pro­duk­ten der letz­ten Jah­re, an dem Ein­druck, das Gen­re habe sich tot­ge­lau­fen.

Wie dem auch sei: die Sei­te soll im Win­ter um ein paar Ein­trä­ge erwei­tert wer­den. In einem ersten Schritt habe ich nun alle bis­he­ri­gen Bei­trä­ge kurz gesich­tet und z.T. Schreib- und For­ma­tie­rungs­feh­ler beho­ben.  The­ma Exor­­zi­s­­mus-Fil­­me im Blog wei­ter­le­sen

Schwar­zer Tanz­tee

Ich habe in Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne? schon dar­über geschrie­ben, daß sich für eine älter­wer­den­de Sze­ne durch­aus auch Tages-Events – statt durch­tanz­ter Nacht – anbie­ten. Dazu gibt es nun einen guten, lesens­wer­ten Arti­kel bei Spon­tis, auf den ich hin­wei­sen möch­te: Soft Club­bing. Robert for­mu­liert als zen­tra­le Fra­ge: “Kann die roman­ti­sche Melan­cho­lie, die dunk­le Ästhe­tik und die exi­sten­zi­el­le Suche, die unse­re Sze­ne defi­niert, in ein acht­sa­mes, son­ni­ges Nach­mit­tags­event über­setzt wer­den?”

Das ist in der Tat auch mein größ­ter – nicht Kri­tik­punkt – eher Ein­wand zu sol­chen Events, denn ich bin jemand, der die Nacht mag, die Ein­sam­keit, die lee­ren Stra­ßen usw. In mei­nen Gedich­ten wird die nächt­li­che Zeit manch­mal als ‘Ohne­welt’ beschrie­ben, also ‘Welt’ als die Hek­tik und blen­den­de Hel­lig­keit des Tages, der die Ruhe der Nacht gegen­über­steht. Aber ich glau­be, je älter man wird, desto weni­ger schaut man aus­schließ­lich roman­ti­sie­rend auf sol­che Umstän­de, man prüft eher, wie steif der Rücken ist, wie müde die Augen schon sind… :-))

Vor­schlag: Solch einen Tanz­tee soll­te man in einem (auf­ge­ge­be­nen) Kino durch­füh­ren, da ist es per defi­ni­tio­nem DARK.

Das Leben, die Gesell­schaft und ich

Dunkle Äste vor schwarzen Wolken und SonnenuntergangWer hier regel­mä­ßig mit­liest bzw. das Blog als Feed abon­niert hat, wird mer­ken, daß mal wie­der Win­ter­halb­jahr ist: die Bei­trä­ge blei­ben aus. Ich habe ja schon dar­über geschrie­ben, daß ich so ab dem Früh­jahr in der Festi­val-Vor­freu­de (und damit pro­duk­ti­ver) bin, aber wenn ich mir die ver­schie­de­nen Events in die­sem Herbst anschaue, kann ich nicht sagen, daß da “zu wenig los” war. Und ja, in der Wär­me des Som­mers füh­le ich mich woh­ler als im Win­ter.

Doch der eigent­li­che Grund, war­um es aktu­ell ruhig ist, das ist wie­der so eine Pha­se in mei­nem Leben, in der ich sehr exi­sten­ti­ell den­ke, so in der Kom­bi­na­ti­on aus Älter­wer­den, Suche nach dem Sinn des Lebens – ja, und auch etwas Weh­mut, wenn man sieht, wie die Fel­le davon­schwim­men. Gro­ßen Anteil an die­sem Kon­glo­me­rat von Emo­tio­nen hat die aktu­el­le Poli­tik, ins­be­son­de­re das Her­bei­re­den und ‑finan­zie­ren des 3. Welt­kriegs und das Ver­schleu­dern von Mil­li­ar­den Euro für – irgend­was. Das Leben, die Gesell­schaft und ich wei­ter­le­sen

Gothic-Sze­ne und Only Fans

Ich möch­te kurz auf eine inter­es­san­te, wenn auch lei­der kur­ze Dis­kus­si­on auf “gute­fra­ge” hin­wei­sen. Der OP stellt die Fra­ge in den Raum, ob die Gothic-Sze­ne “zu extrem sexua­li­siert” und somit “feti­schi­siert” wer­de, wobei hier von OF auch expli­zit auf Insta­gram aus­ge­dehnt wird. Der OP befürch­tet, daß aus einer “phi­lo­so­phi­schen Sub­kul­tur” (wo er/sie mich abholt) eine OF-Sub­kul­tur wer­de.

Es gibt aktu­ell eine län­ge­re Ant­wort von “Emma­nu­el”, der auf die Ent­wick­lung der Sze­ne hin­weist, auf Social-Media-Algo­rith­men, die bestimm­ten Con­tent (“hot goth girl”) pro­mo­ten, so daß ein Bereich der Sze­ne, der zwar dazu­ge­hört, aber eben nur einer unter vie­len war, nun recht domi­nant erscheint. Emma­nu­el dazu: “Das führt zur opti­schen Ver­zer­rung: Wenn man die Sze­ne nur durch Reels, “alt model”-Profile und OF-Teaser wahr­nimmt, wirkt es so, als wäre Goth prak­tisch nur noch ein Mar­ke­ting-Look für Ero­tik-Con­tent.”

Die Lösung, die Emma­nu­el anbie­tet: die “Kern­wer­te” der Sze­ne pfle­gen – und das auch abseits der Online-Welt, wo es nicht um click-bait und Zugriffs­zah­len geht.

Span­nend dann auch der Kom­men­tar von “per­fo­ra­tor”, der meint, ein Groß­teil der Sze­ne ken­ne gute Nach­wuchs-Bands (er nennt: Twin Tri­bes, Drab Maje­sty, Duc­tape) über­haupt nicht (inkl. Sei­ten­hie­be auf Unhei­lig / Blut­engel).

Lest mal rein, wenn es euch inter­es­siert. Schaut auch mal auf die Sei­te Under­ground Eng­land, die Emma­nu­el ver­linkt hat, – kann­te ich nicht.

Mei­ne Wahr­neh­mung zum The­ma: Da ich nur Insta nut­ze: Nein, bei mir spie­len die Algo­rith­men kei­ne “hot goth girls” in den Feed; das aber ver­mut­lich des­we­gen, weil ich danach nicht suche. Sehr genau neh­me ich wahr, wie sich der ange­bo­te­ne Inhalt ver­än­dert, wenn ich kon­kre­te Din­ge (wie­der­holt) suche. Auf der Basis der in den letz­ten Jah­ren besuch­ten Festi­vals kann ich kei­ne für mich bewußt wahr­nehm­ba­re Sexua­li­sie­rung der Sze­ne sehen. Eher im Gegen­teil: frü­her™ hat man öfter Frau­en oben ohne im Rah­men eines Gothic Events gese­hen, was m.E. nicht mehr so oft der Fall ist. Aber viel­leicht sind das genau die Per­so­nen, die sich auf OF dafür bezah­len las­sen… LOL <gdrvvf>

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