Sum­mer is the gothest time?

‘post­pun­kon­line’ hat auf Insta gepo­stet: “sum­mer is actual­ly the gothest time of the year, becau­se it is the time that we goths suf­fer the most, which is goth”

Schmun­zelnd habe ich das für mich erst­mal mit “nö” kom­men­tiert… 😉

Ich mer­ke, daß bei einem sol­chen The­ma die sprich­wört­li­chen zwei Her­zen in mei­ner Brust schla­gen. Zur Erklä­rung: ich ken­ne aus mei­ner Kind­heit, aus Fami­li­en­ur­lau­ben vor allem die Nord­see – und damit das Wet­ter-Poker: ent­we­der wirk­lich warm oder zwei Wochen mit viel Regen – sprich: “Som­mer­ur­laub im Ost­frie­sen­nerz”.
Spä­ter, in den 90ern, war ich mehr­fach in Schwe­den im Urlaub – bei glei­chen Wet­ter­be­din­gun­gen. Ich erin­ne­re mich an eine Woche bei durch­ge­hend knapp 30°C, aber doch eher an tage­lan­gen Regen – im Hoch­som­mer, ver­bun­den mit der alles durch­drin­gen­den Feuch­tig­keit, dem mod­ri­gen Geruch von Zelt und Ruck­sack im Auto usw. Aber das war halt “nor­mal”, das habe ich nicht hin­ter­fragt, weil mein Herz an Schwe­den hing. Sum­mer is the gothest time? wei­ter­le­sen

Ich wan­der­te heu­te

Ich wan­der­te heu­te
durch über­schie­ßen­de Rei­fe,
die, am Boden lie­gend,
das Getier der Fäul­nis anzog.

Som­mer­en­de.
Über Wege,
von üppi­gem Grün über­wu­chert,
zieht es in den Mut­ter­schoß der Natur.
Ruhe suchend;
in der Zeit, die über­quillt.
Ern­te­ge­ruch in der Luft.

Die rei­fe Frucht ver­dorrt,
fällt zur Erde, wird ver­ge­hen.
Ver­schwen­dung, sagen wir,
wäh­nen Über­fluß sinn­los.
Ord­nung wird
aus Unter­gang ent­ste­hen.

[© Rush / V. Wag­ner]

Im Som­mer ist’s warm.

M'era Luna Festival, Mera Luna, 2004, Hitze, Sommer, Schirme
Hit­ze beim M’era Luna 2004

Ein war­mer Som­mer­tag kün­dig­te sich heu­te mor­gen an, als ich bar­fuß über die noch küh­len Stei­ne zu den Müll­ton­nen ging. Der Him­mel blau, ein paar Schlei­er­wol­ken. Also schnell einen Kaf­fee getrun­ken und bei noch mode­ra­ten Tem­pe­ra­tu­ren ab ins Fit­ness-Stu­dio.

Dort lief so ein Mor­gen­ma­ga­zin im TV, zehn­fach über­tra­gen in jede Ecke des Stu­di­os. Und Bil­der von aus­ge­dörr­ter Erde, Wald­brän­den, von Unwet­tern nie­der­ge­drück­te Car­ports usw. “Extrem­wet­ter” sei das, stand in den Unter­ti­teln bei abge­stell­tem Ton, aktu­ell eben gro­ße Hit­ze­wel­len, seit vie­len Jah­ren immer wie­der Hit­ze – IM SOM­MER, ihr Dep­pen!
Geht das noch wem auf den Sack, die­ses “betreu­te Leben” seit Coro­na? Ich sehe bei Poli­ti­kern und Medi­en­ver­tre­tern da ein besorg­nis­er­re­gen­des Miß­ver­ständ­nis: sie mei­nen, die “dum­me Bevöl­ke­rung” müß­te stän­dig auf­ge­klärt und ange­lei­tet, mit­hin gegän­gelt wer­den. Von dort ist es ein klei­ner Sprung zu wei­ter­ge­hen­der Kon­trol­le. Wen man stän­dig in Angst und Panik hält, den kann man gut kon­trol­lie­ren. Nein, ist kein poli­ti­sches Blog, aber schaut mal oben auf das Bild: beim hei­ßen M’era Luna 2004 wuß­ten die Men­schen schon, wie man sich gegen Son­ne schützt. So was – woher wuß­ten die das bloß? *face­palm*

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