Schwar­zer Tanz­tee

Ich habe in Wo boom(er)t die Schwar­ze Sze­ne? schon dar­über geschrie­ben, daß sich für eine älter­wer­den­de Sze­ne durch­aus auch Tages-Events – statt durch­tanz­ter Nacht – anbie­ten. Dazu gibt es nun einen guten, lesens­wer­ten Arti­kel bei Spon­tis, auf den ich hin­wei­sen möch­te: Soft Club­bing. Robert for­mu­liert als zen­tra­le Fra­ge: “Kann die roman­ti­sche Melan­cho­lie, die dunk­le Ästhe­tik und die exi­sten­zi­el­le Suche, die unse­re Sze­ne defi­niert, in ein acht­sa­mes, son­ni­ges Nach­mit­tags­event über­setzt wer­den?”

Das ist in der Tat auch mein größ­ter – nicht Kri­tik­punkt – eher Ein­wand zu sol­chen Events, denn ich bin jemand, der die Nacht mag, die Ein­sam­keit, die lee­ren Stra­ßen usw. In mei­nen Gedich­ten wird die nächt­li­che Zeit manch­mal als ‘Ohne­welt’ beschrie­ben, also ‘Welt’ als die Hek­tik und blen­den­de Hel­lig­keit des Tages, der die Ruhe der Nacht gegen­über­steht. Aber ich glau­be, je älter man wird, desto weni­ger schaut man aus­schließ­lich roman­ti­sie­rend auf sol­che Umstän­de, man prüft eher, wie steif der Rücken ist, wie müde die Augen schon sind… :-))

Vor­schlag: Solch einen Tanz­tee soll­te man in einem (auf­ge­ge­be­nen) Kino durch­füh­ren, da ist es per defi­ni­tio­nem DARK.

Neu­ig­kei­ten kurz vor­ge­stellt

Der WDR prä­sen­tiert eine Über­sicht mit dem Titel “Gothic und Waver” i.S. von Erin­ne­run­gen an die schwar­ze Sze­ne im Ruhr­ge­biet. Der Schwer­punkt liegt auf dem heu­te 71-jäh­ri­gen DJ Klaus Mär­kert, der sei­ner­zeit im Zwi­schen­fall auf­leg­te, heu­te noch im Bahn­hof Lan­gen­dre­her. Der WDR zitiert ihn mit: “Ich bin froh, dass es die Hard-Core-Gruf­ties von frü­her so nicht mehr gibt. Dann brau­che ich nicht immer nur The Cure und Sisters of Mer­cy spie­len.”

“Immer nur”, so den­ke ich, ist auch nicht nötig, weil die Sze­ne sich natür­lich wei­ter­ent­wickelt. Ich fin­de aber, eine gute Play­list muß eben auch die Klas­si­ker ent­hal­ten, denn dar­über erfolgt ja die Rück­bin­dung oder auch Rück­be­sin­nung der Sze­ne auf sich und ihre Anfän­ge. Ich has­se nichts mehr, als DJs, die ihre sophi­sti­ca­ti­on dadurch zum Aus­druck brin­gen wol­len, daß sie nur Zeugs spie­len, das ich gar nicht ken­ne. Ich bin da “age-locked” – und könn­te den gan­zen Abend zu einer Klas­si­ker-Play­list abfei­ern.  Neu­ig­kei­ten kurz vor­ge­stellt wei­ter­le­sen

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