Neue Lek­tü­re

Drau­ßen sinkt die Son­ne über den ersten Höhen der Eifel, drin­nen leuch­tet mein Lese­ses­sel hell im Schein der Lam­pe. Ein gemüt­li­cher Abend steht bevor, auf­ge­wer­tet von einem neu ein­ge­trof­fe­nen, 2023 erschie­ne­nen Buch. Ich wer­de zu gege­be­ner Zeit berich­ten… 😁

The Exor­cist Lega­cy

Exor­zis­mus im Film: Hono­rable Men­ti­ons

Was für mich nicht unter ‘Exor­zis­mus im Film’ paßt, wie auf der Haupt­sei­te beschrie­ben, liste ich hier kurz als ‘hono­rable men­ti­on’. Aus der ursprüng­li­chen Liste wur­de die­ser Bei­trag erstellt, weil sie immer län­ger wur­de und die Sei­te über­lud. Die­ser Bei­trag wird dann nach und nach ergänzt. Exor­zis­mus im Film: Hono­rable Men­ti­ons wei­ter­le­sen

The Devil Insi­de … nach einer wah­ren Bege­ben­heit (Film)

Der Film wur­de 2012 von Wil­liam Brent Bell gedreht. Ich habe ihn via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.
(Wiki­pe­dia) – Der Text spoi­lert den Film!

Die­ser Film – man kann auch Mocku­men­ta­ry sagen, da er nicht auf einer ‘wah­ren Bege­ben­heit’ beruht – im Found-Foota­ge-Stil war zwar kom­mer­zi­ell erfolg­reich, hat aber eher schlech­te Kri­ti­ken erhal­ten, z.B. “almost uni­ver­sal­ly cal­led one of the worst hor­ror films ever made” (Quel­le)

Der Film beginnt mit der Schil­de­rung eines Ver­bre­chens: Maria Ros­si habe drei Per­so­nen getö­tet, kon­kret zwei Prie­ster und eine Non­ne, die wohl an ihr einen Exor­zis­mus vor­neh­men woll­ten.

20 Jah­re spä­ter berich­tet Ros­sis Toch­ter Isa­bel­le über den Hin­ter­grund, ihre Fami­lie, ihre Nach­for­schun­gen für ein Doku-Film­pro­jekt mit Micha­el. Sie erfährt, daß die Mut­ter von den USA in eine psych­ia­tri­sche Kli­nik (des Vati­kans?) in Rom ver­legt wor­den ist. Isa­bel­le besucht die Mut­ter dort, die, ohne davon Kennt­nis haben zu kön­nen, die Toch­ter mir der Abtrei­bung vor Jah­ren kon­fron­tiert. Die schau­spie­le­ri­sche Lei­stung von Suzan Crow­ley als Maria gefällt mir gut.

Die Toch­ter besucht dann im Vati­kan ein Exor­zis­mus-Semi­nar und lernt zwei jun­ge Prie­ster ken­nen, Ben und David, die auf eige­ne Faust, ohne Geneh­mi­gung ‘von oben’, Exor­zis­men durch­füh­ren. Sie beglei­tet die bei­den zu einem Fall, was in sehr inten­si­ven Bil­dern gefilmt ist. Danach will das Drei­er-Team auch an Isa­bel­les Mut­ter den Exor­zis­mus durch­füh­ren; die­ser ist nicht erfolg­reich, Maria über­trägt den inne­woh­nen­den Dämon auf Isa­bel­le und David. David erscheint nun mas­siv ver­än­dert, will bei einer Tau­fe das Kind töten, erschießt sich spä­ter.

Auch Isa­bel­le zeigt Zei­chen einer Beses­sen­heit, tötet eine Kran­ken­schwe­ster, wird von Micha­el und Ben aus dem Kran­ken­haus geholt. Sie über­trägt die Beses­sen­heit auf Micha­el. Die Auto­fahrt der drei endet in einem Unfall, bei dem Micha­el und Ben offen­bar ster­ben. Von Isa­bel­le ist nichts mehr zu sehen… Eine Info ver­weist zum unge­lö­sten Fall auf die Web­site ‘therossifiles.com’, die jedoch schon ein Jahr nach Erschei­nen des Films off­line war.

Wäh­rend ich Found-Foota­ge-Fil­me gene­rell mag, fand ich die­sen Film weit­ge­hend ober­fläch­lich blei­bend und chao­tisch. Die Beses­sen­heits­sze­nen sind jedoch gut gefilmt.

The Pope’s Exor­cist (Film)

Der von Juli­us Avery gedreh­te Film aus dem Jahr 2023 schil­dert einen fik­ti­ven Exor­zis­mus aus dem Leben von Don Gabrie­le Amor­th (1925−2016).

Ich habe den Film via iTu­nes gese­hen und ver­ge­be ***. Der Text spoi­lert den Inhalt des Films.
(Wiki­pe­dia) The Pope’s Exor­cist (Film) wei­ter­le­sen

Der Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well (Film)

“Der Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well” wur­de von Scott B. Han­sen 2016 gedreht. Ich habe den Film auf Ama­zon Video gese­hen und ver­ge­be **.
Info @ Film­starts / Der Text spoi­lert den Film!

Ein Film, der viel­ver­spre­chend beginnt, aber sehr schnell berg­ab geht und sich nicht erholt, so schreibt sinn­ge­mäß ein Nut­zer auf IMDB. Das ist tat­säch­lich so: die Ein­gangs­sze­ne des geschei­ter­ten Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well ist sehr gut umge­setzt und macht Lust auf mehr, auf einen guten Film. Den bleibt der Regis­seur schul­dig. Vor allem die schau­spie­le­ri­sche Qua­li­tät ist m.E. noch unter B‑Mo­vie-Niveau…

Ich will den Film daher nicht chro­no­lo­gisch beschrei­ben, son­dern die Geschich­te um Bran­don Jen­sen, den Prot­ago­ni­sten, zusam­men­fas­sen, auch wenn Fra­gen bzgl. der Logik blei­ben. Im Abspann sehen wir, wie ein Mäd­chen in einer Tru­he ein Oui­ja-Brett fin­det. Ich kann nur ver­mu­ten, daß das die jun­ge Tra­cy ist, die dadurch in Berüh­rung mit einer dämo­ni­schen Gegen­welt kommt. Als jun­ge Frau wird sie von ver­mumm­ten Män­nern gekid­nappt und in einem sata­ni­schen Ritu­al in einer Art Stol­len im Berg ver­ge­wal­tigt (neben Satan wird auch Pan ange­ru­fen). Dadurch ergreift offen­bar der Teu­fel oder ein Dämon Besitz von Tra­cy.

Wir sehen dann als Intro-Sze­ne zum Film Bild­ma­te­ri­al aus der 29. Sit­zung des Exor­zis­mus der Tra­cy vom 14.11.1994. Das ist in der Tat sehr gut dar­ge­stellt, v.a. die Ent­stel­lung der Beses­se­nen, die Aggres­si­vi­tät des Dämons. Der Exor­zis­mus geht schief, alle Anwe­sen­den außer Kame­ra­mann und einem Baby, das sich im Haus befin­det, wer­den getö­tet. Eine Beson­der­heit im Rah­men des Film­gen­res ist hier, daß der Dämon Men­schen zwin­gen kann, Waf­fen gegen sich selbst zu rich­ten.  Die­ses Baby ist Bran­don, der in der Fol­ge von einem Paar adop­tiert wird. Wir sehen spät im Film, wie die beses­se­ne Tra­cy am Kin­der­bett steht und in einer nicht genau zu sehen­den Form dem Baby Gewalt antut. Man kann ver­mu­ten, daß sie einen Keim des Dämo­ni­schen dem Kind ein­pflanzt. Wir haben also die Abfol­ge: Oui­ja-Brett – Tra­cy – Ritu­al im Stol­len – Beses­sen­heit – Wei­ter­ga­be an Baby Bran­don.

Sprung zur Jetzt­zeit: Bran­don stu­diert und will für „Reli­gio­nen der Welt“ eine Abschluß­ar­beit zum The­ma Exor­zis­mus ver­fas­sen, da das The­ma auf ihn einen gro­ßen Reiz aus­übt. Er erfährt vom geschei­ter­ten Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well vor 20 Jah­ren in einem Nach­bar­ort. Mit einem Kom­mi­li­to­nen erkun­det er das Haus der Gescheh­nis­se und fin­det das Oui­ja-Board.  Ich kann wei­ter nur ver­mu­ten, daß der schon in Bran­don befind­li­che, dämo­ni­sche Keim ihn dazu bringt, Fund­rai­sing-Kam­pa­gne zu star­ten: er sam­melt 10000$ dafür, daß er sei­nen Kör­per einem poten­ti­el­len Dämon zur Ver­fü­gung stel­len wird. All das soll live im Netz gestreamt wer­den. Bei der ersten Über­tra­gung einer Ses­si­on mit dem Oui­ja-Brett im Haus mel­det sich eine Enti­tät mit Namen „Mana“, die sagt, sie war­te (auf Bran­don).

Die näch­ste Ses­si­on mit einem Medi­um und einer Medi­zin­stu­den­tin läuft aus dem Ruder; danach ist Bran­don ver­än­dert. Er besucht sei­ne Mut­ter, die ihn raus­wirft und sich spä­ter selbst tötet. Eben­so besucht er den Vater, der eben jener Kame­ra­mann ist, der den Exor­zis­mus an Tra­cy auf­ge­zeich­net hat. Erst jetzt erfährt Bran­don, daß er adop­tiert ist. Sei­ne Zuschau­er sehen in all dem einen „Fake“; Bran­don gesteht ihnen, daß nichts pas­siert sei.

Nach dem Tod der Mut­ter flieht Bran­don vor der Poli­zei in den Wald und fin­det sin­ni­ger­wei­se den glei­chen Stol­len des Ritu­als um Tra­cy. Hier wer­den die Film­schnit­te sehr wirr, der Zuschau­er begreift aber zum ersten Mal, daß da eine Art Sek­te Ritua­le abhält. Hier­auf bezieht sich ein Tele­fo­nat zwei­er Män­ner in Busi­ness-Anzü­gen, der eine vor einem Zer­stö­rer der Navy posie­rend, was wohl zei­gen soll, daß die Sek­te in „höch­sten Regie­rungs­krei­sen“ ange­sie­delt ist. Per­son A fragt, ob „es“ der Glei­che ist, B bestä­tigt, A sagt: Dann tun Sie es.

Nun wird klar: Tra­cy wur­de ein „teuf­li­scher Samen“ ein­ge­pflanzt, das Baby, Bran­don, ist davon betrof­fen. Die Per­son B aus dem Tele­fo­nat gibt sich als Prie­ster aus, bie­tet einen Exor­zis­mus an. De fac­to soll Bran­don aber befreit wer­den, um sein dämo­ni­sches Werk fort­füh­ren zu kön­nen („voll­ende dein Werk“). Bran­don tötet ein paar Men­schen, was aber im Film schwach dar­ge­stellt ist. Zuletzt stellt ihn der Detec­ti­ve der Poli­zei, schießt auf ihn. Man sieht eine Traum-Repri­se: die Adop­tiv­el­tern mit dem ‚süßen‘ Baby, dann den erwach­se­nen Bran­don, wie er auf Tra­cy zugeht, so nach dem Mot­to: end­lich sind Mut­ter und Sohn ver­eint. Hier endet der Film.

Die Arbeit des Kame­ra­teams und die Idee mit dem Live­stream vom Selbst­ex­pe­ri­ment loh­nen das Anschau­en, der Rest lei­der nicht.

Requi­em (Film)

Requi­em” wur­de 2006 von H.-Chr. Schmid gedreht. Ich habe die Kauf­ver­si­on auf iTu­nes gese­hen und ver­ge­be ***.
(Wiki­pe­dia) – Der Text spoi­lert den Film!

Requi­em behan­delt den Exor­zis­mus-Fall der Anne­lie­se Michel, s. Der Exor­zis­mus der Anne­lie­se M. für ein paar Hin­ter­grund-Infos zum ech­ten Fall oder die­sen Arti­kel bei Natio­nal Geo­gra­phic.

Der Film wird auch bespro­chen in Sven Groß­hans’ Buch “Das Schau­spiel der Beses­sen­heit – Exor­zis­mus im Film” (Ber­lin (Logos), 2010).

Hier im Film heißt die weib­li­che Haupt­per­son Michae­la Klin­gler (ver­mut­lich eine wenig krea­ti­ve Wort­schöp­fung aus Klin­gen­berg (Wohn­ort der ech­ten Anne­lie­se) und dem Nach­na­men Michel). Requi­em (Film) wei­ter­le­sen

Der Exor­zist (Film)

Der Exor­zist” wur­de 1973 von Wil­liam Fried­kin gedreht. Der Film basiert auf dem 1971er Roman glei­chen Titels von Wil­liam Peter Blat­ty, der auch das Dreh­buch für den Film (und Exor­zist 3 – basie­rend auf Blat­tys Nach­fol­ge­ro­man ‘Legi­on’ von 1983) schrieb. Ich habe den Film via iTu­nes gekauft (Director’s Cut, s.u.) und ver­ge­be ****. (Wiki­pe­dia)

Die­ser Text spoi­lert den Film!

Der Film wird auch bespro­chen in Sven Groß­hans’ Buch “Das Schau­spiel der Beses­sen­heit – Exor­zis­mus im Film” (Ber­lin (Logos), 2010). Beson­ders aus­führ­lich beschreibt ihn Moni­ka Sca­la in „Der Exor­zis­mus in der Katho­li­schen Kir­che“.

Der Director’s Cut des Roman­au­tors Blat­ty (!) aus dem Jah­re 2001 trägt den Unter­ti­tel: „The ver­si­on you’ve never seen“. Es sind zusätz­li­che Sze­nen wie Regans “Spi­der­walk” zu sehen.
Fried­kin woll­te 1973 ein offe­nes, kur­zes Ende, damit Fort­set­zun­gen mög­lich sind. Blat­ty ver­än­der­te im Director’s Cut dahin­ge­hend, daß Poli­zist Kin­der­man und Pater Dyer sich ver­ab­re­den, was zu Exor­zist 3 über­führt.

Auf You­tube gibt es anläß­lich des 25. Jubi­lä­ums des Films ein „Making of“ mit dem Titel The Fear of God und eine Doku aus dem Jah­re 1974.

Der Film beginnt mit Auf­nah­men im Irak, wo Pater Lan­ke­ster Mer­rin ein klei­nes Amu­lett fin­det, das den Kopf einer Sta­tue des (Wind-)Dämons Pazu­zu dar­stellt.  [Der You­tuber Rob Ager hat die­sen Irak-Vor­spann in einem aus­führ­li­chen, sehens­wer­ten Video erläu­tert.]

Schwenk in die USA, Georgetown/Washington D.C.: dort lebt die geschie­de­ne Schau­spie­le­rin Chris MacNeil mit ihrer Toch­ter Regan. Der in der glei­chen Stadt arbei­ten­de Pater Dami­en Kar­ras wird zunächst beob­ach­tend vor­ge­stellt; er ist eben­falls Psych­ia­ter.

Im MacNeil-Haus gesche­hen selt­sa­me Din­ge, ein Schar­ren ist auf dem Dach­bo­den zu hören, die Toch­ter Regan, 12 Jah­re alt, spielt mit einem Oui­ja-Brett, durch das ihr ein „Cap­tain How­dy“ ant­wor­tet. Bald beginnt Regans Bett nachts zu wackeln, und das Mäd­chen macht die unheil­vol­le Vor­her­sa­ge zu Bur­ke Den­nings, Regis­seur und Freund der Mut­ter: „Du wirst ster­ben da oben!“

Mer­rin und Kar­ras tref­fen sich, letz­te­rer gesteht dem älte­ren Pater, daß er sei­nen Glau­ben ver­lo­ren habe. Kar­ras geht durch eine schwe­re Pha­se: die alters­schwa­che Mut­ter kommt in die Psych­ia­trie und stirbt dort, wäh­rend Kar­ras sich vor­wirft, nicht aus­rei­chend für sie gesorgt zu haben. In sei­ner Kir­che wird eine Mari­en­sta­tue ent­weiht (wobei man nur ver­mu­ten kann, daß Regan das war; im Film wer­den sata­ni­sti­sche Grup­pen dahin­ter ver­mu­tet [mehr dazu und ande­re ver­tie­fen­de Erklä­run­gen mit noch­ma­li­gem Ver­weis auf Rob Ager]).

Regan ist mitt­ler­wei­le cha­rak­ter­lich stark verändert/besessen. Durch ihre Ein­wir­kung stirbt Den­nings tat­säch­lich, indem er eine stei­le Trep­pe neben dem Haus hin­un­ter­fällt. Die Mut­ter läßt Regan im Kran­ken­haus unter­su­chen, es kann kei­ne trag­fä­hi­ge Dia­gno­se gestellt wer­den. Man pro­biert Medi­ka­men­te und Hyp­no­se, doch plötz­lich spricht der Dämon aus dem Kind und greift den Hyp­no­ti­seur an. Nun schlägt einer der Ärz­te im Kran­ken­haus den Exor­zis­mus vor. Regans Zustand wird immer schlim­mer, sie ver­letzt sich selbst mit einer Sche­re, schreit vul­gä­re Phra­sen und ver­än­dert sich äußer­lich stark. Die Mut­ter kon­tak­tiert Kar­ras, der den Exor­zis­mus ablehnt, Regan aber besucht. Als der Teu­fel aus dem Mäd­chen spricht, zwei­felt Kar­ras wei­ter, weil er glaubt, sie hal­te sich für den Teu­fel, ähn­lich wie sich jemand als Napo­le­on sehen kann. Für Kar­ras sind die Sym­pto­me nicht ein­deu­tig: der Dämon reagiert auf „Weih­was­ser“, das nur nor­ma­les Lei­tungs­was­ser ist, ande­rer­seits spricht Regan in Spra­chen, die sie nicht beherrscht. Letzt­lich sieht man in nar­ben­ar­ti­ger Schrift auf Regans Bauch den Schrift­zug: „Help me.“

Nach die­sem „Pro­be-Exor­zis­mus“ bean­tragt Kar­ras den eigent­li­chen Exor­zis­mus, doch Mer­rin erhält den Auf­trag dazu, wäh­rend Kar­ras assi­stie­ren soll. Er weist den Jün­ge­ren an, auf kei­nen Fall direkt mit dem Dämon zu reden. Kar­ras meint, drei Per­sön­lich­kei­ten hät­ten sich in Regan mani­fe­stiert, doch Mer­rin kor­ri­giert ihn barsch: es sei nur eine (der Teu­fel? Pazu­zu?). Regans Lei­dens­ge­schich­te will Mer­rin nicht hören.

Der Exor­zis­mus beginnt, Regan levi­tiert über dem Bett, die Prie­ster rufen wie­der­holt: „Die Kraft Jesu Chri­sti bezwingt dich…“ Die o.e. Moni­ka Sca­la führt aus, daß sich der Film sehr genau an den Ablauf des Exor­zis­mus-Ritu­als der Katho­li­schen Kir­che hält.
Der Dämon greift Kar­ras an, indem er mit der Stim­me von des­sen ver­stor­be­ner Mut­ter spricht. Mer­rin schickt den dadurch beein­träch­tig­ten Prie­ster­kol­le­gen aus dem Zim­mer.  Als die­ser spä­ter zurück­kommt, fin­det er den Älte­ren tot auf dem Bett; Regan sitzt dämo­nisch lächelnd dane­ben.

Sehr deut­lich wie­der­holt die­ser Pater Mer­rin den zen­tra­len Ritus des Chri­sten­tums, das Opfer. Bevor er sei­nen Tod annimmt, lässt der Dämon Regan in der Hal­tung des Gekreu­zig­ten über ihrem Bett schwe­ben, und die Mastur­ba­ti­on mit dem blut­ver­schmier­ten Kreuz ver­weist nicht nur auf die ‚sata­ni­sche‘ Umkehr der kirch­li­chen Riten und Sym­bo­le, son­dern auch auf die unum­kehr­ba­re Ver­bin­dung von Reli­gi­on, Gewalt und Lust in der Geschich­te des christ­li­chen Abend­lan­des.“

[Neu­es aus der Höl­le: Die Exor­zis­mus-Wel­le, in: Seeß­len, Georg / Jung, Fer­nand: Hor­ror: Grund­la­gen des popu­lä­ren Films]

Kar­ras kämpft nun selbst mit dem Dämon, for­dert ihn auf, Regan zu ver­las­sen und in ihn zu fah­ren. Das geschieht, wor­auf­hin der Prie­ster aus dem Fen­ster springt, die Trep­pe (wie Den­nings offen­bar) hin­ab­stürzt und stirbt. Ziel ist: durch das “Selbst­op­fer” den Dämon zu besie­gen. Im christ­li­chen Sinn: Kar­ras nimmt “die Sün­de” (den Dämon) wie Jesus auf sich und stirbt. Man hat auch die­sen Trep­pen­sturz als das Hin­ab­stei­gen Jesu/Karras’ in das Toten­reich inter­pre­tiert. Auf einer per­sön­li­chen Ebe­ne erlangt Kar­ras “Erlö­sung” – das Selbst­op­fer ist höch­ster Aus­druck sei­nes Glau­bens.

Der Film endet damit, daß die Fami­lie aus dem Haus aus­zieht. Die von Mer­rin fal­len­ge­las­se­ne Mün­ze (eine St.-Josefs-Medaille) bewahrt die Mut­ter auf, um sie an einen Pater Dyer (Freund von Kar­ras) wei­ter­zu­rei­chen.

Dies ist der Klas­si­ker aller Exor­zis­mus-Fil­me, aber für mich nicht der beste Film des Gen­res.

Der Exor­zis­mus der Anne­lie­se M. (Film)

“Der Exor­zis­mus der Anne­lie­se M.” wur­de 2011 von J.G. Prest gedreht. Ich habe ihn auf Ama­zon Prime gese­hen und ver­ge­be *.
(Wiki­pe­dia) – Der Text “spoi­lert” den Film!

Dies ist ein Film der für Low-Bud­get-Pro­duk­tio­nen bekann­ten Fir­ma The Asyl­um, die damit auf den Zug der gera­de wie­der aktu­el­len Exor­zis­mus-Fil­me auf­sprin­gen woll­te. Sol­che, Block­bu­stern nach­ge­stell­ten Fil­me wer­den als „Mock­bu­ster“ bezeich­net. Anne­lie­se: The Exor­cist Tapes sei eine Mock­bu­ster-Ver­si­on von Para­nor­mal Acti­vi­ty 3, was so nicht stim­men kann, da PA3 ein hal­bes Jahr nach dem hier bespro­che­nen Film ver­öf­fent­licht wur­de, aber man kann den Begriff ja auch auf ande­re, viel bes­ser gemach­te Exor­zis­mus-Fil­me bezie­hen.

Die histo­ri­sche Vor­la­ge ist der ech­te, tra­gi­sche Fall der Anne­lie­se Michel aus Klin­gen­berg am Main, die u.a. in der Fol­ge von Unter­ernäh­rung (und nach Exor­zis­men) 1976 ver­stor­ben ist. Die Eltern und ein Prie­ster (E. Alt) wur­den spä­ter zu gerin­gen Haft­stra­fen ver­ur­teilt. Der Fall wird nach wie vor kri­tisch und als abschrecken­des Bei­spiel für den Exor­zis­mus dis­ku­tiert. Mehr Infos bei der Wiki­pe­dia oder bei Ney-Hell­muth, Petra: Der Fall Anne­lie­se Michel. Kir­che, Justiz, Pres­se (Königs­hau­sen & Neu­mann, 2014).

Gefilmt wird Anne­lie­se im Haus ihrer Eltern, mal im ‘Found-Foota­ge-Style’, mal mit fest instal­lier­ter, schwarz-wei­ßer Raum­über­wa­chungs­ka­me­ra. Der Film stellt dies mit auf alt gemach­tem Film­ma­te­ri­al als “Ori­gi­nal-Auf­nah­men” von einer „wis­sen­schaft­li­chen Stu­die“ aus dem Jahr 1976 dar – nach Tagen struk­tu­riert und mit jeweils einem lang­at­mi­gen Kame­ra­schwenk pro Tag über hand­schrift­li­che Noti­zen eines Dr. Land­ers.

Die­ser aus den USA ein­ge­flo­ge­ne Land­ers stellt mit dem Haus­arzt der Fami­lie, Dr. Krü­ger, die wis­sen­schaft­li­che Par­tei dar. Dem gegen­über ste­hen Pater Renz, der Exor­zist, die ihm ver­trau­en­den Eltern, sowie sein Adju­tant, der mal als „Kaplan“, mal als Pastor Alt benannt wird. Als drit­te Par­tei fun­giert das Kame­ra­team.

Anne­lie­se soll vor 6 Jah­ren, also 1970 die ersten epi­lep­ti­schen Anfäl­le gehabt haben, bei denen sie schrie und fauch­te. Sie habe in der Fol­ge begon­nen, den Teu­fel anzu­ru­fen. Von 1974 bis 76 soll sie mit Medi­ka­men­ten behan­delt wor­den sein, doch Prie­ster und Eltern sehen dar­in kei­nen Erfolg. Alle drei genann­ten Par­tei­en hal­ten sich im Haus der Michels auf.  Ein­zel­in­ter­views in pein­lich-nai­ver Wei­se wer­den mit Dis­kus­si­ons­sze­nen aller Betei­lig­ten ver­mischt. Ich weiß nicht, wie die eng­li­schen Dia­lo­ge im Ori­gi­nal klin­gen, aber in der deut­schen Ver­si­on habe ich das Gefühl, einem schlech­ten Schü­ler-Thea­ter zuzu­schau­en. Die Eltern wer­den als tum­be, gläu­bi­ge Men­schen dar­ge­stellt. Alt sagt so etwas wie: „Das ist mein erstes Inter­view. Sie sind doch vom Fern­se­hen, oder?“ Und wie der Syn­chron­spre­cher des Paters die latei­ni­schen Tex­te vor­liest, ist teil­wei­se grot­tig.

Alles, was für Exor­zis­mus-Fil­me üblich ist oder sein kann, haben die Macher in den Topf gewor­fen: da lie­gen tote Krä­hen vor dem Haus, Anne­lie­se spricht flüs­sig in frem­den, ihr nicht bekann­ten Spra­chen; sie will den Kaplan ver­füh­ren und macht sexu­el­le Avan­cen. Durch das Zei­gen ihrer nack­ten Brü­ste ist gleich noch ein wenig „sex sells“ mit dabei.

Nun nimmt man eine Auf­nah­me der ech­ten Anne­lie­se Michel und spielt sie immer wie­der ab. [Lei­der ist die A. Michel gewid­me­te Sei­te http://www.anneliese-michel.com/Kassetten/kassette.htm nun off­line. Man konn­te sich dort Ton­do­ku­men­te der Ver­stor­be­nen anhö­ren.]

Das nervt auf Dau­er. Man hört dar­in u.a., wie Anne­lie­se sich als Nero bezeich­net. Sie sei „die Drit­te im Bun­de“. Renz erläu­tert: Nero, Hit­ler [kann man sich hier im Ori­gi­nal anhö­ren – Ach­tung, das kann für man­che eine ver­stö­ren­de Audio-Auf­nah­me sein], Satan per­sön­lich.  Die Situa­ti­on spitzt sich zu; Anne­lie­se ver­wei­gert das Essen. Dann erwürgt sie „mal eben“ den Haus­arzt, wäh­rend der Rest der Mann­schaft dane­ben­steht, filmt oder wei­ter­hin betet… Sie erzählt einer Frau des Film­teams deren – ihr vor­her unbe­kann­ten – sexu­el­len Miß­brauch durch den Vater, wor­auf­hin sich die­se umbringt. Hek­ti­sche End­los-Dis­kus­sio­nen zwi­schen Pater Renz und Dr. Land­ers mün­den dar­in, daß die bei­den Geist­li­chen Anne­lie­se zu 600 Knie­fäl­len mit Gebet zwin­gen wol­len – alles immer wie­der “unter­malt” von der erwähn­ten Audio-Auf­nah­me. Anne­lie­se tötet dann noch den Kame­ra­mann und Dr. Land­ers, doch trotz all der Toten beten die Eltern mit Anne­lie­se kurz vor ihrem Tod ein ruhi­ges Ave Maria – dann stirbt sie durch „Ver­hun­gern“.

Ein Film, der m.E. das Andenken und den Lei­dens­weg der ech­ten Anne­lie­se beschmutzt. Des­we­gen, und wegen der grot­ti­gen Mach­art von mir eine 5.

The Cru­ci­fi­xi­on (Film)

“The Cru­ci­fi­xi­on” wur­de 2017 von Xavier Gens gedreht. Ich habe den Film auf Ama­zon Prime gese­hen und ver­ge­be die Note ****.
(Wiki­pe­dia)

Zwei Geschich­ten wer­den im Film par­al­lel erzählt. Da ist zum einen die New Yor­ker Repor­te­rin Nico­le, eine Athe­istin und Kir­chen­kri­ti­ke­rin, deren Mut­ter eine gläu­bi­ge Chri­stin war. Als die­se infol­ge ihrer Krebs­er­kran­kung kurz vor dem Tod stand, bat sie Nico­le, einen Weg in den Glau­ben zu fin­den, damit bei­de ‚im Him­mel‘ spä­ter ver­eint sein wür­den. Nico­le lehn­te dies ab, und die Mut­ter starb mit die­ser ableh­nen­den Bot­schaft.

Dann ist da die jun­ge Non­ne Ade­li­na in Rumä­ni­en, selbst in einem Wai­sen­haus auf­ge­wach­sen, die in Deutsch­land als Kin­der­mäd­chen zwei eben­falls aus einem Wai­sen­haus adop­tier­te Kin­der einer Fami­lie betreu­te und mit einem Deut­schen eine wenig erfüll­te sexu­el­le Bezie­hung hat­te. Kurz nach ihrer Rück­kehr brach­te sich der älte­re Prie­ster Gabri­el vor ihren Augen um, indem er sich vom Kirch­turm des Non­nen­klo­sters stürz­te.

Repor­te­rin Nico­le kommt nach Rumä­ni­en, als Ade­li­na bereits tot ist: gestor­ben an den Fol­gen eines ver­such­ten Exor­zis­mus durch den Prie­ster Dimit­ru, der wegen über­durch­schnitt­lich vie­ler Exor­zis­men auf Betrei­ben sei­nes zustän­di­gen Bischofs durch die Behör­den fest­ge­nom­men wor­den war. Doch trotz Abbruch des Exor­zis­mus war Ade­li­na nicht zu ret­ten. Der Bischof gibt Nico­le, genau­so wie die zuvor behan­deln­de Psych­ia­te­rin, an, Ade­li­na habe an Schi­zo­phre­nie gelit­ten. (Also die klas­si­sche Kon­tro­ver­se: Ist es eine Beses­sen­heit im reli­giö­sen Sinn oder eine psych­ia­tri­sche Erkran­kung?)

Die Hand­lungs­strän­ge nähern sich über den gut­aus­se­hen­den jun­gen Prie­ster Anton an, den Nico­le im Ort nahe des Non­nen­klo­sters trifft. Er glaubt an Beses­sen­heit und Exor­zis­men, äußert das aber zunächst nicht offen, wäh­rend Nico­le etli­che Per­so­nen befragt und die Situa­ti­on bis zum Tod Ade­li­nas rekon­stru­iert.

Der Dämon Aga­res [Ade­li­na spricht ihn wie „Aka­risch“ aus; er wird tat­säch­lich in eso­te­ri­schen „Gri­moi­res“ als Dämon beschrie­ben – auf einem Kro­ko­dil rei­tend, einen Habicht auf der Hand] war in einen älte­ren (ver­mut­lich) Rom (von Roma) gefah­ren, der einen taub­stum­men, aber sehr gläu­bi­gen Sohn hat. Die­ser rief Pater Gabri­el zwecks Exor­zis­mus, der aber nicht gelang: der Dämon fuhr in Gabri­el, so daß die­ser sich offen­bar aus Ver­zweif­lung (das bleibt im Film offen) vom Turm stürz­te. In den Ster­be­mo­men­ten am Boden fuhr der Dämon in sein neu­es „Gefäß“, eben Ade­li­na. Nico­le nähert sich nun durch ihre Unter­su­chun­gen dem Dämon; es pas­sie­ren aller­lei schrä­ge Din­ge: Lich­ter gehen aus, Flie­gen ster­ben im Wein­glas, Spin­nen krab­beln hier und da, das Auto bleibt mit­ten in der Nacht lie­gen. Nico­le sieht dämo­ni­sche Frat­zen.

Anton erklärt ihr, beim Exor­zis­mus gebe es vier Stu­fen. Die erste hei­ße „Anwe­sen­heit“: der Dämon beherr­sche den Kör­per, er wird als Dämon erkannt. Dann folgt „Bruch­punkt“, eine durch Cha­os, Hal­lu­zi­na­tio­nen und Gestank gekenn­zeich­ne­te Pha­se. In der drit­ten Stu­fe, „Kon­flikt“, bekämpft der Exor­zist den Dämon, um dann bei der „Aus­trei­bung“ über die­sen zu sie­gen. Anton liegt mit sei­ner Ver­mu­tung, daß die Aus­trei­bung nicht erfolgt ist, rich­tig: der Dämon war in der Umge­bung der toten Non­ne aktiv und such­te sich ein neu­es Opfer: Nico­le. Der Dämon befällt Nico­le auf dem Hof des alten Rom, nach­dem sie erkannt hat­te, wie die Abfol­ge der Beses­sen­heit war.

Die Sze­nen sind sehr über­zeu­gend gefilmt: der Dämon hebt den Kör­per Nico­les unter die Raum­decke, wirft sie durch den Raum. Eine Spe­zia­li­tät von ihm ist: er läßt es wäh­rend des Exor­zis­mus reg­nen, das sei eine „Ver­spot­tung des Weih­was­sers“. Anton eilt her­bei und führt den Exor­zis­mus durch – zunächst nach Buch, doch dann sagt er dem Dämon, des­sen Name er ja kennt, er brau­che das Ritua­le Roma­num nicht, nur den Glau­ben Nico­les. Er fleht Nico­le an, bei Jesus Zuflucht zu suchen, nur so kön­ne sie den Dämon besie­gen.

Anton ist über­zeugt davon, daß Gott Nico­le nach Rumä­ni­en geführt habe, damit sie an ihn glau­ben ler­ne. Nico­le erfährt gegen Ende des Films, daß ihre Mut­ter am glei­chen Tag gestor­ben ist, an dem sich Pater Gabri­el umge­bracht hat.

Letzt­lich ist der Film eine schö­ne Geschich­te über das The­ma, wie man über die Erfah­rung des Bösen zur Lie­be Got­tes gelan­gen kann. Ganz ohne Zwang ist das aber auch nicht pas­siert, was so ein biß­chen die Dro­hung à la “Wenn du nicht glaubst, lei­dest du in der Höl­le” wie­der auf­nimmt bzw. als ‘rich­tig’ hin­stellt. Ande­rer­seits unter­streicht der Film, daß eine Beses­sen­heit auch nur durch Glau­be bekämpft wer­den kann.

Der Kame­ra­mann hat ein gutes Gespür dafür, Land­schaf­ten und Archi­tek­tur in Sze­ne zu set­zen. Der Film hat lang­sa­me Kame­ra­schwenks und ist ins­ge­samt ruhig auf­ge­baut, was ihm gut­tut. Ich mag die­sen Film sehr gern, weil mich Nico­les Geschich­te ein wenig an mei­ne eige­ne erin­nert. Es ist eine Geschich­te des Glau­ben-Ler­nens, die ich mit der Note 2 bewer­te.

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