“Dark­ness” zieht die Men­schen an

Ein für die Natio­nal Geo­gra­phic durch­aus beson­de­rer Arti­kel erschien am 16.6.25 in der deut­schen Aus­ga­be, wo man der Fra­ge nach­ging, war­um Men­schen vom Tod oder all­ge­mein ‘Dark Events’ ange­zo­gen wer­den (Link).

Dabei ver­weist man auf die For­schun­gen von James Ken­nell von der Uni­ver­si­ty of Surrey, Eng­land, der auf die­sem Gebiet Spe­zia­list ist. Expli­zit wird die Gothic-Sze­ne erwähnt, so bei der Defi­ni­ti­on von ‘Dark Events’, wo der ‘Darkness’-Faktor eben von der sym­bo­li­schen Bezie­hung zum Tod (in der Sze­ne) aus­geht, aber eben auch hin zum ech­ten Tod, zu ech­tem Leid. Ich las den Arti­kel wäh­rend mei­nes Tos­ka­na-Urlaubs, wo es etli­che klei­ne, noch mit­tel­al­ter­lich wir­ken­de Städt­chen gibt, die meh­re­re “Fol­ter Muse­en” unter­hal­ten. Die schau­ri­gen Instru­men­te zie­hen die Men­schen an. Es ist so ein Ding zwi­schen Fas­zi­no­sum und Ekel – auch Ekel gegen­über den Men­schen, die dies als Fol­ter­knech­te ande­ren antun.

Der Arti­kel ist lesens­wert. So geht es auch um den Begriff Tha­nat­op­sis, der das Bedürf­nis umreißt, den Tod ande­rer erle­ben zu kön­nen, was sicher eine der Moti­va­tio­nen für Hor­ror­fil­me ist. Dazu hat die Nat­Geo auch einen spe­zi­el­len Arti­kel online.

Ster­be­mo­ment

Ich woll­te mir seit Mona­ten eine schwar­ze Jeans kau­fen, weil man ja ab und an auch eine pas­sen­de Hose für Beer­di­gun­gen braucht; end­lich kauf­te ich sie mir am Sams­tag, 4. April 1998.
Am Wochen­en­de dar­auf war Ostern. Ich fuhr von Düs­sel­dorf die 125km in mei­ne Hei­mat. Mei­ne Oma, 88 Jah­re alt, leb­te seit eini­ger Zeit bei mei­nen Eltern, weil sie pfle­ge­be­dürf­tig war. Wir saßen bei­ein­an­der, als die Kir­chen­glocken gera­de zum Mit­tag des 13. (Oster­mon­tag) läu­te­ten (das Ange­lus). Oma sag­te sinn­ge­mäß, sie höre ja seit Tagen kein Toten­läu­ten mehr, es ster­be wohl gar nie­mand mehr.

Das näch­ste Toten­läu­ten der Glocken, also die Ver­kün­di­gung eines Ster­be­falls, war für sie. Ster­be­mo­ment wei­ter­le­sen

Exor­zist-Regis­seur Fried­kin ist tot

Regis­seur Wil­liam Fried­kin ist im Alter von 87 Jah­ren gestor­ben. Man kann sich heu­te kaum noch vor­stel­len, wel­che Reak­tio­nen der Film sei­ner­zeit in den Kinos her­vor­ge­ru­fen hat. Bei der Euro­pa-Pre­miè­re des Films in Lon­don ver­lie­ßen 10% der Zuschau­er das Kino früh­zei­tig; 20 Per­so­nen muß­ten mit Riech­salz behan­delt wer­den, schreibt S. Ahrens.
Auch inter­es­sant: Fried­kin selbst hat kei­ne Fort­set­zung sei­nes erfolg­rei­chen Films gedreht, dafür aber 2017 eine Doku­men­ta­ti­on über den bekann­te­sten Exor­zi­sten des Vati­kans, Gabrie­le Amor­th. (Auf Amor­th gehe ich spä­ter kurz ein, wenn ich eine Rezen­si­on zu The Pope’s Exor­cist  schrei­be.)
Fried­kin sag­te in die­ser Doku wohl, wenn es Engel gebe, müs­se es auch Teu­fel geben.

Ich habe den Film “Der Exor­zist” hier beschrie­ben und ihn mit der Schul­no­te 2 bewer­tet.

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