Castrum Nigra Schriftzug in Autoscheibe

Castrum Nigra 2026 – die Par­ty auf der Ehren­burg

Castrum Nigra Schriftzug in AutoscheibeDie Castrum-Nigra-Par­ty (im wei­te­ren CN, Web­sei­te), die m.M.n. Castrum Nigrum hei­ßen müß­te, auf der Ehren­burg über dem Mos­el­tal ist 2025 aus­ge­fal­len. Wie schön war die Nach­richt, daß es 2026 doch wei­ter­ge­hen wür­de! Ein neu­er Ver­an­stal­ter war bereit, die Par­ty weit­ge­hend basie­rend auf den Vor­jah­ren auf­zu­zie­hen, wobei das Grund­kon­zept eben gleich­blei­ben soll­te, aller­dings mit einer wich­ti­gen Ände­rung: am Frei­tag­abend wür­de es eine Pre-Par­ty mit max. 400 Per­so­nen geben, dann am Sams­tag­abend das Haupt-Event für bis zu 1000 Per­so­nen.

Und die Sache mit Cam­pen (WoMo/Zelt) wur­de nun offi­zi­ell mit ent­spre­chend zu kau­fen­den Tickets gere­gelt. Dafür gab es dann den Platz und ein paar Dixies. Man darf den Ver­gleich mit gün­sti­gen Wohn­mo­bil­stell­plät­zen, die das Glei­che kosten, aber Kom­plett­ver- und ‑ent­sor­gung bie­ten, nicht anstel­len. Da der Betrag dafür gering war (16€), will ich auch nicht mosern. Wie in den Vor­jah­ren gab es für ca. 30 Per­so­nen die Mög­lich­keit, sich im Bereich der Burg ein­zu­quar­tie­ren (Zim­mer bzw. Rei­se­wa­gen).
Ab/nach Koblenz gab es (nur Sams­tag) wie­der einen Shut­tle-Bus für 7€.

Unser Wochen­en­de:

Wir sind am Frei­tag so mit dem Van ange­fah­ren, daß wir am frü­hen Nach­mit­tag vor Ort waren. Eine Hand­voll Cam­per war schon da, die Ein­laß­kon­trol­le sor­tier­te sich noch. Schnell wur­de auch klar: nicht alle hat­ten vor­ab von den WoMo-Tickets erfah­ren. Jetzt muß­ten 15€ nach­be­zahlt wer­den, man durf­te blei­ben.

Gewitterwolken im HunsrückMit net­ten Nach­barn den Nach­mit­tag im Schat­ten ver­bracht; dann kün­dig­ten sich Gewit­ter an. Wir waren frü­her auf der Burg, als wir geplant hat­ten, weil wir dach­ten, so wer­den wir halt nicht naß. Aber die Gewit­ter­fron­ten umkrei­sten die Burg, es fie­len ein paar Trop­fen, das war‘s.

Der Rit­ter­saal (“Schwarz und lecker” – Dark­wa­ve, Gothic etc.) war trotz Öff­nung aller Fen­ster eine Sau­na – daher war dort bis weit in den Abend hin­ein nix los. Im Burg­hof wur­de der Fokus auf EBM/Elektro der oft här­te­ren Art gesetzt (“666 Bar”), was mich per­sön­lich nicht so begei­stert hat. Immer wie­der ging ich zum Rit­ter­saal, wo dann wirk­lich gute Mucke auf­ge­legt wur­de – von Gothic Rock zum Dark Wave, alles schön alt und bewährt. Ich habe mich ins­be­son­de­re über ‚Sacri­fi­ce‘ von Lon­don after Mid­night gefreut. Aber letzt­lich kaum aus­halt­bar da drin.

Für vie­le ist es eine lan­ge Par­ty-Nacht gewor­den; ich glau­be, die Musik wur­de so gegen 4 Uhr abge­stellt. Ruhi­ge und ange­nehm küh­le Rest­nacht…

Ehrenburg, BergfriedAm Sams­tag hieß es dann, gut 12 Stun­den zu über­brücken – bei 33°C auf dem frei­en Feld, 38 im Wagen. Aber das lief erstaun­lich gut, also ohne Lan­ge­wei­le, weil es immer was zu schau­en und Gele­gen­heit zum Reden gab. Nach­mit­tags noch­mal eine Stun­de zu pen­nen ver­sucht, dann nett was gegrillt und für den Abend fer­tig­ge­macht. Dies­mal trotz Gewit­ter­an­kün­di­gung nur blau­er Him­mel – eine per­fek­te Mitt­som­mer­nacht.

Im Ein­gangs­be­reich des Burg­hofs fand nun “In Taber­na” statt, Mit­tel­al­ter- und Folk-Mucke. Der Rit­ter­saal wur­de spä­ter erst eröff­net, dort der Gothic Flo­or “The Dark Side of Gothic”.

Ehrenburg, BastionSpi­ra­lig ging es im Basti­ons­turm nach oben zur Basti­on, dem “Dark Main Flo­or” mit Bezeich­nung “Neon­schwarz” und der wirk­lich sehr impo­san­ten Licht­an­la­ge.

Stieg man zum Berg­fried (ein soge­nann­ter Dop­pel-Berg­fried) auf, kam man zur Schatz­kam­mer, in der unter dem Mot­to “Hel­lec­t­ro” Elec­t­ro und Indu­stri­al gespielt wur­de. Noch eine Trep­pe höher lag der Palas, der NDH-Flo­or “Sda­amph!”.
Ver­steck­ter gab es noch die klei­ne “Rave Cave”, den Hybrid-Elec­t­ro-Flo­or.
Wer die kon­kre­ten DJs erfah­ren möch­te, kann auf der Web­sei­te nach­se­hen.

Ehrenburg, Bastion, Disco LightsMei­ne Ein­drücke:
Trotz aus­ver­kauf­ter Tickets hat­ten Cor­ri-May und ich den Ein­druck, daß es etwas weni­ger voll war. Auch der Zelt­be­reich war, viel­leicht auf­grund der Hit­ze, sehr über­schau­bar, dafür stand der WoMo-Bereich gut voll.

Ob man für jede Musik­rich­tung einen ‘Flo­or’ braucht, ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund der Enge auf der Burg, die die ‘Wan­der­be­we­gun­gen’ zwi­schen den Flo­ors erschwert, weiß ich nicht. In einer ganz ande­ren Dis­kus­si­on hat­te mal jemand gefragt, wozu man die­se getrenn­ten Räu­me über­haupt brau­che. Man kön­ne das doch wie in der “guten alten Goth-Dis­co” hand­ha­ben: ein Flo­or und dann meh­re­re Goth-Rock Songs am Stück, dann Wech­sel zu Elek­tro, dann wei­ter zu XYZ usw. (Das setzt eine gewis­se Tole­ranz der Gäste vor­aus.)

Wei­te­rer Ein­druck: gegen­über vor­he­ri­gen CN-Par­tys waren weni­ger typi­sche Mit­tel­al­ter-Leu­te da.
Und: Der Sound in Burg­hof und auf der Basti­on war oft deut­li­cher über­steu­er­ter, als man das haben – äh, hören möch­te.

Bergfried der Ehrenburg, angeleuchtet Dann: ich hat­te v.a. am Sams­tag den Ein­druck, es wird weni­ger getanzt. Cor­ri-May sag­te: es war zu heiß, aber sich auf der Tanz­flä­che ein biß­chen zu bewe­gen, das geht halt immer. Selbst in der ‘Kern­zeit’ eine klei­ne Grup­pe auf der Basti­on, dafür eine Men­ge dahin­ter, die ‘her­um­stand’. Im Burg­hof ähn­lich: bei MA-Lie­dern, die selbst ich lie­be, gefühlt 8 Leu­te beim Tan­zen, dane­ben 30 in Schlan­gen, s.u.
Das sind halt per­sön­li­che Ein­drücke, aber mir kommt ein älte­rer Arti­kel in den Sinn, wo ich der Fra­ge nach­ging, ob die (jun­gen) Leu­te weni­ger tan­zen.
Und es wird so unglaub­lich inten­siv gefilmt und foto­gra­fiert – das ist mir hier in der Enge noch­mal auf­ge­fal­len. Über­all hoch­ge­hal­te­ne Han­dys.

Alles in allem war es auch für uns eine wun­der­schö­ne Par­ty; gera­de der ruhi­ge­re Frei­tag hat mir sehr gut gefal­len. Die Loca­ti­on ist ein­ma­lig. Klar, ich wür­de lie­ber an einem Mor­gen mit dich­tem Nebel allein durch die Burg gehen, aber … 😉
Ich habe am läng­sten auf der Basti­on getanzt – auch zu so einem Nost­al­gie-Set mit Sil­ke Bisch­off, The Moren­does, Bil­ly Idol… 🤣

(Und wie schön es immer ist, wenn die Leu­te so posi­tiv auf mein ZIL­LO-DEAD-Shirt reagie­ren…)

Bergfried der Ehrenburg, angeleuchtetOk, bevor ich nun kri­ti­sie­re, erst­mal Lob an den neu­en Ver­an­stal­ter: Die Ver­ant­wor­tung und das Risi­ko zu über­neh­men, unter den erschwer­ten Bedin­gun­gen auf einer histo­ri­schen Burg eine zwei­tä­gi­ge Par­ty zu pla­nen, zu orga­ni­sie­ren und durch­zu­füh­ren, ist nicht ein­fach. Alles in allem atme­te die Ver­an­stal­tung das Erbe ihrer Vor­gän­ger, wenn man auch in Details den Ein­druck hat­te, da wäre etwas mehr ‘polish’ mög­lich gewe­sen; z.B. waren die Tische im Rit­ter­saal nicht aus­ge­räumt, so daß man nicht rund­her­um auf den Bän­ken sit­zen konn­te, sie waren im vor­de­ren Bereich ein­fach über­ein­an­der­ge­stellt, was lieb­los wirk­te. Ohne es genau­er sagen zu kön­nen, wirk­te das Drum­her­um auch eher spar­ta­nisch: Lesung von Lau­ra Düm­pel­feld, ein ange­kün­dig­tes ‘Mini-Feu­er­werk’, von dem ich nicht weiß, ob es statt­ge­fun­den hat, – das war im Grun­de alles. Aber für eine Par­ty mit Fokus auf Musik reicht es auch; ein Detail, das ich wahr­neh­me, ohne dem zuviel Bedeu­tung zuzu­mes­sen.

Aber nun gut, ich muß den gan­zen Bereich der Geträn­ke­ver­sor­gung kri­ti­sie­ren.

  • Für das CN war die Umstel­lung von “Talern” als Kunst­geld auf eine Ver­zehr­kar­te immer­hin ein Fort­schritt, aber ganz ehr­lich: Ver­zehr­kar­ten sind sowas von out. Das Per­so­nal muß stän­dig Zah­len zusam­men­su­chen; als Kun­de kann ich das nur schwer kon­trol­lie­ren, was da schnell gestri­chen wird. 3€, hand­schrift­lich an Stand A notiert, weil es anders nicht ging, wur­den bei B kom­plett igno­riert; und die­ser pau­schal zu kau­fen­de Betrag nervt, weil man ja kei­ne Erstat­tung bekommt, wenn man die Kar­te nicht aus­nutzt. Das System ist ver­al­tet, umständ­lich. Bit­te ent­we­der einen klei­nen Schritt wei­ter zu einem Bon-System gehen oder – zusätz­lich – Kar­ten­zah­lung anbie­ten…
  • Bei kei­ner Ver­an­stal­tung der letz­ten 10 Jah­re habe ich so lan­ge an Geträn­ke­stän­den ange­stan­den – auf der Basti­on zur Kern­zeit gut 20 Minu­ten (gefühlt: 45). War­um das Bedie­nen so lang­sam ging, am Bei­spiel einer Bestel­lung von alko­hol­frei­em Bier erklärt: Per­so­nal läuft 5m zu einem (von zwei) Kühl­schrän­ken, holt die Fla­sche, läuft 5m zurück. Man öff­net die Fla­sche, befüllt einen 300ml-Pla­stik­be­cher und erklärt dabei, der gesam­te Inhalt pas­se nicht in den Becher: ob die Kun­din gera­de aus der Fla­sche den Rest trin­ken wol­le?! Im Ernst, ist nicht nur uns pas­siert. Das HÄLT AUF – 1000 Leu­te wol­len trin­ken. Dann Zah­len-Such­spiel auf der Ver­zehr­kar­te und es dau­ert…
  • Zwei­ein­halb Geträn­ke­stän­de (Burg­hof, Sei­te Basti­ons­turm (nur Bier, Rad­ler) und Basti­on) sind zu wenig (oder war noch was im Palas?). Die Schlan­ge unten steht neben der “Essen­schlan­ge” bis in den Tanz­be­reich des Burg­hofs, oben blockiert die Schlan­ge den Durch­gang mas­sivst. Die Aus­ga­be im Rit­ter­saal ist am Sams­tag­abend weg­ge­las­sen wor­den.
  • Am spä­te­ren Abend waren die nicht-alko­ho­li­schen Geträn­ke auf der Basti­on piß­warm. 3€ für einen 300ml-Becher war­mes Was­ser – kein Aus­hän­ge­schild für den Ser­vice.
  • Pla­stik­be­cher… ja, man arbei­te­te wei­ter mit Ein­weg-Pla­stik­be­chern. Kein Pfand­sy­stem, son­dern alles in Ein­heits­müll­ei­mer mit dem Rest des Abfalls. Ob das spä­ter noch jemand trennt, kei­ne Ahnung.

Das klingt jetzt nach Nör­ge­lei oder Lamen­tie­ren auf hohem Niveau. Ich bin mir durch­aus bewußt, daß es nicht ein­fach ist, 1000 Leu­te auf die­ser Burg zu bewir­ten, und muß schmun­zeln, wenn ich auf Insta die Anfra­ge lese, ob man das Event nicht “bit­te monat­lich” machen könn­te…
Und ja, es spiel­te bei der Bewer­tung für mich auch rein, daß ich gera­de eine Ernäh­rungs­um­stel­lung mache, in die­sem Rah­men bewußt auf Alko­hol wäh­rend der “Tages­frei­zeit” ver­zich­tet habe, dann aber am Abend mit mei­ner seit Coro­na bestehen­den “Schlan­gen-Aver­si­on” kämp­fen muß­te.

Aber wer kri­ti­siert, soll­te auch Vor­schlä­ge machen, zumal ich aus dem Ehren­amt durch­aus die Bewir­tung sol­cher Besu­cher­zah­len ken­ne:
Burg­hof – ich wür­de das Cate­ring kom­plett in den hin­te­ren Bereich, rechts am Basti­ons­turm vor­bei aus­la­gern. (Nach­trag: Ok, mir fällt gera­de auf, daß die Küche vor­ne ist… Dann eher den Rit­ter­saal fürs Cate­ring nut­zen, nicht als Flo­or.)
Basti­on – ich wür­de die weni­gen Merch-Stän­de unter­halb der Basti­on in den Burg­hof ver­la­gern und die­sen Sei­ten­gang (zur weg­fal­len­den Rave Cave) kom­plett fürs Cate­ring i.S. Aufbewahrung/Kühlung nut­zen.
Pla­stik­be­cher – Ich habe mir gera­de von der KI vor­rech­nen las­sen, wie­so spül­ba­re Pfand­be­cher (mit CN-Auf­druck) für den Ver­an­stal­ter sogar einen finan­zi­el­len Gewinn gegen­über der Nut­zung von Ein­weg­be­chern bedeu­ten. Also, lie­be Orga…
Per­so­nal – das müß­ten ein paar Leu­te mehr sein…

Ehrenburg, Bergfried, angeleuchtetFür mich heißt das: Weg­ge­hen von den sechs Flo­ors – 2–3 rei­chen. Den gewon­ne­nen Raum für ein soli­des Cate­ring-System nut­zen, den Gästen auch mehr Bewe­gungs­frei­heit bie­ten. Dafür wäre ich auch bereit, mir mal ein paar NDH-Songs hin­ter­ein­an­der anzu­hö­ren… (nee, lie­ber doch in der Zeit ein küh­les Hel­les holen gehen.)

Und wenn ihr nichts ändert: da kom­me ich trotz­dem wie­der 😘, weil das Event so ein­zig­ar­tig und schön ist.

Rush out.

Brücke zur Ehrenburg, Party-Beleuchtung


Blick aus dem Rit­ter­saal, Wand­bild dort:

Ehrenburg, Blick aus dem RittersaalEhrenburg, Wandbild im Rittersaal

 

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