Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 5

Pau­se vor­bei! Amphi 2017

Dies ist der fünf­te Teil einer klei­nen Über­sicht über Musik und Events der Schwar­zen Sze­ne, die mir wich­tig waren und sind, und auf die ich aus mei­nem Blick­win­kel schaue. (Tei­le die­ser Rei­he: 1, 2, 3, 4).

Im letz­ten Bei­trag schrieb ich von den “unauf­fäl­li­gen Jah­ren”. Natür­lich waren die nicht wirk­lich unauf­fäl­lig, weil sich bei mir so eini­ges getan hat, das in die­sem Blog the­ma­tisch nicht oder aller­höch­stens am Ran­de abge­deckt wird. Aber zwi­schen 2011 und 2016 war ich wohl am wei­te­sten von “der Sze­ne” weg in die­sem Zeit­raum seit Anfang der 1980er, den ich hier beschrei­be.
[So war ich z.B. 2015 über 800km zu Fuß in Nord­spa­ni­en auf dem Jakobs­weg unter­wegs…]

Fields of the Nephi­lim

Schon seit Jah­ren hat­te ich vom Amphi-Festi­val beim Köl­ner Tanz­brun­nen gele­sen und gehört – und Köln ist gera­de mal eine Auto­stun­de ent­fernt. Also beschlos­sen Cor­ri May und ich, 2017 erst­mals dort hin­zu­fah­ren – zum immer­hin schon 13. Amphi-Festi­val. Mög­li­cher­wei­se waren VNV Nati­on, die wir zuletzt 2011 live gese­hen hat­ten, als Head­li­ner ein Anreiz. Aber genau kann ich nicht mehr erklä­ren, war­um wir “plötz­lich zum Amphi muß­ten”. 😂
Wären wir nicht dort gewe­sen, hät­ten Kite und Hen­ric de le Cour uns nicht begei­stern kön­nen!

Uns gefiel das Set­ting im Tanz­brun­nen, den ich erst­ma­lig im Rah­men der Pop­Komm 1993 besucht hat­te. Main Stage und Thea­ter­büh­ne sind bes­ser von ein­an­der getrennt, als das z.B. für mich beim M’era Luna mit dem Han­gar der Fall war.

VNV Nati­on

Die Shut­tle-Bus-Lösung zur 3. Büh­ne auf einem Schiff am gegen­über­lie­gen­den Rhein-Ufer begei­stert mich nicht.
[Heu­te, 2023, sehe ich das etwas anders nach wei­te­ren Besu­chen von Amphi und M’era Luna: ich mag doch eher das wei­te Gelän­de des ML und kei­nen Asphalt unter den Füßen (abseits der Lan­de­bahn).]

2017 sahen wir The Other und Kite im Thea­ter, fuh­ren mit dem Pen­del-Bus zum Schiff, wo uns Æon Sable und Hen­ric de la Cour über­rasch­ten. Dann wie­der zurück, um nicht zuviel im Tanz­brun­nen zu ver­pas­sen. Mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten waren da natür­lich Fields of the Nephi­lim und VNV Nati­on. Wei­ter­hin tra­ten u.a. auf:

Eis­fa­brik, Stahl­mann, Die Krupps, Clan of Xym­ox, Dia­ry of Dreams, Lord of the Lost, Eis­bre­cher, Apo­ptyg­ma Berz­erk

E‑Tropolis und Amphi 2018

Zwi­schen­zeit­lich hat­te unser jün­ge­rer Sohn, der sich mehr für Musik inter­es­siert, als der älte­re, einen Gefal­len an VNV Nati­on gefun­den. Also dach­ten wir uns: brin­gen wir ihn mal vor­sich­tig (na ja, im End­ef­fekt eher so ein Sprung ins kal­te Was­ser) mit der “Sze­ne” in Ver­bin­dung. Wir schenk­ten ihm zum 14. Geburts­tag eine Kar­te für das 2018er E‑tro­po­lis-Festi­val in Ober­hau­sen.

Ronan Har­ris

Gro­ße Augen mach­te der “jun­ge Herr” ob der inter­es­sant geklei­de­ten und geschmink­ten Per­so­nen. Geheu­er war ihm das alles nicht… 🤣 Er fand die Leu­te ein­fach schräg – und ist heu­te eher im Tech­no-Bereich unter­wegs, u.a. als Bar­kee­per in einem Club. Gefal­len haben mir an dem Tag Chrom, Fro­zen Plas­ma, Aes­the­tic Per­fec­tion, Pro­ject Pitch­fork und VNV Nati­on. Zu hören gab es auch:
Nacht­mahr, Eis­fa­brik, Rot­er­sand, .com/kill, Spark!, Xotox, Lucifer’s Aid, Forced to Mode, Jäger 90.
(Und Soh­ne­mann sang noch Tage danach zu Hau­se: Mäd­chen in Uni­form, ich mag… – und heu­te ist er mit einer Poli­zi­stin zusam­men. Zufäl­le gibt’s.)

Mei­ne Frau und ich fuh­ren erneut zum Amphi-Festi­val 2018 und hat­ten ein befreun­de­tes Paar “im Schlepp­tau”. Wie­der ein tol­les Erleb­nis, dies­mal für uns ohne Pen­deln zum Rhein­schiff, das wie­der – wegen Nied­rig­was­ser – auf der lin­ken Rhein­sei­te lag. Wir lie­ßen die­se Bands aus – lei­der, aber für mich ist, wie schon geschrie­ben, die­ses Shut­tle-Bus-Kon­strukt vom Tanz­brun­nen zur Anle­ge­stel­le auf der ande­ren Rhein­sei­te ‘abtör­nend’.
OMD waren geni­al – nach sooo vie­len Jah­ren die ‘Hero­en’ mei­ner Teen­ager-Zeit mal live zu sehen, das war so eine Art emo­tio­na­le Ganz­kör­per­mas­sa­ge.

Wei­ter waren u.a. zu sehen: ASP, Midge Ure (zuletzt 1986 gese­hen *hust*), And One, Goe­thes Erben, Joa­chim Witt, In the Nur­sery, Girls under Glass, Qntal, Mono Inc., Aes­the­tic Per­fec­tion, Future lied to us u.v.m.

Girls under Glass
OMD
Amphi Main Stage

Nacht­tanz / Kult­tem­pel

In der Fol­ge schau­te ich mal wie­der inten­si­ver nach der Club-Sze­ne in Bezug auf “schwarz” – und blieb bei der Zeche Carl in Essen hän­gen, wo es den “Nacht­tanz” gibt. Da es für uns eine län­ge­re Anfahrt ist, buch­ten wir uns gut 500m ent­fernt in einem Hotel ein, fuh­ren am 1.9.18 nach Essen, aßen in einem slo­we­ni­schen Restau­rant und mach­ten uns spä­ter auf zur Zeche Carl. Es war erkenn­bar, daß man sich hier kann­te und “unter sich” war. Soll hei­ßen: wir kamen uns wie Außen­sei­ter vor. Trotz­dem eine lan­ge Tanz­nacht für uns bei bester Musik.

Chri­sti­an Death 2019

Im Juni 2019 sahen wir eine der Legen­den des Death Rock: Chri­sti­an Death!

Chri­sti­an Death

Im Kult­tem­pel in Ober­hau­sen tra­ten sie in fami­liä­rer Atmo­sphä­re auf, vor­ab die genia­len Nox Inter­na. Bei­de Auf­trit­te sehr wirk­mäch­tig und so im kras­sen Gegen­satz zu den übli­chen Rie­sen­büh­nen auf den Festi­vals. So etwas soll­te man viel häu­fi­ger wie­der machen.

Das Bild links zeigt yours tru­ly mit Valor und Mai­tri.

M’era Luna 2019

So fiel im Nach­hin­ein schnell die Ent­schei­dung: Laß uns doch noch mal zum M’era Luna fah­ren – für mich das erste Mal wie­der seit 14 Jah­ren.

Im August 19 war es dann soweit. So vie­les hat­te sich ver­än­dert: die Abfer­ti­gungs­zel­te am Ein­gang für Tickets und Bänd­chen und die lan­ge Schlan­ge bis zum unüber­schau­bar gro­ßen Park­platz. Die gan­zen Buden bis hin zum Mini-Super­markt auf der zen­tra­len Stra­ße vom Cam­ping­be­reich zum Festi­val­be­reich. Das sepa­ra­te “Mit­tel­al­ter­dorf”, das “Glam­ping” in Luxus­zel­ten direkt neben dem Festi­val­ge­län­de.

Schön war, daß ich mei­nen ver­schol­len geglaub­ten Freund R. (in Beglei­tung sei­ner Toch­ter) wie­der­traf, auch O. aus gemein­sa­men Tagen auf einem reli­giö­sen ‘Neben­schau­platz’. Wir hörten/sahen u.a.:

VNV Nati­on, Within Temp­t­ati­on, ASP, Fields of the Nephi­lim, Dia­ry of Dreams, Oomph!, Sub­way to Sal­ly, Empa­thy Test u.v.m.

Stil­le Zeit

Tja, was dann mit dem 2020er Amphi-Festi­val pas­sier­te, ist bekannt, weil es vie­len Ver­an­stal­tun­gen so erging: Es wur­de abge­sagt und zunächst auf 2021 ver­scho­ben, dann auf 2022. Also besuch­ten wir das Festi­val, über das ich hier geschrie­ben habe, im Juli 2022 mit den 2020er Kar­ten.

In der “C‑Zeit” ist so vie­les zum Still­stand gekom­men: Clubs, Festi­vals, Gastro­no­mie all­ge­mein. Wir schau­ten uns von zu Hau­se aus ‘Live-Streams’ an, z.B. aus dem lee­ren Kult­tem­pel in Ober­hau­sen und spen­de­ten etwas Geld für den Wei­ter­be­trieb. Eben­so klink­ten wir uns in ein­schlä­gi­ge Twitch Streams ein, die am Wochen­en­de so ein biß­chen Club-Atmo­sphä­re boten. Wir saßen auf der Ter­ras­se, die Stra­ßen waren leer, Stil­le – D hat­te C.

Amphi 2022

Das Amphi im Som­mer 22 war nach die­ser Zeit so eine Art Befrei­ungs­er­fah­rung. Auch wenn v.a. im Thea­ter noch man­che Leu­te Mas­ke tru­gen, war es doch ein erfreu­lich mas­ken­frei­es Wochen­en­de.

Auch hier tra­fen wir R. + Toch­ter wie­der, die aber nach dem Festi­val sag­ten, das Amphi, v.a. das Tanz­brun­nen-Gelän­de, sei nicht ihr Ding. Sie ver­miß­ten den Cam­ping­be­reich (des M’era Luna) mit Rück­zugs­mög­lich­keit und auch kosten­gün­sti­ger, eige­ner Ver­pfle­gung, z.T. auch die feh­len­den Sitz­mög­lich­kei­ten.

Bands 2022:
VNV Nati­on, Mono Inc., Mesh, Lon­don after Mid­night, Empa­thy Test, Aeo Sable, Solar Fake, Held­ma­schi­ne, Sams­as Traum, Dia­ry of Dreams u.v.m.

Der ‘Virus named C’ fror so vie­les ein. Für uns ging es erst mit die­sem Amphi im Juli 2022 wei­ter. Und am Ende die­ser Sei­te – die­ses fünf­ten Teils mei­nes Rück­blicks – steht dann die­ses Blog, das ich im Som­mer 2022 erstellt habe (aller­er­ster Bei­trag). Im Herbst 22 ver­ließ mich die Lust (stell­te ich die “Sinn­fra­ge”), nahm die Sei­ten off­line. Um Herrn Habeck zu para­phra­sie­ren: Die Sei­ten waren nicht weg, nur nicht mehr online.

Nun, da DU das hier liest, sind sie halt wie­der da. 😊
Rush out.


Anfang 2026 habe ich beschlos­sen, daß es kei­nen sech­sten Teil die­ser Rei­he geben wird. Seit 2022 schrei­be ich über Kon­zer­te und Festi­vals hier im Blog, hin­zu kom­men mei­ne Gedan­ken zu Sze­ne usw. Es macht kei­nen Sinn, das wei­ter in Form eines ein­zel­nen, zusam­men­fas­sen­den Bei­trags zu kon­den­sie­ren.

Ein Gedanke zu „Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 5“

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