Wenn der Regisseur stiften geht (Exorcist: Deceiver)

Wie in der ursprünglichen Ankündigung erwähnt, sollte die „Fortsetzung“ eine Trilogie sein. „Believer“ startete im Oktober 2023, „Deceiver“ sollte im April 2025 in die Kinos kommen. Das ist nun unklar, weil Regisseur David Gordon Green nach dem ersten Teil der Trilogie nicht mehr Regie führen wird. Das berichten Scary Movies wie auch Blickpunkt Film und andere Portale. Angeblich sei sein Terminkalender zu voll, um den Film rechtzeitig abdrehen zu können. Blumhouse sucht also einen neuen Regisseur, was grundsätzlich auch bedeuten könnte, daß jemand gefunden wird, der das Thema besser umsetzt. We’ll wait and see.
(Ich muß ja noch ‚Believer‘ schauen, aber mir ist das Geld für Leihe/Kauf zu schade…)

Der Exorzist: Bekenntnis via Years of Terror

Das „Online-Magazin zum phantastischen Film“, Years of Terror, wo ich sehr gerne ab und an reinschaue, hat den neuen Exorcist-Film, den ersten einer geplanten Trilogie rezensiert. Lesenswerter Artikel mit den Stichworten „verschenkte Chancen“ und „seelenloser Exorzismus“.

Nebenbei: der Artikel erwähnt nicht die TV-Serie Exorcist, deren erste Staffel mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte hier im Blog auf die neuen Filme hingewiesen und danach noch kurz über erste kritische Reaktionen berichtet.

Exorzist – Der Anfang (Film)

Diesen 2004 von R. Harlin gedrehten „Prequel“ zum Originalfilm habe ich ursprünglich im Fernsehen gesehen und bewerte ihn mit *****, also dem Grunde nach – für mich – besser als das Original. Der Text spoilert die Handlung des Films! (Wikipedia)

Der auf vielen Ebenen interessante Film spielt in Ostafrika kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Lancaster Merrin, Ex-Priester und Archäologe, soll für einen Sammler nach einem Artefakt, einem „mythischen Dämon“ suchen, der sich vermutlich in einer neu entdeckten Kirchenruine aus dem 5. Jahrhundert befinden soll.

Die Handlung spielt in einer kleinen Buschstation, wo u.a. die jüdische Ärztin Nowak und der ‚Widerling‘ Jeffreys arbeiten; Merrin wird vom jungen Priester Francis aus dem Vatikan begleitet. Es entsteht der Eindruck, daß vor Ort und im nahen Dorf der Einheimischen seltsame Dinge passieren: eine Frau gebärt ein totes, mit Maden übersätes Kind, Windstöße, Stromausfälle, Hyänenangriffe häufen sich, Uhren bleiben stehen. In besagter Kirche findet sich eine große Luzifer-Darstellung; das mächtige Kreuz wurde abgebrochen und falsch herum aufgehängt. Merrin findet durch die verschiebbare Altarplatte einen Zugang tiefer in den Berg hinein, wo er eine Statue des gesuchten Dämons entdeckt und sofort von tausenden Fliegen umgeben wird.

Der vorherige Grabungsleiter ist verrückt geworden: auf seiner Zeltwand steht in Aramäisch „Der Gefallene wird auferstehen in Strömen aus Blut“, zudem hat er viele Bilder gemalt, auf denen auch der Dämon zu sehen ist.

Vom Anstaltspriester erhält Merrin eine Ausgabe des Rituale Romanum. Er erklärt, der ehemalige Ausgrabungsleiter sei vom Teufel „berührt“, aber nicht besessen gewesen. Doch wer ist dann ‚besessen‘? Zunächst wird vermutet, der Dämon habe von dem Jungen Joseph Besitz ergriffen, um den herum seltsame Dinge passieren. Als es zwischen britischen Soldaten und den Eingeborenen zu Kämpfen kommt, verstecken sich Pater Francis und Joseph in der Kirche, wo Francis das Rituale Romanum beginnt, um den vermeintlichen Dämon auszutreiben. Die Ärztin Nowak tötet Francis in der Kirche und hier wird klar, daß der Dämon in ihr ist, nicht in dem Kind. Auch war der ehemalige Grabungsleiter der Ehemann Nowaks, daher die ‚Berührung‘ mit dem Dämon.

Merrin betet das Rituale Romanum im Dialog mit dem Jungen Joseph und schafft es in einem spannenden Showdown, den Dämon auszutreiben, wonach Nowak aber trotzdem aus einer Kopfwunde blutend verstirbt. Über dieses Ritual findet Merrin zum Glauben zurück; im Abspann ist er wieder als Priester zu sehen.

Die Dämonenstatuette, die im Vorspann des Films zu sehen ist, fällt kurz in Merrins Hände, um dann wieder vom Sand zugeweht zu werden. Am Ende ist klar: bereits 50 Jahre zuvor war der Dämon aus der vergrabenen Kirche freigeworden und hatte das Dorf ausgerottet, was vom Vatikan als „Pestausbruch“ deklariert worden war. Und 1400 Jahre zuvor kämpften an dem Ort zwei Armeen, die sich gegenseitig abschlachteten. Damals fand ein überlebender Priester die Dämonenstatuette, die nun weiterhin im Sand auf einen, den nächsten Finder wartet.

Ein spannender, atmosphärischer Film, bei dem lange unklar ist, wie genau der Dämon wirkt.

Und als Nachtrag: ich meine, **** würden heute auch reichen. Aus der Vielzahl der nach der Rezension gesehen Filme sticht er nicht mehr als so überragend gut heraus.

Exorzismus im Film: Honorable Mentions

Was für mich nicht unter ‚Exorzismus im Film‘ paßt, wie auf der Hauptseite beschrieben, liste ich hier kurz als ‚honorable mention‘. Aus der ursprünglichen Liste wurde dieser Beitrag erstellt, weil sie immer länger wurde und die Seite überlud. Dieser Beitrag wird dann nach und nach ergänzt. Exorzismus im Film: Honorable Mentions weiterlesen

Kein Erfolg für den Exorzisten…

Als der neue Exorzist-Film angekündigt wurde, habe ich mit Vorbehalten darüber kurz berichtet. Dann kamen die ersten, eher negativen Rückmeldungen diverser Filmportale. Nun hat Ewan vom von mir sehr geschätzten Portal WhatCulture.com, konkret dem Horror-Kanal auf YouTube, in einem sehenswerten Video begründet, „why The Exorcist: Believer failed“.

Rotten Tomatoes, der Lackmus-Test für Horrorfilme, listet 22% aus 241 Reviews für diesen Film. Damit ist er als Fail einzustufen (bei niedrigem Budget sieht es von den Einnahmen her besser aus). Ewan geht auf das gesamte, nun aus sechs Filmen bestehende ‚franchise‘ ein, woraus nur zwei Filme hervorragen: The Exorcist und Exorcist III. Bekanntermaßen galt bislang der Exorcist II als ‚one of the worst films ever made‘.

Ich empfehle auch den ‚Prequel‘, Exorcist: The Beginning (Besprechung hier folgt) und die erste Staffel der Exorcist-Serie von Amazon.

Bleibt also abzuwarten, was aus der geplanten Trilogie wird.

Der Exorzist: Bekenntnis – erste Eindrücke (anderer)

Ich hatte auf den ab 12.10.23 im Kino zu sehenden Film in diesem Beitrag schon hingewiesen. Da ich kein Kinogänger bin, habe ich den Film noch nicht selbst gesehen. Was kann man nun zum Film im Netz finden?

W. Schmitt, der u.a. den YT-Kanal „Die Filmanalyse“ betreibt, nutzt den Filmstart, um auf den Originalfilm (!) hinzuweisen, da die Neuverfilmung „indiskutabel“ sei. Der Exorzist: Bekenntnis – erste Eindrücke (anderer) weiterlesen

The Devil Inside … nach einer wahren Begebenheit (Film)

Der Film wurde 2012 von William Brent Bell gedreht. Ich habe ihn via iTunes gesehen und bewerte ihn mit **.
(Wikipedia) – Der Text spoilert den Film!

Dieser Film – man kann auch Mockumentary sagen, da er nicht auf einer ‚wahren Begebenheit‘ beruht – im Found-Footage-Stil war zwar kommerziell erfolgreich, hat aber eher schlechte Kritiken erhalten, z.B. „almost universally called one of the worst horror films ever made“ (Quelle)

Der Film beginnt mit der Schilderung eines Verbrechens: Maria Rossi habe drei Personen getötet, konkret zwei Priester und eine Nonne, die wohl an ihr einen Exorzismus vornehmen wollten.

20 Jahre später berichtet Rossis Tochter Isabelle über den Hintergrund, ihre Familie, ihre Nachforschungen für ein Doku-Filmprojekt mit Michael. Sie erfährt, daß die Mutter von den USA in eine psychiatrische Klinik (des Vatikans?) in Rom verlegt worden ist. Isabelle besucht die Mutter dort, die, ohne davon Kenntnis haben zu können, die Tochter mir der Abtreibung vor Jahren konfrontiert. Die schauspielerische Leistung von Suzan Crowley als Maria gefällt mir gut.

Die Tochter besucht dann im Vatikan ein Exorzismus-Seminar und lernt zwei junge Priester kennen, Ben und David, die auf eigene Faust, ohne Genehmigung ‚von oben‘, Exorzismen durchführen. Sie begleitet die beiden zu einem Fall, was in sehr intensiven Bildern gefilmt ist. Danach will das Dreier-Team auch an Isabelles Mutter den Exorzismus durchführen; dieser ist nicht erfolgreich, Maria überträgt den innewohnenden Dämon auf Isabelle und David. David erscheint nun massiv verändert, will bei einer Taufe das Kind töten, erschießt sich später.

Auch Isabelle zeigt Zeichen einer Besessenheit, tötet eine Krankenschwester, wird von Michael und Ben aus dem Krankenhaus geholt. Sie überträgt die Besessenheit auf Michael. Die Autofahrt der drei endet in einem Unfall, bei dem Michael und Ben offenbar sterben. Von Isabelle ist nichts mehr zu sehen… Eine Info verweist zum ungelösten Fall auf die Website ‚therossifiles.com‘, die jedoch schon ein Jahr nach Erscheinen des Films offline war.

Während ich Found-Footage-Filme generell mag, fand ich diesen Film weitgehend oberflächlich bleibend und chaotisch. Die Besessenheitsszenen sind jedoch gut gefilmt.

The Pope’s Exorcist (Film)

Der von Julius Avery gedrehte Film aus dem Jahr 2023 schildert einen fiktiven Exorzismus aus dem Leben von Don Gabriele Amorth (1925-2016).

Ich habe den Film via iTunes gesehen und vergebe ***. Der Text spoilert den Inhalt des Films.
(Wikipedia) The Pope’s Exorcist (Film) weiterlesen

Exorzist-Regisseur Friedkin ist tot

Regisseur William Friedkin ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Reaktionen der Film seinerzeit in den Kinos hervorgerufen hat. Bei der Europa-Premiere des Films in London verließen 10% der Zuschauer das Kino frühzeitig; 20 Personen mußten mit Riechsalz behandelt werden, schreibt S. Ahrens.
Auch interessant: Friedkin selbst hat keine Fortsetzung seines erfolgreichen Films gedreht, dafür aber 2017 eine Dokumentation über den bekanntesten Exorzisten des Vatikans, Gabriele Amorth. (Auf Amorth gehe ich später kurz ein, wenn ich eine Rezension zu The Pope’s Exorcist  schreibe.)
Friedkin sagte in dieser Doku wohl, wenn es Engel gebe, müsse es auch Teufel geben.

Ich habe den Film „Der Exorzist“ hier beschrieben und ihn mit der Schulnote 2 bewertet.

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