Stel­la Nomi­ne 2026 – Sams­tag

Stella Nomine 26 Bühnenhintergrund

Ruhig lag das Camp, von wei­tem rief ein Schwarz­specht, als ich wie­der früh zur Wischi-Waschi-Sta­ti­on zum Duschen pil­ger­te. Das Gras noch regen­naß; auch für heu­te waren Regen und stär­ke­rer Wind ange­kün­digt.

Am Vor­mit­tag Gespräch mit einer Frau, die sag­te: M’era Luna, nö, “geh ich nicht mehr hin, das ist mir zu kom­mer­zia­li­siert, spe­zi­ell die­se blö­de VIP-Cave.” Ich fin­de das immer wie­der inter­es­sant, wie genau die­ses Detail Stein des Ansto­ßes bei vie­len Men­schen ist.

Gegen Mit­tag reg­ne­te es; nach einer nicht so guten Nacht hat­te ich mich noch­mal kurz hin­ge­legt, weil wir auf das Event “Kaf­fee und Kuchen” ver­zich­ten woll­ten. Plötz­lich wur­de ich wach, frag­te Cor­ri-May, wie­viel Uhr es ist, weil ich dach­te, ich hät­te ver­schla­fen – in dem Moment fängt es an zu schüt­ten. Cor­ri-May: “Wir müs­sen die Mar­ki­se rein­ho­len, der Wind ver­biegt sonst die Arme.”
Also mal eben von Tief­schlaf zu kom­plett durch­näßt gewech­selt und – wach! (Immer­hin bes­ser als im Tief­schlaf ein­zu­näs­sen… Talk about Old Goths.) 🫣

Til­ly Elec­tro­nics (vor Kaffee/Kuchen) lei­der nicht gehört. Umge­zo­gen und bei auf­kla­ren­dem Wet­ter für Mor­tes vor die Büh­ne. Das Duo hat­te ich auf dem M’era ver­paßt, woll­te hier aber defi­ni­tiv rein­hö­ren, weil mir die Musik beim Strea­men gefal­len hat­te. Uns erwar­te­te ein ent­spann­ter Gothic Rock, nicht zu up-tem­po, u.a. mit einer (mich nicht über­zeu­gen­den) Cover-Ver­si­on von HIM’s Join Me. Trotz­dem ein sehr schö­ner Beginn des Gitar­ren-domi­nier­ten Sams­tags.

Zwi­schen­durch fand ‘Kin­der­be­lu­sti­gung’ u.a. mit Rie­sen-Sei­fen­bla­sen statt. Die Arbeits­tei­lung sorg­te für Span­nun­gen: Eltern erzeug­ten die Bla­sen, die Kin­der ver­such­ten sie zu zer­stö­ren, was zu Unmut bei den Pro­du­zen­ten führ­te.

Im Anschluß die Gol­den Apes, ein­gän­gi­ger Dark Rock, so wür­de ich sagen. Ich kann­te den einen oder ande­ren Song, aber emp­fand die­sen Gig als eher mono­ton. Wir gin­gen dann Rich­tung Zelt und Sitz­bän­ken und hör­ten von dort auch Cor­lyx. Die Band hat sich von Elec­t­ro-Indu­stri­al zuneh­mend Rich­tung Post-Punk ent­wickelt, ist aber wohl sti­li­stisch nicht so ganz fest­zu­le­gen. Lei­der kann ich das nur schlecht ein­ord­nen, wir haben die Band nicht bewußt gehört – Abstand, Gesprä­che.

Für Then Comes Silence wie­der vor die Büh­ne. Nun kam die Ansa­ge, alles wei­te­ren Bands wür­den 20 Minu­ten frü­her auf­tre­ten. Kurz frag­te ich mich, ob das mit die­ser gericht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung zum The­ma Lärm­be­lä­sti­gung durch die Festi­vals im Enten­fang zusam­men­hän­gen könn­te, wor­über ich hier kurz berich­tet hat­te, aber war­um dann 20 Minu­ten? Nun ja, die Lösung war ein­fach: Kata­to­nia soll­ten spä­ter eine “queen-size”-Umbaupause erhal­ten…

Die Schwe­den von Then Comes Silence spiel­ten ihre Mischung aus Post-Punk und Dark Wave (mit viel­leicht ein wenig Shoe Gaze) sou­ve­rän. Mir war vor­letz­tes Jahr “Ride or Die” auf­ge­fal­len, das sofort in mei­ne Haupt-Play­list gewan­dert war. Ein wirk­lich guter Auf­tritt und note to self: auf Tour anschau­en.

Zwi­schen­durch mal wie­der zur Wischi-Waschi-Sta­ti­on zwecks “Abwick­lung der Not­durft” – da lief AC/DC, also Kacken zu den Höl­lenglacken. Wenn man mit dem Ham­mer phi­lo­so­phie­ren kann (Nietz­sche), dann kann man auch mit der Brech­stan­ge dich­ten. 😉
Spä­ter hör­te man dort auch die Onkelz – da fällt mir kein Reim drauf ein.

Dann Anti­mat­ter, eine bri­ti­sche Band mit einer Mischung aus Dark Rock und Pro­gres­si­ve Rock, wür­de ich sagen. Ein ‘ruhi­ger’ Auf­tritt, was nicht heißt: unemo­tio­nal. Mir gefie­len eini­ge Lie­der beim Vor­ab-Hören; und jetzt war mir klar: da muß ich mal inten­si­ver rein­hö­ren. Das hat mir sehr gut gefal­len! (Und wie immer: es men­schelt dann auch bei mir: Wäh­rend mir Sän­ger Mick Moss sehr sym­pa­thisch war, emp­fand ich z.B. den Gol­den-Apes-Sän­ger als extrem distan­ziert.)

Ein biß­chen übers Gelän­de gelau­fen, mit pho­to­phor gespro­chen, ein Paar aus dem Saar­land ken­nen­ge­lernt, das nicht mehr zu Mega Events wie Wacken fährt, son­dern sich gezielt klei­ne Metal-Festi­vals in Eifel und Wester­wald sucht; hier war man u.a. für Kata­to­nia. Lan­ge gespro­chen, Ein­drücke aus­ge­tauscht, zumal Cor­ri-May ja gera­de auf Wacken war. Grü­ße, L. & C.!

Ja, dann also Kata­to­nia, schwe­di­sche Metal-Band, die in mei­ner Wahr­neh­mung als DIE GEIL­STE-EVER BAND des Stel­la im Vor­ver­kauf ange­prie­sen wur­de. Auf dem SN-Account fand sich ja so sinn­ge­mäß die Aus­sa­ge, wie stolz man sei, SO EINE BAND für das Stel­la auf­ge­tan zu haben usw.

Ich habe über die­se Enga­ge­ments von Metal Bands durch einen vom Metal kom­men­den Ver­an­stal­ter ja schon letz­tes Jahr geschrie­ben bzw. auch im Vor­be­richt. Die Beur­tei­lung der Sache steht und fällt damit, wo man bei “Schwar­zer Sze­ne” eine Gren­ze zie­hen will (if at all). Als “Gothic Metal” in den 90ern auf­tauch­te, war das für mich nor­mal, kei­ner Rede wert. Ich hör­te Theat­re of Tra­ge­dy, Moon­spell… Doch die Cross­over-Wel­le hat die Rän­der der Sze­ne letzt­lich aus­ge­fled­dert, wozu auch eine Schwar­ze-Sze­ne-typi­sche ‘lais­sez-fai­re-Hal­tung’ bei­trug. Plötz­lich waren dann die Mit­tel­al­ter-Leu­te da, dann kamen die Cyber­goths, die Steam­punk-Leu­te usw.

Der Ver­an­stal­ter, Tho­mas Rich­ter, hat ja sein (grö­ße­res!) In-Flam­men-Metal-Festi­val. Ich mei­ne, es hat schon einen Unter­ton von Mis­sio­nie­rungs­ei­fer, wenn dann zwin­gend zu einem “The Blackest One” beti­tel­ten Festi­val (zuneh­mend) Metal-Bands orga­ni­siert wer­den.

Wohl­ge­merkt: ich habe noch nichts über die Band gesagt, das ist kei­ne Kri­tik an ihr. Ich kann dazu nur sagen: das war der Auf­tritt, der mir beim gan­zen Festi­val musi­ka­lisch am wenig­sten gege­ben hat. Ich kom­me nicht zu einem Festi­val der Schwar­zen Sze­ne, um die­sen “All­tags-Metal” zu hören. Das klang alles per­fekt, ohne Fra­ge, lie­be Kata­to­nen, ihr macht euer Ding, das nicht meins ist.

Doch eine Fra­ge stellt sich mir: Kann es sein, daß Kata­to­nia soviel geko­stet haben, daß es nicht mehr mög­lich war, “teu­re­re” Gothic-Bands zu ver­pflich­ten? Man den­ke an 2025: Das Ich, Hepp­ner, Hoci­co, Mila Mar, Ago­noi­ze… 2024: Kir­li­an Came­ra, KITE, Sui­ci­de Com­man­do, Umbra et Ima­go. Mir fehl­ten auf dem 26er Stel­la sol­che “klang­vol­le” Namen aus dem “enge­ren” Sze­ne-Bereich, my 2ct.

Cor­ri-May sag­te am Ende: viel zu viel zu glei­cher Elec­t­ro. Jein, ich höre das ger­ne, aber auch nicht in der Men­ge, ok. Ich schaue eher auf das Ver­hält­nis der Bands: ca. 22% Metal! Das ist viel für ein “Gothic-Festi­val”, aber es mag auch sein, daß nur ich das so sehe. Und ich muß das in der Form rela­ti­vie­ren, daß mir Eis­re­gen, Inner Miss­ing, Anti­mat­ter ja schon sehr gut gefie­len… und wei­ter so in Rela­ti­on set­zen: lie­ber Metal-Bands als Mit­tel­al­ter…

Also alles gut? Joh… aber aus die­sen Über­le­gun­gen reif­te die Ent­schei­dung, erst­ma­lig nun kei­ne Ear­ly-Bird-Kar­ten zu kau­fen, son­dern auf die ersten Band­an­kün­di­gun­gen zu war­ten.
(Nach­trag: Das Stel­la Nomi­ne gefällt mir so gut, daß ich letzt­lich, wenn es zeit­lich paßt, doch kom­men wür­de – auch wenn die Band-Aus­wahl mir nicht so 100% zusagt.)

Ich hat­te mich eigent­lich auf Night in Athens gefreut, aber wir sind nach 4, 5 Kata­to­nia-Songs zum Wagen zurück. Es paß­te nicht mehr, wir dis­ku­tier­ten über die Musik, und woll­ten nicht mehr so lan­ge war­ten. Dann ist das eben so. (Ok, ich wuß­te, daß die Band Cor­ri-May nicht zusa­gen wür­de, also muß­te man auch nicht so lan­ge war­ten.)

Von daher: die grund­sätz­li­che Festi­val-Atmo­sphä­re haben wir wie­der ein­mal sehr genos­sen. Es gibt wenig Kri­tik an der Orga, am Ablauf des Festi­vals usw. Schön wäre ein Che­mie-Toi­let­ten-Tank gewe­sen, damit man die Kas­set­ten nicht in die Dixies kip­pen muß. Und 5€ Müll­pfand pro Per­son ist zuviel, weil wir – als Bei­spiel – kaum Müll pro­du­zie­ren bzw. ihn im Wagen wie­der mit­neh­men, um zuhau­se tren­nen zu kön­nen. Also bei WoMos und Van eher 1x/Wagen. Aber das ist schon alles, was ich sagen kann. Ich wür­de sehr, sehr ger­ne im näch­sten Jahr wie­der in Tor­gau sein… Rush out.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner