Zum M‘era Luna ging es für mich in diesem Jahr erstmalig mit der Bahn, denn Corri-May war ja zuvor mit dem Van in Wacken, so daß wir uns in Hildesheim getroffen haben. Die Bahnfahrt, RE bis Frankfurt, dann ICE, war erstaunlich ereignislos, wenn man von dem leichten, klimagekühlten Urinduft im RE absehen konnte.
Wir fanden in Hildesheim einen Stellplatz für die Nacht auf Freitag und sind dann um 5:45 Richtung „Wagenburg“ gefahren. Vor dem letzten Kreisel bereits Stau – nichts ging mehr. Ein Polizist regelte einsam und allein den Verkehr, aber zum Glück wurden wir nicht an der Linksabbieger-Kreuzung vorbei auf eine „Ehrenrunde“ geschickt. Gegen 7:15 waren wir auf dem Gelände und bekamen von einer Ordnerin einen Platz an der Startbahn quasi zugewiesen. Die Verkehrs-Ordner möchte ich loben, das schien dieses Jahr runder als vorher zu laufen. Ich hörte wie eine Leiterin dieser Ordner sagte: „läuft – wir haben gute Vorarbeit geleistet.“
Andererseits ist jemand von unserem Nacht-Stellplatz genau 15 Minuten vor uns aufgebrochen – und war 1,5 Stunden später erst im WoMo-Bereich, weil er auf die besagte „Ehrenrunde“ hinter dem Kreisel nach Norden geschickt wurde, bevor man von der Praxis abging. Es gibt, so denke ich, keinen „sweet spot“ für die richtige Anreise – außer nicht zu spät zu kommen…

Aufgebaut, uns sortiert, dann mal eine Runde über den WoMo-Bereich gedreht und auch einen Bekannten getroffen, der notorischer “Donnerstags-Anreiser” ist. Dieses Jahr sei man aufgrund der 200€ Strafe nur mit zwei statt vier Autos am Vorabend angereist, also weiterhin 400€, die man durch gut 40 (!) Leute teilt. Aber es sei wenig los gewesen, das heißt, die 200€ scheinen doch etliche Leute abgeschreckt zu haben. Auch mein Eindruck war, daß beim Einfahren in die ‚Wagenburg‘ weniger Fahrzeuge bereits vor Ort waren.
Auf dem Platz, wo wir die Nacht über standen, war auch eine Frau mit Wohnmobil, die ihren Sohn abends „reingeschickt“ hatte, der dann weitere 4 Plätze ‚claimen‘ sollte. So geht das halt auch: 200 durch 5 geteilt tut dann nicht mehr so weh.
Mit wem man auch spricht, oft wird gesagt: Plätze abstecken und numerieren sowie vorab feste Platznummern als WoMo-Ticket verkaufen, so daß man anreisen kann, wann man will, weil der gebuchte Platz frei ist. Fände ich auch gut. Zumal der Platz im WoMo-Bereich ja auch weiterhin von Zeltern genutzt wird, die bei ihren Freunden (mit Wagen) sein wollen. Letztlich waren auch in diesem Jahr nicht genügend Plätze vorhanden, so daß wieder die Start-Landebahn zugestellt werden mußte, was für eine mit großen Fahrzeugen anrückende Feuerwehr ein Problem wäre.
Man kann sagen, die „Wagenburg“ war zwischen 10 und 11 Uhr voll… Im Gegensatz zum Vorjahr zirkulierten am späten Nachmittag so gut wie keine WoMos mehr auf dem Gelände, um einen Platz zu suchen.
Gegen Mittag Bändchen geholt – zwischen 12 und 13 Uhr praktisch keine Wartezeit. Auto versorgt (Wasser, Toilette), Pause. Mal zum Bereich vor dem Eingang gepilgert, aber die Schlangen am Merch haben uns abgeschreckt. Ein Bier und ein bißchen den Blick schweifen lassen.
Ab 18 Uhr fand das Black Dinner statt, zu dem wir uns mit Freunden angemeldet hatten. Eine lange Reihe aus Tischen wurde auf der Startbahn plaziert. Entgegen der Ankündigung, wenn ich mich richtig erinnere, von ca. 60 Tischen, waren es 22. Mit Schmunzeln stellten wir fest, daß viele die gleichen schwarzen Plastikkelche von Amazon/Temu/YouNameIt hatten. Organisatorin Melli begrüßte alle, erklärte die Regeln für die Prämierung der Tische und wies auf die Spendenaktion zugunsten Regenbogen e.V. (Kinder-Krebs-Hilfe, Hildesheim) hin. Letztlich kamen dabei fast 300€ zusammen!
(Bild: Die Wednesday-Servietten wurden uns geschenkt… 😐 )
Dann wurde gemütlich diniert, man schaute sich die anderen Tische an, überlegte, für wen man stimmen wollte. Das war ein herrlich entspannter Beginn des M‘era Luna. Immer wieder blieben Leute stehen und schauten sich die lange Tafel an.
Negativer Eindruck: wir hatten mit Freunden zwei Tische als einen i.S.d. Wertung kombiniert. Diese Freunde hatten eine Art naturorientiert-neuheidnische Gestaltung mit grüner Tischdecke, einem großen Wurzelstück und Kristallen. Da kamen doch tatsächlich „tolerante Schwarze“ hinter uns vorbei, die das kommentierten mit: „Guck mal, alles schwarz und die mit der grünen Tischdecke – wie assig!“
Das war nicht der letzte Berührungspunkt mit dem Thema Szene und Toleranz an diesem Wochenende.
Aber: Wir machten mit dieser Schwarz-Grün-Kombi den 5. Platz und erhielten neben einem Mond-Puzzle als Preis noch FKP-Scorpio-Getränkemarken. Sehr nett! Die haben wir ganz „assig“ versoffen.
Noch erwähnenswert: Der Auftritt der mythischen Sagengestalten der Schattenwelt Südharz mit ihren bedrohlich wirkenden Kostümen, die über die Startbahn bummelten und auch dem Dinner einen Besuch abstatteten. Die waren letztes Jahr schon da, aber man hatte gemunkelt, das seien die Musiker von Heilung, was wohl nicht stimmte.
Nach dem langen Tag haben wir noch kurz am Wagen gesessen und sind eher früh ins Bett. Leider hatten wir in diesem Jahr keine passenden “Nachbarn”, mit denen man mal ein bißchen hätte quatschen können.
Die Nacht auf Samstag war die lauteste (in unserer Wahrnehmung), aber selbst ohne Stöpsel konnte man gut schlafen. Andere beschwerten sich aber über Schlagermusik, die “mega-laut” mitten in der Nacht gespielt worden sein soll.
Zum Samstag (in Arbeit)