Aoki­ga­ha­ra (5) – The Forest (Film)

Trig­ger-War­nung! Der Text behan­delt auch das The­ma Suizid/Selbsttötung. Wenn das für Dich ein Pro­blem ist: bit­te nicht lesen!
Hier gibt es eine Vor­be­mer­kung zu die­sen Tex­ten.

Die Sei­te befaßt sich mit dem Film The Forest von 2016. Der Text spoi­lert den Film.
Aoki­ga­ha­ra (5) – The Forest (Film) wei­ter­le­sen

Der Exor­zis­mus von Anna Eck­lund (Film)

Den von A. Jones gedreh­ten Film (2016) mit dem Ori­gi­nal-Titel “The Exor­cism of Anna Eck­lund” habe ich via iTu­nes gese­hen und bewer­te ihn mit **.

Basie­rend auf dem ech­ten Fall der Emma Schmidt (Pseud­onym: Anna Eck­lund) aus Wis­con­sin (1928), der der best­do­ku­men­tier­te Fall dämo­ni­scher Beses­sen­heit sein soll (Wiki­pe­dia/Film­in­fo engl. Wiki­pe­dia) (wobei das viel­leicht für die USA gilt, bei uns dürf­te das Anne­lie­se Michel sein) – aus dem lei­der nur ein B‑Movie mit schlep­pen­dem Tem­po und einer grot­ti­gen deut­schen Syn­chro­ni­sa­ti­on wur­de. Es ist auch ein Film, bei dem stän­dig Ker­zen unbe­auf­sich­tigt bren­nen: Men­schen schla­fen bei bren­nen­den Ker­zen, die Beses­se­ne wird in ihrem Zim­mer allein­ge­las­sen mit einer bren­nen­den Ker­ze… Da soll Atmo­sphä­re erzeugt wer­den, wo der Film es sonst nicht schafft.

Anna Eck­lund ist augen­schein­lich beses­sen; ihr Mann Jakob sucht Hil­fe beim Pater Theo Rei­sin­ger (im Ori­gi­nal: Rie­sin­ger), der sich wie­der­um an den Vati­kan wen­det, von wo Pater Richard geschickt wird, der jedoch aktu­ell unter gro­ßen Glau­bens­zwei­feln lei­det. Man beach­te die Nähe zum Erfolgs­film „The Exor­cist“, bei dem auch der jün­ge­re Prie­ster zwei­felt. (Man könn­te in die­sem wie­der­keh­ren­den Motiv eine Art Dar­stel­lung des gei­sti­gen Wachs­tums eines Prie­sters an Glau­bens­zwei­feln und dem Sieg über die­se sehen.)

Wir erfah­ren, daß Anna 25 ist, aber mit 14 erst­mals Sym­pto­me zeig­te und bereits frü­her exor­ziert wur­de. Ihre beste Freun­din erzählt, Anna kön­ne per Hand­auf­le­gen hei­len. Die jun­ge Frau wird zur Pfle­ge in ein Klo­ster gebracht.

Der Dämon in Anna spricht in der „Wir“-Form, spricht in Latein, obwohl Anna die­se Spra­che nicht beherrscht. Er sagt z.B., “Satan ist unter uns”. Richard wird auf der Basis sei­ner Zwei­fel vom Dämon her­aus­ge­for­dert. Bald zei­gen sich Kratz­ma­le auf Annas Arm und im Gesicht, in ihren Ober­schen­kel wird “Save your Ser­vant” geritzt, sie ißt kein geseg­ne­tes Essen und greift die sie pfle­gen­den Schwe­stern krat­zend und bei­ßend an. Ner­vig ist hier im Film, daß jede Bewe­gung Annas mit Knack­ge­räu­schen unter­legt ist. Unglaub­wür­dig ist die Dar­stel­lung der Non­nen, die fra­gen, wel­che Spra­che Anna spricht (Latein als Kir­chen­spra­che!), und die beim Exor­zis­mus das Kreuz­zei­chen nicht machen und nicht mit­be­ten.

Auf­grund der genann­ten Sym­pto­me (und wei­te­rer: Käl­te im Raum, Ver­än­de­rung des phy­si­schen Aus­se­hens von Anna) erteilt ein Erz­bi­schof die Zustim­mung zum Exor­zis­mus. Richard zwei­felt wei­ter, doch Theo moti­viert ihn. Viel­leicht eine der besten Sze­nen ist das inni­ge Gebet Richards kurz vor Beginn des Exor­zis­mus.  Wäh­rend des Ritu­als schreit Anna vul­gä­re Aus­drücke, ver­sucht spe­zi­ell Richard in einem sexu­el­len Sinn. Das auf ihre Stirn geleg­te Kreuz hin­ter­läßt eine Art Ver­bren­nung auf der Haut. Dra­ma­tisch ist die End­pha­se dar­ge­stellt: das gan­ze Zim­mer wackelt, Anna sprengt ihre Fes­seln, wirft Richard zu Boden, doch plötz­lich wird sie wie eine Sta­tue an die Wand tele­por­tiert und mit dem Auf­leuch­ten von hel­lem Licht wird klar, daß der Dämon Anna ver­las­sen hat.

Inter­es­sant ist ein Gespräch zwi­schen Theo und Richard. Letz­te­rer erklärt die “Ome­ga Point Theo­ry“ von Pierre Teil­hard de Char­din, einem fran­zö­si­schen Jesui­ten, auf­ge­grif­fen 1994 vom Phy­si­ker Frank Tipler. Ome­ga ist dabei der End­punkt der Evo­lu­ti­on in Anleh­nung an den Aus­spruch Jesu, er sei das Alpha und Ome­ga. Motor der Ent­wick­lung sei dabei die Lie­be; Teil­hard nennt Jesus auch „das Ome­ga“. Richard ver­mu­tet, daß Men­schen mit beson­de­rer Gabe (s. Annas Heil­kraft) am ehe­sten vom Bösen ange­grif­fen wer­den.

Das recht platt insze­nier­te Fina­le beginnt wie­der mit einer unglaub­wür­di­gen Sze­ne: die Obe­rin des Klo­sters berich­tet Theo davon, daß bei­de jun­gen Non­nen, die beim Exor­zis­mus anwe­send waren, auf­fäl­lig krank sei­en. Aber Theo kommt nicht auf das Nahe­lie­gen­de, das jeder Gen­re-erfah­re­ne Zuschau­er sieht: der Dämon ist in bei­de gefah­ren…

So kommt, was kom­men muß: die Non­nen grei­fen die ande­ren an. Richard erklärt Anna, sie sei das Lamm, die Ret­te­rin, qua­si das Ome­ga, das nun vom Bösen ange­grif­fen wer­de. Anna weint Blut, dann heilt sie durch Hand­auf­le­gen den zwi­schen­zeit­lich auch beses­se­nen Theo. Es fol­gen gro­tes­ke Kampf­sze­nen, Anna heilt alle, Erd­be­ben, Licht… Richard: „Es ist voll­bracht.“

Ja, das dach­te ich auch “erlöst” am Ende des Films, den ich sicher kein zwei­tes Mal schau­en wer­de.

Exor­cist (TV-Serie)

Eine Fort­füh­rung des ursprüng­li­chen Films “Der Exor­zist” als Strea­ming-Serie bei Ama­zon.
Gefilmt nach einer Idee von Jere­my Sla­ter, Regie führ­ten ver­schie­de­ne Per­so­nen (2016−17, Wiki­pe­dia). Die Serie ist ein Ama­zon-Ori­gi­nal.
Ich ver­ge­be für die erste Staf­fel *****, für die zwei­te **. Der Text spoi­lert die Seri­en­fol­gen!

Staf­fel 1

Die Serie wur­de ab 2016 aus­ge­strahlt und im Mai 2018 nach nur zwei Staf­feln ein­ge­stellt. Gleich zu Anfang wird der Bezug zum Film „Der Exor­zist“ von 1973 her­ge­stellt, indem die Ori­gi­nal-Film­mu­sik gespielt wird und in einer Inter­net­su­che der Bericht über zwei beim Exor­zis­mus ver­stor­be­ne Prie­ster in George­town auf­taucht. Aber der Rück­be­zug ist noch inten­si­ver, denn vor der Aus­strah­lung der Serie wur­de bereits klar, daß die Mut­ter der Rance-Fami­lie im Zen­trum der Geschich­te tat­säch­lich Regan MacNeil aus dem Ori­gi­nal­film ist. Die Beses­sen­heit geht also in der eige­nen Fami­lie der nun erwach­se­nen Regan (hier: Ange­la) wei­ter!

Die Hand­lung der ersten Staf­fel hat einen drei­fa­chen Fokus:

  1. Die Fami­lie Rance in Chi­ca­go. Die­se besteht aus Ange­la, also Regan MacNeil, dem Vater Hen­ry, der sich von einem Hirn­trau­ma erholt und zu Beginn der Staf­fel eher dement wirkt, der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, die sich nach dem Tod einer Freun­din in ihrem Zim­mer ver­schanzt, sowie der jün­ge­ren Toch­ter Casey, die immer froh­ge­launt erscheint. Hin­zu kommt spä­ter Chris MacNeil, die Mut­ter Ange­la-Regans.
  2. Die bei­den Prie­ster: Da ist Pater Tomás Orte­ga, der, wie in Fil­men mit ähn­li­cher The­ma­tik, jung, zunächst nicht an Dämo­nen glau­bend, dafür am Glau­ben zwei­felnd ist, hier ins­be­son­de­re durch die Lie­be zu einer jun­gen Mexi­ka­ne­rin. Dann ler­nen wird Mar­cus Kea­ne ken­nen, einen erfah­re­nen, aber vom Vati­kan kri­tisch beob­ach­te­ten, her­nach exkom­mu­ni­zier­ten Exor­zi­sten, der einen Jun­gen in Mexi­co City nicht ret­ten konn­te (Dämon: The Bap­tist). Die­sen Exor­zis­mus durch Mar­cus sieht Tomás in sei­nen Träu­men, bis ihm der ange­schla­ge­ne Hen­ry Rance hell­sich­tig („Gott sprach aus ihm“) auf den Ort hin­weist, wo die Prie­ster sich tref­fen kön­nen. Die Beset­zung bei­der Rol­len durch Alfon­so Her­rera und Ben Dani­els hat mich sehr über­zeugt.  Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten beschlie­ßen die bei­den, im Fall der Fami­lie Rance zusam­men­zu­ar­bei­ten.
  3. Die Orga­ni­sa­ti­on „Fri­ars of Ascen­si­on”, wozu auch die Tomás Orte­ga wohl­ge­son­ne­ne Dame Maria Wal­ters gehört. Die Grup­pe plant einen Papst­be­such in der Stadt (zwecks Ermor­dung des­sel­ben) und ist eine sata­ni­sche Gesell­schaft, die Dämo­nen im Ritu­al „Voca­re Pul­ve­re“ beschwört. Dazu ermor­den Hel­fer 9 Men­schen, neh­men deren Orga­ne, ver­bren­nen sie und sam­meln die Asche. Im gezeig­ten Beschwö­rungs­ri­tu­al fährt der Dämon in den Poli­zei­chef, der bei Fami­lie Rance zur Befra­gung war.

Ange­la Rance AKA Regan MacNeil spürt früh und vor dem Hin­ter­grund ihrer Erfah­rung, daß ein Dämon in der Fami­lie ist. Ent­ge­gen der Annah­me ist er jedoch nicht in der älte­ren Toch­ter Kathe­ri­ne, son­dern in Casey. Gesprä­che des Dämons mit der jun­gen Frau wer­den so visua­li­siert, daß ihr ein „Sales­man“ (offen­bar eine Erschei­nungs­form des Dämons Pazu­zu aus dem ersten Exor­zist-Film) erscheint. Der Dämon ver­leiht Casey über­mensch­li­che Kräf­te: ent­täuscht von der eige­nen Lei­stung kann Casey einer Sport-Kon­kur­ren­tin tele­ki­ne­tisch einen Kno­chen­bruch zufü­gen.  Bei einem Angriff in einem Bus bricht Casey dem Angrei­fer den Kie­fer, wor­auf­hin sie in eine psych­ia­tri­sche Kli­nik ein­ge­lie­fert wird.

Kea­ne über­win­det sein Schei­tern beim Exor­zis­mus des Jun­gen mit Hil­fe der Äbtis­sin (Mut­ter Ber­na­dette) eines Non­nen­klo­sters, die selbst Exor­zis­men mit Lie­be und Geduld durch­führt – die weib­li­che Gegen­po­si­ti­on zu den Prie­stern.

Nach der Ent­las­sung Caseys begin­nen die bei­den Prie­ster den Exor­zis­mus. Wie­der (im Sin­ne ähn­li­cher Fil­me) ist es der jün­ge­re Mann, der “schwä­chelt” und vom ande­ren aus­ge­schlos­sen wird.

Es wird im wei­te­ren Ver­lauf deut­lich, daß der Dämon der­je­ni­ge ist, der frü­her bereits in Ange­la (AKA Regan) war. Doch Mar­cus glaubt, daß die Dämo­nen unter­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, so kann „The Bapist“ in der 3. Epi­so­de aus Casey spre­chen.

Ange­las Mann hat stän­dig die Zahl 162 im Kopf und Tomás fin­det her­aus, daß dies die Sei­te in Chris‘ Buch ist, auf der sie schreibt, der Dämon wer­de Regan immer suchen…

Der Sales­man sagt: „Bring her to me“ und ver­weist damit auf Ange­la. Kea­ne meint, dies sei ein Dämon mit einem „40-year-grudge“, er wol­le über die Toch­ter Casey erneut an die Mut­ter (Ange­la-Regan) her­an­kom­men. Beses­sen­heit sei wie ein Virus – so Kea­ne. Je län­ger der Dämon in sei­nem „Wirt“ sei, desto enger ver­schmel­zen bei­de bis zur ‘Inte­gra­ti­on’; dann sei die See­le des Opfers zer­stört und kein Exor­zis­mus kön­ne mehr hel­fen. Zudem wür­den Dämo­nen die „natür­li­che Ord­nung“ stö­ren, so daß man deren Anwe­sen­heit z.B. an auf­fäl­li­gen Schwär­men von Vögeln oder ande­ren Tie­ren erken­nen kön­ne.

Kea­ne fin­det etli­che Beses­se­ne in der Gegend, d.h. nicht nur Casey ist Opfer. Die­se flüch­tet aus einem Kran­ken­wa­gen, nach­dem sie die Sani­tä­ter getö­tet hat. Kea­ne fin­det sie am See­ufer, bringt sie zum Non­nen­klo­ster, in dem er bereits nach sei­ner Exkom­mu­ni­ka­ti­on Auf­nah­me gefun­den hat­te. Dort führt er mit den Non­nen und ohne Tomás den Exor­zis­mus wei­ter. Ange­la kommt hin­zu und lädt den Dämon ein, in sie zu fah­ren, d.h. die Toch­ter zu ver­scho­nen – das pas­siert auch. Die beses­se­ne Ange­la nimmt dann an einer Sit­zung der Fri­ars zur Vor­be­rei­tung des Papst­be­su­ches teil (hier offen­bar von Pazu­zu beses­sen, der sich in der letz­ten Fol­ge im Kampf um Ange­la als Sales­man zeigt).

Casey reflek­tiert die Beses­sen­heit so, daß sie sagt: „Nichts an mir gehör­te mehr mir selbst!“ Aus Ange­la hin­ge­gen spricht der Dämon so: „I’m not pos­s­es­sed. This is inte­gra­ti­on. She invi­ted me in. This is per­ma­nent.”

Der Kea­ne nicht wohl­ge­son­ne­ne, aber glau­bens­treue Prie­ster Ben­nett ent­tarnt das Atten­tat auf den Papst, wird – wie auch Kea­ne – von den Fri­ars gefan­gen­ge­nom­men. Ange­la, d.h. der Dämon in ihr, tötet Chris MacNeil, quält dann ihre Fami­lie, nach­dem sie auch Mut­ter Ber­na­dette mit­samt ihren Non­nen ermor­det hat. Alles hängt nun an Tomás bzw. Kea­ne. Erste­rer kommt zur Fami­lie Rance und wird von Ange­la / Pazu­zu attackiert. In einer Art Traum­vi­si­on erscheint ihm Kea­ne, der ihn ret­ten will. Tomás kann den Dämon in Ange­la besie­gen. Kea­ne ver­hin­dert das Papst­at­ten­tat.

Der Dämon Pazu­zu erklärt via Ange­la, die Welt sei von Gott für die Dämo­nen gemacht gewe­sen. Dann sei der Mensch gekom­men, aber die Dämo­nen wür­den sich die Welt nun zurück­ho­len.

Schö­nes Zitat von Kea­ne am Ende: „‘Cau­se that’s the deal we make with the world every time we get out of bed in the mor­ning. Hurt me all you want, but the bastards don’t get to win.”

Die­se erste Staf­fel zeigt mir, wie gut Fort­set­zun­gen umge­setzt wer­den kön­nen. Alles ist stim­mig, die Rol­len sind sehr gut besetzt, es macht gro­ßen Spaß, die Fol­gen zu sehen, auch wenn ich nicht per se der ‚Seri­en­typ‘ bin. Da ich lie­ber moder­ne, d.h. mit moder­nen Mit­teln gedreh­te Fil­me sehe, kein Fan alter Titel bin, rückt die Serie bei mir mit Note 1 vor den Ori­gi­nal-Film.

Staf­fel 2 – The Next Chap­ter

Die zwei­te Staf­fel beginnt mit zwei Hand­lungs­strän­gen: Da sind Tomás und Mar­cus, die seit gut einem hal­ben Jahr gemein­sam als „Free­lan­cer-Exor­zi­sten“ unter­wegs sind, aktu­ell in Mon­ta­na. Dann ist da der asia­tisch-stäm­mi­ge Andy Kim, der sich um Toch­ter Grace und fünf wei­te­re Pfle­ge­kin­der küm­mert (auf Nachb­urn Island, Washing­ton). Sei­ne Frau Nico­le ist durch Sui­zid ver­stor­ben.

Tomás und Mar­cus wol­len die von einem Dämon beses­se­ne Cin­dy, Ehe­frau des ört­li­chen She­riffs, ret­ten. Die­ser glaubt nicht an die Beses­sen­heit, ent­reißt sei­ne Frau gewalt­sam den Exor­zi­sten und bringt sie in ein Kran­ken­haus, wo sie gleich zwei Per­so­nen tötet. War in Staf­fel 1 der Begriff „Inte­gra­ti­on“ zen­tral, die dau­er­haf­te Ein­woh­nung eines Dämons in eine Per­son, ist es hier der „inne­re Kampf“ (von mir so genannt) bei Tomás, der offen­bar die Fähig­keit hat, in einer Art Traum­rei­se den Dämon zu kon­tak­tie­ren. Mar­cus weist auf die Gefah­ren hin und for­dert den Kol­le­gen zur her­kömm­li­chen Vor­ge­hens­wei­se (Ritua­le Roma­num) auf.

Andy wird von einer eben­falls asia­tisch-stäm­mi­gen Sozi­al­ar­bei­te­rin besucht, die ihn als „Pfle­ge­va­ter“ kon­trol­lie­ren soll, mit der er aber wohl frü­her schon mal liiert war. Um das Haus her­um gesche­hen ver­schie­de­ne “über­na­tür­li­che” Din­ge: ein Schwarm Krä­hen fliegt gegen das Haus, die Tie­re ster­ben; ein christ­li­cher Jun­ge erlebt bei einem Far­mer die Geburt eines miß­ge­stal­te­ten Lamms.

Als drit­ter Strang kommt der Vati­kan hin­zu, wo sich nun der Prie­ster Ben­nett auf­hält, der auf­decken will, daß „Inte­grier­te“ auch die Kir­che unter­wan­dern. Es kommt der Kar­di­nal Guil­lot (?) aus der 1. Staf­fel hin­zu, der Teil der „Fri­ars of Ascen­si­on“ ist. Man glaubt Ben­nett nicht. Hier geht es in Ant­wer­pen wei­ter nach dem Tod Guil­lots durch eine Exor­zi­stin, die Ben­nett mit einer alten, mäch­ti­gen, nun beses­se­nen (Inte­gra­ti­on) Exor­zi­stin bekannt­macht.

Die o.g. zwei Strän­ge flie­ßen zusam­men, als Tomás und Mar­cus nach Seat­tle kom­men, um an einer Zwölf­jäh­ri­gen einen Exor­zis­mus aus­zu­füh­ren, wobei sich her­aus­stellt, daß die Mut­ter psy­chisch krank ist und das Mäd­chen unter Dro­gen setzt. So kommt die Klei­ne, Har­per, auf die Insel in das Haus von Andy Kim – und bald mer­ken die sie beglei­ten­den Exor­zi­sten, daß auf der Insel irgend etwas nicht stimmt. Andy steht bald im Fokus: Grace ist ein dämo­ni­sches, nicht wirk­lich exi­stie­ren­des Mäd­chen, sei­ne tote Frau kommt wie­der als Geist. Wie­der sieht Tomás Sze­nen im Geist, in denen eine gan­ze Fami­lie von einem Mann ermor­det wird, der ‚Aeter­num Vale‘ sagt.

Neben­be­mer­kung: Da auch die­se Staf­fel fest im aktu­el­len Zeit­geist (und der damit ver­bun­de­nen Film­för­de­rung) ver­an­kert ist, gibt es neben Men­schen ver­schie­den­ster Eth­ni­en auch unter­schied­li­che sexu­el­le Prä­fe­ren­zen, bis hin dazu, daß Ex-Prie­ster Mar­cus homo­se­xu­el­le Züge in sich erkennt.

Das Gesche­hen kommt zu einem ersten Kul­mi­na­ti­ons­punkt in Epi­so­de 7, in der es um den Exor­zis­mus von Andy geht. Das ist alles so ver­wor­ren insze­niert, daß ich mich kaum moti­vie­ren konn­te, die Fol­ge zu Ende zu schau­en – und die Staf­fel kom­plett abge­bro­chen habe.

War die erste Staf­fel noch zu top­pen? Muß­te nicht jede Fort­füh­rung schei­tern? Das kann sein. Man hät­te m.E. die erste Staf­fel auch allein für sich ste­hen las­sen kön­nen, als mit die­ser grot­ti­gen, ver­fran­sten, unaus­ge­go­re­nen zwei­ten so eine Chan­ce zu ver­tun. Mir war klar, eine drit­te Staf­fel wird es nicht geben.

Der Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well (Film)

“Der Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well” wur­de von Scott B. Han­sen 2016 gedreht. Ich habe den Film auf Ama­zon Video gese­hen und ver­ge­be **.
Info @ Film­starts / Der Text spoi­lert den Film!

Ein Film, der viel­ver­spre­chend beginnt, aber sehr schnell berg­ab geht und sich nicht erholt, so schreibt sinn­ge­mäß ein Nut­zer auf IMDB. Das ist tat­säch­lich so: die Ein­gangs­sze­ne des geschei­ter­ten Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well ist sehr gut umge­setzt und macht Lust auf mehr, auf einen guten Film. Den bleibt der Regis­seur schul­dig. Vor allem die schau­spie­le­ri­sche Qua­li­tät ist m.E. noch unter B‑Mo­vie-Niveau…

Ich will den Film daher nicht chro­no­lo­gisch beschrei­ben, son­dern die Geschich­te um Bran­don Jen­sen, den Prot­ago­ni­sten, zusam­men­fas­sen, auch wenn Fra­gen bzgl. der Logik blei­ben. Im Abspann sehen wir, wie ein Mäd­chen in einer Tru­he ein Oui­ja-Brett fin­det. Ich kann nur ver­mu­ten, daß das die jun­ge Tra­cy ist, die dadurch in Berüh­rung mit einer dämo­ni­schen Gegen­welt kommt. Als jun­ge Frau wird sie von ver­mumm­ten Män­nern gekid­nappt und in einem sata­ni­schen Ritu­al in einer Art Stol­len im Berg ver­ge­wal­tigt (neben Satan wird auch Pan ange­ru­fen). Dadurch ergreift offen­bar der Teu­fel oder ein Dämon Besitz von Tra­cy.

Wir sehen dann als Intro-Sze­ne zum Film Bild­ma­te­ri­al aus der 29. Sit­zung des Exor­zis­mus der Tra­cy vom 14.11.1994. Das ist in der Tat sehr gut dar­ge­stellt, v.a. die Ent­stel­lung der Beses­se­nen, die Aggres­si­vi­tät des Dämons. Der Exor­zis­mus geht schief, alle Anwe­sen­den außer Kame­ra­mann und einem Baby, das sich im Haus befin­det, wer­den getö­tet. Eine Beson­der­heit im Rah­men des Film­gen­res ist hier, daß der Dämon Men­schen zwin­gen kann, Waf­fen gegen sich selbst zu rich­ten.  Die­ses Baby ist Bran­don, der in der Fol­ge von einem Paar adop­tiert wird. Wir sehen spät im Film, wie die beses­se­ne Tra­cy am Kin­der­bett steht und in einer nicht genau zu sehen­den Form dem Baby Gewalt antut. Man kann ver­mu­ten, daß sie einen Keim des Dämo­ni­schen dem Kind ein­pflanzt. Wir haben also die Abfol­ge: Oui­ja-Brett – Tra­cy – Ritu­al im Stol­len – Beses­sen­heit – Wei­ter­ga­be an Baby Bran­don.

Sprung zur Jetzt­zeit: Bran­don stu­diert und will für „Reli­gio­nen der Welt“ eine Abschluß­ar­beit zum The­ma Exor­zis­mus ver­fas­sen, da das The­ma auf ihn einen gro­ßen Reiz aus­übt. Er erfährt vom geschei­ter­ten Exor­zis­mus der Tra­cy Cro­well vor 20 Jah­ren in einem Nach­bar­ort. Mit einem Kom­mi­li­to­nen erkun­det er das Haus der Gescheh­nis­se und fin­det das Oui­ja-Board.  Ich kann wei­ter nur ver­mu­ten, daß der schon in Bran­don befind­li­che, dämo­ni­sche Keim ihn dazu bringt, Fund­rai­sing-Kam­pa­gne zu star­ten: er sam­melt 10000$ dafür, daß er sei­nen Kör­per einem poten­ti­el­len Dämon zur Ver­fü­gung stel­len wird. All das soll live im Netz gestreamt wer­den. Bei der ersten Über­tra­gung einer Ses­si­on mit dem Oui­ja-Brett im Haus mel­det sich eine Enti­tät mit Namen „Mana“, die sagt, sie war­te (auf Bran­don).

Die näch­ste Ses­si­on mit einem Medi­um und einer Medi­zin­stu­den­tin läuft aus dem Ruder; danach ist Bran­don ver­än­dert. Er besucht sei­ne Mut­ter, die ihn raus­wirft und sich spä­ter selbst tötet. Eben­so besucht er den Vater, der eben jener Kame­ra­mann ist, der den Exor­zis­mus an Tra­cy auf­ge­zeich­net hat. Erst jetzt erfährt Bran­don, daß er adop­tiert ist. Sei­ne Zuschau­er sehen in all dem einen „Fake“; Bran­don gesteht ihnen, daß nichts pas­siert sei.

Nach dem Tod der Mut­ter flieht Bran­don vor der Poli­zei in den Wald und fin­det sin­ni­ger­wei­se den glei­chen Stol­len des Ritu­als um Tra­cy. Hier wer­den die Film­schnit­te sehr wirr, der Zuschau­er begreift aber zum ersten Mal, daß da eine Art Sek­te Ritua­le abhält. Hier­auf bezieht sich ein Tele­fo­nat zwei­er Män­ner in Busi­ness-Anzü­gen, der eine vor einem Zer­stö­rer der Navy posie­rend, was wohl zei­gen soll, daß die Sek­te in „höch­sten Regie­rungs­krei­sen“ ange­sie­delt ist. Per­son A fragt, ob „es“ der Glei­che ist, B bestä­tigt, A sagt: Dann tun Sie es.

Nun wird klar: Tra­cy wur­de ein „teuf­li­scher Samen“ ein­ge­pflanzt, das Baby, Bran­don, ist davon betrof­fen. Die Per­son B aus dem Tele­fo­nat gibt sich als Prie­ster aus, bie­tet einen Exor­zis­mus an. De fac­to soll Bran­don aber befreit wer­den, um sein dämo­ni­sches Werk fort­füh­ren zu kön­nen („voll­ende dein Werk“). Bran­don tötet ein paar Men­schen, was aber im Film schwach dar­ge­stellt ist. Zuletzt stellt ihn der Detec­ti­ve der Poli­zei, schießt auf ihn. Man sieht eine Traum-Repri­se: die Adop­tiv­el­tern mit dem ‚süßen‘ Baby, dann den erwach­se­nen Bran­don, wie er auf Tra­cy zugeht, so nach dem Mot­to: end­lich sind Mut­ter und Sohn ver­eint. Hier endet der Film.

Die Arbeit des Kame­ra­teams und die Idee mit dem Live­stream vom Selbst­ex­pe­ri­ment loh­nen das Anschau­en, der Rest lei­der nicht.

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