Wo steht die “Schwar­ze Sze­ne”?

Mar­tin Spriss­ler hat im Win­ter 2223 Abschied genom­men von sei­nem Pro­jekt GOTHIC Maga­zi­ne, und dabei in den Aus­ga­ben 90 und 91 Weg­ge­fähr­ten aus der Sze­ne zu Wort kom­men las­sen. Ich möch­te eini­ge Aus­sa­gen auf­grei­fen und kom­men­tie­ren. Zunächst fas­se ich anhand von Stich­wor­ten zusam­men.

Bei all dem ist es mir wich­tig zu sagen, daß ich in kei­ner Wei­se für “die Sze­ne” spre­che. Alles ist mei­ne per­sön­li­che Auf­fas­sung zum The­ma.

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Move it

Ich habe in die­sem Bei­trag über mei­ne neu­en Stie­fel von Bon­da­ge Lon­don geschrie­ben und etwas Frust über den Kauf der Docs abge­las­sen. Aber nun stan­den die shi­ny new boots her­um und war­te­ten auf den Erst­kon­takt – mit mei­nen Füßen.
Nun stand eine Wan­de­rung mit einem Freund über 17km an. Die dümm­ste Idee, mit den Stie­feln los­zu­lau­fen, war – die beste. So eine klei­ne pri­va­te Chall­enge: Wie weit wür­de ich mit den neu­en Stie­feln kom­men, bevor ich zu den im Ruck­sack mit­ge­tra­ge­nen Wan­der­schu­hen wech­seln müß­te? Move it wei­ter­le­sen

Bon­da­ge Lon­don 10-Loch

Mit den zuletzt gekauf­ten 7‑Loch-Docs habe ich kein Glück gehabt. Doch ist es Glück oder hat sich etwas an der Fer­ti­gung der Schu­he, bei den ver­wen­de­ten Mate­ria­li­en ver­än­dert? Die Naht auf dem Fuß­spann ist dick; der Schuh ist dort m.E. zu flach, so daß sie nur mit einem Trick weni­ger drückend prä­pa­riert wer­den kann. Doch mein Haupt­pro­blem ist das har­te Leder, das an Innen- und Außen­sei­ten der Unter­schen­kel zu Schürf­wun­den führt.
Ich habe mir Mühe gege­ben, die Schu­he gewäs­sert, naß ange­zo­gen und bei 30°C Außen­tem­pe­ra­tur getrock­net. Ja, das bringt etwas im Sin­ne der Paß­form, aber es ändert nichts an den ande­ren Pro­ble­men. Bon­da­ge Lon­don 10-Loch wei­ter­le­sen

Vam­pir­be­stat­tun­gen?

Im nörd­li­chen Polen beim Ort Pień wird seit Jah­ren ein Fried­hof aus dem 17. Jahr­hun­dert aus­ge­gra­ben, wo man 2022 ein weib­li­ches Ske­lett fand, über des­sen Hals eine Sichel gelegt war. Zudem fand sich an einem gro­ßen Zeh ein Metall­schloß. Laut Bericht bei The Histo­ry Blog könn­te man die­se Bestat­tung als Vor­keh­rung gegen die Wie­der­kehr einer “strzy­ga” sehen. Beim Erhe­ben der even­tu­ell Unto­ten soll­te die Sichel den Kopf abtren­nen. Die Archäo­lo­gen mei­nen, die Frau habe einen hohen sozia­len Sta­tus gehabt. Der ver­link­te Arti­kel berich­tet auch über wei­te­re “Vam­pir­grä­ber”.

Aktu­ell wur­de erneut auf einen Fund auf die­sem Fried­hof ein­ge­gan­gen, von dem For­scher glau­ben, er sei eine Ruhe­stät­te für gesell­schaft­lich geäch­te­te Per­so­nen gewe­sen, da er auch nicht mit einer Kir­che ver­bun­den war.
Nun hat man andert­halb Meter neben dem Grab der o.g. Frau das Ske­lett eines Kin­des gefun­den, das beim Tod zwi­schen 5 und 7 Jah­re alt gewe­sen sein muß. Auch an sei­nem Fuß befand sich ein drei­ecki­ges Metall­schloß. Das Kind ist in Bauch­la­ge bestat­tet wor­den, was ein Ritu­al gegen Wie­der­keh­rer gewe­sen sei.
Der Autor des Arti­kels weist dar­auf hin, daß zwar von “Vam­pir­grä­bern” gespro­chen wer­de, es sich aber um älte­re Vor­stel­lun­gen aus dem Volks­glau­ben han­de­le als die Legen­de vom blut­trin­ken­den Graf Dra­cu­la.

Wenn der Schu­ster es gut meint…

PikesVor zwei Wochen, nach der Castrum-Nigra-Nacht, fiel mir auf, daß sich die Absät­ze an mei­nen Pikes lösen. Also die­se “Absatz­ab­deck­plat­ten”, denn die Absät­ze sind innen hohl. Mon­tag schnell zum Schu­ster; wie­der fiel mir auf, daß ich da im Grun­de gar nicht mehr hin­ge­he, weil ich kaum noch Schuh­re­pa­ra­tu­ren habe. Besag­ter Schu­ster mit wohl ost­eu­ro­päi­schem Hin­ter­grund, von dem man sagt, er habe schon beim Öff­nen um 9 Hoch­pro­zen­ti­ges im Sinn, sag­te, “Ende der Woche” kön­ne er die Schu­he fer­tig haben, also gera­de noch recht­zei­tig zum Amphi

Eben habe ich die Schu­he abge­holt. Der Schu­ster erklärt, er habe gleich auch noch die Spit­zen “lackiert” und eine Schram­me besei­tigt. ARRGHLLLL – nee, echt? Die Sachen sol­len doch getra­gen aus­se­hen und nicht zwi­schen-auf­ge­hübscht wer­den… Das hät­te ich wohl bes­ser vor­her sagen sol­len… 🙄
Gut, der Preis von gera­de 20€ für bei­de Absät­ze (und Lackie­ren) hat mich dann wie­der etwas ver­söhnt. Aber mir waren die Schram­men und die abge­rie­be­nen Spit­zen so lieb…

Egal, am Wochen­en­de muß sich zei­gen, ob sie beim Amphi Hit­ze und Regen wider­ste­hen kön­nen. 😁

Im Som­mer ist’s warm.

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Hit­ze beim M’era Luna 2004

Ein war­mer Som­mer­tag kün­dig­te sich heu­te mor­gen an, als ich bar­fuß über die noch küh­len Stei­ne zu den Müll­ton­nen ging. Der Him­mel blau, ein paar Schlei­er­wol­ken. Also schnell einen Kaf­fee getrun­ken und bei noch mode­ra­ten Tem­pe­ra­tu­ren ab ins Fit­ness-Stu­dio.

Dort lief so ein Mor­gen­ma­ga­zin im TV, zehn­fach über­tra­gen in jede Ecke des Stu­di­os. Und Bil­der von aus­ge­dörr­ter Erde, Wald­brän­den, von Unwet­tern nie­der­ge­drück­te Car­ports usw. “Extrem­wet­ter” sei das, stand in den Unter­ti­teln bei abge­stell­tem Ton, aktu­ell eben gro­ße Hit­ze­wel­len, seit vie­len Jah­ren immer wie­der Hit­ze – IM SOM­MER, ihr Dep­pen!
Geht das noch wem auf den Sack, die­ses “betreu­te Leben” seit Coro­na? Ich sehe bei Poli­ti­kern und Medi­en­ver­tre­tern da ein besorg­nis­er­re­gen­des Miß­ver­ständ­nis: sie mei­nen, die “dum­me Bevöl­ke­rung” müß­te stän­dig auf­ge­klärt und ange­lei­tet, mit­hin gegän­gelt wer­den. Von dort ist es ein klei­ner Sprung zu wei­ter­ge­hen­der Kon­trol­le. Wen man stän­dig in Angst und Panik hält, den kann man gut kon­trol­lie­ren. Nein, ist kein poli­ti­sches Blog, aber schaut mal oben auf das Bild: beim hei­ßen M’era Luna 2004 wuß­ten die Men­schen schon, wie man sich gegen Son­ne schützt. So was – woher wuß­ten die das bloß? *face­palm*

50 Jah­re Gei­ster­jä­ger John Sin­clair

So, wie es die schon erwähn­ten Fil­me gibt, die mich in mei­ner Kind­heit gru­sel­ten und zum für mich wich­ti­gen The­ma Hor­ror hin­führ­ten, so gab es Klaus. Klaus, Freund seit Sand­ka­sten­ta­gen, las John Sin­clair, klei­ne Gro­schen­hef­te über einen “Gei­ster­jä­ger”, der gegen aller­lei böse Krea­tu­ren kämpf­te. Klaus lieh mir Hef­te, die ich ver­schlang. Nie wie­der habe ich in mei­nem Leben Gro­schen­hef­te gele­sen, aber bei JS muß­te es sein.
Fader Nach­ge­schmack: vie­le Hef­te gibt es jetzt auch als Kind­le-Aus­ga­ben, aber nach kur­zem Rein­le­sen mer­ke ich, die Zeit für “Jason Darks” Schreib­stil ist bei mir vor­bei. Zudem schrei­ben nun auch Ghost­wri­ter unter dem Namen. Also lie­ber Hor­ror-Klas­si­ker lesen.
Die Online-Zei­tung the­Ger­manZ hat einen Arti­kel über 50 Jah­re JS.

Castrum Nigra 2023

Castrum Nigra, Ehrenburg, 2023Wir sind am frü­hen Mor­gen von der 9. Castrum Nigra auf der Ehren­burg bei Bro­den­bach an der Mosel zurück­ge­kehrt. Fazit: Wun­der­vol­ler, sehr stim­mi­ger Abend in groß­ar­ti­ger Kulis­se. Und bei 30°C am Spät­nach­mit­tag wur­de es, wie 2019, eine recht war­me Nacht.

Die Ver­an­stal­ter bie­ten ins­ge­samt 5 Dance Flo­ors, der Höhe nach geord­net: Oben im Palas NDH, dar­un­ter Elec­t­ro in der Schatz­kam­mer, der „neon­schwar­ze“ Main Flo­or auf das Basti­on mit tol­lem Blick zum ange­strahl­ten Berg­fried, ganz unten der Rit­ter­saal mit „The Dark Side of Gothic“ sowie im Innen­hof der Burg die Mit­tel­al­ter­mu­sik.

Ver­schie­de­ne Künst­ler prä­sen­tier­ten sich, wozu ich nur eige­ne Ein­drücke wie­der­ge­be von dem, was ich sah – das Pro­gramm fin­det man auf der Web­sei­te. Castrum Nigra 2023 wei­ter­le­sen

Unpo­li­tisch oder igno­rant?

Man sagt der Schwar­zen Sze­ne nach, sie sei unpo­li­tisch, mit­hin spie­le Poli­tik in und für die Sze­ne eine gerin­ge Rol­le. Mir fal­len zwei sehr unter­schied­li­che Bei­spie­le aus der eige­nen Beob­ach­tung ein: Vor zwei Jahr­zehn­ten agier­ten “Gothics gegen Rechts” auf­klä­re­risch zu von ihnen so ver­stan­de­nen rech­ten / rechts­extre­men Bands, was m.E. in der Schwar­zen Sze­ne beach­tet, aber unauf­ge­regt zur Kennt­nis genom­men wur­de. Es mag sein, daß mit die­ser Akti­on erreicht wur­de, daß sich die kras­se­ren der kri­ti­sier­ten Bands nicht wei­ter durchgesetzt/verbreitet haben. Man den­ke auch an die Von-Thron­stahl-Debat­te, das Auf­tritts­ver­bot beim WGT 2000, das wegen Bom­ben­dro­hung abge­sag­te DIJ-Kon­zert im glei­chen Jahr usw. Auch Ver­an­stal­ter reagier­ten: zwei­mal wur­de von mir beob­ach­tet, wie der VAWS-Stand beim M’era Luna Festi­val-Ver­bot erhielt.

Ande­rer­seits ist mir im ver­gan­ge­nen Jahr beim Amphi-Festi­val ange­nehm auf­ge­fal­len, wenig blau-gel­be Far­ben zu sehen. Der Krieg wur­de drau­ßen vor dem Tanz­brun­nen zurück­ge­las­sen. Dabei glau­be ich nicht, daß die Mehr­heit der Festi­val­be­su­cher tat­säch­lich die Ereig­nis­se in der Ukrai­ne nicht ver­folgt. Unpo­li­tisch oder igno­rant? wei­ter­le­sen

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