Exor­cist (2026) – Johans­son soll es rei­ßen

Für fast eine hal­be Mil­li­ar­de Dol­lar hat­te sich Uni­ver­sal die Film­rech­te am Exor­cist Fran­chise gesi­chert, wobei der erste Film einer Tri­lo­gie, Greens “Exor­cist – Belie­ver”, flopp­te und der Regis­seur sich zurück­zog. Mike Fla­na­gan über­nahm, der mir nicht grund­sätz­lich für eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Fort­set­zung steht, wie hier beschrie­ben. Wenn er jetzt ankün­digt, eine “radi­kal neue Deu­tung” des Ori­gi­nal-Films umset­zen zu wol­len (Quel­le), muß ich schon die Augen­brau­en hoch­zie­hen. Eigent­lich hat er sich mit Mid­night Mass aus mei­nem Auf­merk­sam­keits­raum ver­ab­schie­det.

Jetzt wis­sen wir immer­hin, daß der Film von Scar­lett Johans­son “auf­ge­wer­tet” wer­den soll; das ging letz­te Woche durch die Pres­se. Die Wiki­pe­dia nennt sie die erfolg­reich­ste Schau­spie­le­rin der Welt nach Ein­spiel­ergeb­nis der Fil­me mit ihr in einer Haupt­rol­le. Hmm, Fakt ist: ich ken­ne so gut wie kei­nen Film mit ihr, was viel­leicht auch dar­an lie­gen mag, daß ich fast rei­ner “Spar­ten-Schau­er” bin: ich mag Fil­me im Rah­men mei­ner Inter­es­sen, schaue aber nicht oft über den Tel­ler­rand; zudem bin ich kein Kino-Gän­ger. Johans­son ken­ne ich von Bil­dern, kann aber ihre schau­spie­le­ri­schen Qua­li­tä­ten in kei­ner Wei­se beur­tei­len. Ihr Enga­ge­ment riecht ein wenig nach Fri­sie­ren des künf­ti­gen Ein­spiel­ergeb­nis­ses mit­tels bekann­tem, bewähr­tem Namen. War­ten wir es ab…

The Exor­cism star­tet wohl mäßig

Mit guten Fil­men ist es ähn­lich wie mit Seri­en – der Trend geht zum Aus­wal­zen des Mate­ri­als. Macht man kei­ne Serie, dann muß es zumin­dest ein “Fran­chise” mit einer Debüt-Tri­lo­gie oder so sein. So auch mit The Pope’s Exor­cist mit Rus­sell Cro­we in der Haupt­rol­le. Ich fand den Film sola­la. Bald schon hieß es: das wird ein Fran­chise mit Cro­we in der Haupt­rol­le.

Umso über­rasch­ter war ich, als ich von The Exor­cism hör­te, der letz­te Woche in den USA in den Kinos gestar­tet ist und weit unter den finan­zi­el­len Erwar­tun­gen blieb. Und Cro­we spielt die Haupt­rol­le. Wie und wann der Film in Deutsch­land erscheint, ist lt. Blair­Witch noch unklar. Im dor­ti­gen Arti­kel spricht man davon, daß es Hor­ror­fil­me all­ge­mein der­zeit an den Kino­kas­sen schwer hät­ten. Ich wür­de da aber hin­zu­fü­gen wol­len: das The­ma Exor­zis­mus hat es schwer – die letz­ten High­lights lie­gen län­ger zurück: The Cru­ci­fi­xi­on (2017) und die erste Staf­fel von Exor­cist (2016), s. Liste.

Doch The Exor­cism ist nicht der zwei­te Film aus o.g. Fran­chise, das habe ich mir jetzt schon mal “erle­sen”. Die Fort­set­zung von The Pope’s Exor­cist dürf­te m.E. nicht weit vor 2026 erschei­nen, zumin­dest war sie im Früh­jahr 2023 in ear­ly deve­lo­p­ment.
Hof­fen wir mal, daß sich Cro­we sei­ne Rol­le als Exor­zist mit The Exor­cism nicht ver­brennt.

Der Trai­ler zu The Exor­cism fin­det sich z.B. hier bei YT.

Wenn der Regis­seur stif­ten geht (Exor­cist: Decei­ver)

Wie in der ursprüng­li­chen Ankün­di­gung erwähnt, soll­te die “Fort­set­zung” eine Tri­lo­gie sein. “Belie­ver” star­te­te im Okto­ber 2023, “Decei­ver” soll­te im April 2025 in die Kinos kom­men. Das ist nun unklar, weil Regis­seur David Gor­don Green nach dem ersten Teil der Tri­lo­gie nicht mehr Regie füh­ren wird. Das berich­ten Sca­ry Movies wie auch Blick­punkt Film und ande­re Por­ta­le. Angeb­lich sei sein Ter­min­ka­len­der zu voll, um den Film recht­zei­tig abdre­hen zu kön­nen. Blum­hou­se sucht also einen neu­en Regis­seur, was grund­sätz­lich auch bedeu­ten könn­te, daß jemand gefun­den wird, der das The­ma bes­ser umsetzt. We’ll wait and see.
(Ich muß ja noch ‘Belie­ver’ schau­en, aber mir ist das Geld für Leihe/Kauf zu scha­de…)

Der Exor­zist: Bekennt­nis via Years of Ter­ror

Das “Online-Maga­zin zum phan­ta­sti­schen Film”, Years of Ter­ror, wo ich sehr ger­ne ab und an rein­schaue, hat den neu­en Exor­cist-Film, den ersten einer geplan­ten Tri­lo­gie rezen­siert. Lesens­wer­ter Arti­kel mit den Stich­wor­ten “ver­schenk­te Chan­cen” und “see­len­lo­ser Exor­zis­mus”.

Neben­bei: der Arti­kel erwähnt nicht die TV-Serie Exor­cist, deren erste Staf­fel mir sehr gut gefal­len hat. Ich hat­te hier im Blog auf die neu­en Fil­me hin­ge­wie­sen und danach noch kurz über erste kri­ti­sche Reak­tio­nen berich­tet.

Exor­zist – Der Anfang (Film)

Die­sen 2004 von R. Har­lin gedreh­ten “Pre­quel” zum Ori­gi­nal­film habe ich ursprüng­lich im Fern­se­hen gese­hen und bewer­te ihn mit *****, also dem Grun­de nach – für mich – bes­ser als das Ori­gi­nal. Der Text spoi­lert die Hand­lung des Films! (Wiki­pe­dia)

Der auf vie­len Ebe­nen inter­es­san­te Film spielt in Ost­afri­ka kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Lan­ca­ster Mer­rin, Ex-Prie­ster und Archäo­lo­ge, soll für einen Samm­ler nach einem Arte­fakt, einem „mythi­schen Dämon“ suchen, der sich ver­mut­lich in einer neu ent­deck­ten Kir­chen­rui­ne aus dem 5. Jahr­hun­dert befin­den soll.

Die Hand­lung spielt in einer klei­nen Busch­sta­ti­on, wo u.a. die jüdi­sche Ärz­tin Nowak und der ‘Wider­ling’ Jef­freys arbei­ten; Mer­rin wird vom jun­gen Prie­ster Fran­cis aus dem Vati­kan beglei­tet. Es ent­steht der Ein­druck, daß vor Ort und im nahen Dorf der Ein­hei­mi­schen selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren: eine Frau gebärt ein totes, mit Maden über­sä­tes Kind, Wind­stö­ße, Strom­aus­fäl­le, Hyä­nen­an­grif­fe häu­fen sich, Uhren blei­ben ste­hen. In besag­ter Kir­che fin­det sich eine gro­ße Luzi­fer-Dar­stel­lung; das mäch­ti­ge Kreuz wur­de abge­bro­chen und falsch her­um auf­ge­hängt. Mer­rin fin­det durch die ver­schieb­ba­re Altar­plat­te einen Zugang tie­fer in den Berg hin­ein, wo er eine Sta­tue des gesuch­ten Dämons ent­deckt und sofort von tau­sen­den Flie­gen umge­ben wird.

Der vor­he­ri­ge Gra­bungs­lei­ter ist ver­rückt gewor­den: auf sei­ner Zelt­wand steht in Ara­mä­isch „Der Gefal­le­ne wird auf­er­ste­hen in Strö­men aus Blut“, zudem hat er vie­le Bil­der gemalt, auf denen auch der Dämon zu sehen ist.

Vom Anstaltsprie­ster erhält Mer­rin eine Aus­ga­be des Ritua­le Roma­num. Er erklärt, der ehe­ma­li­ge Aus­gra­bungs­lei­ter sei vom Teu­fel „berührt“, aber nicht beses­sen gewe­sen. Doch wer ist dann ‘beses­sen’? Zunächst wird ver­mu­tet, der Dämon habe von dem Jun­gen Joseph Besitz ergrif­fen, um den her­um selt­sa­me Din­ge pas­sie­ren. Als es zwi­schen bri­ti­schen Sol­da­ten und den Ein­ge­bo­re­nen zu Kämp­fen kommt, ver­stecken sich Pater Fran­cis und Joseph in der Kir­che, wo Fran­cis das Ritua­le Roma­num beginnt, um den ver­meint­li­chen Dämon aus­zu­trei­ben. Die Ärz­tin Nowak tötet Fran­cis in der Kir­che und hier wird klar, daß der Dämon in ihr ist, nicht in dem Kind. Auch war der ehe­ma­li­ge Gra­bungs­lei­ter der Ehe­mann Nowaks, daher die ‘Berüh­rung’ mit dem Dämon.

Mer­rin betet das Ritua­le Roma­num im Dia­log mit dem Jun­gen Joseph und schafft es in einem span­nen­den Show­down, den Dämon aus­zu­trei­ben, wonach Nowak aber trotz­dem aus einer Kopf­wun­de blu­tend ver­stirbt. Über die­ses Ritu­al fin­det Mer­rin zum Glau­ben zurück; im Abspann ist er wie­der als Prie­ster zu sehen.

Die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die im Vor­spann des Films zu sehen ist, fällt kurz in Merrins Hän­de, um dann wie­der vom Sand zuge­weht zu wer­den. Am Ende ist klar: bereits 50 Jah­re zuvor war der Dämon aus der ver­gra­be­nen Kir­che frei­ge­wor­den und hat­te das Dorf aus­ge­rot­tet, was vom Vati­kan als „Pest­aus­bruch“ dekla­riert wor­den war. Und 1400 Jah­re zuvor kämpf­ten an dem Ort zwei Armeen, die sich gegen­sei­tig abschlach­te­ten. Damals fand ein über­le­ben­der Prie­ster die Dämo­nen­sta­tu­et­te, die nun wei­ter­hin im Sand auf einen, den näch­sten Fin­der war­tet.

Ein span­nen­der, atmo­sphä­ri­scher Film, bei dem lan­ge unklar ist, wie genau der Dämon wirkt.

The Pope’s Exor­cist (Film)

Der von Juli­us Avery gedreh­te Film aus dem Jahr 2023 schil­dert einen fik­ti­ven Exor­zis­mus aus dem Leben von Don Gabrie­le Amor­th (1925−2016).

Ich habe den Film via iTu­nes gese­hen und ver­ge­be ***. Der Text spoi­lert den Inhalt des Films.
(Wiki­pe­dia) The Pope’s Exor­cist (Film) wei­ter­le­sen

Exor­cist (TV-Serie)

Eine Fort­füh­rung des ursprüng­li­chen Films “Der Exor­zist” als Strea­ming-Serie bei Ama­zon.
Gefilmt nach einer Idee von Jere­my Sla­ter, Regie führ­ten ver­schie­de­ne Per­so­nen (2016−17, Wiki­pe­dia). Die Serie ist ein Ama­zon-Ori­gi­nal.
Ich ver­ge­be für die erste Staf­fel *****, für die zwei­te **. Der Text spoi­lert die Seri­en­fol­gen!

Staf­fel 1

Die Serie wur­de ab 2016 aus­ge­strahlt und im Mai 2018 nach nur zwei Staf­feln ein­ge­stellt. Gleich zu Anfang wird der Bezug zum Film „Der Exor­zist“ von 1973 her­ge­stellt, indem die Ori­gi­nal-Film­mu­sik gespielt wird und in einer Inter­net­su­che der Bericht über zwei beim Exor­zis­mus ver­stor­be­ne Prie­ster in George­town auf­taucht. Aber der Rück­be­zug ist noch inten­si­ver, denn vor der Aus­strah­lung der Serie wur­de bereits klar, daß die Mut­ter der Rance-Fami­lie im Zen­trum der Geschich­te tat­säch­lich Regan MacNeil aus dem Ori­gi­nal­film ist. Die Beses­sen­heit geht also in der eige­nen Fami­lie der nun erwach­se­nen Regan (hier: Ange­la) wei­ter!

Die Hand­lung der ersten Staf­fel hat einen drei­fa­chen Fokus:

  1. Die Fami­lie Rance in Chi­ca­go. Die­se besteht aus Ange­la, also Regan MacNeil, dem Vater Hen­ry, der sich von einem Hirn­trau­ma erholt und zu Beginn der Staf­fel eher dement wirkt, der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, die sich nach dem Tod einer Freun­din in ihrem Zim­mer ver­schanzt, sowie der jün­ge­ren Toch­ter Casey, die immer froh­ge­launt erscheint. Hin­zu kommt spä­ter Chris MacNeil, die Mut­ter Ange­la-Regans.
  2. Die bei­den Prie­ster: Da ist Pater Tomás Orte­ga, der, wie in Fil­men mit ähn­li­cher The­ma­tik, jung, zunächst nicht an Dämo­nen glau­bend, dafür am Glau­ben zwei­felnd ist, hier ins­be­son­de­re durch die Lie­be zu einer jun­gen Mexi­ka­ne­rin. Dann ler­nen wird Mar­cus Kea­ne ken­nen, einen erfah­re­nen, aber vom Vati­kan kri­tisch beob­ach­te­ten, her­nach exkom­mu­ni­zier­ten Exor­zi­sten, der einen Jun­gen in Mexi­co City nicht ret­ten konn­te (Dämon: The Bap­tist). Die­sen Exor­zis­mus durch Mar­cus sieht Tomás in sei­nen Träu­men, bis ihm der ange­schla­ge­ne Hen­ry Rance hell­sich­tig („Gott sprach aus ihm“) auf den Ort hin­weist, wo die Prie­ster sich tref­fen kön­nen. Die Beset­zung bei­der Rol­len durch Alfon­so Her­rera und Ben Dani­els hat mich sehr über­zeugt.  Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten beschlie­ßen die bei­den, im Fall der Fami­lie Rance zusam­men­zu­ar­bei­ten.
  3. Die Orga­ni­sa­ti­on „Fri­ars of Ascen­si­on”, wozu auch die Tomás Orte­ga wohl­ge­son­ne­ne Dame Maria Wal­ters gehört. Die Grup­pe plant einen Papst­be­such in der Stadt (zwecks Ermor­dung des­sel­ben) und ist eine sata­ni­sche Gesell­schaft, die Dämo­nen im Ritu­al „Voca­re Pul­ve­re“ beschwört. Dazu ermor­den Hel­fer 9 Men­schen, neh­men deren Orga­ne, ver­bren­nen sie und sam­meln die Asche. Im gezeig­ten Beschwö­rungs­ri­tu­al fährt der Dämon in den Poli­zei­chef, der bei Fami­lie Rance zur Befra­gung war.

Ange­la Rance AKA Regan MacNeil spürt früh und vor dem Hin­ter­grund ihrer Erfah­rung, daß ein Dämon in der Fami­lie ist. Ent­ge­gen der Annah­me ist er jedoch nicht in der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, son­dern in Casey. Gesprä­che des Dämons mit der jun­gen Frau wer­den so visua­li­siert, daß ihr ein „Sales­man“ (offen­bar eine Erschei­nungs­form des Dämons Pazu­zu aus dem ersten Exor­zist-Film) erscheint. Der Dämon ver­leiht Casey über­mensch­li­che Kräf­te: ent­täuscht von der eige­nen Lei­stung kann Casey einer Sport-Kon­kur­ren­tin tele­ki­ne­tisch einen Kno­chen­bruch zufü­gen.  Bei einem Angriff in einem Bus bricht Casey dem Angrei­fer den Kie­fer, wor­auf­hin sie in eine psych­ia­tri­sche Kli­nik ein­ge­lie­fert wird.

Kea­ne über­win­det sein Schei­tern beim Exor­zis­mus des Jun­gen mit Hil­fe der Äbtis­sin (Mut­ter Ber­na­dette) eines Non­nen­klo­sters, die selbst Exor­zis­men mit Lie­be und Geduld durch­führt – die weib­li­che Gegen­po­si­ti­on zu den Prie­stern.

Nach der Ent­las­sung Caseys begin­nen die bei­den Prie­ster den Exor­zis­mus. Wie­der (im Sin­ne ähn­li­cher Fil­me) ist es der jün­ge­re Mann, der “schwä­chelt” und vom ande­ren aus­ge­schlos­sen wird.

Es wird im wei­te­ren Ver­lauf deut­lich, daß der Dämon der­je­ni­ge ist, der frü­her bereits in Ange­la (AKA Regan) war. Doch Mar­cus glaubt, daß die Dämo­nen unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, so kann „The Bapist“ in der 3. Epi­so­de aus Casey spre­chen.

Ange­las Mann hat stän­dig die Zahl 162 im Kopf und Tomás fin­det her­aus, daß dies die Sei­te in Chris‘ Buch ist, auf der sie schreibt, der Dämon wer­de Regan immer suchen…

Der Sales­man sagt: „Bring her to me“ und ver­weist damit auf Ange­la. Kea­ne meint, dies sei ein Dämon mit einem „40-year-grudge“, er wol­le über die Toch­ter Casey erneut an die Mut­ter (Ange­la-Regan) her­an­kom­men. Beses­sen­heit sei wie ein Virus – so Kea­ne. Je län­ger der Dämon in sei­nem „Wirt“ sei, desto enger ver­schmel­zen bei­de bis zur ‘Inte­gra­ti­on’; dann sei die See­le des Opfers zer­stört und kein Exor­zis­mus kön­ne mehr hel­fen. Zudem wür­den Dämo­nen die „natür­li­che Ord­nung“ stö­ren, so daß man deren Anwe­sen­heit z.B. an auf­fäl­li­gen Schwär­men von Vögeln oder ande­ren Tie­ren erken­nen kön­ne.

Kea­ne fin­det etli­che Beses­se­ne in der Gegend, d.h. nicht nur Casey ist Opfer. Die­se flüch­tet aus einem Kran­ken­wa­gen, nach­dem sie die Sani­tä­ter getö­tet hat. Kea­ne fin­det sie am See­ufer, bringt sie zum Non­nen­klo­ster, in dem er bereits nach sei­ner Exkom­mu­ni­ka­ti­on Auf­nah­me gefun­den hat­te. Dort führt er mit den Non­nen und ohne Tomás den Exor­zis­mus wei­ter. Ange­la kommt hin­zu und lädt den Dämon ein, in sie zu fah­ren, d.h. die Toch­ter zu ver­scho­nen – das pas­siert auch. Die beses­se­ne Ange­la nimmt dann an einer Sit­zung der Fri­ars zur Vor­be­rei­tung des Papst­be­su­ches teil (hier offen­bar von Pazu­zu beses­sen, der sich in der letz­ten Fol­ge im Kampf um Ange­la als Sales­man zeigt).

Casey reflek­tiert die Beses­sen­heit so, daß sie sagt: „Nichts an mir gehör­te mehr mir selbst!“ Aus Ange­la hin­ge­gen spricht der Dämon so: „I’m not pos­s­es­sed. This is inte­gra­ti­on. She invi­ted me in. This is per­ma­nent.”

Der Kea­ne nicht wohl­ge­son­ne­ne, aber glau­bens­treue Prie­ster Ben­nett ent­tarnt das Atten­tat auf den Papst, wird – wie auch Kea­ne – von den Fri­ars gefan­gen­ge­nom­men. Ange­la, d.h. der Dämon in ihr, tötet Chris MacNeil, quält dann ihre Fami­lie, nach­dem sie auch Mut­ter Ber­na­dette mit­samt ihren Non­nen ermor­det hat. Alles hängt nun an Tomás bzw. Kea­ne. Erste­rer kommt zur Fami­lie Rance und wird von Ange­la / Pazu­zu attackiert. In einer Art Traum­vi­si­on erscheint ihm Kea­ne, der ihn ret­ten will. Tomás kann den Dämon in Ange­la besie­gen. Kea­ne ver­hin­dert das Papst­at­ten­tat.

Der Dämon Pazu­zu erklärt via Ange­la, die Welt sei von Gott für die Dämo­nen gemacht gewe­sen. Dann sei der Mensch gekom­men, aber die Dämo­nen wür­den sich die Welt nun zurück­ho­len.

Schö­nes Zitat von Kea­ne am Ende: „‘Cau­se that’s the deal we make with the world every time we get out of bed in the mor­ning. Hurt me all you want, but the bastards don’t get to win.”

Die­se erste Staf­fel zeigt mir, wie gut Fort­set­zun­gen umge­setzt wer­den kön­nen. Alles ist stim­mig, die Rol­len sind sehr gut besetzt, es macht gro­ßen Spaß, die Fol­gen zu sehen, auch wenn ich nicht per se der ‚Seri­en­typ‘ bin. Da ich lie­ber moder­ne, d.h. mit moder­nen Mit­teln gedreh­te Fil­me sehe, kein Fan alter Titel bin, rückt die Serie bei mir mit Note 1 vor den Ori­gi­nal-Film.

Staf­fel 2 – The Next Chap­ter

Die zwei­te Staf­fel beginnt mit zwei Hand­lungs­strän­gen: Da sind Tomás und Mar­cus, die seit gut einem hal­ben Jahr gemein­sam als „Free­lan­cer-Exor­zi­sten“ unter­wegs sind, aktu­ell in Mon­ta­na. Dann ist da der asia­tisch-stäm­mi­ge Andy Kim, der sich um Toch­ter Grace und fünf wei­te­re Pfle­ge­kin­der küm­mert (auf Nachb­urn Island, Washing­ton). Sei­ne Frau Nico­le ist durch Sui­zid ver­stor­ben.

Tomás und Mar­cus wol­len die von einem Dämon beses­se­ne Cin­dy, Ehe­frau des ört­li­chen She­riffs, ret­ten. Die­ser glaubt nicht an die Beses­sen­heit, ent­reißt sei­ne Frau gewalt­sam den Exor­zi­sten und bringt sie in ein Kran­ken­haus, wo sie gleich zwei Per­so­nen tötet. War in Staf­fel 1 der Begriff „Inte­gra­ti­on“ zen­tral, die dau­er­haf­te Ein­woh­nung eines Dämons in eine Per­son, ist es hier der „inne­re Kampf“ (von mir so genannt) bei Tomás, der offen­bar die Fähig­keit hat, in einer Art Traum­rei­se den Dämon zu kon­tak­tie­ren. Mar­cus weist auf die Gefah­ren hin und for­dert den Kol­le­gen zur her­kömm­li­chen Vor­ge­hens­wei­se (Ritua­le Roma­num) auf.

Andy wird von einer eben­falls asia­tisch-stäm­mi­gen Sozi­al­ar­bei­te­rin besucht, die ihn als „Pfle­ge­va­ter“ kon­trol­lie­ren soll, mit der er aber wohl frü­her schon mal liiert war. Um das Haus her­um gesche­hen ver­schie­de­ne “über­na­tür­li­che” Din­ge: ein Schwarm Krä­hen fliegt gegen das Haus, die Tie­re ster­ben; ein christ­li­cher Jun­ge erlebt bei einem Far­mer die Geburt eines miß­ge­stal­te­ten Lamms.

Als drit­ter Strang kommt der Vati­kan hin­zu, wo sich nun der Prie­ster Ben­nett auf­hält, der auf­decken will, daß „Inte­grier­te“ auch die Kir­che unter­wan­dern. Es kommt der Kar­di­nal Guil­lot (?) aus der 1. Staf­fel hin­zu, der Teil der „Fri­ars of Ascen­si­on“ ist. Man glaubt Ben­nett nicht. Hier geht es in Ant­wer­pen wei­ter nach dem Tod Guil­lots durch eine Exor­zi­stin, die Ben­nett mit einer alten, mäch­ti­gen, nun beses­se­nen (Inte­gra­ti­on) Exor­zi­stin bekannt­macht.

Die o.g. zwei Strän­ge flie­ßen zusam­men, als Tomás und Mar­cus nach Seat­tle kom­men, um an einer Zwölf­jäh­ri­gen einen Exor­zis­mus aus­zu­füh­ren, wobei sich her­aus­stellt, daß die Mut­ter psy­chisch krank ist und das Mäd­chen unter Dro­gen setzt. So kommt die Klei­ne, Har­per, auf die Insel in das Haus von Andy Kim – und bald mer­ken die sie beglei­ten­den Exor­zi­sten, daß auf der Insel irgend etwas nicht stimmt. Andy steht bald im Fokus: Grace ist ein dämo­ni­sches, nicht wirk­lich exi­stie­ren­des Mäd­chen, sei­ne tote Frau kommt wie­der als Geist. Wie­der sieht Tomás Sze­nen im Geist, in denen eine gan­ze Fami­lie von einem Mann ermor­det wird, der ‚Aeter­num Vale‘ sagt.

Neben­be­mer­kung: Da auch die­se Staf­fel fest im aktu­el­len Zeit­geist (und der damit ver­bun­de­nen Film­för­de­rung) ver­an­kert ist, gibt es neben Men­schen ver­schie­den­ster Eth­ni­en auch unter­schied­li­che sexu­el­le Prä­fe­ren­zen, bis hin dazu, daß Ex-Prie­ster Mar­cus homo­se­xu­el­le Züge in sich erkennt.

Das Gesche­hen kommt zu einem ersten Kul­mi­na­ti­ons­punkt in Epi­so­de 7, in der es um den Exor­zis­mus von Andy geht. Das ist alles so ver­wor­ren insze­niert, daß ich mich kaum moti­vie­ren konn­te, die Fol­ge zu Ende zu schau­en – und die Staf­fel kom­plett abge­bro­chen habe.

War die erste Staf­fel noch zu top­pen? Muß­te nicht jede Fort­füh­rung schei­tern? Das kann sein. Man hät­te m.E. die erste Staf­fel auch allein für sich ste­hen las­sen kön­nen, als mit die­ser grot­ti­gen, ver­fran­sten, unaus­ge­go­re­nen zwei­ten so eine Chan­ce zu ver­tun. Mir war klar, eine drit­te Staf­fel wird es nicht geben.

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner