The Exor­cist: Belie­ver (Film)

Die­ser Film mit dem deut­schen Titel “Der Exor­zist: Bekennt­nis” von Regis­seur David Gor­don Green aus dem Jahr 2023 war hier ja schon The­ma (s. Ein­trag mit den ver­link­ten Bei­trä­gen auf der Exor­zis­mus-im-Film-Sei­te), v.a. kri­tisch beob­ach­tet bei mode­ra­ten Ein­spiel­ergeb­nis­sen. Laut Wiki­pe­dia wur­de er bei der ‘Gol­de­nen Him­bee­re 2024’ gleich in fünf Kate­go­rien als ’schlech­te­ster Film’ nomi­niert…

So woll­te ich mir das Mach­werk im Grun­de gar nicht antun, I did it any­way. Der Film erhält von mir * von fünf Ster­nen. “Eigent­lich” gehört er gar nicht in mei­ne Liste, weil er nur einen peri­phe­ren Ansatz i.S. des Exor­zis­mus der katho­li­schen Kir­che hat.
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Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten?

Geplant war eine an den Ori­gi­nal­film anschlie­ßen­de neue Tri­lo­gie unter Regie-Füh­rung von David Gor­don Green. Ich habe den ersten Teil (The Exor­cist: Belie­ver / Bekennt­nis) von 2023 bis heu­te nicht gese­hen (“aus Grün­den”) [nun doch, s. Rezen­si­on], aber er ist eher gefloppt und Green hat sich aus dem Fran­chise zurück­ge­zo­gen. Wie wei­ter mit dem Exor­zi­sten? wei­ter­le­sen

Kein Erfolg für den Exor­zi­sten…

Als der neue Exor­zist-Film ange­kün­digt wur­de, habe ich mit Vor­be­hal­ten dar­über kurz berich­tet. Dann kamen die ersten, eher nega­ti­ven Rück­mel­dun­gen diver­ser Film­por­ta­le. Nun hat Ewan vom von mir sehr geschätz­ten Por­tal WhatCulture.com, kon­kret dem Hor­ror-Kanal auf You­Tube, in einem sehens­wer­ten Video begrün­det, “why The Exor­cist: Belie­ver fai­led”.

Rot­ten Toma­toes, der Lack­mus-Test für Hor­ror­fil­me, listet 22% aus 241 Reviews für die­sen Film. Damit ist er als Fail ein­zu­stu­fen (bei nied­ri­gem Bud­get sieht es von den Ein­nah­men her bes­ser aus). Ewan geht auf das gesam­te, nun aus sechs Fil­men bestehen­de ‘fran­chise’ ein, wor­aus nur zwei Fil­me her­vor­ra­gen: The Exor­cist und Exor­cist III. Bekann­ter­ma­ßen galt bis­lang der Exor­cist II als ‘one of the worst films ever made’.

Ich emp­feh­le auch den ‘Pre­quel’, Exor­cist: The Begin­ning (Bespre­chung hier folgt) und die erste Staf­fel der Exor­cist-Serie von Ama­zon.

Bleibt also abzu­war­ten, was aus der geplan­ten Tri­lo­gie wird.

Der Exor­zist: Bekennt­nis – erste Ein­drücke (ande­rer)

Ich hat­te auf den ab 12.10.23 im Kino zu sehen­den Film in die­sem Bei­trag schon hin­ge­wie­sen. Da ich kein Kino­gän­ger bin, habe ich den Film noch nicht selbst gese­hen. Was kann man nun zum Film im Netz fin­den?

W. Schmitt, der u.a. den YT-Kanal “Die Film­ana­ly­se” betreibt, nutzt den Film­start, um auf den Ori­gi­nal­film (!) hin­zu­wei­sen, da die Neu­ver­fil­mung “indis­ku­ta­bel” sei. Der Exor­zist: Bekennt­nis – erste Ein­drücke (ande­rer) wei­ter­le­sen

Exor­zist-Regis­seur Fried­kin ist tot

Regis­seur Wil­liam Fried­kin ist im Alter von 87 Jah­ren gestor­ben. Man kann sich heu­te kaum noch vor­stel­len, wel­che Reak­tio­nen der Film sei­ner­zeit in den Kinos her­vor­ge­ru­fen hat. Bei der Euro­pa-Pre­miè­re des Films in Lon­don ver­lie­ßen 10% der Zuschau­er das Kino früh­zei­tig; 20 Per­so­nen muß­ten mit Riech­salz behan­delt wer­den, schreibt S. Ahrens.
Auch inter­es­sant: Fried­kin selbst hat kei­ne Fort­set­zung sei­nes erfolg­rei­chen Films gedreht, dafür aber 2017 eine Doku­men­ta­ti­on über den bekann­te­sten Exor­zi­sten des Vati­kans, Gabrie­le Amor­th. (Auf Amor­th gehe ich spä­ter kurz ein, wenn ich eine Rezen­si­on zu The Pope’s Exor­cist  schrei­be.)
Fried­kin sag­te in die­ser Doku wohl, wenn es Engel gebe, müs­se es auch Teu­fel geben.

Ich habe den Film “Der Exor­zist” hier beschrie­ben und ihn mit der Schul­no­te 2 bewer­tet.

Exor­cist (TV-Serie)

Eine Fort­füh­rung des ursprüng­li­chen Films “Der Exor­zist” als Strea­ming-Serie bei Ama­zon.
Gefilmt nach einer Idee von Jere­my Sla­ter, Regie führ­ten ver­schie­de­ne Per­so­nen (2016−17, Wiki­pe­dia). Die Serie ist ein Ama­zon-Ori­gi­nal.
Ich ver­ge­be für die erste Staf­fel *****, für die zwei­te **. Der Text spoi­lert die Seri­en­fol­gen!

Staf­fel 1

Die Serie wur­de ab 2016 aus­ge­strahlt und im Mai 2018 nach nur zwei Staf­feln ein­ge­stellt. Gleich zu Anfang wird der Bezug zum Film „Der Exor­zist“ von 1973 her­ge­stellt, indem die Ori­gi­nal-Film­mu­sik gespielt wird und in einer Inter­net­su­che der Bericht über zwei beim Exor­zis­mus ver­stor­be­ne Prie­ster in George­town auf­taucht. Aber der Rück­be­zug ist noch inten­si­ver, denn vor der Aus­strah­lung der Serie wur­de bereits klar, daß die Mut­ter der Rance-Fami­lie im Zen­trum der Geschich­te tat­säch­lich Regan MacNeil aus dem Ori­gi­nal­film ist. Die Beses­sen­heit geht also in der eige­nen Fami­lie der nun erwach­se­nen Regan (hier: Ange­la) wei­ter!

Die Hand­lung der ersten Staf­fel hat einen drei­fa­chen Fokus:

  1. Die Fami­lie Rance in Chi­ca­go. Die­se besteht aus Ange­la, also Regan MacNeil, dem Vater Hen­ry, der sich von einem Hirn­trau­ma erholt und zu Beginn der Staf­fel eher dement wirkt, der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, die sich nach dem Tod einer Freun­din in ihrem Zim­mer ver­schanzt, sowie der jün­ge­ren Toch­ter Casey, die immer froh­ge­launt erscheint. Hin­zu kommt spä­ter Chris MacNeil, die Mut­ter Ange­la-Regans.
  2. Die bei­den Prie­ster: Da ist Pater Tomás Orte­ga, der, wie in Fil­men mit ähn­li­cher The­ma­tik, jung, zunächst nicht an Dämo­nen glau­bend, dafür am Glau­ben zwei­felnd ist, hier ins­be­son­de­re durch die Lie­be zu einer jun­gen Mexi­ka­ne­rin. Dann ler­nen wird Mar­cus Kea­ne ken­nen, einen erfah­re­nen, aber vom Vati­kan kri­tisch beob­ach­te­ten, her­nach exkom­mu­ni­zier­ten Exor­zi­sten, der einen Jun­gen in Mexi­co City nicht ret­ten konn­te (Dämon: The Bap­tist). Die­sen Exor­zis­mus durch Mar­cus sieht Tomás in sei­nen Träu­men, bis ihm der ange­schla­ge­ne Hen­ry Rance hell­sich­tig („Gott sprach aus ihm“) auf den Ort hin­weist, wo die Prie­ster sich tref­fen kön­nen. Die Beset­zung bei­der Rol­len durch Alfon­so Her­rera und Ben Dani­els hat mich sehr über­zeugt.  Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten beschlie­ßen die bei­den, im Fall der Fami­lie Rance zusam­men­zu­ar­bei­ten.
  3. Die Orga­ni­sa­ti­on „Fri­ars of Ascen­si­on”, wozu auch die Tomás Orte­ga wohl­ge­son­ne­ne Dame Maria Wal­ters gehört. Die Grup­pe plant einen Papst­be­such in der Stadt (zwecks Ermor­dung des­sel­ben) und ist eine sata­ni­sche Gesell­schaft, die Dämo­nen im Ritu­al „Voca­re Pul­ve­re“ beschwört. Dazu ermor­den Hel­fer 9 Men­schen, neh­men deren Orga­ne, ver­bren­nen sie und sam­meln die Asche. Im gezeig­ten Beschwö­rungs­ri­tu­al fährt der Dämon in den Poli­zei­chef, der bei Fami­lie Rance zur Befra­gung war.

Ange­la Rance AKA Regan MacNeil spürt früh und vor dem Hin­ter­grund ihrer Erfah­rung, daß ein Dämon in der Fami­lie ist. Ent­ge­gen der Annah­me ist er jedoch nicht in der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, son­dern in Casey. Gesprä­che des Dämons mit der jun­gen Frau wer­den so visua­li­siert, daß ihr ein „Sales­man“ (offen­bar eine Erschei­nungs­form des Dämons Pazu­zu aus dem ersten Exor­zist-Film) erscheint. Der Dämon ver­leiht Casey über­mensch­li­che Kräf­te: ent­täuscht von der eige­nen Lei­stung kann Casey einer Sport-Kon­kur­ren­tin tele­ki­ne­tisch einen Kno­chen­bruch zufü­gen.  Bei einem Angriff in einem Bus bricht Casey dem Angrei­fer den Kie­fer, wor­auf­hin sie in eine psych­ia­tri­sche Kli­nik ein­ge­lie­fert wird.

Kea­ne über­win­det sein Schei­tern beim Exor­zis­mus des Jun­gen mit Hil­fe der Äbtis­sin (Mut­ter Ber­na­dette) eines Non­nen­klo­sters, die selbst Exor­zis­men mit Lie­be und Geduld durch­führt – die weib­li­che Gegen­po­si­ti­on zu den Prie­stern.

Nach der Ent­las­sung Caseys begin­nen die bei­den Prie­ster den Exor­zis­mus. Wie­der (im Sin­ne ähn­li­cher Fil­me) ist es der jün­ge­re Mann, der “schwä­chelt” und vom ande­ren aus­ge­schlos­sen wird.

Es wird im wei­te­ren Ver­lauf deut­lich, daß der Dämon der­je­ni­ge ist, der frü­her bereits in Ange­la (AKA Regan) war. Doch Mar­cus glaubt, daß die Dämo­nen unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, so kann „The Bapist“ in der 3. Epi­so­de aus Casey spre­chen.

Ange­las Mann hat stän­dig die Zahl 162 im Kopf und Tomás fin­det her­aus, daß dies die Sei­te in Chris‘ Buch ist, auf der sie schreibt, der Dämon wer­de Regan immer suchen…

Der Sales­man sagt: „Bring her to me“ und ver­weist damit auf Ange­la. Kea­ne meint, dies sei ein Dämon mit einem „40-year-grudge“, er wol­le über die Toch­ter Casey erneut an die Mut­ter (Ange­la-Regan) her­an­kom­men. Beses­sen­heit sei wie ein Virus – so Kea­ne. Je län­ger der Dämon in sei­nem „Wirt“ sei, desto enger ver­schmel­zen bei­de bis zur ‘Inte­gra­ti­on’; dann sei die See­le des Opfers zer­stört und kein Exor­zis­mus kön­ne mehr hel­fen. Zudem wür­den Dämo­nen die „natür­li­che Ord­nung“ stö­ren, so daß man deren Anwe­sen­heit z.B. an auf­fäl­li­gen Schwär­men von Vögeln oder ande­ren Tie­ren erken­nen kön­ne.

Kea­ne fin­det etli­che Beses­se­ne in der Gegend, d.h. nicht nur Casey ist Opfer. Die­se flüch­tet aus einem Kran­ken­wa­gen, nach­dem sie die Sani­tä­ter getö­tet hat. Kea­ne fin­det sie am See­ufer, bringt sie zum Non­nen­klo­ster, in dem er bereits nach sei­ner Exkom­mu­ni­ka­ti­on Auf­nah­me gefun­den hat­te. Dort führt er mit den Non­nen und ohne Tomás den Exor­zis­mus wei­ter. Ange­la kommt hin­zu und lädt den Dämon ein, in sie zu fah­ren, d.h. die Toch­ter zu ver­scho­nen – das pas­siert auch. Die beses­se­ne Ange­la nimmt dann an einer Sit­zung der Fri­ars zur Vor­be­rei­tung des Papst­be­su­ches teil (hier offen­bar von Pazu­zu beses­sen, der sich in der letz­ten Fol­ge im Kampf um Ange­la als Sales­man zeigt).

Casey reflek­tiert die Beses­sen­heit so, daß sie sagt: „Nichts an mir gehör­te mehr mir selbst!“ Aus Ange­la hin­ge­gen spricht der Dämon so: „I’m not pos­s­es­sed. This is inte­gra­ti­on. She invi­ted me in. This is per­ma­nent.”

Der Kea­ne nicht wohl­ge­son­ne­ne, aber glau­bens­treue Prie­ster Ben­nett ent­tarnt das Atten­tat auf den Papst, wird – wie auch Kea­ne – von den Fri­ars gefan­gen­ge­nom­men. Ange­la, d.h. der Dämon in ihr, tötet Chris MacNeil, quält dann ihre Fami­lie, nach­dem sie auch Mut­ter Ber­na­dette mit­samt ihren Non­nen ermor­det hat. Alles hängt nun an Tomás bzw. Kea­ne. Erste­rer kommt zur Fami­lie Rance und wird von Ange­la / Pazu­zu attackiert. In einer Art Traum­vi­si­on erscheint ihm Kea­ne, der ihn ret­ten will. Tomás kann den Dämon in Ange­la besie­gen. Kea­ne ver­hin­dert das Papst­at­ten­tat.

Der Dämon Pazu­zu erklärt via Ange­la, die Welt sei von Gott für die Dämo­nen gemacht gewe­sen. Dann sei der Mensch gekom­men, aber die Dämo­nen wür­den sich die Welt nun zurück­ho­len.

Schö­nes Zitat von Kea­ne am Ende: „‘Cau­se that’s the deal we make with the world every time we get out of bed in the mor­ning. Hurt me all you want, but the bastards don’t get to win.”

Die­se erste Staf­fel zeigt mir, wie gut Fort­set­zun­gen umge­setzt wer­den kön­nen. Alles ist stim­mig, die Rol­len sind sehr gut besetzt, es macht gro­ßen Spaß, die Fol­gen zu sehen, auch wenn ich nicht per se der ‚Seri­en­typ‘ bin. Da ich lie­ber moder­ne, d.h. mit moder­nen Mit­teln gedreh­te Fil­me sehe, kein Fan alter Titel bin, rückt die Serie bei mir mit Note 1 vor den Ori­gi­nal-Film.

Staf­fel 2 – The Next Chap­ter

Die zwei­te Staf­fel beginnt mit zwei Hand­lungs­strän­gen: Da sind Tomás und Mar­cus, die seit gut einem hal­ben Jahr gemein­sam als „Free­lan­cer-Exor­zi­sten“ unter­wegs sind, aktu­ell in Mon­ta­na. Dann ist da der asia­tisch-stäm­mi­ge Andy Kim, der sich um Toch­ter Grace und fünf wei­te­re Pfle­ge­kin­der küm­mert (auf Nachb­urn Island, Washing­ton). Sei­ne Frau Nico­le ist durch Sui­zid ver­stor­ben.

Tomás und Mar­cus wol­len die von einem Dämon beses­se­ne Cin­dy, Ehe­frau des ört­li­chen She­riffs, ret­ten. Die­ser glaubt nicht an die Beses­sen­heit, ent­reißt sei­ne Frau gewalt­sam den Exor­zi­sten und bringt sie in ein Kran­ken­haus, wo sie gleich zwei Per­so­nen tötet. War in Staf­fel 1 der Begriff „Inte­gra­ti­on“ zen­tral, die dau­er­haf­te Ein­woh­nung eines Dämons in eine Per­son, ist es hier der „inne­re Kampf“ (von mir so genannt) bei Tomás, der offen­bar die Fähig­keit hat, in einer Art Traum­rei­se den Dämon zu kon­tak­tie­ren. Mar­cus weist auf die Gefah­ren hin und for­dert den Kol­le­gen zur her­kömm­li­chen Vor­ge­hens­wei­se (Ritua­le Roma­num) auf.

Andy wird von einer eben­falls asia­tisch-stäm­mi­gen Sozi­al­ar­bei­te­rin besucht, die ihn als „Pfle­ge­va­ter“ kon­trol­lie­ren soll, mit der er aber wohl frü­her schon mal liiert war. Um das Haus her­um gesche­hen ver­schie­de­ne “über­na­tür­li­che” Din­ge: ein Schwarm Krä­hen fliegt gegen das Haus, die Tie­re ster­ben; ein christ­li­cher Jun­ge erlebt bei einem Far­mer die Geburt eines miß­ge­stal­te­ten Lamms.

Als drit­ter Strang kommt der Vati­kan hin­zu, wo sich nun der Prie­ster Ben­nett auf­hält, der auf­decken will, daß „Inte­grier­te“ auch die Kir­che unter­wan­dern. Es kommt der Kar­di­nal Guil­lot (?) aus der 1. Staf­fel hin­zu, der Teil der „Fri­ars of Ascen­si­on“ ist. Man glaubt Ben­nett nicht. Hier geht es in Ant­wer­pen wei­ter nach dem Tod Guil­lots durch eine Exor­zi­stin, die Ben­nett mit einer alten, mäch­ti­gen, nun beses­se­nen (Inte­gra­ti­on) Exor­zi­stin bekannt­macht.

Die o.g. zwei Strän­ge flie­ßen zusam­men, als Tomás und Mar­cus nach Seat­tle kom­men, um an einer Zwölf­jäh­ri­gen einen Exor­zis­mus aus­zu­füh­ren, wobei sich her­aus­stellt, daß die Mut­ter psy­chisch krank ist und das Mäd­chen unter Dro­gen setzt. So kommt die Klei­ne, Har­per, auf die Insel in das Haus von Andy Kim – und bald mer­ken die sie beglei­ten­den Exor­zi­sten, daß auf der Insel irgend etwas nicht stimmt. Andy steht bald im Fokus: Grace ist ein dämo­ni­sches, nicht wirk­lich exi­stie­ren­des Mäd­chen, sei­ne tote Frau kommt wie­der als Geist. Wie­der sieht Tomás Sze­nen im Geist, in denen eine gan­ze Fami­lie von einem Mann ermor­det wird, der ‚Aeter­num Vale‘ sagt.

Neben­be­mer­kung: Da auch die­se Staf­fel fest im aktu­el­len Zeit­geist (und der damit ver­bun­de­nen Film­för­de­rung) ver­an­kert ist, gibt es neben Men­schen ver­schie­den­ster Eth­ni­en auch unter­schied­li­che sexu­el­le Prä­fe­ren­zen, bis hin dazu, daß Ex-Prie­ster Mar­cus homo­se­xu­el­le Züge in sich erkennt.

Das Gesche­hen kommt zu einem ersten Kul­mi­na­ti­ons­punkt in Epi­so­de 7, in der es um den Exor­zis­mus von Andy geht. Das ist alles so ver­wor­ren insze­niert, daß ich mich kaum moti­vie­ren konn­te, die Fol­ge zu Ende zu schau­en – und die Staf­fel kom­plett abge­bro­chen habe.

War die erste Staf­fel noch zu top­pen? Muß­te nicht jede Fort­füh­rung schei­tern? Das kann sein. Man hät­te m.E. die erste Staf­fel auch allein für sich ste­hen las­sen kön­nen, als mit die­ser grot­ti­gen, ver­fran­sten, unaus­ge­go­re­nen zwei­ten so eine Chan­ce zu ver­tun. Mir war klar, eine drit­te Staf­fel wird es nicht geben.

Der Exor­zist: Bekennt­nis (Film-Ankün­di­gung)

Die übli­chen Hor­ror- und Film­por­ta­le pfei­fen es wie die sprich­wört­li­chen Spat­zen von den Dächern: es wird eine (wei­te­re) fil­mi­sche Fort­set­zung des Exor­zi­sten geben. Der von David Gor­don Green gedreh­te Film (The Exor­cist: Belie­ver) star­tet am 12.10.23 in den Kinos; das Dreh­buch stammt von Peter Satt­ler.
Ja, es soll sogar eine Tri­lo­gie wer­den, wobei Film­starts erfah­ren haben will, daß evtl. nur Teil 1 ins Kino kommt, die bei­den ande­ren Tei­le nur über einen Strea­ming­dienst zu sehen sein sol­len.

Darf man gespannt sein? Zunächst muß ich geste­hen, daß ich kei­nen der bis­he­ri­gen Fil­me von Green ken­ne; er scheint zuletzt inten­siv am Hal­lo­ween-Fran­chise gear­bei­tet zu haben. All die­se (Tee­nie-) Slas­her-Fil­me sind nicht mein Ding. (Ich hat­te zunächst so ver­stan­den, daß er auch “Bones and All” gedreht hat, was ziem­li­che Vor­schuß-Lor­bee­ren für das neue Pro­jekt bedeu­tet hät­te, aber da hat­te ich mich ver­tan: er war in einer Neben­rol­le zu sehen.) Der Exor­zist: Bekennt­nis (Film-Ankün­­di­­gung) wei­ter­le­sen

Der Exor­zist (Film)

Der Exor­zist” wur­de 1973 von Wil­liam Fried­kin gedreht. Der Film basiert auf dem 1971er Roman glei­chen Titels von Wil­liam Peter Blat­ty, der auch das Dreh­buch für den Film (und Exor­zist 3 – basie­rend auf Blat­tys Nach­fol­ge­ro­man ‘Legi­on’ von 1983) schrieb. Ich habe den Film via iTu­nes gekauft (Director’s Cut, s.u.) und ver­ge­be ****. (Wiki­pe­dia)

Die­ser Text spoi­lert den Film!

Der Film wird auch bespro­chen in Sven Groß­hans’ Buch “Das Schau­spiel der Beses­sen­heit – Exor­zis­mus im Film” (Ber­lin (Logos), 2010). Beson­ders aus­führ­lich beschreibt ihn Moni­ka Sca­la in „Der Exor­zis­mus in der Katho­li­schen Kir­che“.

Der Director’s Cut des Roman­au­tors Blat­ty (!) aus dem Jah­re 2001 trägt den Unter­ti­tel: „The ver­si­on you’ve never seen“. Es sind zusätz­li­che Sze­nen wie Regans “Spi­der­walk” zu sehen.
Fried­kin woll­te 1973 ein offe­nes, kur­zes Ende, damit Fort­set­zun­gen mög­lich sind. Blat­ty ver­än­der­te im Director’s Cut dahin­ge­hend, daß Poli­zist Kin­der­man und Pater Dyer sich ver­ab­re­den, was zu Exor­zist 3 über­führt.

Auf You­tube gibt es anläß­lich des 25. Jubi­lä­ums des Films ein „Making of“ mit dem Titel The Fear of God und eine Doku aus dem Jah­re 1974.

Der Film beginnt mit Auf­nah­men im Irak, wo Pater Lan­ke­ster Mer­rin ein klei­nes Amu­lett fin­det, das den Kopf einer Sta­tue des (Wind-)Dämons Pazu­zu dar­stellt.  [Der You­tuber Rob Ager hat die­sen Irak-Vor­spann in einem aus­führ­li­chen, sehens­wer­ten Video erläu­tert.]

Schwenk in die USA, Georgetown/Washington D.C.: dort lebt die geschie­de­ne Schau­spie­le­rin Chris MacNeil mit ihrer Toch­ter Regan. Der in der glei­chen Stadt arbei­ten­de Pater Dami­en Kar­ras wird zunächst beob­ach­tend vor­ge­stellt; er ist eben­falls Psych­ia­ter.

Im MacNeil-Haus gesche­hen selt­sa­me Din­ge, ein Schar­ren ist auf dem Dach­bo­den zu hören, die Toch­ter Regan, 12 Jah­re alt, spielt mit einem Oui­ja-Brett, durch das ihr ein „Cap­tain How­dy“ ant­wor­tet. Bald beginnt Regans Bett nachts zu wackeln, und das Mäd­chen macht die unheil­vol­le Vor­her­sa­ge zu Bur­ke Den­nings, Regis­seur und Freund der Mut­ter: „Du wirst ster­ben da oben!“

Mer­rin und Kar­ras tref­fen sich, letz­te­rer gesteht dem älte­ren Pater, daß er sei­nen Glau­ben ver­lo­ren habe. Kar­ras geht durch eine schwe­re Pha­se: die alters­schwa­che Mut­ter kommt in die Psych­ia­trie und stirbt dort, wäh­rend Kar­ras sich vor­wirft, nicht aus­rei­chend für sie gesorgt zu haben. In sei­ner Kir­che wird eine Mari­en­sta­tue ent­weiht (wobei man nur ver­mu­ten kann, daß Regan das war; im Film wer­den sata­ni­sti­sche Grup­pen dahin­ter ver­mu­tet [mehr dazu und ande­re ver­tie­fen­de Erklä­run­gen mit noch­ma­li­gem Ver­weis auf Rob Ager]).

Regan ist mitt­ler­wei­le cha­rak­ter­lich stark verändert/besessen. Durch ihre Ein­wir­kung stirbt Den­nings tat­säch­lich, indem er eine stei­le Trep­pe neben dem Haus hin­un­ter­fällt. Die Mut­ter läßt Regan im Kran­ken­haus unter­su­chen, es kann kei­ne trag­fä­hi­ge Dia­gno­se gestellt wer­den. Man pro­biert Medi­ka­men­te und Hyp­no­se, doch plötz­lich spricht der Dämon aus dem Kind und greift den Hyp­no­ti­seur an. Nun schlägt einer der Ärz­te im Kran­ken­haus den Exor­zis­mus vor. Regans Zustand wird immer schlim­mer, sie ver­letzt sich selbst mit einer Sche­re, schreit vul­gä­re Phra­sen und ver­än­dert sich äußer­lich stark. Die Mut­ter kon­tak­tiert Kar­ras, der den Exor­zis­mus ablehnt, Regan aber besucht. Als der Teu­fel aus dem Mäd­chen spricht, zwei­felt Kar­ras wei­ter, weil er glaubt, sie hal­te sich für den Teu­fel, ähn­lich wie sich jemand als Napo­le­on sehen kann. Für Kar­ras sind die Sym­pto­me nicht ein­deu­tig: der Dämon reagiert auf „Weih­was­ser“, das nur nor­ma­les Lei­tungs­was­ser ist, ande­rer­seits spricht Regan in Spra­chen, die sie nicht beherrscht. Letzt­lich sieht man in nar­ben­ar­ti­ger Schrift auf Regans Bauch den Schrift­zug: „Help me.“

Nach die­sem „Pro­be-Exor­zis­mus“ bean­tragt Kar­ras den eigent­li­chen Exor­zis­mus, doch Mer­rin erhält den Auf­trag dazu, wäh­rend Kar­ras assi­stie­ren soll. Er weist den Jün­ge­ren an, auf kei­nen Fall direkt mit dem Dämon zu reden. Kar­ras meint, drei Per­sön­lich­kei­ten hät­ten sich in Regan mani­fe­stiert, doch Mer­rin kor­ri­giert ihn barsch: es sei nur eine (der Teu­fel? Pazu­zu?). Regans Lei­dens­ge­schich­te will Mer­rin nicht hören.

Der Exor­zis­mus beginnt, Regan levi­tiert über dem Bett, die Prie­ster rufen wie­der­holt: „Die Kraft Jesu Chri­sti bezwingt dich…“ Die o.e. Moni­ka Sca­la führt aus, daß sich der Film sehr genau an den Ablauf des Exor­zis­mus-Ritu­als der Katho­li­schen Kir­che hält.
Der Dämon greift Kar­ras an, indem er mit der Stim­me von des­sen ver­stor­be­ner Mut­ter spricht. Mer­rin schickt den dadurch beein­träch­tig­ten Prie­ster­kol­le­gen aus dem Zim­mer.  Als die­ser spä­ter zurück­kommt, fin­det er den Älte­ren tot auf dem Bett; Regan sitzt dämo­nisch lächelnd dane­ben.

Sehr deut­lich wie­der­holt die­ser Pater Mer­rin den zen­tra­len Ritus des Chri­sten­tums, das Opfer. Bevor er sei­nen Tod annimmt, lässt der Dämon Regan in der Hal­tung des Gekreu­zig­ten über ihrem Bett schwe­ben, und die Mastur­ba­ti­on mit dem blut­ver­schmier­ten Kreuz ver­weist nicht nur auf die ‚sata­ni­sche‘ Umkehr der kirch­li­chen Riten und Sym­bo­le, son­dern auch auf die unum­kehr­ba­re Ver­bin­dung von Reli­gi­on, Gewalt und Lust in der Geschich­te des christ­li­chen Abend­lan­des.“

[Neu­es aus der Höl­le: Die Exor­zis­mus-Wel­le, in: Seeß­len, Georg / Jung, Fer­nand: Hor­ror: Grund­la­gen des popu­lä­ren Films]

Kar­ras kämpft nun selbst mit dem Dämon, for­dert ihn auf, Regan zu ver­las­sen und in ihn zu fah­ren. Das geschieht, wor­auf­hin der Prie­ster aus dem Fen­ster springt, die Trep­pe (wie Den­nings offen­bar) hin­ab­stürzt und stirbt. Ziel ist: durch das “Selbst­op­fer” den Dämon zu besie­gen. Im christ­li­chen Sinn: Kar­ras nimmt “die Sün­de” (den Dämon) wie Jesus auf sich und stirbt. Man hat auch die­sen Trep­pen­sturz als das Hin­ab­stei­gen Jesu/Karras’ in das Toten­reich inter­pre­tiert. Auf einer per­sön­li­chen Ebe­ne erlangt Kar­ras “Erlö­sung” – das Selbst­op­fer ist höch­ster Aus­druck sei­nes Glau­bens.

Der Film endet damit, daß die Fami­lie aus dem Haus aus­zieht. Die von Mer­rin fal­len­ge­las­se­ne Mün­ze (eine St.-Josefs-Medaille) bewahrt die Mut­ter auf, um sie an einen Pater Dyer (Freund von Kar­ras) wei­ter­zu­rei­chen.

Dies ist der Klas­si­ker aller Exor­zis­mus-Fil­me, aber für mich nicht der beste Film des Gen­res.

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