Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 2

Rock Goth Time

Nach der Punk Goth Time folgt im Sche­ma von Mick Mer­cer (s. Teil 1 die­ser Rei­he) die Rock Goth Time (Mitt-80er bis Mitt-90er [ich hät­te jetzt “Anfang der 90er” gesagt]). Gitar­ren­la­sti­ge Bands domi­nier­ten, wie die Sisters of Mer­cy, The Mis­si­on oder auch die Fields of the Nephi­lim.
(Ande­rer­seits war Syn­thie-Pop-Musik z.B. mit Alpha­ville im Main­stream ange­kom­men.) Mer­cer kri­ti­siert an die­ser Epo­che v.a. die Gleich­heit des Gitar­ren-Sounds. Da ist was dran: Selbst heu­te gibt es noch etli­che Grup­pen, die die­sen Sound imi­tie­ren, ohne daß es zu einer Wei­ter­ent­wick­lung kommt.

Ich kam, wie geschil­dert, qua­si direkt von der ersten Pha­se der “Lon­do­ner Bands” (wie Adam and the Ants, Stich­wort: New Roman­tics) zur ‘Rock Goth Zeit’ mit Sisters und Co. – auch heu­te noch höre ich wenig Musik aus der soge­nann­ten “Punk Goth time”, auch wenn es immer wie­der eine schö­ne “Sound-Expe­di­ti­on” ist, bewußt in die­sem Gen­re zu suchen und sich über­ra­schen zu las­sen.

Und … ich hat­te tat­säch­lich noch nie von einer Band mit dem Namen The Cure gehört.

Nun gut, wir kön­nen The Cure nicht aus­las­sen. 🤨 Ich lern­te also rela­tiv spät eine Band ken­nen, die so neu gar nicht mehr war. Obwohl Mer­cer meint, sie sei­en nie eine ech­te Gothic-Band gewe­sen (und selbst Robert Smith das mehr­fach bestä­tigt hat, s.z.B. hier), so waren sie doch für vie­le Men­schen der erste Berüh­rungs­punkt mit Gothic-Musik und ‑Life­style, z.B. für mei­ne dama­li­ge Freun­din S., die ihrer Mut­ter – ana­log zu mir und dem Album “Non Stop Ero­tic Caba­ret” bei mei­ner – erst­mal erklä­ren muß­te, war­um sie eine “Por­no­gra­phy” beti­tel­te Schall­plat­te kauf­te. (The­ma “erster Berüh­rungs­punkt”: heu­te sind (waren) das viel­leicht Unhei­lig, Blut­engel, Mono Inc.) Per­sön­li­che Musik­ge­schich­te, Teil 2 wei­ter­le­sen

Noch immer hier?

War­um stei­ge ich Ü50 in so ein Blog ein? Kei­ne (vor­ge­fer­tig­te) Ant­wort, aber Gedan­ken­fut­ter fand ich im Vor­wort zum drit­ten Gothic-Band von Peter Matz­ke und Tobi­as See­li­ger (Ber­lin, Schwarz­kopf & Schwarz­kopf, 2006). Da heißt es:

“Die Gothic-Sze­ne ist zu einer post­ado­les­zen­ten Bewe­gung gewor­den (…) Das Behar­rungs­ver­mö­gen des durch­schnitt­li­chen ‘Gruf­ties’ in ’sei­ner’ Sze­ne ist län­ger, vie­le kom­men irgend­wann in ihren Sinn­su­cher­jah­ren hin­ein – und blei­ben (viel­leicht, weil sie fest­ge­stellt haben, dass die Sinn­su­cher­jah­re nie auf­hö­ren…) (…) Gothic ist kei­ne tem­po­rä­re musi­ka­li­sche Wel­le, kei­ne schnel­le Mode – (…) Das Gothic-Move­ment hat auf­ge­hört, eine Jugend­be­we­gung zu sein.”
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