50 Jah­re Gei­ster­jä­ger John Sin­clair

So, wie es die schon erwähn­ten Fil­me gibt, die mich in mei­ner Kind­heit gru­sel­ten und zum für mich wich­ti­gen The­ma Hor­ror hin­führ­ten, so gab es Klaus. Klaus, Freund seit Sand­ka­sten­ta­gen, las John Sin­clair, klei­ne Gro­schen­hef­te über einen “Gei­ster­jä­ger”, der gegen aller­lei böse Krea­tu­ren kämpf­te. Klaus lieh mir Hef­te, die ich ver­schlang. Nie wie­der habe ich in mei­nem Leben Gro­schen­hef­te gele­sen, aber bei JS muß­te es sein.
Fader Nach­ge­schmack: vie­le Hef­te gibt es jetzt auch als Kind­le-Aus­ga­ben, aber nach kur­zem Rein­le­sen mer­ke ich, die Zeit für “Jason Darks” Schreib­stil ist bei mir vor­bei. Zudem schrei­ben nun auch Ghost­wri­ter unter dem Namen. Also lie­ber Hor­ror-Klas­si­ker lesen.
Die Online-Zei­tung the­Ger­manZ hat einen Arti­kel über 50 Jah­re JS.

Castrum Nigra 2023

Castrum Nigra, Ehrenburg, 2023Wir sind am frü­hen Mor­gen von der 9. Castrum Nigra auf der Ehren­burg bei Bro­den­bach an der Mosel zurück­ge­kehrt. Fazit: Wun­der­vol­ler, sehr stim­mi­ger Abend in groß­ar­ti­ger Kulis­se. Und bei 30°C am Spät­nach­mit­tag wur­de es, wie 2019, eine recht war­me Nacht.

Die Ver­an­stal­ter bie­ten ins­ge­samt 5 Dance Flo­ors, der Höhe nach geord­net: Oben im Palas NDH, dar­un­ter Elec­t­ro in der Schatz­kam­mer, der „neon­schwar­ze“ Main Flo­or auf das Basti­on mit tol­lem Blick zum ange­strahl­ten Berg­fried, ganz unten der Rit­ter­saal mit „The Dark Side of Gothic“ sowie im Innen­hof der Burg die Mit­tel­al­ter­mu­sik.

Ver­schie­de­ne Künst­ler prä­sen­tier­ten sich, wozu ich nur eige­ne Ein­drücke wie­der­ge­be von dem, was ich sah – das Pro­gramm fin­det man auf der Web­sei­te. Castrum Nigra 2023 wei­ter­le­sen

Unpo­li­tisch oder igno­rant?

Man sagt der Schwar­zen Sze­ne nach, sie sei unpo­li­tisch, mit­hin spie­le Poli­tik in und für die Sze­ne eine gerin­ge Rol­le. Mir fal­len zwei sehr unter­schied­li­che Bei­spie­le aus der eige­nen Beob­ach­tung ein: Vor zwei Jahr­zehn­ten agier­ten “Gothics gegen Rechts” auf­klä­re­risch zu von ihnen so ver­stan­de­nen rech­ten / rechts­extre­men Bands, was m.E. in der Schwar­zen Sze­ne beach­tet, aber unauf­ge­regt zur Kennt­nis genom­men wur­de. Es mag sein, daß mit die­ser Akti­on erreicht wur­de, daß sich die kras­se­ren der kri­ti­sier­ten Bands nicht wei­ter durchgesetzt/verbreitet haben. Man den­ke auch an die Von-Thron­stahl-Debat­te, das Auf­tritts­ver­bot beim WGT 2000, das wegen Bom­ben­dro­hung abge­sag­te DIJ-Kon­zert im glei­chen Jahr usw. Auch Ver­an­stal­ter reagier­ten: zwei­mal wur­de von mir beob­ach­tet, wie der VAWS-Stand beim M’era Luna Festi­val-Ver­bot erhielt.

Ande­rer­seits ist mir im ver­gan­ge­nen Jahr beim Amphi-Festi­val ange­nehm auf­ge­fal­len, wenig blau-gel­be Far­ben zu sehen. Der Krieg wur­de drau­ßen vor dem Tanz­brun­nen zurück­ge­las­sen. Dabei glau­be ich nicht, daß die Mehr­heit der Festi­val­be­su­cher tat­säch­lich die Ereig­nis­se in der Ukrai­ne nicht ver­folgt. Unpo­li­tisch oder igno­rant? wei­ter­le­sen

Tabus der Mehr­heits­ge­sell­schaft

“Sex & Tod, schwarz & weiß – die­se vor­der­grün­di­gen Wider­sprü­che sind stil­prä­gend für die Gothics. ‘Schön­heit’ schließt für die Gothics das Häß­li­che mit ein, bedingt es gera­de­zu. Kein Leben ohne Tod, kein Licht ohne Dun­kel­heit, kei­ne Freu­de ohne Trau­er. Um ‘Glück’ zu defi­nie­ren, muß ich auch ‘Unglück’ erfah­ren haben. Gothic zu sein bedeu­tet für die mei­sten nicht, stän­dig unter Depres­sio­nen zu lei­den, son­dern die schwar­zen Sei­ten des Lebens auch zuzu­las­sen. … Die gera­de­zu magi­sche Anzie­hungs­kraft, die extre­me The­men, Gefüh­le und Lebens­sti­le (Tod, Sado­ma­so­chis­mus, Kör­per­schmuck wie Pier­cing usw.) auf die Gothics aus­üben, nährt sich aus den Tabus und Ver­drän­gun­gen der Mehr­heits­ge­sell­schaft.”
[Klaus Farin, ‘Die Gothics, Ber­lin, Bad Tölz 2001’]

Docs – Tip zum Ein­lau­fen

Stie­fel von Doc Mar­tens haben eine lan­ge Geschich­te. Mit der Aus­la­ge­rung der Pro­duk­ti­on nach Chi­na (und nur teil­wei­sen Rück­ver­la­ge­rung nach Eng­land auf­grund von Kri­tik) hat man sich viel­leicht kei­nen Gefal­len getan. Mei­ne 7‑Loch Docs sind für die ange­ge­be­ne Grö­ße eher etwas zu groß, dafür sind sie am Spann so eng, daß es drückt. Ins­be­son­de­re drückt es, weil da das Fut­ter aus dem Vor­der­fuß­be­reich ver­näht ist, so daß eine fühl­ba­re Naht mit Über­stand des Mate­ri­als ent­steht (beim rech­ten Schuh mehr als beim lin­ken). Beim Rein­schlüp­fen in den Schuh stülpt sich das um – und die Druck­stel­le ist noch schmerz­haf­ter.

Tip hier­zu: die Naht im Schuh von vor­ne nach oben glatt­strei­chen, dann die Schuh­la­sche umklap­pen, in den Schuh stecken und über die­se Naht legen. In den Schuh schlüp­fen und die Lasche wie­der raus­zie­hen – fer­tig.

Ein ande­rer Tip kommt von Dr Mar­tens selbst: Wenn man die Schu­he nicht trägt, zwei Geträn­ke­do­sen rein­schie­ben, um die besag­te Naht zu deh­nen.

Wei­te­re Alter­na­ti­ve: Im gut sor­tier­ten Laden meh­re­re Exem­pla­re in der glei­chen Grö­ße anpro­bie­ren und die neh­men, bei denen die besag­te Naht am wenig­sten drückt.

(Nach­trag: Ich bin mit die­sem Paar Stie­feln nicht warm­ge­wor­den und habe sie ver­kauft. Jetzt tra­ge ich Bon­da­ge Lon­don…)

the sound­track of our own fai­lings

“Behind the melan­cho­lia the­re always lies more sor­row than tra­ge­dy, more truth than dra­ma. That’s why Goth is the very essence of dignity. (…)

Goth is about tho­se moments of reflec­tion we all have – that nost­al­gia bor­ne of emo­ti­on, the sound­track of our own fai­lings.”

  Mer­cer, Mick: Hex Files: the goth bible, Kind­le 2021 (first publ. 1993)

Noch immer hier?

War­um stei­ge ich Ü50 in so ein Blog ein? Kei­ne (vor­ge­fer­tig­te) Ant­wort, aber Gedan­ken­fut­ter fand ich im Vor­wort zum drit­ten Gothic-Band von Peter Matz­ke und Tobi­as See­li­ger (Ber­lin, Schwarz­kopf & Schwarz­kopf, 2006). Da heißt es:

“Die Gothic-Sze­ne ist zu einer post­ado­les­zen­ten Bewe­gung gewor­den (…) Das Behar­rungs­ver­mö­gen des durch­schnitt­li­chen ‘Gruf­ties’ in ’sei­ner’ Sze­ne ist län­ger, vie­le kom­men irgend­wann in ihren Sinn­su­cher­jah­ren hin­ein – und blei­ben (viel­leicht, weil sie fest­ge­stellt haben, dass die Sinn­su­cher­jah­re nie auf­hö­ren…) (…) Gothic ist kei­ne tem­po­rä­re musi­ka­li­sche Wel­le, kei­ne schnel­le Mode – (…) Das Gothic-Move­ment hat auf­ge­hört, eine Jugend­be­we­gung zu sein.”
Noch immer hier? wei­ter­le­sen

Bir­th­day Par­ty

Ich bin nicht beim M’era Luna 2022, obwohl ich mir kurz über­legt hat­te, ins­be­son­de­re nach dem schö­nen Wie­der­tref­fen mei­nes Freun­des R. beim Amphi, doch noch schnell eine Kar­te zu kau­fen.

Dafür war ich gestern bei einem ande­ren Freund ein­ge­la­den, eben­falls R., der auf der aus­ge­dörr­ten Wie­se zwi­schen zwei Häu­ser­blöcken ein paar Gäste zu sei­nem Geburts­tag ein­ge­la­den hat­te. Begrüßt wur­de ich mit Musik von den Crüx­sha­dows, die kri­stall­klar und kräf­tig aus einer Teu­fel Rock­ster Cross erschall­te. 40 Jah­re ken­nen wir uns, eine Freund­schaft, die wirk­lich Jahr­zehn­te über­dau­ert hat. Er war es damals, der mit der Sisters-Plat­te unter dem Arm bei mir auf­tauch­te. Auch hier bei den Crüx­sha­dows, die er noch gar nicht so lan­ge kennt, ist es ähn­lich ver­lau­fen: Auf sei­ner Arbeit steht heu­te eine Blue­tooth-Box, über die die Mit­ar­bei­ter eige­ne Musik (nicht) spie­len dür­fen. Er hat­te eine Dark-Wave-Play­list wohl auf Ama­zon Music gefun­den – und sich an der Trup­pe um Rogue fest­ge­hört.

So saßen wir auf der Wie­se, grill­ten, tran­ken Has­seröder und rede­ten dar­über, wie wir einst unse­re Rol­la­to­ren auf­boh­ren wür­den, damit sie ein paar Bier­fla­schen und eine grö­ße­re Blue­tooth-Box beför­dern könn­ten. 🙂

VNV Nati­on kam bei einer sehr spie­ßig wir­ken­den Frau so um die 60/65 nicht gut an. R. sol­le mal “rich­ti­ge Musik” anma­chen, an der alle Spaß hät­ten, also schö­nen deut­schen Schla­ger, natür­lich. Da war ich dank­bar, daß sich um 22:07 Uhr ein Anwoh­ner über die Musik beschwer­te – end­lich abstel­len kön­nen.

Und der ande­re R., ja, der ist mit Toch­ter beim M’era Luna – und sie haben tat­säch­lich direkt an der Lan­de­bahn ein Plätz­chen für ihr Zelt ergat­tert. *neid*

Ange­sichts der neu­er­li­chen Covid-Maß­nah­men ab 1.10. wäre es sinn­voll, Kon­zer­te­vents bis dahin tat­säch­lich noch “mit­zu­neh­men”. Mal schau­en, viel­leicht gehe ich über­näch­ste Woche zur “Nacht der Hel­den” nach Koblenz. Ist nicht mei­ne Musik – viel­leicht bis auf Lord of the Lost -, aber es wäre schön, vor der beein­drucken­den Kulis­se der Festung Ehren­breit­stein noch ein biß­chen “Som­mer-Frei­heit” zu erle­ben.

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