Kaum ist man von einem (oder drei) Festival(s) zurück, geht der Blick auf den Abschluß des “Festival-Sommers”, das ist für uns das Stella Nomine – The Blackest One in Torgau, Sachsen.
Was man über die offiziellen Kanäle des Stella und seines Partner-Festivals “In Flammen” m.W. nicht erfährt: es läuft im Hintergrund ein Rechtsstreit zum Thema Lärmbelästigung. Man muß sich die Infos zusammensuchen; von mir gefundene Zeitungsberichte (s.u.) sind hinter Paywall. Meinem Verständnis nach klagen zwei Anwohner aus dem Wohngebiet nördlich des großen Speicher-Sees gegen Festivals auf dem Entenfang-Gelände. Laut Torgauer Zeitung hat ein Gericht die diesjährigen Festivals erlaubt, man kann vermuten, daß man dem Veranstalter im Hinblick auf Vorverkäufe und Verträge mit Bands nicht zu kraß in die Beine grätschen wollte. Allerdings scheint die Situation für 2027 offen zu sein. Die Leipziger Volkszeitung erwähnt, daß die Anwälte um Kompromisse bemüht sind.
Nichtsdestotrotz werden schon Tickets für In Flammen 2027 verkauft… Ich mag Transparenz, die ich in diesem Fall doch etwas vermisse, wobei es sein kann, daß ich Infos des Veranstalters auch übersehen habe.
Kompromisse können sicher gefunden werden: Letztes Jahr traten Das Ich um 1 Uhr morgens auf – völlig unnötig. Wir sprechen ja nicht von einer “schwarzen Nacht”, die (ausgeruht) um 22 Uhr beginnt, sondern über ein Festival, wo man ab mittags 14 Uhr Künstler sehen und hören kann, bzw auch dazu motiviert wird, sich vormittags (kostenfrei) Museen usw. in der Innenstadt anzuschauen.
Auf Lärmschutz wird ja nun überall Rücksicht genommen, sei es, daß The Cure in der Wuhlheide ab 22 Uhr runtergeregelt werden, oder daß man beim M’era Luna am Sonntagabend die “Abschiedsmusik” von Saltatio Mortis, die noch auf der Bühne waren, Punkt 22 Uhr leiser stellt. Ich gehe davon aus, daß das M’era Luna auch für den Samstag, Programm bis Mitternacht, eine Ausnahmegenehmigung hat, die dann nicht für den Sonntag gilt.
Beim diesjährigen In Flammen gab es offenbar keine Kompromisse bzgl. der Zeiten: der Freitagabend endete am Samstag um 1, der Samstag um Mitternacht zu Sonntag.
Schauen wir mal, wie der Rechtsstreit ausgeht.
Beim diesjährigen Stella fehlen mir ein oder zwei Acts, wo ich so richtige Vorfreude habe. Katatonia wurden ja groß angekündigt, aber das verstehe ich eben wieder einmal als Versuch des Veranstalters, “seinen” Metal aufs schwarze Festival zu übertragen. Ich merke, wie schon einmal geschrieben, daß mich das nervt, auch wenn ich z.B. Clouds vor zwei Jahren sehr gut fand. Vielleicht muß ich das weniger vorwurfsvoll formulieren: ich bin grundsätzlich kein Metal-Fan – ich habe Black, Viking, Symphonic, Power Metal in Dosen zu unterschiedlichen Zeiten in meinem Leben genossen, aber das ist nicht meine Musik, daher auch die “Unterstellung”, daß das Stella aufgrund der Prädisposition des Veranstalters metalliger werden soll, als ich es haben müßte.
Worauf freue ich mich? Sicher auf Golden Apes, The Vision Bleak, Night in Athens, Mortes und äh, und, hm… schon auch auf die anderen Künstler, aber schauen wir mal. Gut ist: ich kenne manche nicht mal vom Namen, so daß da doch wieder der schöne Überraschungseffekt ist. Und die eine Band, deren Name auf dem Flyer völlig unleserlich ist, muß sich bei mir altem Sack dann schon etwas Mühe geben… 😉
Aber es ist auch Wiederholung dabei: Black Nail Cabaret und kontrast waren schon da, bei Ductape bin ich mir unsicher.
“Alles Schwarz” kann ich nicht einschätzen, auch weil ich solche “Ad-hoc-Vergesellschaftungen” nicht grundsätzlich mag. Die “Band” formierte sich wohl um Oswald Henke (Goethes Erben) inkl. Luci van Org, Tobias Siebert, Mariska von Waldstetten und Victor Hildebrand. Debut hatte das Projekt beim diesjährigen WGT. Man versteht sich, lt. kurzer Gemini-Suche, als kreative Konsequenz gegen die Ausrichtung der Musikindustrie rein auf Kommerz. Aha – also wohl so im Sinne von: Live-Auftritte, zu denen man persönlich kommen muß, während es die Musik des Projekts nicht zum Streaming und Kauf gibt… Das kurze Video (Facebook) zum WGT-Auftritt klingt gut…
Schauen wir mal. See you in Torgau! Rush out.